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Nasenbohrer und Schneegestöber

Nasenbohrer und Schneegestöber

Halló frá Íslandi – Ja genau, hallöle aus Island. Und ja, wir sind während unserer ersten und irgendwann hoffentlich bald letzten Pandemie geflüchtet. Auf die Insel im Norden und mal ehrlich, wer hätte gedacht, dass wir innerhalb von 2 Jahren wieder hier landen?

Doch der Reihe nach…Nachdem reisen in Deutschland irgendwie nicht möglich ist, haben wir uns gedacht, dass wir uns doch nochmal weg wagen. Da Island von der Inzidenz recht niedrig ist bzw. war, entschlossen wir uns, ab auf die Insel zu fliegen. Vorab muss aber auch gesagt werden, dass Island recht strikte Einreisebeschränkungen hat. So wird neben einem PCR-Test vor Abflug (der natürlich negativ sein muss), ein erster Test bei Einreise gemacht.

So haben wir bereits in Deutschland einen PCR-Test in einem Schnelltestzentrum gemacht und die nötigen Unterlagen in englischer Sprache per Mail bekommen, so dass wir diese bei der Einreise vorzeigen konnten. Gesucht hatten wir uns außerdem einen Flug von Frankfurt, da wir so einen Direktflug suchen konnten und nicht noch andere Länder (in der Regel Dänemark) als Transitland beachten mussten. In Island selbst mussten wir entsprechend eine Unterkunft suchen, die für Quarantäne geeignet ist. Dazu hat das Tourismuszentrum eine Liste mit vielen Unterkünften bereit gestellt. Wir hatten aber durch Zufall bereits auf Airbnb eine Unterkunft im Süden Islands (quasi direkt gegenüber der Westmännerinseln) gefunden, die ebenfalls für die 5-6 Tage Quarantäne geeignet ist.

Nun denn, so sind wir also gestern früh um knapp 6.30 Uhr abgeholt worden und mit dem Auto nach Frankfurt gefahren, um dort natürlich unser Gepäck aufzugeben und unseren Flieger aufzusuchen. Zwar waren am Flughafen alle mit Maske unterwegs, dennoch fand ich es etwas dürftig, dass kaum Desinfektionsspender dort angebracht waren. Aber nungut. Unser Flieger wurde zudem noch vergrößert und so flogen wir mit knapp 230 Leute gen Norden. Dort gelandet mußten wir also unseren ersten Test in Island machen, was wir auch erfolgreich hinter uns gebracht haben. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass Daniel dabei ganz tapfer war! Danach holten wir unser Auto von der Autovermietung ab und sind direkt in unsere Quarantäne-Unterkunft gereist. Ok, mit kleinem Schlenker vorbei am derzeit brodelnden Vulkan, wo man die leichten Rauchwolken schon direkt hinter dem Flughafen sehen konnte. Die Straße vor dem Wanderweg zum Vulkan war halbseitig gesperrt (ja, warum auch nicht einfach mal ne Straßensperre einrichten) und wir fuhren vorbei an einer sehr sehr langen Schlange von Autos. Mit ordentlichen Seitenwind, Schnee, mittelmäßig Sicht und überhaupt, kamen wir am frühen Abend in unserer Unterkunft an. Bereits im Vorfeld haben wir unserem Vermieter eine Liste geschickt, auf der wir unsere Lebensmittel für die nächsten 5 Tage notiert haben, die wir in der Quarantäne verbringen müssen. Sprich, als wir gestern in der Unterkunft ankamen, waren die Lebensmittel bereits da.

Da so ein Tag aber auch ordentlich schlaucht, sind wir vergleichsweise früh ins Bett. Nicht zu vergessen, hier sind wir außerdem eine Stunde vor Deutschland, also wars für deutsche Verhältnisse schon wieder spät :p

Und dann kam der nächste Morgen – Blindflug, denn außer Sturm und Schnee und Schneesturm der mächtig am Haus rüttelte, nicht zu vergessen die Schweinekälte, gab es nichts zu tun. Davon mal ab, können wir uns ja so oder so nur um das Haus herum bewegen. Aber wir waren geduldig, denn das Wetter sollte besser werden, so dass wir zumindest eine Runde um den „Block“ gehen konnten. Gegen Nachmittag geschah es dann wirklich, dass ein blauer Fleck am Himmel sichtbar wurde. Der Wind tat sein übriges und blies alle Wolken im Nu weg. Sprich, wir konnten uns dick einpacken und losmarschieren, was wir dann auch taten.

Die Sonne lachte vom strahlend blauen Himmel und so machten wir uns auf den Weg Richtung zu den Westmännerinseln (Vestmannaeyjar) die quasi direkt vor der Tür liegen. Davon mal ab, dass unser Häuschen mitten im Nirgendwo unterhalb des Eyjafjallajökull (ihr wisst schon, der Vulkan, der vor etwa 10 Jahren ausbrach und den gesamten Flugverkehr in Europa lahm legte) liegt.

Erst sind wir noch brav auf dem Weg gelaufen, der hinter unserem Haus Richtung Küste führt, bis wir auf einen Wasserarm gestoßen sind, der am Gletscher Myrdalsjökull entspringt und sich zum Meer windet. Da wir dort nicht drüber konnten aber irgendwie weiter Richtung Meer wollten, liefen wir einen kleinen Bogen, doch immer kam uns irgendwie Wasser dazwischen, so dass wir einen großen Bogen zurück Richtung Haus liefen.

Zwischendurch gabs auch bissl Spaß:

Stefan beim Sprung in den weichen Schnee
Der Versuch gemeinschaftlich zu hüpfen…naja, hat wohl nicht so geklappt 🙂

Und da sah Daniel dann eine Horde von Pferden, die auf unserer Zufahrtsstraße standen. Erst recht nah, liefen sie dann aber von uns weg, doch wir folgten den kleinen Rackern und konnten die wilden Bestien tatsächlich auch streicheln. Es war alles vertreten: Der Punker, der Hippie, die weiße Schönheit und der Oberboss, der ab und an mal eins der anderen Pferde von der Futtersuche wegschubste.

Aber hier mal der Hippie mit Rastzöpfen:

Der Hippie inklusive Rastazöpfe

Mit einer ordentlichen Portion Respekt pirschten wir uns an den Jungs und Mädels ran. Nach a bissl tätscheln und beobachten gingen wir langsam Richtung Haus zurück, wo Daniel schon brav den Kaffee gekocht hatte und wir uns nach einem knapp 4,5km Marsch auch den Kuchen schmecken lassen konnten.

Jetzt ist es hier schon 22 Uhr und wir konnten einen fantastischen Sonnenuntergang durch die großen Fenster anschauen. Nun warten wir noch gespannt, ob wir die Chance auf ein paar Nordlichter haben, da wir noch immer klaren Himmel haben. Wenn es nur nicht so bitter bitter kalt wäre. Im Leben hab ich nicht daran gedacht nochmal Schnee zu kriegen, zumal die Wetteraussichten eher nicht nach Schnee aussahen, aber nun haben wir eisige Nächte vor uns mit einer durchaus steifen Brise. Schauen wir mal, ob wir heute noch ein paar Tänzer am Himmel sehen werden.

Nun aber erstmal ein paar Eindrücke von heute…Viel Spaß damit.


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Eine Antwort zu „Nasenbohrer und Schneegestöber”.

  1. Avatar von MoKl's
    MoKl’s

    Hallo Winter-Urlauber,
    die Arschbombe in die Schneewehe war soweit nicht schlecht aber die Haltung hätte deutlich besser sein können. Okay,so einen Winter hattet ihr nicht erwartet, aber für uns in der warmen Stube sieht das doch sehr schön aus. Die Pferdchen sind spitze.
    Schönen Dank für eure Infos und noch ganz viele schöne Erlebnisse in Island.
    Ganz liebe Grüße
    MoKl

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