Heute stand Regen auf dem Plan – doof, doch wir machten uns dennoch auf den Weg, auch wenn unser anvisiertes Ziel für heute eigentlich für schönes Wetter gedacht war. Doch bereits als wir aufstanden, konnten wir die umliegenden Berge um das Haus wieder nicht sehen, so das klar war, dass wir heute wohl einen wettertechnisch nicht so tollen Tag haben würden.
Aber wie schon gesagt, machten wir uns dennoch auf den Weg. Einen kurzen Zwischenstopp legten wir in Hvolsvöllur ein, um zu tanken und noch ein Brot zu kaufen. Danach ging es noch ein Stückchen auf der Ringstraße 1 weiter gen West, bevor wir auf eine Nebenstraße abbogen, die am Anfang noch halbwegs normal zu befahren war doch relativ schnell sich in eine Buckelpiste verwandelte und das sollte uns am heutigen Tag doch noch einige Kilometer beibehalten. Unser erstes Ziel sollte eigentlich ein Zufallsfund sein, doch die Nebenstraße, die von der Nebenstraße abging, war im Endeffekt nur Wasser-/Schneematsch, wo wir nicht richtig erkennen konnten, wie tief das ganze war und entschlossen uns dann doch, unser eigentliches Ziel von heute anzusteuern. Doch das war gar nicht so einfach wie gedacht. Nicht nur dass die Buckelpiste die ein oder andere Überraschung bereit hielt, auch das Wetter war, wie bereits erwähnt, heute ein echter Spielverderber. Selbst die Hekla (der Vulkan) versteckte sich diesmal unter einer fetten Wolkendecke und das sollte sich heute auch nicht mehr ändern. Schade eigentlich.
Nachdem wir wieder auf eine etwas mehr an eine Hauptstraße erinnernde Straße bogen, folgte schon bald die nächste Herrausforderung. Der Weg zum Parkplatz um den Haifoss zu sehen. Ein dickes gelbrotes Schild an der Straßeneinfahrt signalisierte: Hier ist kein Durchkommen – naja, so quasi, Schilder sind für Anfänger. Also steuerten wir schnurstracks auf eine ordentliche Pfütze – oder war es schon ein Bachlauf? – zu, und testeten, was unser Vehikel denn auf seine alten Tage noch so drauf hat. Nach zwei weiteren ordentlichen Bächen und Miniseen hatten wir zumindest diesen Teil schon gut gemeistert. Der Rest war quasi Kinderkacke, da nur noch Schlaglöcher den Weg säumten, aber keine großen undurchsichtigen Wasserlachen mehr. Oben angekommen standen wir auf einem menschenverlassenen Parkplatz, was uns aber bei dem Wetter auch null wunderte. Nicht nur Regen peitschte uns ins Gesicht, nein, auch der Wind zerrte ordentlich an uns. Also kämpften wir uns gegen Regen, Wind und Wolken den ungemütlichen, matschigen Weg nach vorne, um einen Blick auf den Haifoss und den Granni (also die Oma :)) zu werfen. Und wir wurden durchaus belohnt.
Der Haifoss stürzt sich über 120m in die Tiefe und ist damit der dritthöchste Wasserfall Islands. Gespeist wird der Wasserfall von einem Nebenfluss des Þjórsá, dem Fossá í Þjórsárdal. Pjorsa ist der längste Fluss Islands. Quasi direkt daneben liegt der Granni, nur unwesentlich flacher, denn dieser Wasserfall hat eine Höhe von knapp 101 m. Granni heißt auf isländisch übrigens Nachbar, was ja recht passend ist. Auch dieser Wasserfällt „entspringt“ dem bereits geannten Nebenfluss, der sich etwas einen Kilometer vorher in zwei Arme aufteilt und so die beiden Wasserfälle formt. Im Canyon selber waren noch weitere Wasserläufe zu sehen, jedoch haben wir dazu keine weiteren Informationen gefunden.
Nachdem wir nicht nur von oben nass gemacht wurden, sondern auch die umherfliegende Gischt und ordentlich nass machte, bahnten wir uns einen Weg zurück zum Auto um noch einen Abstecher zum Hjálparfoss, wo auf einmal neben uns viele andere Touris oder Tagesausflügler auftauchten. Da auch hier, unweit entfernt vom Haifoss, das Wetter leider sehr bescheiden war, entschieden wir, uns auf den Weg nach Selfoss zu machen, um dort vergleichsweise früh uns ein Abendessen zu gönnen. Das taten wir dann auch, nachdem wir einen kleineren Wasserfall, bei dem wir hätten wandern müssen, direkt liegen ließen.
Gut gestärkt sind wir nun zurück in der Hütte, wo es nun heißt, langsam Abschied zu nehmen. Denn morgen geht es nach Reykjavik – vorher wollen wir uns aber noch den Golden Circle mit dem Gullfoss und dem Geysir zu Gemüte führen.
Mal schauen ob wir auch den Urridafoss noch schaffen, der auf dem Weg liegt. Denn der ist der wasserreichste Wasserfall Islands 🙂 Hauptverantwortlich dafür ist natürlich Þjórsá 🙂
Schauen wir mal, das wir morgen besseres Wetter haben.
Hier die Bilder des nasskalten, verregneten und stürmischen Tages.









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