28.01. – 30.01.2023 | BLENHEIM – WELLINGTON – KAIKOURA
An unserem Abend in Blenheim blieb nur noch Zeit für ein Abendessen, nicht aber für eine Weinprobe, wofür der Ort und die Umgebung in Marlborouh bekannt sind. Da wir in unserer Unterkunft eine Karte hatten, konnten wir abends noch einen Blick drauf werfen und uns die ein oder andere Website anschauen.
Der Tag war recht gut geplant, weil wir durch unsere Fährfahrt natürlich zeitlich gebunden waren und um 13 am Terminal sein mussten, um einzuchecken. Die Abfahrt war für 14 Uhr geplant. Heißt, wir hatten noch etwas Zeit.
Ein Schlückle in Ehren…
Da ich bei Wein immer sehr auf´s Etikett schaue, fiel die Wahl auf das Weingut Cloudy Bay. Die hatten nämlich bei ihrem 2022 Sauvignon Blanc einen Teil der Flasche mit geprägt. Sieht spektakulär aus die Flasche. Daher wollte ich da unbedingt hin. Aber bevor wir dort reintrudeln, vielleicht noch ein paar Fakten zum Weinanbaugebiet.
Etwa 80 % der Weine, die in Neuseeland angebaut werden, kommen aus der Marlborough-Region und innerhalb der Region die meisten aus dem Wairau-River-Tal. In diesem Tal liegt auch Blenheim, das ungefähr 50 Weingüter beheimatet. Und da Wein nicht nur ein Exportschlager ist, sondern auch Touristen anlockt, gibt es sowas wie einen Weinwanderweg, den man aber vor allem auch mit dem Fahrrad machen kann. Von diesen 50 Weingütern haben wir uns eines, eben das Cloudy Bay, rausgesucht und wollten dort eigentlich nur diese eine Flasche kaufen. Aber so funktioniert das hier eben nicht. Ein großer Teil der Weingüter hat, wie in Deutschland auch, einen Weinkeller und man kann dort Weinproben machen. Das haben wir dann auch in der Cloudy Bay gemacht, aber nur eine kleine, mit drei Weinen.



Die Wahl fiel, natürlich, auf den Sauvignon Blanc 2022 (diese superschniecke Flasche halt), einen Sauvignon Blanc 2017 und einen Chardonnay. Sauvignon Blanc ist im Übrigen mit fast 60 % die am meisten angebaute Rebsorte in ganz Neuseeland und insbesondere hier im Wairau Valley eine Spezialität. Der Chardonnay fiel bei uns aber durch und wir kauften dann doch zwei Flaschen, eine für daheim – welche wohl? – und eine für die kommenden Abende, nämlich den 2017 Sauvignon Blanc.
Da wir nach der Probe immer noch Zeit hatten, fuhren wir noch ein zweites, bedeutend kleineres familiengeführtes Weingut mit dem Namen Nautilus an. Hier konnte man für die Hälfte des „Probengeldes“ sogar mehr Wein trinken, und so probierten wir uns durch 4 Weine und entschieden uns für einen Pinot Gris (Grauburgunder). Aber hier konnten wir auch mal ein etwas anderes probieren, was wir vorher noch nicht gehört hatten, nämlich den Albariño. Hier dachte ich eigentlich, dass das ein roter ist, weil Spanien für mich automatisch mit Rotwein verbunden ist. Aber auf Empfehlung haben wir diesen ebenfalls probiert und alle 4 Weine waren sehr gut, nur leider ist unsere Tasche ja irgendwie limitiert…
Vom Ambiente und Service fanden wir Nautilus übrigens etwas besser, da wirklich familiärer. Cloudy Bay ist etwas schicker, aber war auch recht voll als wir da waren, so dass einem etwas die Gemütlichkeit fehlte.
Nach unserer zweiten Probe ging es dann Richtung Fähre. Wir waren etwas früher da, um pünktlich einzuchecken, was auch problem klappte. Doch dann dauerte es gefühlt eine Ewigkeit bis wir auf´s Schiff fahren konnten. Wie schon erwähnt, letzter Check-In um 13 Uhr und 14 Uhr Abfahrt. Es hat einfach alles ewig gedauert, doch um Punkt 14 Uhr fuhr die Fähre dann los. Da hatten wir noch ab und an Sonne, die zwischen den Wolken hervorblinzelte und den Queen Charlotte Sound in ein nettes Licht tauchte. Auch der Wellengang war hier im Marlborough Sound noch nicht vorhanden. Doch das sollte sich bald ändern, denn mit erreichen der Cookstraße, die zwischen der Süd- und Nordinsel liegt, stand uns eine recht ungemütliche Fahrt bevor. Das wussten wir aber am Anfang noch nicht. Das Schiff wankte schon sehr und so hieß es, hinsetzen – Horizont ins Visier nehmen – atmen – kleine Brezeln in sich reinstopfen und bloß nicht den Horizont aus den Augen verlieren.
Viele der Passagiere befolgten diese Weisheit nicht – und so sahen die Leute dann auch aus. Viele versuchten die 3 h irgendwie zu schlafen oder hinter sich zu bringen. Die Geräuschkulisse im großen Sitzbereich der Fähre hatte sich auf von einem Grundrauschen zu mucksmäuschenstill gewandelt. Und wir hatten einfach mal wieder Glück. Die Hintour haben wir mit dem Anbieter Bluebridge gemacht, 15 Minuten nach uns startete eine zweite Fähre von Interislander. Und wtf, die haben kurz vor Wellington keinen Saft mehr gehabt und musste von zwei Schleppern eskortiert werden, die uns auf dem Weg in die Wellington Bucht entgegen kamen und ziemlich Dampf drauf hatten. Die 800 Passagiere wurden in Rettungswesten gepackt und auch die Fähre hatte mehr Glück als Verstand, denn sie driftete auf die Küste zu und hätte somit auch stranden können. Ist aber zum Glück nichts passiert und gegen 21 Uhr Abends konnte die Fähre dann in Wellington einlaufen. Geplant war eigentlich 17:45. Laut dem metrologischen Wetterbericht wurden in der Cookstraße während unserer Überfahrt Südböen von 109 km/h verzeichnet, während der Wind im Durchschnitt zwischen 65 und 74 km/h wehte. Die Wellen erreichten Höhen von etwa 2,5 m, aber die „Dünungswellen“ – die man an Bord wirklich spürte – betrugen nur 1,5 m. Einmal tat es einen richtig ordentlichen Schlag bei uns an Bord und das ein oder andere Mal rutschten einige Stühle umher und auch bei der Cafeteria flog einmal ein Korb auf den Boden, weil das Schiff ziemlich schwankte. Teilweise konnte man auch den Horizont nicht mehr sehen, was natürlich etwas problematisch war, wenn man sich auf den Horizont konzentrieren wollte. Auf jeden Fall haben die Brezel geholfen, sich vom Wellengang und dem mulmigen Gefühl im Bauch, abzulenken und wir liefen mit etwas Verspätung im Hafen ein.
Übrigens, die Windgeschwindigkeiten gelten als stürmischer Wind und Sturm mit hoher See.
Danach ging es in unsere Unterkunft, einen Leuchtturm – doch vom Leuchtturmfeeling waren wir irgendwie weit entfernt, denn draußen stürmte und regnete es mittlerweile wie Sau. Im Turm war es kalt und das kleine Heizgerät taugte nix und es war etwas klamm im Leuchtturm, was auch am Folgetag noch so sein sollte.

eine Runde um den Block – WELLINGTON´S STREETART UND ein kleiner strandspaziergang
Den nächsten Morgen begannen wir mit einem Frühstück im Karaka, ein Maori-Cafe, das von einem Maori-Stamm bzw. deren Nachfahren, geführt wird. Danach ging es in die Stadt, wo wir uns das ein oder andere Street-Art anschauten. Wir bummelten also von hier nach da und wieder zurück, aber so richtig glücklich waren wir mit den Bildern nicht. Nur ein paar Bilder sprachen uns wirklich an.



Wir entschieden, wieder an den Hafen zurückzugehen, wo dann auch noch Wochenmarkt mit vielen Futterständen war. Mit ein paar kleinen Donuts ging es dann wieder zum Auto und wir beschlossen, eine Runde um Wellington herum zu fahren. Sonntag ist hier auf jedenfalls Familientag, Draußentag, Sporttag. Es war gefühlt ganz Wellington unterwegs – sowohl in der Stadt selbst als auch in der Umgebung.
Etwas hinter unserem Leuchtturm war noch eine Seebären-Kolonie ausgewiesen und da das Wetter sich beruhigt und sogar de Sonne am Start war, entschieden wir uns, die Seebären zu besuchen. Doch das hieß 3,5 km laufen (eine Richtung). Wir zuckelten als los, wie immer etwas spät dran, aber für uns genau richtig. Statt den Wanderweg zu gehen, liefen wir unten am Strand lang und sammelten Paua´s, die hier im Seegras und Strand lagen. Paua noch nie gehört? Schaut mal hier.
Heißt, wir brauchten ewig, um zuerst an den Roten Felsen anzukommen. Wir dachten schon, wir hätten es geschafft, doch Pustekuchen, wir mussten nochmal um die Klippe drumherum und das machten wir dann auch. Leider war es eine sehr kleine Kolonie, oder alle Seebären waren grad im Wasser, denn wir sahen insgesamt nur 4 Seebären. Zurück ging es dann den normalen Wanderweg und als wir zurück an der Unterkunft waren, erwartete uns bei unserem Ausguck ein dicker Regenbogen, der sich manchmal sogar als Doppel zeigte.

Auf nach Kaikoura
Wellington konnten wir nun also auch ein bisschen abharken, wenngleich wir natürlich nur einen kleinen Ausschnitt gesehen haben. Am nächsten Morgen ging es dann in unserem Viertel zum Frühstück (Blue Bell) mit Müsli und Poached Egg und wir konnten uns schön Zeit lassen, denn die Fähre sollte um 13 Uhr auslaufen. Diesmal übrigens mit der Interislander – und da wussten wir von den Geschehnissen (siehe oben) noch nichts. Gegen 11:45 standen wir am Check-In und wer hätte es gedacht, es hat wieder ewig gedauert…
Dafür war die Überfahrt aber sehr ruhig, keine raue See und keine fetten Wellen. Aber leider auch keine Wale oder Delfine, die in der Cook-Straße gerne unterwegs sind. Die Cook-Straße zählt übrigens zu den stürmischsten Meeresstraßen der Welt. Alles weitere zur Meeresenge findet ihr unter anderem hier.
Die Meeresenge hatten wir diesmal gefühlt schnell durchfahren, die Marlborough Sounds waren wieder in Sichtweite und so auch der Queen Charlotte Sound – in diesem Fall übrigens wie alle Sounds hier – ein vom Meer überflutetes Tal, also korrekterweise ein Fjord. Leider war das Wetter immer noch ziemlich matschig und so sehen wohl auch die Bilder des Tages aus den Marlborough Sounds so aus.



Die Fähre legte in Picton an, wo übrigens noch ein Riesenkoloss im Hafen lag, nämlich die Ovation of the Sea, ein riesiges Kreuzfahrtschiff, wo etwa 5000 Reisende Platz finden. Zum Vergleich, Picton hat ca. 4.300 Einwohner. Das ist also ähnlich wie wenn die Pötte in Warnemünde anlegen.
Von Picton ging es dann nach Kaikoura ohne große Umwege, doch bevor wir im Frachtcontainer eincheckten, hielten wir noch an einigen Aussichtspunkten, von wo man Seebären beobachten konnte. Das haben wir dann auch, ohne andere Leute um uns herum.




Hier lagen wirklich viele Seebären und vor allem viele Jungtiere, die entweder wie die Erwachsenen faul rumlagen, im Pool planschten oder sich wie normale Geschwister einfach stritten. Davon sollten wir aber an unserem nächsten Tag in Kaikoura noch mehr sehen, dazu dann aber morgen mehr.
Jetzt geht es aber zu den Bildergalerien.

Bildergalerie

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