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Rumble in the Jungle und Pannekoken

Rumble in the Jungle und Pannekoken

14.12.2024 – 15.12.2024 | Fox River |

Wie war das mit dem schlechten Wetter? Ja, die letzten zwei Tage hat sich die Westküste wirklich ein graues Kleid angezogen und wechselte auch nur gestern Abend kurz das Kleidchen, ansonsten blieb es sich treu. Grau grau und noch mehr grau. Doch was soll man machen? Sand in Kopf stecken? Das geht ja auch nicht, also her mit der Regenjacke und raus ins Grau…

Durch den Dschungel

Gestern Morgen wurden wir auf besondere Art und Weise geweckt. Nicht wie sonst vom üblichen musikalischen Gedudel des Smartphones, sondern durch ein leicht penetrantes Piepen. Also ging Stefan erstmal auf Erkundungstour in unserer Strandhütte, was denn hier piept und entlarvte den Übeltäter auch schnell. Nämlich den Kohlenmonoxid-Messer. Aber nicht, weil hier zu viel Kohlenmonoxid in der Luft wäre, nene, scheinbar ist das Gerät einfach abgelaufen. Zwar 4 Jahre vor dem eigentlichen Ende, aber gut. Stefan hat dann noch mit unserem Vermieter telefoniert, aber die Vorschläge, die dieser zur Beseitigung des Problems gemacht hatte, lassen wir jetzt mal unkommentiert und unerwähnt. Die sind nämlich nicht die feine englische bzw. neuseeländische Art 🙂 Ende vom Lied ist jedenfalls, dass wir grad keinen Kohlenmonoxid-Messer haben, bzw. dass dieser nicht mehr piept.

Aber da wir so oder so aufgestanden wären, haben die 5 Minuten vor unserem eigentlichen Wecker keinen großen Unterschied gemacht. Dummerweise zeigte sich der Himmel in seinem bereits angekündigten grauen Kleid, was die Lust die Gegend zu erkunden etwas schmälerte. Also entschieden wir erstmal zu frühstücken, bevor wir dann doch zu einer kleinen Wanderung aufbrachen. Wir hatten uns als erstes den Ballroom Overhang Wanderweg rausgesucht, der uns entlang des Fox Rivers hier in der Nähe zu einer Art überhängender Höhle führen sollte. Das wäre eigentlich eine ganz nette Wanderung gewesen, doch da es hier die Tage ordentlich geregnet hatte, war der Weg leider kaum begehbar. Einige Hürden (Wasser- und Schlammlöcher) konnten wir zwar noch umgehen, aber dann hätte wir mehrere kleine Bäche überqueren müssen und dafür war es eindeutig zu frisch und das richtige Schuhwerk in Form unserer Wasserschuhe hatten wir auch nicht dabei. Also entschieden wir, einen anderen Wanderweg zu suchen.

Bei unserem letzten Besuch hier an der Westküste wollten wir den Wanderweg an der Punakaiki-Hängebrücke machen. Die Hängebrücke hatten wir damals sogar noch überquert, aber schon da hatte es geregnet und wir entschlossen, den Weg beim nächsten Mal zu machen. Gesagt getan! Also fuhren wir wieder zu dem Parkplatz kurz hinter den Pancake Rocks und starteten unsere Tour durch den Dschungel auf dem Inland Pack Track. Der Weg war leicht geschottert und lief sich wunderbar, wenngleich immer leicht bergauf. Wir konnten ab und an durch den dichten Dschungel auf die umliegenden Berge spitzeln, die mit viel Farn und Nikau-Plamen und vielen weiteren hier heimischen Bäumen gesäumt waren. An der ein oder anderen Stelle konnte man aber auch den Karst sehen. Am Wegesrand stolperten wir dann über die ein oder andere kleine Überraschung, beispielsweise in Form eines Miniatur-Pilzes in feuerrot oder anderen kleinen Pilzen. Nicht alle konnten wir bestimmen, aber lustig aussehen tun sie alle.

Der Inland Pack Track an sich ist 25 Kilometer lang, wir sind aber nur den Anfang davon gegangen. Wir sind bis zum ersten Scheitelpunkt auf etwa 140 Metern Höhe gewandert und haben dann umgedreht und sind wieder zurückgelaufen. Mittlerweile war es auch recht schwül geworden, so dass wir uns auch unsere dünnen Jäckchen entledigen konnten, auch wenn sich die Sonne immer noch nicht blicken lies. Zurück am Auto hatten wir Glück, denn auf dem Rückweg zur Unterkunft fing es an zu regnen, so dass wir uns dazu entschlossen, einfach in der Hütte zu bleiben, Bilder zu sortieren, zu bloggen (und ja, manchmal kann man lesen, dass die Lust nicht immer zu 100% da ist :-)) , zu futtern, Kaffee zu trinken, um dann kurz vor Sonnenuntergang doch noch mal die Sonne zu Gesicht zu bekommen. Wenn auch nur für ein paar Minuten, aber immerhin reichte es für einen fantastischen Sonnenuntergang, den wir von unserer Hütte aus natürlich bestens sehen konnten. Und nein, wir sind nicht nochmal zu den Pancake-Rocks gefahren, zumindest nicht gestern….

Und nochmal In den Dschungel

Für den heutigen Tag, für den ebenfalls Regen angesagt war, hatten wir uns vorgenommen, auf den Sonntags-Markt nach Greymouth zu fahren. Die Stadt an sich (ca. 10.000 Einwohner) ist wahrlich keine Schönheit und wird es wohl auch nicht, aber den Kunsthandwerksmarkt wollten wir uns dennoch nicht entgehen lassen. Denn wir sind ja immer auf der Suche nach einer schönen Tasse oder einem anderen, nicht ganz so typischen Souvenir. Doch bevor wir nach Greymouth fuhren, machten wir einen kleinen Zwischenstopp kurz vor Punakaiki, denn dort gibt es einen kleinen Wanderweg (Truman-Track) – etwas 15 Minuten für die einfache Tour. Stefan wollte den Weg eigentlich gar nicht machen, aber irgendwas hatte ihn doch umgestimmt und ich war´s ausnahmsweise mal nicht :P. Also stellten wir das Auto auf dem Parkplatz ab und liefen mal wieder in einen dichten Dschungel hinein. Der Weg war anfangs gesäumt von Nikau Palmen, Baumfarnen, Schwarz- und Rotkiefern und vielen anderen Moosen, Flechten und palmenartigen Gewächsen. So richtig auf einem Bild festhalten kann man die Szenerie gar nicht, irgendwie geht dabei die Wirkung flöten. Aber vielleicht hab ich noch nicht das richtige Mittel gefunden, um es bildlich mit Wirkung einzufangen. Das Gute daran? Ich hab noch ein paar Tage Zeit zum weiterüben.

Je weiter wir Richtung Küstenlinie liefen, desto mehr veränderte sich auch die Vegetation. Standen wir grad noch im Palmen- und Farndschungel, umringte uns nun Neuseeländischer Flachs und ganz am Ende wurde es zu etwas ähnlichem wie das Blattwerk der Mittagsblume – so dickfleischige kleine Blätter die den Boden bedeckten. Als wir am Ende die Treppen runter gingen, saß vor uns erstmal eine Familie von Austernfischern. Mama, Papa und zwei Junge, die sich gut im Gras getarnt hatten. Wir liefen noch eine weitere Treppe hinunter, wo man die ausgewaschene Küstenüberhänge gut sehen konnte. Diese hätte man auch von Nahem erkunden können, doch es kam gerade die Flut rein, so dass wir das lieber bleiben ließen. Zumal die Brandung und die Wellen wirklich nicht sonderlich einladend wirkten. Aber die schöne halbrunde Form der Bucht und die dicken Wellen boten ein perfektes Bild. Nämlich dann, wenn die großen Welle entlang der halbrunden Form brachen. Geilo! Ich steh ja total auf so Wellenbrecher, das ist für mich ein echtes Faszinosum.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz entdeckten wir, wie schon gestern, zwei kleine Pilze. Die sind kaum größer als das kleine Glied des kleinen Fingers, aber leuchten wie Bolle. Neben einer kleinen roten Pilzfamilie (die wir auch gestern schon gesehen haben), wartete heute auch noch ein kleiner gelber Pilz, der aber wirklich solitär stand – auf dem dunklen Sand, umringt von ein bisschen Moos. Echt der Knaller diese Miniatur-Pilze!

Graue Maus bleibt oft graue Maus

Wie bereits eingangs erwähnt, wollten wir auf einen kleinen Sonntags-Markt in Greymouth. Also fuhren wir die knapp 45 Minuten an der Westküste entlang. Leider hat uns der Wettergott aktuell nicht ganz so gern, denn obwohl die Küste hier spektakulär ist, sah man eigentlich nur Nebel, tiefhängende Wolken und die Felsen im Wasser eigentlich gar nicht, da sie zusätzlich auch noch von der Gischt des Meeres eingehüllt wurden. Und all das zusammen war irgendwie kein so schöner Anblick, denn es platterte auch noch ordentlich. In Greymouth (wörtlich übersetzt: Grauer Mund) fuhren wir dann zu der Halle, wo der Markt drin statt fand. Und was sollen wir sagen – meine Güte, das war gruselig. Das war mit ganz viel Fantasie im besten Fall ein Flohmarkt, aber hatte nicht wirklich was mit Kunsthandwerk zu tun. Ein oder zwei Stände hatten wirklich was handgemachtes, aber ansonsten war es viel viel Schrott, leider. Und schade für uns, denn eigentlich hatten wir uns gefreut, dort ein bisschen schlendern zu können, aber das war dann heute eben nicht der Fall. Wir gingen eine Runde und holten dann, bevor wir uns wieder auf den Weg machten, noch ein Real Fruit Eis (Pflaume). Wenigstens etwas!

Wie schon erwähnt ist Greymouth wirklich keine hübsche Stadt und wird es vermutlich auch nicht mehr, wenngleich aktuell versucht wird, einen Ökotourismus aufzubauen. Aber ich persönlich finde es sieht eben aus wie eine olle Industriestadt. Aber gut, sie haben Monteiths 🙂 Monteiths Brauerei um genau zu sein. Und da uns der Markt ja nun früher wieder ausgespuckt hatte als erwartet, saßen wir auch früher als erwartet in der Brauerei. Aber nicht zu früh, wir konnten also ganz normal und ohne schlechtes Gewissen zu Mittag essen. Aber wenn man schonmal da ist, dann muss auch ein kleines Probierbier dazu.

Ich entschied mich für ein IPA (Nr. 1), ein Hazy Pale Ale (Nr. 2) und ein Black Ale (Nr. 3)

Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen hatten, ging es wieder zurück Richtung Fox River zu unserer Unterkunft. Es prasselte während der Fahrt ordentlich von oben runter, so dass wir auch auf dem Rückweg von der Küste wenig zu sehen bekamen – aber wir haben ja morgen noch eine Chance. Und wie so oft, mussten wir ja wieder an den Pancake-Rocks vorbei und waren es auch schon, als wir doch spontan entschieden nochmal dort rumzulaufen, weil wir eigentlich nach Kormoranen Ausschau halten wollten (wir haben die Woche noch fast keine gesehen). Zumindest zu diesem Zeitpunkt regnete es ausnahmsweise mal nicht, also liefen wir die uns bekannte Route, sahen jedoch keinen einzigen Kormoran. Dafür aber wieder Seeschwalben, so dass ich diese auch mal im Sitzen fotografieren konnte. An einer Stelle stand dann ein älterer Herr neben uns, der uns dann noch erklärte, dass eigentlich viele hunderte Seeschwalben in den Pancake Rocks leben, aber da es im Januar 2023 10 Tage lang Dauerregen und Dauersturm gab und die gesamte Kolonie dabei zerstört wurde. Sehr traurig, weil die echt ganz hübsch sind – kann man nur hoffen, dass sich der Bestand wieder erholt. Jedenfalls waren die anwesenden Schwalben fleißig bei der Futterbesorgung für die Jungen, und die ein oder andere Schwalbe hatte schon einen dicken Fisch im Schnabel. Gefühl war der Fisch größer als die Seeschwalbe, aber was tut man nicht alles, damit die Jugend rund und dick wird 🙂

Als wir unsere Runde gedreht hatten, fuhren wir auf direktem Weg in die Unterkunft und ließen, auch wegen dem sehr unstetigen Wetter heute, einen weiteren Wanderweg ausfallen, den wir eigentlich machen wollten. Die Entscheidung fiel heute also wieder auf Bloggen und Fotos sortieren/nachbearbeiten.

Lange Rede, kurzer Sinn – die Ausbeute findet Ihr wie immer in der Galerie 👇

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Eine Antwort zu „Rumble in the Jungle und Pannekoken”.

  1. Avatar von
    Anonymous

    Einen schönen guten Morgen nach Neuseeland aus Thüringen!

    Wir finden eure Berichte und Bilder auch dieses mal wieder hervorragend. Zwar waren wir etwas verwirrt als ihr gleich zu Beginn dieses Berichtes den „Sand in den Kopf stecken wolltet“. Schade, dass es bis jetzt mit dem Wetter noch nicht ganz so klappt, aber gut für uns > zeitnah super Berichte & Bilder. Es ist schon wirklich beeindruckend. Danke, dass wir an euren Abenteuern auf der Reise so teilhaben können. Weiterhin noch viele schöne Erlebnisse, bleibt gesund, wir haben euch lieb!

    MoKl

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