Fr. 22.02.2019
Der Tag fing gar nicht so schön an – als wir aufwachten, hingen die Wolken tief, der Regen kam natürlich von oben, und unsere Reise sollte Richtung Skoga gehen. Auf unserem Weg lagen noch einige Sachen die wir uns anschauen wollten, doch das Wetter war überhaupt nicht einladend.
Neben dem obligatorischen Wind peitschte uns der Regen ins Gesicht und sorgte für nasse Klamotten. Zuerst fuhren wir nochmal zu einem Wasserfall den wir bereits gesehen hatten, da aber das Wetter die letzten Tage verhältnismäßig warm und genügend Regen gefallen war, hofften wir darauf, dass der Schnee etwas getaut war. Und das war er auch und deshalb kämpften wir uns über das restliche Eis den Weg hin zum Stjornafoss, um ihn diesmal aus der Nähe zu betrachten.
Den Kirkjugolf direkt um die Ecke ließen wir auch diesmal aus, da der Weg noch matschiger aussah – beim letzten Mal war er noch unter Schnee bedeckt. Wenn man es genau nimmt, innerhalb von zwei Tagen ist Island vom Schnee befreit worden und irgendwie gefällt es mir mit Schnee viel besser. Wir setzten uns wieder in unser Auto und fuhren weiter in Richtung Laufskalavarda, einem Lavahügel, an dessen Stelle um 890 ein großes Gutshaus stand, das durch den ersten offiziell belegten Ausbruch des Vulkans Katla komplett zerstört wurde. Die Tradition verlangte, dass Reisende die hier das erstmal vorbeikamen, einen kleinen Lavahügel bauen sollten damit der Weiterreise Glück zugesichert wurde. Auch heute kann man hier noch Steinhügel offiziell bauen. Wir taten das nicht, weil wir gar nicht erst dazu kamen, denn der Wind haute uns fast um – vom Regen ganz zu schweigen. Der recht kurze Weg durchnässte uns trotzdem einmal komplett von vorne und natürlich dann auch auf dem Rückweg von hinten.

Wie begossene Pudel stiegen wir wieder ins Auto und fuhren in Richtung Vik und dem Blacksand Beach, also dem schwarzen Strand. Nicht das wir hier schon weißen Strand gesehen hätten, dennoch wollten wir uns das nicht entgehen lassen. Danach kehrten wir in ein Cafe ein und surften das Internet leer :p So waren wir vorm Regen geschützt, konnten Kaffee trinken und Bilder sortieren. Als es endlich aufhörte zu regen, sprang das halbe Cafe auf und machte sich auf die Socken zum Strand, jedoch auf die andere Seite des Berges. Auf der anderen Seite liegt der Reynisfjiara-Strand, von wo man nochmal einen anderen Blick auf die Reynisdrangar Seastacks (Felsnadeln) hatte, zumal die Sonne schien und sie dadurch aus dem Nebel hervortraten. Der schwarze Strand ist im übrigen Lavasand/kleine Lavasteine, daher die Farbe schwarz.
Neben den Basaltsäulen im Wasser gab es unten am Strand noch zwei Höhlen, die ebenfalls von Basaltsäulen umrahmt wurden und Ähnlichkeiten mit dem Giants Causeway in Irland hatten, nur dass sie nicht ebenerdig, sondern in die Höhe ragen, so wie auch bei Dverghamra. Der Legende nach sind die Basaltsäulen auf dem offenen Meer entstanden, als Trolle einen Dreimaster an Land bringen wollten, jedoch dabei versteinert wurden. Die drei Felsnadeln, wovon man aus der Bucht nur zwei erkennen konnte, haben so wohlwollend klangvolle Namen: „Skessudrangur“, „Landdrangur“ und „Langsamur“. Vermutlich die Namen der Trolle, wobei es eine weitere Geschichte gibt, die erspare ich uns jetzt aber.

Der Strand ist im übrigen auch für die hohen Wellen und die raue See bekannt (der gefährlichste Strand Islands), was einige auch zu spüren bekamen, nachdem die Wellen ziemlich weit auf den Strand rollten und so Einigen nasse Füße verpasst hatten. So ganz spaßig ist die Angelegenheit dort unten also nicht. Nachdem wir glücklicherweise trockenen Fußes zurück an Land waren, fuhren wir zum etwa 6 Kilometer entfernten Leuchtturm, der auf einer aus Lava entstandenen Halbinsel Dyrholaey stand.
Kaum oben angekommen, bekamen wir grade so die Türen unseres Autos auf. Ich kenne ja Sturm und Orkan, aber der Wind hier oben… Der hat mich wirklich fast umgehauen, zumal wir auf der Spitze des Plateaus unterwegs waren, so dass der Wind schön drüber fegen konnte. Die Mütze tief in die Stirn gezogen kämpften wir mit dem Wind und der Kamera oder die Kamera mit dem Wind? Ich weiß nicht, aber dass auch nur ein vernünftiges Bild raus gekommen ist, war eine Glanzleistung von der Kamera und mir 🙂
Unterhalb der Halbinsel standen noch einige Felsen, wobei einer aussah wie ein kleiner Elefant. Ihr findet ihn bestimmt, wenn ihr genau hinschaut 🙂 Ein bisschen Sonnenuntergang konnten wir auch noch genießen und sind anschließend zu unserer neuen Bleibe nach Skoga, wo auch der berühmte Wasserfall ist, gefahren. Den Wasserfall haben wir uns direkt noch vorgeknöpft, da nicht mehr viel los war und haben ein paar Bilder hinbekommen, wo niemand drauf ist!

Und nun kommen die restlichen Bilder des Tages.









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