Guten Abend/Morgen,
wir sind grade noch von einer Sonnenuntergangsfotosession am Strand zurück, sitzen in unserem Zimmer in einem kleinen Innenbalkon, da fällt mir grad das richtige Wort nicht ein, und schauen bei einem Feierabendbierchen und dem letzten Tageslicht aufs Meer. Ganz toll: Der Satz ist so verschachtelt wie als wäre er von einem Anwalt geschrieben, aber das nur nebenbei…
Eigentlich sollte dieser Eintrag gar nicht so lang werden, da der heutige Tag wirklich sehr verregnet war und ich mich einmal mehr geärgert habe, dass ich meine Kapuze vergessen habe. Aber nungut, kann ich grad nicht ändern und eigentlich wollte ich ja auch über den gestrigen Tag schreiben.
Fangen wir also an…beim Frühstück. Der frühe Vogel fängt ja bekanntlich den Wurm, Deshalb sind wir schon recht früh aufgestanden und ins Dorf gefahren, um frühstücken zu gehen. Wir sind in einem kleinen Kaffee gelandet, haben eine kleine Variante eines englischen Frühstücks gehabt und sind dann aber relativ schnell geflüchtet, weil in der Küche sehr viel Speck gebraten wurde und wir den Duft auch so schon lang genug in der Nase hatten am Rest des Tages. So hieß es ab ins Auto und zur ersten Zwischenstation, einer kleinen Wanderung zu einem Aussichtspunkt, um die große Brücke Ponte Britannie (über die Menai Straße) besser sehen zu können. Nachdem wir ein bisschen Berg ab gewandert sind, haben wir aber entschlossen, dass die Brücke dann doch nicht so steil aussieht, haben ein fixes Foto gemacht und sind zu unserem nächsten Halt weitergefahren.
Wie schon in der Überschrift angedeutet, standen viele Burgen auf dem Plan die erste hieß Penrhyn Castle. Und da wir ja die frühen Vögel sind, haben wir es recht gut hinbekommen, mit zu den Ersten zu gehören und einen Parkplatz recht nah am Eingang zu ergattern. Und da gewannen wir auch gleich einen kleinen Freund, nämlich dieses süße Kerlchen (vielleicht auch Mädchen) der uns so nah kam und null Scheu hatte, so dass wir ganz in Ruhe Fotos machen konnten.

Es hatte sich jedenfalls ordentlich zum Posen hingestellt. Da wir hier sehr viele Rotkehlchen gesehen haben, vermuten wir ja, dass die Rotkehlchen hier unsere Spatzen daheim sind, wobei so nah war mir ein Spatz auch noch nicht.
Aber nun wollen wir doch lieber mal Richtung Eingang gehen und uns diese monströse Burg anschauen. Dummerweise oder doch zum Glück, sind wir wieder mal falsch abgebogen und zuerst in einem Seitenflügel der Burg gelandet (mit einer hübschen Ausstellung von historischen Eisenbahnen), um uns dann doch direkt in den Garten durchzuschlagen. Dieser war mal ein bisschen was anderes als die Letzen, da er zum einen durch eine Hecke sozusagen eingezäunt war und eine recht große Fläche als Feuchtgebiet angelegt war mit Blumen, die Blätter hatten, die bis zu 3m breit werden können. Nach etwas schlendern und Quatsch machen im Fuchsientunnel, sind wir wieder zurück zur Burg und suchten erstmal den Haupteingang. Aber irgendwie, naja, wir haben uns irgendwie von hinten in die Räume geschlichen, die man besichtigen konnte und wunderten uns am Anfang noch, dass uns die Leute entgegen kamen – bis uns einer der Museumsmitarbeiter in die richtige Bahn lenkte. Neben tollen Steinmetzarbeiten, zum Beispiel die Prachttreppe, deren Bau 10 Jahre gebraucht hatte, standen wir noch in einem riesigen Saal, der an der Decke echt toll verziert war. Dann ging es noch durch die Schlafgemächer und die viktorianische Küche bevor wir wieder zurück zum Auto schlenderten. Noch als kurze Nebeninfo: Eigentlich ist Penrhyn Castle keine Burg, sondern eher ein Landschloss im Stil einer normannischen Burg. Es ist außerdem das zweitgrößte Schlossgebäude nach Windsor Castle auf den Britischen Inseln. Die Grundfläche des Gebäudes ist übrigens knapp 4 Hektar groß. Verlaufen ist also kein Problem und bei schlechter bis keiner Beschreibung/Wegweisern schonmal gar nicht.

Als nächstes stand mal eine etwas andere Burg auf dem Plan, nämlich Beaumaris Castle – eine Burgruine, die zum einen nie ganz fertig gestellt wurde, zum anderen aber auch als Wasserburg konstruiert wurde. Leider gab es auch hier nur wenig Hinweisschilder wo wie wann man auf welchem Weg irgendwo hinkommt, aber wir schlugen uns durch einige enge Treppenaufgänge und durch die Innere Burganlage, sowie durch durch den Ring zwischen Außenmauer und Kernburg. Vieles war zwar noch intakt, aber so richtig warm wurden wir mit Beaumaris Castle nicht.
Da wir nun schon auf dem einen Eck von Angelsey waren, entschlossen wir uns noch ein Stückel weiter zu fahren, zum Penmon Point und dem dazugehörigem Leuchtturm. Doch vorher hieß es erstmal einen Kaffee und ein Stück Kuchen im Pilothouse Cafe zu trinken und zu essen. Das Wetter hielt, also konnten wir auch draußen sitzen und gemütlich unseren Kaffee schlürfen, um dann die paar Schritte über den Steinstrand ans Wasser zu laufen und den Leuchtturm (der nicht zu übersehen war) auf einem Foto einzufangen. Da man hier aber nicht so richtig spazieren konnte und hier auch zu viele Leute waren, sprangen wir flux ins Auto und düsten zurück am Wasser entlang Richtung Caernarfon Castle.
Und da hier ja alles um 17 Uhr zu macht, mussten wir uns mal wieder sputen, damit wir noch was von der Burg sehen konnte. Um 16.15 kauften wir dann noch Tickets – auch wenn die Besucher sonst wohl um die 1,5 h die Burg besuchten. Ach und was soll ich sagen? Verlaufen? Hier schonmal gar kein Problem!!! Zwar waren die Eingänge beschriftet, im Sinne von: Hier nur hoch, aber das war es dann auch schon. Die verschiedenen Ebenen und Verbindungen, also ehrlich….aber, wir haben irgendwann beim Glockenschlag der Burgwächter, dann doch wieder rausgefunden.

Und noch besser, das Wetter hatte sich so schön aufgeklart und die Sonne blitze schön vom Himmel, daher beschlossen wir, uns noch einen weiteren Leuchtturm anzusehen. Eigentlich wollten wir zu Goleudy Tŵr Mawr, doch da wir für den Sonnenuntergang zu früh waren und noch hätten 3 h warten müssen, sind wir nach Holyhead bzw. Nach South Stack und dem Leuchtturm Goleudy Ynys Lawdzu gefahren. Und was soll ich sagen: sehr gut Entscheidung.
Zwar pustete es hier verdammt noch mal so richtig, wir konnten aber auch einiges an Vögeln beobachten – zwar keine Puffins, dafür aber Tordalken und Trottellummen. Und die nutzten den Wind mal so richtig und rauschten nur so an uns vorbei, da hats nicht geklappt mit einem Bild, nur per Video war es möglich, die überhaupt einzufangen. Okay, an der Steilwand konnte man auch gut gucken, da sie dort ihre Nistplätze hatten. Dort, wo der Leuchtturm (der nicht aufhatte) drauf steht, war die gesamte Westseite der Halbinsel mit den Vögeln besiedelt. Wir konnten zwar ein ordentliches Stück runter gehen, doch auf der Hälfte war der Weg abgesperrt. Von dort haben wir gefühlt eine Stunde den Vögeln beim Anflug an die Steilwand zugeschaut. Dazwischen mischten sich immer auch einige Möwen und vermutlich Sturmvögel, aber das konnten wir nicht so recht rausbekommen.
Leider zogen dann doch ordentlich Wolken auf, so dass es mit dem Sonnenuntergang weder hier noch am ursprünglich angedachten Platz geklappt hätte, also fuhren wir zurück zum Hotel – aber nicht ohne vorher noch bei einem klassischen Fish&Chips laden anzuhalten. Kurz vor Feierabend wollten wir dann also wirklich noch Fish&Chips, aber anscheinend war gestern Fischtag, so dass nur noch ein!!!! Fisch da war, aber ehrlich gesagt hätte der locker für uns beide gereicht. Daher legen wir den Mantel des Schweigens über den restlichen Kram den wir noch bestellt hatten. 😏

Die Bilder findet ihr wie immer hier.
Soviel zu gestern – was wir gestern an Strecke gemacht haben, war heute eher naja… Dafür gab es heute ein etwas anderes Frühstück im Green Olive, nämlich ein rein veganes. Wer hätte das gedacht? Wir waren heute die ersten Besucher kurz nach 9, doch ruck zuck war das kleine Restaurant voll. Das Frühstück war sehr gut und selbst Stefan verlor dadurch seine Skepsis gegenüber einem veganen Frühstück 😂

Im Regen ging es dann weiter, Unser heutiges Ziel: Aberystwyth. Und getreu dem Motto „der Weg ist das Ziel“ starteten wir guten Mutes als erstes Richtung Trefor Beach. Doch das was wir eigentlich sehen wollten – einzelne Felsen, die aus dem Meer ragen – waren heute irgendwie unerreichbar… – ich sag nur Regen, keine Kapuze und überhaupt. Also, nicht verzagen, weiter ging es über Stock und Stein, durch Regen und über enge Straßen in das viel gelobte Portmeirion, das uns unter anderem auch von Einheimischen empfohlen wurde. Vorab, es war zum Glück ob des Wetters nicht so voll, Dennoch habe ich den Sinn dieses künstlichen Dorfes nicht so recht verstanden, aber sei es drum. Das Dorf wurde von etwa 1925-1975 im Stil eines italienischem Dorf nachempfunden und gebaut und liegt am Wasser. Neben viele Cafés, einem Hotel und echt nicht in die Landschaft passende Gebäude, gab es auch Kunsthandel, Eisdielen und sicher vieles mehr. Zum Glück hatte der Regen während unseres Aufenthalts aufgehört und fing auch erst wieder an, als wir im Auto saßen.
Um das ganze etwas abzukürzen, auf dem Weg zu unserem heutigen Endziel fuhren wir noch an einer Burg vorbei, die wir aber auch auf Grund des Regens nur aus dem Auto fotografierten. Am Abend haben wir dann noch den Strand am Hotel etwas unsicher gemacht, einmal mit Drohne und einmal zum Sonnenuntergang. Also ein schönes Abschluss für einen eher trüben Urlaubstag. aber auch das muss es ja eben geben. Von daher sind wir nicht traurig, sondern erfreuen uns vor allem an den Bildern vom heutigen Abend 😊

Alle weiteren Bilder des abends und des Tages findet ihr hier









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