10.12.2024 – 11.12.2024 | Kaikoura
Das Daumen drücken hat geholfen. Gestern waren wir, wie geplant, mit dem Whale-Watching Schiff unterwegs und heute dann noch mit dem Flieger. Fazit? Zweimal einen dicken Pott gesehen, aber von vorne….
Nachdem wir aufgestanden und unseren ersten Kaffee bei toller Aussicht auf das Meer und den, aktuell aber eher nicht vorhandenen Hapuku-Fluss, genossen, fuhren wir Richtung Kaikoura um pünktlich um 10.30 Uhr für unsere Fahrt aufs Meer einzuchecken.

Da diesmal zwei Tage in einem, hier ein kurzes Inhaltsverzeichnis….
Wale – Lavendel und Meer
Doch bevor es zum Check-In ging, haben wir uns erstmal ein ausgiebiges Frühstück ins Bernies Diner gegönnt. Bernies Diner? Ja genau, ein doch sehr typisch amerikanisch anmutendes Restaurant mit kleinem Museum. Das haben wir aber noch nicht geschafft, vielleicht bekommen wir das heute im Laufe des Tages noch hin. Das Frühstück war wirklich üppig, so dass wir auch genug Stoff hatten, der während der Fahrt mit dem Boot hätte rausgekonnt :-).
Doch so schlimm war es diesmal nicht. Nach dem Check-In ging es mit dem Bus zum Hafen, wo wir bereits gestern unsere Albatros-Tour gestartet haben. Diesmal lag das Boot (ein extra großes Jetboot) bereits im Wasser. Wir waren die letzten, dich sich aufs Boot begaben, weil alle anderen natürlich die besten Plätze wollten. Aber aus dem Schiffsbauch kann man so oder so nicht so gut gucken, von daher war es nicht ganz so wild. Unser Guide erzählte dann natürlich was über Wale, und dass sie bei einer früheren Fahrt bereits einen gesichtet hatten (Rangatira). Doch zuerst ging es zu einer Gruppe Delfine. Also stoppte das Boot, alle stürmten nach draußen, doch wir hatten dennoch einen ganz guten Platz, so dass wir das ein oder andere Foto machen konnten. Doch die Racker waren so fix unterwegs, dass vor allem viele Fotos mit blauem Wasser und ohne Delfin entstanden :-(. Da ist so ein Wal, der 10 Minuten genüsslich an der Oberfläche treibt, doch etwas leichter einzufangen.
Und so ging es weiter Richtung offenes Meer, wo wir dann ebenfalls stoppten. Und in der Tat, da tauchte Rangatira auf und schwamm einen Steinwurf entfernt von uns und holte kräftig Luft, damit er nach seiner kleinen Verschnaufpause wieder für ca. 1 h tauchen gehen konnte. Alles wichtige, was man über die Tiere wissen sollte, findet ihr hier komprimiert zusammengefasst.
Wichtig ist vor allem, dass der Pottwal wohl das größte bezahnte Lebenwesen ist und er natürlich zu den Zahnwalen gehört. Das Gehirn ist ca. 9,5 kg schwer und die Männchen können bis zu 1km tief tauchen. Das macht hier in Kaikoura auch Sinn, denn direkt hinter der flachen Küstenlinie gibt es einen Canyon, der über 1000 m tief ist und sich hervorragend für die Jagd nach Tintenfischen eignet, die Haupternährungsquelle der Pottwale.
Unser gesichteter Pottwal ist einer, der immer wieder vor der Küste Kaikouras auftaucht und deswegen auch einen Namen hat (eben Rangatira, was so viel wie Anführer heißt). Auf der Fahrt zurück zum Hafen, zeigte unser Guide einige Fluken von den immer wieder kehrenden Walen. Die Form der Fluke ist eines der Erkennungsmerkmale, ähnlich wie unser menschlicher Fingerabdruck. Und da wir ja bereits einen Pottwal hier vor Kaikoura gesehen haben, fragten wir einfach, ob jemand vom Schiff wisse, welcher unser damaliger Pottwal war. Und siehe da, man wußte es 🙂


Lavendel im Überfluss…
Nachdem wir unseren Pottwal nun gesichtet hatten, ging es in Richtung Unterkunft, doch vorher machten wir noch einen kleinen Abstecher bei einer Lavendelfarm, die hier etwas abseits von Kaikoura liegt. Die Bewertungen waren eher so mittelmäßig, aber wir haben es dennoch versucht und soooo schlecht war es nicht. Das sah eher nach einem „Ein-Frau-Betrieb“ aus, und dafür sah es nicht so schlecht aus. Neben sehr altem Lavendel gab es auch neuere angelegte Felder, wo der Lavendel in verschiedenen Mustern gepflanzt wurde. Für ein paar Fotos und einen kleinen Obolus als Eintritt war es also ganz hübsch 🙂


An der Küste entlang
Wir hatten ja gesagt, dass wir eigentlich in die Unterkunft wollten, aber entschieden uns dann doch dagegen und fuhren an der Küste entlang Richtung Half Moon Bay in nördlicher Richtung. Da hatte Stefan eine kurze Wanderung rausgesucht zu einem Aussichtspunkt am Berg, von wo man dann natürlich auf die Küste schauen konnte. Angekommen, sind wir dann den Berg hochgestapft, ich eher brummeln, aber verraten wir keinem. Oben angekommen, haben wir dann natürlich auch zwei drei Bilder gemacht, aber es war an sich weniger Urwald, als wir gedacht hatten. Daher haben wir uns da gar nicht so lange aufgehalten und sind dann mit dem Auto wieder zurück Richtung Unterkunft. Auf dem Weg und auf unserer Seite lagen dann noch einige Aussichtspunkte, die wir dann auch angesteuert haben. Neben einfachen Aussichtspunkten mit verschiedenen Maori-Figuren, hielten wir auch noch an einer Bucht, wo eine Menge Robben rumlagen. Hier tummelten sich auch wieder eine Vielzahl von Jungtieren. Der ein oder andere ist noch nicht so geübt im Klettern, so dass Mutti nachhelfen muss. Doch so richtig wie bei einer Katzenmutti funktioniert es dann doch nicht. Und auch das ist Natur, hat es das ein oder andere Jungtier nicht überlebt. Und dann streiten die Bullen an anderer Stelle so heftig, dass einige wirklich viele und schwere Blessuren davon getragen haben.



Wale – Autos – Vögel – und Meer
Gestern hieß es dann also Versuch Nummer 2, um einen Wal, diesmal aber von oben zu sehen. Ich meine, vom Wasser sieht man immer nur einen kleinen Teil des Tieres, schon allein bei der Länge wird es schwierig, diese einzuschätzen. Und, nicht zu vergessen, die Fluke sieht man wirklich erst, wenn der Wal wieder abtaucht. Sprich, vom Schiff aus, sieht man die Schwanzflosse also nicht.
Dicke Schlitten aus vergangenen Zeiten
So hieß es nach dem Frühstück, was wir bei Bernies uns haben schmecken lassen, ab ins Flugzeug. Aber nicht so schnell, ich meine, ich habe oben schon erwähnt, dass bei Bernies auch ein Museum angeschlossen ist. Da wir nach dem Frühstück noch Zeit hatten, dachten wir uns, wir schluppen mal in das Museum rein, so groß kann das ja nicht sein. Wir zahlten also unser Frühstück und den Eintritt und gingen dann durch eine Tür und BOAH, das hatten wir nicht erwartet. Eine riesige Halle mit bestimmt 40 Oldtimern. Wirklich tolle Autos, bunt, gut gepflegt, mal importiert, mal für Neuseeland hergestellt, mal in großer Stückzahl produziert, mal in sehr kleiner. Wenn es importierte Wagen waren, hat man oft gesehen, dass das Lenkrad eben auf der (für uns) richtigen Seite war. Da dort echt eine Menge tolle Schlitten standen, vom Cadillac bis zum Ford Mustang, haben wir eine Extra-Bilder Galerie gemacht. Alles in allem, ein kleines tolles Museum, das hier viel zu wenig Aufmerksamkeit hat. Okay, gut für uns, da es nicht voll war, aber schade für dieses kleine Schmuckstück. Wir haben also direkt mal eine Bewertung bei Google geschrieben, weil wir sind ja nett und sowas fördern wir doch gerne. Das Album reichen wir nach, weil wir das mit der großen Bildausbeute des Tages noch nicht geschafft haben.
Und hier wie versprochen der Link zu den dicken Schlitten!
Pottwal von oben
Nach dem Museum, wo wir irgendwie ganz schön die Zeit verbummelt haben, sind wir auf schnellsten Weg zum Flughafen von Kaikoura, wo die Flieger zum Whale-Watching starten. Wir checkten ein, mussten uns wiegen lassen (ich weiß nicht ob es nett gemeint war…der Typ am Counter hat uns nicht luschern lassen, was die Waage angezeigt hat) und hatten dann noch etwas Zeit, weil wir noch auf zwei Mitflieger warten mussten. Zu 7ten ging es nach den Sicherheitshinweisen, der Aussicht auf Pottwale und Pilotwale, und einem Piloten, der gefühlt grade 20 Jahre alt war, in den Flieger und wir hoben ab. Alles ganz normal, easy peasy. Von etwas entfernt konnten wir schon unser gestriges Schiff sehen, und das hieß, wir waren auf dem richtigen Weg. Ich erwähnte ja schon, dass sowohl Luft als auch Wasser immer direkt kommunizieren, so dass wir gar nicht wirklich auf dem falschen Weg sein konnten. Dann kreisten wir ein paar Runden über dem Schiff, weil der Wal noch nicht aufgetaucht war. Dann aber ging es ganz schnell. Das Flugzeug legte sich auf 90 Grad und trudelte quasi um den Wal herum, so dass erst die linke Seite des Flugzeugs schauen konnte. Da wurd es mir schon a bissl schlechte. Dann kippte das Flugzeug nach rechts, damit eben auch die rechte Seite was sehen konnte. Die Kreise waren so eng geflogen, dass es einem wie in der Achterbahn vorkam. Und so ging das Spiel einige Male – da war nicht viel mit Horizont gucken und Fishermans in sich reindrücken.
Hier mal ein Vergleich zwischen Buckel- und Pottwal:


Hier kann man auch schön sehen, wie unterschiedlich die Fluke ist und das beim Buckelwal das Blasloch oben mittig, beim Pottwal aber schräg links sitzt. Übrigens der einzige Wal, bei dem es links sitzt.
Aber die Aussicht auf den kleinen Dicken, entschädigte für alles. Wir gehen davon aus, dass es der gleiche Wal wie gestern war, also Rangatira. Unser Pilot hat´s noch gesagt, aber ich war zu sehr damit beschäftigt, mein Frühstück zu behalten, dass ich das irgendwie nicht gehört habe.
Wir warteten nicht ab, bis der Wal wieder abtauchte, sondern flogen noch etwas nach Norden, da dort Pilotwale unterwegs sein sollten. Leider haben die sich dann doch nicht gezeigt. Dafür gab´s diesmal für Stefan schöne Aussicht auf die Küste, die, wie ihr teilweise ja schon wisst, sich durch das Erdbeben 2016, um einige Meter hochgedrückt hat. Hier geht es nochmal zu unserem damaligen Beitrag. Dort seht ihr dann auch mal einen anderen Wal 🙂

Kurz vor der Landung gab es dann aber tatsächlich noch einige (Dusky-) Delfine, die recht nah an der Küstenlinie und parallel zur Landebahn schwammen, zu sehen. Und dann setzten wir, zum Glück, wieder auf Land auf. Schnell noch ein Foto vorm Flieger und dann erstmal den Magen beruhigen. Keine Sorge, alles ist drin geblieben, aber das war schon ordentlich heftig, so dass wir erstmal in die Unterkunft fuhren, uns trockene Brötchen reinpfiffen, Bilder sortierten, ich ein bisschen schlummerte, um dann wieder vom Fomo (Fear of missing out – also die Angst, was zu verpassen) gedrängelt zu werden.
Kleine Zwerge und gemütliche Faulenzer
Also packten wir nochmal unsere Sachen und fuhren Richtung Kaikoura, um uns doch nochmal die Seehundkolonie anzuschauen. Diesmal beschlossen wir, auf dem Rückweg oberhalb der Kolonie zurück zum Auto zu laufen. So konnte man auf dem Hinweg die Seehunde beobachten, Vögel fotografieren, Schwalben und Möwen und ihre Jungtiere sichten oder einfach rumschlendern. Es war nicht viel los auf dem Weg, da wir auch recht spät unterwegs waren, aber die Sonne knallte uns dennoch unentwegt auf die Birne. Wir liefen so lange, bis wir den Aufgang nach oben gefunden hatten und stapften dann die Klippe hoch um von oben nicht nur aufs Wasser schauen zu können, sondern auch auf den Bergzug „Kaikoura Ranges“. Es war wirklich nicht viel los, so dass wir hier oben auch noch den ein oder anderen Zwerg fotografieren konnten. Neuseeländische Schwalben, Buchfinken oder auch Goldammern oder einen Grey Gerygone (der war soooo klein, der hatte eher die Größe einer kleinen und noch nicht ausgewachsenen Blaumeise).
Als wir wieder am Parkplatz ankamen beschlossen wir noch in der Stadt zu Abend zu essen und wählten diesmal das Strawberry Tree aus, waren aber wieder etwas zu unmutig, um mal einen Crayfish (also einen Krebs/Lobster) oder gar eine Paua zu probieren. Paua/Abalone/Seeohr gibt es hier beispielsweise auch als Burger oder einfach als Patty mit Soße. Aber wie gesagt, dafür sind wir nicht mutig genug. Dafür hatte Stefan aber den Catch of the Day, und das hätte ja im blödesten Fall auch Abalone sein können, wars aber nicht. Es war ein toller Fisch mit echt frischem, nicht zerkochtem Gemüse! Also wahrlich gesund und das bei einem irischen Restaurant. Irgendwas war da wohl schief gelaufen 🙂
Wie dem auch sei, es war dann doch wieder ein vollgepackter Tag mit ganz vielen tollen Tieren und Bildern, aber ihr wisst was das heißt? 100 Mal Wal anschauen, aber eben auch viel anderes 🙂
Bevor ihr aber schauen könnt, hier mal noch ein kleiner Vergleich vorm Flugzeug:



Bildergalerie










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