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Farbbomben im trüben Grau

Farbbomben im trüben Grau

Wir haben zwischenzeitlich sowohl Pembrokeshire verlassen, und auch Cardiff/Newport liegen hinter uns, da wir heute schon Samstag haben. Da wir aber gestern Abend nicht mehr geschrieben haben, gibts jetzt wieder eine kurze Zusammenfassung der letzten zwei Tage. Vielleich auch drei.

Fangen wir einfach mal an mit der Abfahrt von Pembrokeshire nach Newport. Wir waren ja in Kidwelly in einem Farm House B&B, wo wir am Vorabend relativ spät ankamen und uns unser Gastgeber auch damit begrüßte, dass wir nicht um im Obergeschoss unser Zimmer hätten, sondern noch zwei Deutsche da waren. Aber gut, die haben wir dann am nächsten Morgen beim Frühstück getroffen und uns, komisch, auf deutsch unterhalten. Sie machen eher eine Wandertour, wir sind ja eher die langsam Schlenderer und Gucker, als hier wirklich irgendwelche Berge zu besteigen. Aber psssst. Wir plauderten noch ein wenig über die jeweiligen Routen, die wir gemacht bzw. noch vor uns hatten und gingen dann getrennte Wege, wie so oft. Also machten wir uns auf den Weg Richtung Cardiff, bzw. Newport, wo wir unser Reihenhaus gebucht hatten. Vorher hatten wir aber noch, eigentlich, zwei Gärten auf dem Plan. Da unsere Gastfamilie aber meinte, dass der Aberglasny Garden der hüberschere, wenn auch kleinere sei, entschied ich, dass wir nur diesen Garten machen und nicht wir ursprünglich geplant, den Walisischen Botanischen Garten.

Also auf ging es nach Aberglasny, wo wir mal wieder eher zu den frühen Vögelchen gehörten, zumindest augenscheinlich, da im Garten fast niemand zu sehen war. Wir schlenderten vorbei an allen möglichen Blumen und Büschen, die in so knalligen Farben teilweise daher kam – einfach hübsch. Und ab und an war auch mal was komplett neues dabei oder mal wieder ne Lieblingsblume von mir. Doch mit der ruhigen Hand hab ich es nicht immer, dennoch, hier mal ein Schnappschüsse:

Nachdem wir sowohl die informellen als auch formellen Gärten durchforstet und besichtigt hatten, wollten wir noch einen Kaffee trinken. Und siehe da, auf einmal waren die ganzen Leute, die zumindest von den Autos her vor dem Garten standen, da. Denn die meisten hatten sich im Cafe versteckt, weil das Wetter eher grau war.

Im Garten an sich gab es noch einen Klostergarten, aber der war leider nur sehr förmlich angelegt, ohne Kräuter oder sowas. Und ein kleines Tropenhaus hab es auch noch, dass auf sehr alten Mauern saß, bzw. in dessen Glasfasade die alten Gemäuer integriert wurden. Das war ein sehr netter Kontrast mit den alten Mauern und den eher neumodischen Glasfasaden. Aber wichtiger waren wirklich die formellen, auch wenn das sehr streng klingt, und informellen Gäten, die wirklich in tollen Farben daherkamen. Vor allem lila ist eine der dominierenden Farben im Mai.

Übrigens gibt es an vielen Stellen in Wales den sogenannten No Mow May – auf gut deutsch: den nicht mähen Mai – so dass viele Flächen einfach Wildwuchs haben und somit die Tierwelt sich dort ordentlich austoben kann, bis der Sommer dann endgültig mit bunten Blumen ein neues Buffet für Insekten schafft.

Nach dem Garten ging es dann noch mal an die Küste, aber auch hier, trübes graues Wetter, vor allem aber war es sehr leer und recht kühl. Wir sind auf die Gower-Halbinsel gefahren, auch auf Empfehlung, doch so richtig gefallen hats uns nicht. Stefan hat bisschen gemosert, dass kaum Tiere (bis auf paar Vögel und Schafe) zu sehen waren. Ich hab gemosert, weils Wetter doof war und alles einfach matschig aussah. Aber wir hielten durch und liefen bis ans Ende der Klippen. Den Strandteil, den wir hinter uns ließen hieß übrigens: Rhossili bay Beach und die vorgelagerten Felsen, denen wir entgegen liefen, hießen Worms Head und Devils Bridge – also Wurmkopf und Teufelsbrücke.

Wenn nicht gerade Flut ist, dann kann man von der Klippe, an der wir dann stand, bis zur Teufelsbrücke vorlaufen. Aktuell war aber eine sicherer Überquerung bei Ebbe erst um 20 Uhr irgendwas möglich. Quasi dann, wenn es schon fast dunkel ist. Und zurück musst man dann ja auch noch, im ganz dunklen. Nene, das wäre mir nicht gewesen. Also gingen wir langsam wieder zurück, fanden noch ein paar Vögel, die wir nicht kannten und fuhren dann nach Newport, ohne noch groß was anderes zu machen.

Hier geht es dann auch zu den Bildern des Tages.

Gestern dann war ein recht fauler Tag. Wir sind relativ früh aufgestanden, um noch einen Parkplatz in Cardiff in der Nähe des Stadions zu finden. Nach etwas suchen und rumkurven haben wir einen Eventparkplatz gefunden, mit 15 Pfund sogar recht günstig, von wo aus es nur knappe 10 Minuten zum Stadion war und auch bis zur Burg nur ein kurzer Sprung. Da aber die Stadt voll mit Ed Sheeran Fans war, war die Stadt an sich recht gut gefüllt. Nicht überlaufen, aber gut gefüllt. Also entschieden wir uns gegen die Burg und für eine Rundfahrt mit dem Hop-on-Hop-Off Bus, die wir dann auch direkt antraten. Also fuhren wir knapp 1 1/2 h Runden, um dann noch eine extra Runde im Verwaltungsdistrikt zu drehen. Da schon die ersten sich zum Stadion aufmachten, liefen wir also mal wieder gegen den Strom. Aber wir näherten uns dann unserem Parkplatz, packten noch nicht benötigtes Zeug wieder ins Auto, gönnten uns ein Cider und gingen dann gemütlich los. Am Stadion angekommen wurden wir, auch wenn uns vorher knapp 100 mal gesagt wurde, wir sollen einen Ausweis dabei haben, aber niemand hat uns nach dem Ausweis gefragt.

Egal, als wir dann auf unseren Plätzen saßen konnte es endlich los gehen, doch ohweh…Meine Ohropax waren im Auto. Also liefen wir etwas planlos durch das Stadion auf der Suche nach solchen, doch nirgends war ein Automat zu finden. Also sprachen wir einen Ordner an, ob man die hier irgendwo kaufen könne, aber er nahm uns quasi mit und gab uns gleich mehrere, wohl selbstgeschnippelte, Ohropax und reichte uns eine Tüte, wo wir uns bedienen durften. Glücklich und zufrieden ging es dann wieder an unseren Platz und schwupps, saßen zwei Deutsche neben uns. Das ist schon irgendwie manchmal schräg, wie klein die Welt ist. Da geht man in ein Stadion, in einem anderen Land, mit 73000 anderen Menschen, die eigentlich Waliser oder Engländer oder sowas sein sollten, und uns trifft der Blitz und wir sitzen neben Deutschen. Komische Zufälle.

Die Show an sich, also allein von Ed, ging fast 2 h und es ist schon erstaunlich, wie so ein kleiner Mann auf einer riesen Bühne, ALLEINE, fast 75.000 Menschen unterhalten kann. Es hat auf jedenfall Spaß gemacht und auch vom Sound her war es diesmal viel besser als in Berlin. Aber die Menschen auf einer Tribüne in Gang zu bekommen, ist auch in Großbritannien kein Selbstläufer. Am Ende aber standen dann aber auch alle auf den Rängen, Tribünen und überhaupt und tanzten und sangen mit. Mit einem Piff Paff Puff Knall Peng Feuerwerk war dann aber auch dieses Konzert zu Ende.

Kleiner Wehrmutstropfen: Wie schon damals in Irland hatten wir wieder das Gefühl, dass die Planung die Leute aus dem Stadion und aus der Stadt zu bekommen nicht so richtig hinhaut. Denn nicht nur, dass sie fast alle Ausgänge gesperrt hatten und quasi 35 tausend Leute aus einer Seite raus mussten, auch auf der Straße wurden wir erstmal mit dem gesamten Pulk in die falsche Richtung geleitet, aber dann fanden wir doch recht fix wieder zum Auto. Schlimmer war dann nur, von diesem Parkplatz zu kommen. Achhhhhhhh, also manchmal denkt man sich auch, die sind alle bissi zu doof. Aber ok, gegen Mitternacht waren wir wieder in unserer Unterkunft und konnten dann glücklich und zufrieden ins Bettchen fallen 🙂

Ein toller Abend und toller Tag. Und entsprechend hier noch die Bilder des Tages.

Und nun geht es noch in die letzten zwei Tage, wobei wir heute schon ein kleines Mißgeschick erlebt haben, aber dazu morgen mehr 🙂 Vorab: Es ist gut gegangen.


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