Oh man, wo fang ich an? Also vorab – ich bin dann doch nach einem langen Tag der Anreise in Edinburgh angekommen. Die etwas schlechtere Nachricht: vollkommen nass (Kamera, Rucksack, große Reisetasche, meine Klamotten am Leib) – also eigentlich alles. Dabei hat es, als ich gelandet bin, gar nicht geregnet. Leider hat die Gepäckausgabe recht lange gedauert und die Schlange am Bus war auch zu lang um irgendwie trocken aus der Angelegenheit rauszukommen. Aber auch das wäre alles halb so wild gewesen, nur musste ich noch etwa 20 Minuten laufen und nunja, der Regen kam eigentlich von allen Seiten – Oben – Unten – Links – Rechts – egal, es war sehr viel Wasser und das haben auch die recht wasserfeste Jacke und die Schutzhüllen für Rucksack und Kamera nicht ausgehalten.
Doch fangen wir vorne an…Eigentlich war mein Flug geplant gegen Mittag, so dass ich nur einen kurzen Aufenthalt in Amsterdam gehabt hätte. Aber hätte hätte Fahrradkette 🙂 Mein Flug am Mittag wurde annulliert, so dass ich bereits um 9:45 losgeflogen bin und somit knapp 4 h Aufenthalt in Amsterdam hatte. Die Zeit muss man auch erstmal rumkriegen. Aber hat ja geklappt. Die Flüge an sich waren aber soweit fein und ich bin dann recht pünktlich gelandet, aber wie schon oben erwähnt, hat die Gepäckausgabe relativ lang gedauert. Wie schon beim letzten Mal habe ich mich dann in den recht günstigen Flughafenbus (inkl. Wlan) für knapp 6 € gesetzt und bin bis zum Haymarket gefahren und musste dann, wie schon gesagt, 20 Minuten laufen. Als ich aus dem Bus raus bin, war auch noch alles gut…kein Regen, alles etwas busy, aber soweit in Ordnung. Also schön losgelaufen und dann, bumsdibum, hat sich der Himmel aufgetan und es hat geschifft ohne Ende. Also wirklich, von allen Seiten, man konnte es wirklich sehen, wie der Regen mit einem peitschenden Wind auf die armen Hanseln zu Fuss oder zu Rad, inklusive mir, runterprasselte. Wobei prasseln auch irgendwie nicht das richtige Wort ist. Ich kann aber sagen, dass meine Haare trocken geblieben sind. Wie ich das gemacht habe, keine Ahnung 😀 Auf jeden fall bin ich gegen 18 Uhr am Guesthouse angekommen und wurde erstmal mit nem Cava (Spanischer Sekt) empfangen. Gut, mit nasser Büx rumsitzen kann man machen, muss man aber nicht. Ian (Hausherr Nummer 1) erklärte mir alles, z.B. welches Frühstück Sie machen, wo man Essen gehen kann, welche Pubs in der Nähe gut sind und überhaupt, wie man in die Stadt am besten läuft. Nach gefühlt 1h Plaudern (also er, nicht ich) bin ich dann aufs Zimmerchen. Es ist ein kleines Einzelzimmer und an meiner Tür steht der McLeod Clan, denn hier im Haus haben alle Zimmer einen Clan-Namen und sind mit dem entsprechenden Tartan ausgestattet. Das Motto des Clans: Hold fast – oder zu deutsch Bleibe standhaft.
Der Tartan sieht ungefähr so aus:


Kann man übrigens auch googeln und wer mehr über den Clan wissen will, der darf gerne hier mal reinschauen.
Soviel dazu. Mein Bad ist übrigens nicht im Zimmer, sondern einmal um die Ecke, hat bis jetzt aber nicht gestört, da das Haus bisher kaum gebucht war. Zum Wochenende (also quasi ab heute) jedoch ausgebucht. Mal gucken wen ich morgen alles so im Schlafanzug antreffe. Aber auch das ist ja grad gar nicht so wichtig. Wichtiger ist doch, dass ich dann ins Zimmer bin, erstmal die nassen Klamotten wechseln wollte und merkte, dass die Sachen in der Tasche auch einen abbekommen haben. Da zum Glück nicht alles nass war konnte ich mir noch ne andere Jeans, andere Socken, andere Schuhe und ne andere Jacke anziehen und stiefelte dann im TROCKENEN zum nächstgelegenen Pub, Bennets um genau zu sein, eine Empfehlung von Ian. Ein klassischer und recht altes Pub, wo ich mir ein Ale und gebackenen Blumenkohl gönnte. Für mehr hats den Abend nicht gereicht. Nach der kurzen Stipvisite ging es kaputt und alle ins Gästehaus zurück und direkt in die Falle.
Tag 1 – Regen? Welcher Regen?
Am nächsten Morgen war der Himmel strahlend blau und keine Wolke am Himmel zu sehen. Beim Frühstück studierte ich die verschiedenen Flyer, die rumlagen und konnt mich wiedermal nicht so recht entscheiden. Eigentlich wollte ich den Botanischen Garten besuchen, aber Ian merkte an, dass die Glashäuser derzeit nicht geöffnet sind. Nichts destotrotz empfahl er mir eine alternative Strecke zum Garten, durch das Dean Village, den ich dann auch nahm. Das Dean Villiage ist quasi ein Dorf in einem Tal gelegen, das gefühlt hinter Edinburgh liegt, aber irgendwie auch nicht. Mit einem großen Viadukt oberhalb, sieht man nochmal mehr, dass es sich um ein Tal handelt. Der Fluss, der sich durch das Dorf schlängelt, heißt Leith, wo es auch einen schönen Weg entlang geht, dummerweise bin ich irgendwie falsch abgebogen und stand dann auf der Brücke, statt drunter. Aber wenn man erstmal den Berg nach oben erklommen hat, läuft man ja auch nicht mehr runter um den dann nochmal hoch zulaufen. Ist klar, oder? Ich meine, ich wußte zu dem Zeitpunkt ja auch nicht, was mir dann abends oder eben auch heute bevorstand. Von daher war das ok, den Weg nicht nochmal zurückgelaufen zu sein. Vom Dean Village lief ich dann in eine kleine Straße, die etwas weg von den Tourismusströmen liegt. Klein aber fein, nur ein paar Influencer waren unterwegs und leider wars in der Gasse etwas dunkel. Aber das is irgendwie auch typisch für Edinburgh. Nachdem ich die kleine Gasse im neuer Teil der Stadt durchgeschlendert bin, machte ich mich auf den Weg zum National Museum of Scotland, denn auch dort gabs nen Geheimtip. Davon mal ab, dass der Eintritt frei ist, konnte man in dem alten Teil des Museums auch etwas Architektur anschauen. Das Gebäude ist ein alter viktorianischer Bau und sah so eben auch von Innen aus. Das Museum ist riesig und hier kann man eigentlich den ganzen Tag zubringen. Ich kürzte das bissl ab und fand den Weg auf die Dachterasse, von wo man einen tollen Blick über Edinburgh hat und insbesondere auch auf die Burg. Ich dreht ein paar Runden und macht mich dann, da die Zeit vorangerückt war, wieder auf den Weg, Endstation des Tages war nämlich Carlton Hill. Etwas oberhalb von Edinburgh gelegen findet sich dort u.a. das Dugald Stewart Monument, das Playfair Monument, das National Monument of Scotland und nicht zu guter Letzt das Nelson Monument. Doch deswegen war ich gar nicht da, sondern weil von dort der Sonnenuntergang spektakulär ist. Okay, und wenn der Berg nicht komplett bevölkert ist. Leider war es doch voller als ich erwartet habe, doch ich hab versucht, mir mein Plätzchen zu sichern, und nicht dauernd irgend einen Kopf im Bild zu haben. Das war nicht so einfach, wie gedacht, aber denke, hat ab und an ganz gut geklappt, selbst wenn ne Rübe drauf war, sieht man sie zumindest nicht:

Doch was soll ich sagen, nach einer halben Stunde bin ich dann wieder los gedüst Richtung Innenstadt, um den Weg zurück ins Gästehaus zu nehmen. Vorbei am Scott-Monument, das ich wieder nur im Dunkeln fotografieren konnte, aber sei es drum. Auf der anderen Seite jedoch gabs noch was zu erspähen. Nämlich ein Gebäude, das bunt angeleuchtet wurde, bzw. dessen Farbe wechselte. Also schlenderte ich noch in den Garten, der unterhalb des Monuments und der Burg (es ist ein riesiger Garten) verläuft, um mir eine Stelle zu suchen, damit ich die Kamera abstellen konnte. Ich war nämlich zu faul, dass Stativ aus dem Rucksack zu kramen. Also stellte ich mich in die Nähe eines Ordners, damit ich ja nicht die Schließung des Gartens verpasste. 17 Uhr is nämlich Zapfenstreich und alle werden aus dem Garten gelotst. Da der Park nicht beleuchtet ist, ist das wohl recht sinnvoll, zumal schon stockfinstere Nacht um 17 Uhr. Etwas weiter gelaufen fand ich nochmal einen Platz außerhalb des Gartens, wo ich die Kamera auch abstellen konnte und nicht befürchten musste, dass ich eingeschlossen werde. Das Ergebnis sieht dann etwas so aus 🙂



Jetzt war dann aber wirklich Schluss. Ich hatte noch etwa 25 Minuten Fußweg zurück, also dacht ich mir, ich nehm den Bus. Und mei, was ist das einfach hier. Keine Zonen, keine Automaten, nix. Ich hatte morgens noch Ian gefragt, ob man mit Karte im Bus zahlen kann. Geht! Und wie das geht. Es gibt ein sogenanntes TapTapCap Systems. Sprich, wenn man einsteigt und z.b. immer mit der selben Visa-Karte (Handy) zahlt, wird der Preis für den Tag gedeckelt auf 4,5 Pfund. Eine „Einfache“ Fahrt , egal wie weit, kostet knapp 2 Pfund. So, und nun kommt unser tolles deutsches System. Man braucht keine Haltstelle sagen, nix. Ich bin also rein, hab mit Handy gezahlt und abgebucht wurde es heute früh. Also einfacher geht es ja kaum. Angekommen im Gästehaus, hab ich meine Sachen abgelegt und bin mit dem Tablet nochmal in das Pub und habe bisschen Bilder sortiert, die ihr dann jetzt auch endlich anschauen könnt. Es ist wie immer nur eine „kleine“ Auswahl, aber nun, auf gehts hier lang zu den Bildern des Tages.
Der heutige Tag muss dann doch etwas warten – ist doch glatt schon halb 12 hier – also 0:30 Uhr bei Euch. Zeit fürs Bett, morgen muss ich fit sein, da heißt es dann Auto holen und konzentrieren, damit das mit dem Fahren auch klappt. Linke Seite und so.









Hinterlasse einen Kommentar