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Blubberblasen auf links gedreht…

Blubberblasen auf links gedreht…

Moin zusammen, ich wollte ja gestern eigentlich beide Tage in einem Beitrag zusammenfassen, aber gut. Die Zeit rannte dann doch schneller davon als gedacht und da merkt man auch, wenn man alleine unterwegs ist….alles muss man selber machen 😉

Tag 2 – Blubberblasen die keine sind…

Nachdem ich am Vorabend vergeblich versucht hatte mir Karten für den Holyrood Palace zu kaufen, buchte ich stattdessen eine Tour für die Scottish Whisky Experience im Zentrum von Edinburgh.

Nach dem Frühstück stiefelte ich also los und da war er wieder, der Berg…oder ein Berg oder auch einfach 100 Stufen. Meine Güte, erst steilen Berg hoch und dann die Treppen. Es war ausserdem schweinekalt, nasse Haare hatte ich ebenfalls, daher hatte ich schön ne Mütze auf. Ich kam im Whisky-Zentrum an und hätte eigentlich direkt einen vertragen können, nach den Mühen dort hinzukommen.

Wir warteten noch eine Weile bis alle Teilnehmer angekommen waren und dann hieß es, rein ins Getümmel oder auch, rein ins Whiskyfass. Das war nämlich nett gemacht, die Geschichte bzw. der Herstellungsprozess wurde während einer Fahrt im Whiskyfass erklärt. Schön gemütliche Fahrt und ich hatte zudem mein Fass für mich alleine 😉

Nach der Fahrt ging es dann in den ‚Schnüffelraum‘, denn wir bekamen eine Rubbelkarte, auf der die 5 verschiedenen Whisky Regionen abgebildet waren. Auf einer großen Leinwand wurden die Regionen vorgestellt, und wonach die einzelnen Regionen riechen bzw. der Whisky aus der Region. Also rubbelten alle fleißig auf ihren Karten und schnuppern dann die verschiedenen, ja wie heisst das Wort, Inhaltsstoff ist es ja nicht. Mir fällt es grad nicht ein, vielleicht komm ich noch drauf. Oder man nennt es Einflüsse?

Die Karte und dementsprechend auch die Regionen sehen übrigens so aus:

Die größte Region sind die Highlands, Speyside liegt mittendrin, und die kleinste ist Campbeltown. Ich werde die Rückseite der Karte auch nochmal fotografieren, dann sieht man auch, welche Gerüche mit welcher Region in Verbindung gebracht werden können.

Nach dem Schnuppern ging es zum Probieren, wobei ich eine Tour gebucht hatte die ’nur‘ eine Probe inkludierte. Wir konnten aus den 5 verschiedenen Regionen auswählen und zusätzlich gab es auch die Option für einen Blendet Scotch. Mit unserem Glas ging es dann in die aktuell größte Sammlung an schottischen Whiskys weltweit. Das sah auf jedenfalls beeindruckend aus, wobei man sagen muss, dass Spiegel und Licht ihr übriges Taten um dem Raum noch mehr Größe zu verleihen.

Im übrigen waren die ältesten Whiskys über 120 Jahre alt. Kam aber leider nicht dazu zu Fragen, ob man die auch noch trinken kann. Aber ich vermute fast nicht 🤣 aber, falls es nicht bekannt war, Whisky kann quasi ewig im Fass liegen und reifen, aber einmal in der Flasche, reift er nicht mehr. Und nicht vergessen, pro Jahr entweichen etwa 2% des Stöffchens.

Die Farbe und der Geschmack des Whiskys werden vor allen auch durch die Art des Fasses beeinflusst. Es gibt zum einen Bourbon-Fässer aus Amerika oder Sherry Fässer aus Spanien. In Sherry Fässern gelagerten Whisky ist in der Regel etwas süsslicher. Aber gut, ansonsten probiert es doch einfach mal aus. Ab und an gibt’s übrigens aus Portweinfässer.

Ich hatte mich für den Highlandswhisky entschieden. Speyside hatten wir schonmal einen zuhause, davon mal ab, dass wir ja in Schottland auch schon eine Tour gemacht hatten, und wenn ich mich recht erinnere war das eine Destillerie die zwischen den Highlands und Midlands auf der Grenze lag. Gebrannt wurde der Whisky in den Highlands, gelagert in den Midlands. Es kann aber auch andersherum gewesen sein. Da lohnt auf jedenfalls ein Blick in unsere Schottlandberichte oder, wenn es schnell gehen muss…hier.

Das Tröpfchen hat jedenfalls geschmeckt, auch wenn ich mich bei der Menge etwas benachteiligt gefühlt habe, aber wurscht. Darum ging es ja eigentlich auch nicht. Nach der Tour, die eben etwas anderes als in einer klassischen Destillerie war, ging es noch in den obligatorischen Shop. Bin aber ohne was zu kaufen rausgekommen. Wir haben aber unser Glas geschenkt bekommen, aus dem wir die Verkostung machten. Mal schauen ob das heile in Deutschland ankommt.

Nach dem guten Schlückchen ging es zum Holyrood Palace, ein noch immer von der Königsfamilie genutzter Palast, an dem aber derzeit einige Renovierungen vorgenommen werden. Die Ansicht von außen ist daher etwas beeinträchtigt. Dennoch hatte ich mit dem Wetter wieder Glück, da die Sonne immer wieder rausblinzelte. So ein Palast vor blauem Himmel ist schon was anderes als vor nem grauen. Also kaufte ich ein Ticket vor Ort, bekam einen Audio-Guide und schlenderte durch den Palast, der übrigens auch Sitz von Mary, Queen of Scots, oder auch Maria Stuart, genutzt wurde. Und Eifersuchtsdramen haben sich hier auch abgespielt. Der zweite Mann von Mary hat nämlich den Sekretär von Mary getötet. Also wirklich, nämlich weil er dachte, dass die beiden ein Verhältnis gehabt haben und Mary nicht von ihm, sondern vom Sekretär schwanger war. Naja, war nicht der Fall. Dumm nur, daß Mary eigentlich ja nicht nur Königin der Schotten war und zudem auch Queen Consort von Frankreich, eigentlich war ihr Hauptziel Königin aller Engländer zu sein. Doof nur, dass ihre Cousine Elizabeth I von England, bei der sie eigentlich Schutz gesucht hat, den Befehl gab sie köpfen zu lassen und so war es dann auch. Auch wenn sie selbst nie Königin von England, Schottland, Wales usw. war, ihre Blutlinie reicht bis in die heutige Königsfamilie. Wohl ein recht später Triumph, schliesslich wurde sie bereits 1587 geköpft. Wie auch immer, auch nach über 450 Jahren ist sie noch die berühmteste und bekannteste Schottin. Wer mehr erfahren will, Wiki hilft in jedem Fall weiter 😀

Zurück zum Palast, und der angrenzenden Abbey, die aber leider wegen Restauration geschlossen war und somit nur von Außen besichtigt werden konnte. Doch in den weitläufigen Park von Holyrood konnte man gehen, der insbesondere im Sommer genutzt wird um dort Gartenparties, inkl. Königsfamilie, zu veranstalten und zu speziellen Anlässen, wo irgendwelche Orden verliehen werden. Oft sind zu diesen Anlässen auch gern mal über 5000 Menschen in dem Garten. Na dann mal Slainte-va, prost 🍻, wie es bei den Schotten heisst – übrigens ähnlich wie bei den Iren.

Auf dem Weg nach draußen bzw nachdem ich wieder auf dem Vorplatz war, wollt ich nochmal nen Foto machen und? Ja, Kappe für mein Objektiv verbummelt. Also bin ich nochmal zurück zum Hinterausgang und die nette Dame ließ mich nochmal in den Garten laufen. Hab sie zum Glück schnell gesehen, nur stapfte da grad so ne Influenza-Tante rum und nur weil ich mich fast auf den Boden geschmissen habe bzw. schnell wie ein Wiesel bin, konnte ich meine Kappe vor ihrem ungelenken Stampfer retten.

Mit Kappe im Gepäck ging es dann noch ins Café, wo es einen Scone, einen Wrap und nen Kaffee gab. Gestärkt ging es dann zurück in die Stadt Richtung Greyfriars Bobby’s Grave, aber irgendwie bin ich etwas anders gelaufen als ursprünglich geplant, und so lief ich den wohl eher nicht touristischen Weg. Das gute daran? Da gab’s paar Graffiti, die man sonst wohl eher nicht sieht. Auf dem Friedhof liegt eben Bobby der Hund begraben.

Dummerweise habe ich die richtige Statue, an deren Nase man rubbeln soll, verpasst. Aber so ist das mit den Tomaten auf den Augen. Die Geschichte dahinter? Bobby war ein Hund, der nach dem Tod seines Herrchens, knapp 14 Jahre am Grab gewacht hat und zur Mittagszeit in ein nahe gelegenes Pub gegangen ist, um Futter zu bekommen. Er steht quasi als Symbol für unendliche Treue.

Da ein Friedhof eben nur ein Friedhof ist bin ich recht fix wieder gegangen. Allzu mal auch die Uhr wieder tickte und ich noch auf die Dachterrasse des Nationalmuseum wollte um heute einen etwas anderen Blick auf Edinburgh beim Sonnenuntergang zu haben. Da um kurz nach vier noch ziemlicher Trubel im Museum und am Eingang herrschte, hatte ich schon befürchtet, dass die Terrasse voll sein würde. Aber nein, lucky guy der ich bin, hatte ich Glück, es war schön leer und der Blick war auch super. Ich muss aber sagen, dass mir die Sicht vom Carlton Hill noch um einiges besser gefällt, wenn es dort nur leerer wäre. Von daher, wer es ruhiger mag….

Danach ging es zurück ins Zimmer, diesmal aber zu Fuß. Ich guckte auch noch kurz ins Pub, war aber voll. Irgendwann hatte ich dann aber doch Hunger, also zog ich nochmal los und wollte die Empfehlung meines Hausherren probieren. Doch da hatte ich schon auf dem Rück- und Hinweg gesehen, dass es voll voll war. Also drehte ich ein paar Runden um dann doch mal ins TukTuk reinzugehen. Und siehe da, nach kurzem Warten bekam ich einen Tisch. Es ist kein klassisches indisches Restaurant, sondern ein auf Street Food spezialisiertes Restaurant. Und was soll ich sagen, es fühlte sich teilweise auch echt an, als wenn man durch die Straßen Bombays läuft. Davon mal ab, dass ich da noch nie war, aber das Restaurant vermittelte ein bisschen den Eindruck. Das Essen gab es entsprechend auch in kleineren Portionen, so daß man, wie beim Mexikaner mehrere verschiedene Sachen ausprobieren kann.

Tat ich dann auch und ging satt und zufrieden wieder aufs Zimmer. Die restliche Abendgestaltung ging dann natürlich für den Blog drauf. Und nun aber fix zur Ausbeute des Tages…

Damit ich aber nicht so ins Hintertreffen gerate, mach ich gleich mal mit dem heutigen Tag weiter, zumal der recht schnell erzählt ist, glaube ich zumindest. Also los…

Tag 3 – der mit dem auf links drehen oder auch denken

Heute konnte ich etwas ausschlafen, denn Frühstück hatte ich erst um 9.15 Uhr und ich fleißige Hummel hatte gestern schon meine Tasche soweit fertig gepackt, dass ich das heute nicht mehr machen musste. Also gab’s wieder ein feines Frühstück, bevor ich gegen 11 Uhr auscheckte. Aber vielleicht noch eine kleine Anekdote zwischendurch…

Wenn man alleine sitz und futtert, kann man wunderbar den Gesprächen der anderen lauschen. Und so bekam ich mit, dass neben mir Holländer saßen, die sich über deutsche Touristen beschwerten, und mir gegenüber Hamburger saßen. Aber das ist weniger die Anekdote, vielmehr ging es um die Gastgeber. Den einen hatte ich ja bereits erwähnt, Ian. Ein Engländer, ein Grund, warum ich den im Gegensatz zu einem waschechten Schotten verstehen konnte. Der andere ist David, ein Spanier! Komischer Name für nen Spanier. Na jedenfalls hat David vorher ein B&B in der Nähe von Barcelona betrieben und Ian war dort wohl auch längere Zeit. Aber irgendwie wollten sie nach Großbritannien zurück, und so haben sich die Beiden gedacht, machen wir doch ein B&B in Edinburgh auf. Gesagt getan, nur so am Rande…Ian ist Betriebswirt, David Grundschullehrer und sie haben sich gedacht, sie wollen ihr Leben ändern. Ist dann wohl eine 180 Grad Wende.

Nagut, soviel dazu. Mein nächstes Ziel war der Flughafen. Eigentlich nicht so schwer, nur das Wetter war heute etwas wechselhaft, und ich wollte keine nassen Klamotten riskieren und überlegte, ob ich ein Taxi nehme. Aber als ich aus der Tür raus war, hatte sich der Regen gelegt, so dass ich mit Sack und Pack zur Bushaltestelle lief. Kurz vor der Haltestelle hat sich der Regen aber gedacht, du Früchten, dich krieg ich…aber ich war zum Glück schnell an der Haltestelle und konnte mich unters Dach stellen. Doof nur, es kam kein Bus und es war super voll am Haymarket. Konnte aber grad nicht verstehen wieso. Also sprach ich einen Ordner an, was mit dem Bus sein und er meinte, ich soll die Tram nehmen, die fährt auch bis zum Flughafen. Okay, kein Problem, Ticket gekauft und angestellt. Wieder doof: Alles volllllllll…bis ich irgendwann gerafft habe, das Rugby im Stadion anstand und gefühlt ganz Edinburgh das Spiel sehen wollte. Also wartete ich die dritte Tram ab, die im 2 Minuten Takt kamen und fuhr dann recht entspannt bis zum Flughafen. Dort angekommen hieß es nun, Auto einsammeln. Oh man, ich war echt aufgeregt, ob ich das alles hinbekomme. Davon mal ab, dass ich nen kostenloses Upgrade auf einen Mitsubishi Eclipse bekommen habe, hab ich den Typen, der mir das Auto gegeben hat so null verstanden. Ich meine, was um Himmels willen nuscheln die sich da zurecht?

Egal, nach 2458 Unterschriften saß ich im Auto und los ging es Richtung Rosselyn Chapel. Wenn nur diese komischen Straßenschilder und die nicht passenden Kreisverkehre nicht wären. Ich drehte also zwei extra Runden, um dann endlich den richtigen Weg zu finden. Und siehe da, hat ganz gut geklappt und war dann recht zügig an der Chapel, die wir beim letzten Schottlandbesuch auch besichtigt hatten. Wer hätte es gedacht, sie steht noch und viel hat sich nicht verändert. Selbst der Erklärbär in der Kirche war noch der selbe??!! Mehr Infos zur Rosslyn Chapel gibt es hier.

Nach einer kleinen Stärkung mit nem Scone und Kaffee ging es weiter Richtung, ja wohin eigentlich…irgendwie waren meine Sehenswürdigkeiten bereits zu, wenn ich ankommen würde. Nur bei der Melrose Abbey stand, dass sie noch offen wäre. Also fuhr ich dahin, doch letzter Zutritt war um 15:15 Uhr…ich war ne Stunde später da. Schade, weil es ein fantastisches Farbspiel am Himmel gab, vom Regenbogen mal abgesehen. So konnt ich nur ein paar Fotos durch den Zaun machen. Mal schauen, vielleicht versuche ich es morgen nochmal, wenn ich nach Carlisle fahre. Nach Melrose fuhr ich dann direkt in mein B&B und stiefelte gleich ins Restaurant. Der Ort hier ist ein kleines Nest, aber hier gibt es auch eine große Abbey, die Jedburgh Abbey. Die steht dann morgen als Erstes auf dem Plan.

Wie gedacht, eigentlich ist der Tag doch schnell erzählt. Werde nachher im Zimmer noch die Bilder von heute sichten und auswählen, dann geht der Eintrag heute noch online.

Und nochmal ich. Die Auswahl ist heute klein, aber auch nicht schlimm. Kann ja nicht immer volle Möhre was los sein.

Habt einen schönen Abend oder Morgen, je nachdem wann Ihr hier reinschneit.

Grüße aus Jedburgh (wird übrigens sehr ähnlich wie Edinburgh ausgesprochen)…und das muss ich mir von nem Engländer sagen lassen, also wirklich 🙂

PS: Rechtschreibfehler bitte ich ausnahmsweise zu ignorieren, habe das meiste heute auf dem Handy geschrieben…


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