Catch of the day – der Fang des Tages

Ihr wisst schon, 8 Uhr…der Wecker und so. Nachdem wir am Vorabend noch ein paar Nordlichter gesehen haben und Stefan noch lange an der Bildsortierung gearbeitet hat, sind wir gestern wieder gegen 8 Uhr aus dem Bett gefallen, denn es stand unsere Seaeagle-Safari und die Trollfjord-Fahrt auf dem Plan. Nach einem ordentlichen Frühstück mit Blick auf den Hafen von Svolvaer machten wir uns auf, uns erstmal vernünftig anzuziehen…

Denn auf dem Meer könnte es doch recht frisch werden. Unsere Klamottenauswahl haben wir mal zusammengestellt. Um 10:45 Uhr war Treffpunkt, etwa 3 Minuten Fußweg von unserem Hotel entfernt. Dort bekamen wir weitere Klamotten, so dass wir am Ende wie Michelin-Männchen aussahen. Und quasi fast bewegungsunfähig 🙂

Gut ausgerüstet ging es los…

Wir sind mit einem sogenannten RIB-Boot rausgefahren – ein Festrumpfschlauchboot. Nach einer gemütlichen Fahrt im Hafenbecken ging es kurz danach schon etwas flotter los und recht schnell machten wir den ersten Stop, da ein paar Seeadler gesichtet wurden. Mit der Kamera in der Hand, jedoch ich selbst nur mit dem Weitwinkel bewaffnet, versuchten wir die riesigen Tiere beim Landeanflug auf dem Wasser zu erwischen. Aber das war gar nicht so einfach, so dass am Anfang vor allem Bilder entstanden, wo die Vögel in der Luft auf uns hinunterschauten. Zeitweise flogen um die 10 Seeadler um uns rum. Es existieren etwas 80 Paare auf den Lofoten – das ist nicht so viel. Früher wurden die Tiere vor allem gejagt, da sie eben die Heringe wegfischten, Kinder klauten…(das ist wohl hoffentlich ein Ammenmärchen) und Menschen angriffen. Gestern jedoch griff uns keiner an. Sie waren nur scharf auf den Hering, den unsere Guides mit hatten, denn der Seeadler ist im Herzen ein faules Tier 🙂 An der Farbe des Gefieders kann man im Übrigens erkennen, ob es sich um einen jungen oder älteren Seeadler handelt. Helle Schwanzfedern und ein helleres Federkleid sprechen für ein älteres Tier, wenn der Vogel eher dunkelbraun ist, liegt es nahe, dass es ein Jungvogel ist.

Nach einer viertel Stunde fuhren wir weiter Richtung Trollfjord, ein sehr kleiner und vor allem schmaler Fjord, wo selbst die großen Hurtigruten-Schiffe reinlaufen – rechts und links dann aber nur minimal Platz haben, um dort reinzufahren. Die steilen Wände an den Flanken waren gestern aber weit weniger bedrohlich, als gedacht. Kann natürlich zum einen daran liegen, dass wir mit einem kleinen Boot unterwegs waren und zum anderen, dass der Schnee das ganze etwas größer wirken ließ.

Bevor wir aber in den Fjord fuhren, machten wir noch einen kurzen Stop bei einer Lachsaufzuchtsfarm. Die Norweger leben aber weniger vom Lachs als vom Kabeljau. Der wird, wie schon einige Male erwähnt, vor allem getrocknet und weiterverschifft. Neben dem Kabeljau gibt es um die Lofoten herum vor allem noch Hering, der vor allem für Wale und Seeadler ein Leckerbissen ist.

Im Fjord angekommen machten wir mittendrin unseren Halt, da das Ende des Fjords bereits zugefroren war und wir nicht mit den größeren Eisschollen kollidieren wollten. An den Hängen konnten wir außerdem einige Seeadler ausmachen, lauschten aber auch unserem Guide, der uns erzählte, wie hier der konventionelle Fischfang seinen Anfang nahm. Es gab vor über 100 Jahren nämlich ein Jahr, in dem es keinen Kabeljau gab, was daran lag, dass sich der Fisch in den Fjord zurückgezogen hatten und die Fläche ebenfalls zugefroren war. Mit einem traditionellen Fischerboot mit Segel oder Rudern war dort kein reinkommen, um die Fische zu angeln. Also kamen größere Trawler, die bereits Motorbetrieben waren und die Eisfläche aufbrechen konnten. Den kleinen Fischern gefiel das so gar nicht, so dass es danach fast Mord und Totschlag gab. Seit diesem Zeitpunkt wurden staatliche Regelungen bezüglich des Fischfangs eingeführt, unter anderen, dass ein Schiff eine Lizenz erhält, welchen Fisch es fangen kann. Vermutlich ähnlich wie die deutschen Fangquoten.

Raus aus dem Fjord sahen wir weitere Seeadler, diesmal war ich aber so clever und hab das Weitwinkelobjektiv gegen ein kleines Tele getauscht, so dass es etwas einfacher wurde, die Vögel zu erwischen. Naja, dachte ich. Ein paar Bilder sind aber dennoch ganz gut geworden, so dass wir dazu, natürlich zusammen mit Stefans besten Bildern von der kleinen Kamera, ein paar in die Galerie gepackt haben.

Die Eckdaten der Route (Länge und Dauer) hat Stefan aufgezeichnet.

Zurück an Land hatten wir eine lange Strecke zu unserem nächsten Ziel vor uns. Von Svolvaer sollte es nun nach Andenes, an die Spitze der Vesteralen, gehen. Ging es auch 🙂 Wir fuhren noch eine ganze Weile auf der Panoramastraße E10 und später dann auf die Bundesstraße 85 Richtung Sortland und dann weiter nach Andenes.

Wir kauften in Sortland noch ein bisschen ein – Sortland ist übrigens die größte Stadt der Vesteralen mit knapp 10.000 Einwohnern. Nach Sortland werden wir sicher die Tage nochmal fahren und ein bisschen was darüber erzählen. In Andenes angekommen bezogen wir unser Quartier und sortierten dann unsere Bilder. Ich prüfte immer wieder die Aurora-Vorhersage – immerhin war der Himmel klar und wir hatten bereits auf der Fahrt das ein oder andere Licht am Himmel entdeckt. Stefan schaute einmal aus der Tür und bums, da wars – aber so richtig ordentlich diesmal, so das man es mit bloßem Auge richtig gut erkennen konnte. Die wir unterwegs gesehen hatten, waren eher schwach, aber das hier lief etwas eine dreiviertel Stunde. Da unser Quartier direkt am Stand steht und wir Blickrichtung Norden hatten, waren wir also in optimaler Position. Auch wenn der Wind wieder erbarmungslos uns um die Ohren pustete, wir hielten es aus! Tschaka!!!

Etwas eingefroren zogen wir dann wieder zurück ins Zimmer und Stefan hatte die ehrenvolle Aufgabe auch diese Bilder noch zu sortieren.

Nordlicht – im Hintergrund sieht man die nächste Insel (Senja)

Wir schauten nochmal wegen unserer Walsafari, doch dort stand, dass sie abgesagt wird, wegen der schlechten Wetterbedingungen. Wobei sich das nicht auf Sonne/Wolken bezieht, sondern vor allem auf den Wind, der übers Wasser peitscht. Denn die Sonne strahlt heute noch ohne Wölkchen vom Himmel. Mittlerweile haben wir die Tour auf morgen geschoben (Donnerstag) – also hoffen wir mal, dass der Wind morgen etwas weniger ist und wir rausfahren können und hoffentlich auch Wale sehen 🙂

Und hier geht es zu den Bildern!

Jetzt werden wir gleich mal Andenes unsicher machen.

Bis dahin!


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3 Antworten zu „Catch of the day – der Fang des Tages”.

  1. Avatar von Klaus Kürstner
    Klaus Kürstner

    Hallo, ich möchte mich auch mal wieder melden.
    Es ist ja wirklich fantastisch was ihr da oben zwischen den Fjorden erlebt und uns so herrlich miterleben lasst.
    Ich habe aber, wie bei meinem ersten Kommentar, wieder eine Frage : War denn die Fahrt mit dem Boot auch die, bei der gehofft hattet, Wahle zu sehen?
    Ich glaube, ich brauche dann zu Hause viel Zeit, um mir dann eure Beschreibungen und Bilder, am Computermonitor anzuschauen und zu lesen.
    Viel Dank noch für die Antworten zu den Fragen vom 1. Kommentar.
    Ich wünsche euch noch eine erlebnisreiche Zeit, bitte weiter so mit Bild und Tex.
    LG an die beiden Außerirdischen vor dem Schlauchboot im hohen Norden.

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  2. Avatar von weltumbrummler

    Huhu, die Außerirdischen hier.
    Nein, die Waltour sollte eigentlich heute sein, ist aber zu viel Wind abgesagt. Wir haben auf morgen umgebucht. Da soll zwar keine Sonne mehr sein, aber der Wind deutlich nachlassen.

    Viele Grüße in die Heimat, drückt uns die Daumen!

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  3. Avatar von Klaus Kürstner
    Klaus Kürstner

    Die Daumen sind ganz, ganz fest gedrückt.
    LG an euch im hohen Norden.

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