28.12.-30.12.2022 | Coromandel
Wenn ich das hier schreibe, ist bei Euch noch der 30.12.2022, bei uns aber schon der halbe Tag des 31.12.2022 rum. Heißt, wir haben schon gefrühstückt und sind mit der Tagesplanung inkl. unserer Abendplanung durch und können nachher entspannt Richtung Hafen runter und suchen uns ein Plätzchen für heute Abend, um ein bisschen was vom Feuerwerk mitzubekommen. Aber bevor wir losdackeln, will ich noch bisschen über unseren letzten Tag auf Coromandel berichten.
Dem Dschungel ganz nah
Früh aus dem Bett sind wir mit einem Kaffee gestartet (noch ohne Frühstück), um die erste Bahnfahrt der Creek Railway zu nehmen, die um 8:15 Uhr startete. Die Bahn wurde von einem Töpfer (Barry Brickwell) auf seinem Land installiert und fährt durch den Busch, den er auch angelegt hat. Wo vorher Farmland war, hat er alles mit Farnen und anderen Pflanzen aufgeforstet, so dass es nun eigentlich nur noch ein Dschungel ist. Etwa 27.000 Pflanzen hat Barry auf dem Grundstück gepflanzt, was er 1972 gekauft hat und für seine Töpferei nutzen wollte.
Die Bahn wurde von einer zierlichen Dame den Berg hoch, durch 3 Tunnel und über 10 Brücken manövriert, inkl. „Wendeschleifen“, wo unsere Zugführerin einmal komplett am Zug vorbeilaufen musste, um wieder die andere Richtung zu nehmen. Im gesamten Wald waren immer wieder Arbeiten des Töpfers gespickt. Die Fahrt dauerte etwa 1 h und 15 Minuten und war sehr entspannt. Am obersten Punkt des Berges wurde ein „Eyefull-Tower“ – also ein Eifelturm errichtet, von wo aus man den Wald überblicken und bis zum Meer schauen konnte. Eyefull steht hier wohl für „Aussichtspunkt“ 🙂
Nach 10 Minuten bimmelte die Glocke und alle stiegen wieder in den Zug und es ging wieder hinunter zum Ausgangspunkt vorbei an 100ten Farnen und vielen Silberfarnen, die es nur auf Neuseeland gibt. Die Blätter des Silberfarns leuchten an der Unterseite silbern. Unten wieder angekommen, sind wir noch etwas zu Fuß durch das Reservat gelaufen und konnten unter anderem Wetas anschauen – ok – vielleicht konnte nur Stefan sie anschauen, weil er in die Höhle gegangen ist und das Licht angemacht hat – Daniel ist nämlich ziemlich schnell wieder rausgeflitzt. Wobei flitzen vielleicht nicht das richtige Wort ist, denn der Tunnelgang/Höhle war sehr sehr eng und dunkel. Wir liefen dann noch bissl weiter um uns eigentlich einen Kauri (ein Baum anzuschauen, doch das klappte irgendwie nicht, vermutlich weil wir blind waren), dafür konnten wir aber kleine Echsen sehe 🙂



Nach unserer aufregenden Fahrt ging es zurück in die Unterkunft zu einem ausgedehnten Frühstück und etwas Faulenzerei, denn für Mittag hatten wir nichts auf dem Plan, sondern genossen die Sonne auf der Terrasse und den Ausblick aufs Meer. Für den Abend aber hatten wir die Cathedral Cove auf der Ostseite der Coromandel Halbinsel stehen. Da es aber nicht so viele Wege über die Insel gibt, entschieden wir uns für einen, an dem noch zwei kleine versteckte Spots lagen. Okay, ein Spot war etwas mehr besucht, wohl aber eher von Einheimischen als von Touris, nämlich die Waiau Falls. Ein recht kleiner Wasserfall, der nur 6 m hoch ist, aber unten einen recht großen Pool hat, in dem der ein oder andere dann auch baden war, das Wetter war jedenfalls bestens geeignet. Da der Pool aber schon recht voll war und die Wanderung nun wirklich keine Strapazen von uns verlangten, zogen wir weiter und suchten ein paar 100 m weiter die Kauri Bäume. Die Tour zu diesen Bäumen dauerte zum Glück etwas länger als 2 Minuten, die wir vorher zum Wasserfall liefen.
Der Kauri wird auch neuseeländische Fichte oder Kiefer genannt, obwohl es gar kein Nadel, sondern ein immergrüner Laubbaum ist und die größte einheimische Baumart Neuseelands. Interessanterweise kommt der Kauri nur im Nordteil der Nordinsel vor. Der wohl noch älteste lebende Kauri ist etwa 1500-2000 Jahre alt und liegt nochmal nördlicher. Es wird aber auch von einem Exemplar berichtet, der etwa 4000 Jahre alt war. Dummerweise gibts den nicht mehr, denn er wurde gefällt. Für die Maoris ist der Baum bzw. einige Exemplare heilig. Aber wie auch immer. Wir liefen also durch den Wald und bei einer kleinen Aussichtsplattform konnten wir schon einen ersten Blick auf die Riesen des Waldes werfen. Kauris sind übrigens sogenannte Emergenten, die mit ihrer Baumkrone weit über das eigentliche Kronendach des Waldes hinausragen. Wir liefen etwas tiefer in den Wald, wo wir noch weitere Bäume fanden, zum Beispiel die Zwillinge, ein Kauri, zwei Stämme hatte, aber nur eine Wurzel. Also wenn man das so sagen kann 🙂

Marsch zur Strandkathedrale
Nach der kleinen Wanderung durch den Dschungel ging es zurück zum Auto und wir fuhren wieder auf der Schotterpiste, die die Westseite und Ostseite der Insel miteinander verband, Richtung Cathedral Cove. Vorher mussten wir aber noch was Essen, was wir kurz vor Hahei dann auch taten. Nun ging es schnurstracks Richtung Hahei und wir waren auch fast schon ein bisschen spät, da wir noch eine ordentliche Strecke laufen mussten. Für 19 Uhr war Lowtide – also Wassertiefstand – für den Strandabschnitt vorhergesagt, Sonnenuntergang für 20:40 Uhr. Dummerweise war die Parksituation echt schräg. Normalerweise gibt es ein Shuttle vom Hauptparkplatz zum Startpunkt der Wanderung. Das letzte Shuttle fuhr aber gegen 18 Uhr und so musste man nicht nur einen kleinen Berg hoch, sondern einen ausgewachsenen, etwa 1km langen Berg. Aber wir haben uns dann einfach aufgeteilt, die Mädels wurden am Startplatz rausgelassen und die Männers haben das Auto auf halbem Weg für nen 10er auf einem privaten Grundstück geparkt. Die Tour an sich klingt bei allen Beschreibungen als easy peasy, aber nene, so richtig einfach war das nicht. Erst ging es gut bergab, dann wieder lange bergauf, dann wieder bergab und nochmal steil bergauf und am Ende gabs noch einige Treppen, die wir runterlaufen mussten.
Doch die Aussicht unten am Strand entschädigte für den strapaziösen Hinweg. Zum einen dämmerte es langsam und zum anderen hatten wir einfach Glück das kaum ein Mensch dort war. Nur eine Hand voll Touristen, vermutlich aber, weil ein Großteil am Tag dort unterwegs ist und nicht abends. Wir blieben wohl etwa eine halbe Stunde, machten Fotos, flogen bissl mit der Drohne umher und genossen die Ruhe am Strand und die fetten Wellen, die in die Bucht schlugen.





Doch allzu lang konnten wir dann doch nicht bleiben, da der Rückweg leider nicht beleuchtet war und wir somit irgendwie noch innerhalb der Dämmerung den Weg zurücklegen mussten. Auch wenn wir pumpten wie die Maikäfer, wir schafften den Weg ohne größere Blessuren und fielen dann alle völlig K.O. ins Auto. Stefan brachte uns dann heile wieder über den Pass, vorbei an ein paar Opossums die sich einfach mitten auf die Straße stellten. An der Unterkunft angekommen saßen wir noch ein Stündchen auf der Terrasse, tranken unser Feierabendbierchen und schauten ans Himmelszelt zu den Sternen, die hier immer in größerer Hülle und Fülle da sind. Auch weil die Lichtverschmutzung hier nicht so stark ist und auf der Insel Coromandel schonmal gar nicht.
Hier nun aber die Bilder des Tages!

Bildergalerie
Tschüss Coromandel – Hello Auckland
Am nächsten Morgen räumten wir dann schweren Herzens unsere Unterkunft auf, denn nun hieß es zurück nach Auckland und auf ins Großstadtgetümmel. Mit Sack und Pack ging es also entlang der Küste und wieder vorbei am Firth of Thames in unsere nächste Unterkunft in Auckland, dem Convent Hotel. Ansonsten war der Tag aber recht ungeplant, und so checkten wir ein und organisierten uns dann ein Busfahrticket, mit dem wir Richtung Stadt zu unserem Restaurant fahren konnten, wo wir abends einen Tisch im Dantes reserviert hatten. Dante´s gilt als eine der besten Pizzerien überhaupt und das mussten wir natürlich ausprobieren. Mit vollem Bauch wanderten wir dann in Richtung Hafen hinunter und genehmigten uns dort noch Feierabendbierchen und beobachteten die Leute, die dort zu Hauf am Hafen flanierten und ausgingen. Es waren schon so einige Leute dabei, die etwas kurios aussahen :p Aber verraten wir keinem.
Viel mehr gabs da auch nicht zu erzählen und so gibts nur eine handvoll Bilder, und zwar hier.

Bildergalerie
Und nun an dieser Stelle allen ein schönes Neues Jahr und viel Erfolg, Gesundheit und überhaupt 🙂
Wir werden jetzt an die Westküste von Auckland fahren.
Bis bald!








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