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Drachen und Trolle

Drachen und Trolle

Für den heutigen Tag hatten wir bei Tröll.is eine Tour mit einem Superjeep gebucht – Yipppiiee – und wollten zu einer Eishöhle die den netten Namen Dragon Glass Katla Ice Cave hatte. Doch bevor wir zu unserem Treffpunkt fuhren, hielten wir nochmal beim Skool Beans Bus und holten uns einen Kaffee.

An unserem Treffpunkt angekommen stiegen wir zusammen mit einer 5-köpfigen-Familie in dieses monströse Auto und fuhren etwa 45 Minuten über Stock und Stein zum Myrdaljökull bzw. zum Katlajökull, der Gletscherarm wo wir die Höhle vorfanden.

Mit Spikes unter den Schuhen und Helmen auf dem Kopf stapften wir eine kleine Strecke und standen vor einer knapp 30 Meter hohen Höhle aus Eis, blau, weiß, schwarz und schimmernd durch die Sonne, die wieder wie verrückt vom Himmel schien. Unser Guide erklärte uns, dass um 1920 der Katla das letzte Mal ordentlich gerumpelt hat und bis zur Küste alles Land mit Asche überdeckt hat, was auch die ganzen Felder, die wir am Vortag sahen, in karge Landschaft verwandelt hatte. Er erklärte auch, dass, wenn der Katla nochmal ausbricht, es passieren kann, dass die komplette Eiskappe des Myrdaljökull (immerhin 700m stark), der die Caldera bedeckt, schmelzen könnte und es eine Flutwelle geben kann, die die vorgelagerte, nicht unbedingt kleinen Berge, einfach wegspülen würde. In knapp 1000 Jahren ist der Katla 20 mal ausgebrochen, also alle 50 Jahre einmal….langsam wird es wohl Zeit. Die Eruption kann etwa 200 mal so groß werden, wie vom Eyjafjallajökull, der ja 2010 ausgebrochen war. Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Caldera des Katla immerhin 100km² einnimmt, aber das hatte ich ja schon geschrieben. Die Höhle an sich hat nur eine recht kurze Lebensdauer in der Form, wie wir sie jetzt gesehen haben. Mehre Hundert Jahre schmelzen einfach weg und wenn es dumm läuft, ist die Eishöhle im Sommer schon Geschichte. Doch das war so beeindruckend, von der Höhe, den Farben und den Formen. So toll.

Unser Guide trieb uns nicht durch, also konnten wir in Ruhe alles betatschen, das Schmelzwasser probieren und Fotos machen bis zum Umfallen. Einfach toll! Als wir dann alles erkundet hatten, ging es wieder in den Super-Jeep und zurück zur Basis. Diesmal aber einen etwas anderen Weg, der noch mit einiges Mehr an Schnee bedeckt war, jedoch sehr sulzig. An einem Berghang versuchten wir 6 Mal hoch zu kommen, aber nichts half.

Weder Ablassen vom Druck der Reifen, noch mit ordentlichen Gas. Also suchte unser Fahrer einen anderen Weg und dann ging es auf Anhieb über das ewig lange Lavafeld, das noch zum Großteil mit Schnee bedeckt war. Doch lange kann es nicht mehr dauern, bis auch hier der Schnee wieder komplett weg ist.

An unserer Basis wieder angekommen, kehrten wir noch in die Soup Company ein, die Jungs aßen Lava-Suppe, Lammsuppe und noch irgendwelche Suppen, Stephie probierte die ThaiSuppe mit ihrem „Lieblingsgemüse“ Sellerie und ich aß Nachos, die sch*** scharf und mit Paprika übersät waren. Alles in allem okay, aber nicht weltbewegend. Mit der Stärkung im Bauch ging es noch an den Schwarzen Strand mit den Basaltsäulen und -höhlen am Reynisdrangar, wo auch die Basalthöhle Hálsanefshellir liegt. Wie immer, der mitunter gefährlichste Strand mit den unberechenbaren Wellen war vergleichsweise leer, doch das Meer störte das natürlich nicht und drückte die Wellen mit aller Macht an den Strand.

Nach ein paar Fotos düsten wir dann weiter zu unserem Tagesabschluss nach Dyrhólaey. Am Parkplatz angekommen war noch alles ruhig, doch sobald man auf den Leuchtturm zuläuft haut einen der Wind fast komplett um. Er blies so stark und machte uns nicht nur kalte Ohren. Doch wir stellten uns gegen den Wind und genossen die Aussicht auf den „Vogelberg“, wo neben Möwen auch Lummen brüten. Leider haben wir keine Papageientaucher gesehen, aber vermutlich sind wir dafür einfach noch ein bisschen zu früh dran. Vom Seitenweg aus konnten wir gen Westen meilenweit über den schwarzen Strand schauen, gen Osten ragten die Basaltsäulen des Reynisdrangar aus dem Meer. Der kräftige Wind, wenn man den noch als kräftig bezeichnen kann, veranlasste die Möwen dazu, waghalsige Manöver zu fliegen. Das sah teilweise echt lustig aus, doch die Möwen hatten auch einige Probleme am Felsen zu landen ohne vom Wind direkt an die Wand geklatscht zu werden.

Wir verfolgten an einer kleineren, fast windstillen, Stelle die Flugshow der Möwen und machten uns dann durchgeschüttelt und durchgefroren auf den Weg zurück zum Haus.

Und nun sitzen wir hier, die einen daddeln, machen Pläne für morgen und ich schreib die Zeilen hier. Dumm nur, dass ich knapp 700 Bilder noch fix durchschauen muss, damit hier ein paar Bilder Platz bekommen. Also werde ich mich mal daran machen ein paar Schätzchen rauszusuchen.

Die Bilder des mittlerweile gestrigen Tages findet ihr hier.


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