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Flucht aus dem Paradies…

Flucht aus dem Paradies…

28.12.2024 – 02.01.2025 | Ohau – Christchurch – Auckland |

Komische Headline, nicht wahr? Aber wie schon beim letzten Mal, haben wir unseren Plan – nicht ganz freiwillig – mal wieder umgeworfen, und das sehr spontan. Aber dazu später mehr, erstmal fangen wir an, wo wir aufgehört haben, nämlich in Ohau, in der Nähe von Mount Aoraki/Cook…

Back to the Roots – der regen ist zurück

Haben wir nicht grad noch über Sonne satt berichtet? Ja, sagen wir mal so, das war ein recht kurzes Intermezzo, und so erwachten wir nach dem tollen Tag mit tollem Blick auf Mount Cook bei Dauerregen. Und ja, das hat uns ausnahmsweise dazu veranlasst, fast den gesamten Tag in der Hütte zu verbringen. Hütte ist vielleicht etwas unterdimensioniert, das Haus gehört in der Tat einem Neuseeländischen Weltmeister. Zwar schon 10 Jahre her mittlerweile, aber immerhin. Weltmeister in was? In Bahnradfahren und dort in der Mannschaftsverfolgung. Und er kam sogar noch persönlich vorbei, so dass wir mal einen echten Weltmeister sehen konnten :-). Und nein, deswegen kam er natürlich nicht, sondern weil die vorherigen Gäste was vergessen hatten. Wie dem auch sei, er ist darüber hinaus auch 4ter bei den Olympischen Spielen in Rio geworden. Also die Holzmedaille hat er somit auch bekommen.

Das alles tut natürlich wenig zur Sache, denn das Wetter wollte einfach sich nicht ändern, dabei ist der See echt hübsch anzusehen und man hätte dort gut ein bisschen spazieren gehen können, denn im Gegensatz zu Lake Pukaki und Lake Tekapo war hier nichts los, bis auf die Neuseeländer, die hier Urlaub machen. Der gemeine Touri geht lieber an die beiden oben genannten, dabei kann Lake Ohau mindestens genauso mithalten, auch wenn man hier nicht auf Mount Cook oder die riesigen Lupinenfelder schauen kann. Dafür gabs einzelne Lupinen, aber auch mal in der Gruppe und viel Natternkopf. Und ganz ehrlich, die sind mindestens genauso kleidsam wie Lupinen und in einem Natternkopffeld hat man auf jedenfall mehr Platz für sich, als im Lupinenfeld 🙂

Am späten Nachmittag ließ dann der Regen nach und wir beschlossen, doch nochmal eine Runde um den See zu drehen, aber für entschieden uns für´s Auto. Unser erster Stopp war direkt am See mit vielen Steinen. Da weit und breit niemand zu sehen war, dachten wir uns, wir lassen die Drohne mal ne Runde fliegen, was wir auch taten und zum Schluß wollten wir noch ein Bild machen, wo wir mit drauf sind. Also hatte ich die Steuerung in der Hand, die Kamera um den Hals und plopp, hats mich schön auf die Schnauze gelegt. Keine Sorge, alles Material ist heil geblieben, selbst ich. Nur ziert nun mein linkes Schienbein von der Hälfe bis zum Knie hoch ein riesiger blauer Fleck. Also hieß es schütteln, nicht kotzen, denn mir kams so richtig hoch, was trinken und überlegen, was nun.

Wir entschieden, WEITERFAHREN, da nix blutete oder so. Also fuhren wir weiter am See entlang über Stock und Stein bis wir den See hinter uns ließen und am Hopkins Fluss weiterfuhren. Irgendwann war auch dieser Weg zu Ende und wir standen vor einem Gatter. Das war aber zu öffnen und so konnten wir noch ein kleines Stück auf privatem Weg fahren konnten. Dort hielten wir dann an und ließen die Drohne nochmal hochsteigen. Zwar war das Wetter nicht sonnig, aber die Landschaft beeindruckt auch mit Wolken sehr.

Blick über den Hopkins-Fluss, auch wenn er aktuell vergleichsweise wenig Wasser führt. Zumindest an dieser Stelle.

Danach fuhren wir wieder zurück zur Unterkunft, wo dann am Abend tatsächlich noch ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke drangen und den Himmel in ein buntes Wolkenmeer verwandelte. Nachts hatte ich dann auch noch Gelegenheit, bei sternenklarem Himmel, die Milchstraße zu fotografieren. Es ist nicht das perfekte Bild, aber ich denke, man kann gut sehen, wie die hier unten aussieht – dafür einfach mal in die Galerie klicken 🙂

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Elefantensteine

Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter soweit gehalten, so dass wir zumindest ein bisschen Sonne hatten und nicht im kompletten Regen los mussten, der holte uns erst kurz hinter bzw. vor dem See wieder ein, wo wir in eine dicke Wolken fuhren mit richtig schönen Sprühregen. Aber so ist´s eben und störte jetzt auch nicht weiter, alsobald legte sich nämlich der Regen und wir fuhren durch das übliche Grau, konnten aber dennoch die ein oder andere Sache entdecken. Zum Beispiel Lake Benmore, einem insbesondere bei den Einheimischen beliebter See, der mit vielen Campingplätzen besetzt war, die auch entsprechend gut gefüllt waren. Am Lake Benmore gab es auch wieder einen Staudamm, der aber diesmal kein Wasser ließ, sondern brav Strom produzierte. Unser eigentliches Ziel rückte auch näher, denn wir wollten zu den Elephant Rocks. Bevor wir dort ankamen, schauten wir uns noch Sandsteinklippen am Wegesrand an, wo auch noch ein paar alte Zeichnungen der Maori zu sehen waren (also schemenhaft konnte man noch was erkennen, vieles war schon zu verwittert, so dass nur noch kleine Teile sichtbar waren). Leider war das Gebiet sehr besch****, denn im Sandstein ist durch die Witterung ein wahres Paradies für Tauben und Spatzen geworden, die sich dort ihre Nester bauen. Außerdem ist der Sandstein natürlich recht porös, so dass Teile einfach abbrechen können.

Von den Wandmalereien ging es dann zu den Elephant Rocks, die ähnlich wie Castle-Rock entstanden sind. Erinnert Ihr euch noch? Kein Problem, wie gesagt, die Geschichte ist ähnlich, aber nicht gleich.

Die „Elephant Rocks“ sind die Überreste eines alten Meeresbodens. Durch tektonische Hebung des Landes, Veränderungen des Meeresspiegels und Erosion wurde dieser Kalkstein freigelegt. Anfang lag der Kalkstein in großen, ungebrochenen Platten vor, der im Laufe der Zeit durch Regen, Eis und Wind verwitterte, so dass einzelne „Elefanten“ zurückblieben. Weichere Sedimente erodieren leichter, insbesondere an den Fugen. Vor 25 Millionen Jahren lag das Gebiet komplett unter Wasser und war Teil eines warmen, weiten, flachen Meeres, das einen Großteil des Kontinents Te Riu-a-Māui/Zealandia (der Kontinent, zu dem Neuseeland gehört) bedeckte. Viele Tiere und Pflanzen lebten und starben auf diesem prähistorischen Meeresboden. Im Laufe einiger Millionen Jahre verdichteten sich die Schalenfragmente dieser Lebewesen zu großen flachen Kalksteinflächen (Otekaike-Kalkstein). Heute liegt das Gebiet auf 220 m über dem Meeresspiegel.

Wir hatten diesmal auch Glück, dass die Regenwolken sich woanders hinverzogen und wir gemütlich durch die riesigen Felsenformationen schlendern konnten. Ein bisschen klettern, ein bisschen posen, ein bisschen darüber philosophieren, was man denn nun in der einen Formation erkennt oder in der anderen. Wir haben unter anderem gesichtet: Donald Trump, Elvis, ein Hund, eine Ente, eine Schildkröte…und vieles mehr. Also schaut mal, was ihr so erkennen könnt, auch wenn es natürlich nicht live ist. Da sieht man nochmal mehr.

Ein Teil der Elephant Rocks. Schießt gern mal los, was ihr hier seht oder auch in der Galerie. Wir sind gespannt auf Eure Vorschläge…

Von den Elephant Rocks ging es dann mit einem kleinen Umweg zum Bridge Point, wo es mega stürmte. Wir wollten aber den Stein im Wasser sehen, der ein Loch hat, und somit als Brücke (Bridge) diente. Erst standen wir oberhalb, so dass wir es nicht sehen konnten, sind dann aber an den langen Strand gegangen, von wo man es sehen konnte. Am Strand selbst gabs bisschen was, was man hätte sammeln können. Wir fanden ein paar Paua-Muscheln, einige große Seeschneckengehäuse, einen kleinen Totenschädel von einem Tier, Algen über Algen, aber auch ein bisschen Kunst. Und nein, wir haben von all dem nix mitgenommen…

Vom Strand ging es dann auf einer der wohl langweiligsten Strecken Neuseelands Richtung Christchurch, wobei mir noch einen kleinen Zwischenstopp am Leuchtturm in Timaru machten, aber eher aus Nostalgie-Gründen…wenngleich der Leuchtturm hübsch ist 🙂

In Christchurch angekommen, wer hätte es gedacht, regnete es wieder, was uns aber nicht davon abhielt, zumindest noch zu Abend zu essen. Was wir dann auch taten. Danach checkten wir noch im Hotel ein und der Tag war quasi gelaufen. Aber Bilder gibts dennoch 🙂

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Flucht aus dem Paradies

Unser eigentlicher Plan war ja, dass wir dieses (bzw. mittlerweile letztes) Jahr Silvester in Christchurch feiern. Es sollte eine große Party im Park geben, mit Cover-Bands und Feuerwerk. Soweit der Plan und selbst als wir am morgen aufwachten, waren wir noch guter Dinge, denn der Regen sollte am späten nachmittag aufhören. Doch was tun in der Zeit? Da es grad nicht aus Kannen schüttete, entschieden wir uns für die obligatorische Streetart Tour, jedoch etwas ausserhalb von Christchurch. So fuhren wir nach New Brighton, einem Vorort, der leider seine besten Tage auch schon hinter sich hat. Es könnte ein echt hübsches, kleines Städten sein, direkt am Wasser, wie in England die Seebäder, mit großer Promenade, Strand, Seebrücke und fast alles was man braucht. Dummerweise waren hier einfach viel heruntergekommen oder nicht abgerissen, so dass ganze Straßenzüge einfach vor sich hinrotten. Es ist so schade, denn wie gesagt, es könnte ein echt hübsches Örtchen sein. Faierweise muss man sagen, das an anderen Stellen neue Häuser gebaut werden, die eben jenen in England (aber auch Irland) entsprechen und den Städten Brighton im Süden Englands durchaus ähnlich sind. Aber gut, wir waren ja eigentlich wegen der Streetart hier, doch auch die konnte nur halb überzeugen, denn auch hier wurde vieles kaputt gemacht, übersprayt und so Kram. Aber ein paar Schätzchen haben wir dennoch gefunden.

Streetart in New Brighton

Von New Brighton fuhren wir noch nach Lyttelton, eine kleine Hafenstadt (ok, Hafen groß, Stadt eher klein), mit einigen Street Arts und vielen kleinen Cafés. Das Örtchen war gut belebt am Silvestertag, der wie in Deutschland auch, grundsätzlich erstmal KEIN Feiertag ist, auch kein halber, wenngleich einige Geschäfte früher schließen. Wir schlenderten als durch Lyttelton und schauten uns ein paar nette Kunstwerke an, aber ähnlich wie in New Brighton wurden auch hier einige echt hübsche Sachen bereits zerstört. Warum? Tja, das weiß wohl keiner so genau. Vermutlich Langeweile. Wir hatten eine kleine Liste dabei, die wir nach und nach abarbeiten konnten, und landeten nach dem letzten Werk in einem kleinen Café, wo wir einen Kaffee tranken. Ich schaute derweil mal auf den offiziellen Kanal der Stadt Christchurch und bums, alle Feierlichkeiten wurden für den Silvesterabend abgesagt. Was für ein Schlamassel. Was nun?

Davon mal ab, dass es sicher frisch geworden wäre, hatten wir uns schon auf die Feierlichkeiten gefreut und nun saßen wir da und sahen uns schon im Hotel sitzen und eine Flasche Wein leeren. Nun hieß es doch umdisponieren. Doch wohin? Sydney? Ne, hatten wir ja ausgeschlossen. Also schauten wir in die Wetterapp und siehe da, in Auckland haben sie 19 Grad, sternenklarer Himmel angesagt. Also hieß es, irgendwie was zu finden, so dass wir nach Auckland konnten.

Und so suchten wir noch im Cafe einen Flug nach Auckland (war ja erst 14:30 Uhr), der um 18:10 Uhr abfliegen sollte. Dann suchten wir einen Mietwagen und ein Hotel, fuhren zu unserem Hotel, packten die Sachen, schmissen alles ins Auto und machten uns zum Flughafen auf. Unser Flieger hatte etwas Verspätung, so dass wir erst gegen 19 Uhr losflogen. Ob die Zeit wohl reichen würde?

Locker, denn wir kamen um 20:30 Uhr in Auckland an, holten unseren Mietwagen (einen kleinen Suziki Swift), fuhren zum Hotel, checkten ein und waren gegen 22 Uhr im Yachthafengebiet von Auckland. Dort fanden wir auch unseren Spott, wo wir später das Feuerwerk gucken wollten, nur knapp 5 Minuten Gehweg von unserem Hotel.

Dann hoppelten wir noch in eine der Bars, tranken ein Bierchen und schlenderten dann wieder an unseren Aussichtspunkt und „reservierten“ quasi unsere Plätze. Denn ähnlich wie in Sydney, gibts auch hier ein paar Verrückte, die mit dem Campingstuhl anreisen und sich schon nachmittags den vermeintlich besten Platz sichern. Aber wir waren sehr zufrieden mit unserem und so hatten wir auch den Timer vor Augen, bis das 5-minütige Feuerwerk auf dem Sky Tower losging.

Happy New Year | Ein frohes und gesundes neues Jahr 2025!

Kurzum: Die Stimmung war gut, sehr international (wer hätte es gedacht), ausgelassen und vor allem friedlich. Es hat schon was, wenn niemand weiter knallt und es diese organisierten Feuerwerke gibt. Gut für Mensch, Tier und Umwelt.

Und von daher an dieser Stelle nochmal allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2025!

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