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Beulenpest und Glückssträhnen

Beulenpest und Glückssträhnen

UPDATE: Bildergalerie am Ende eingefügt

Ach verdammt, was war das für ein Tag. Losgedüst in der Früh von Queenstown Richtung Te Anau. Die Sonne lachte, wir auch, dann erstmal kurz im Stau gelandet aber ging flott weiter danach. Unser Ziel hieß erstmal Milford Sound, obwohl wir den gar nicht machen wollten…aber alleine die Strecke hin, sollte laut Beschreibung eine Wucht sein. Also gesagt…getan. Wir fuhren also vorbei am Wakatipu-See, übrigens dem längsten See Neuseelands. Durch schroffes Gebirge mit dem blauen See, der uns rechts der Straße begleitete bis wir am Ende angelangt waren. Dann ging es weiter durch Gebirge, vorbei an Schafherden bis wir dann durch rotes Land fuhren um wieder in das nächste Gebirge zu fahren. Ihr merkt schon, es war einiges an Weg heute, doch es sollte sich lohnen.

Endlich gelangten wir in Te Anau an und fuhren direkt weiter den Milford Sound Highway Richtung Milford Sound. Unser erster Stop waren die Mirrowlakes, auch Spiegelseen genannt, doch der Wind machte ein Spiegeln heute nicht so recht möglich. Es war nicht viel Wind, aber wie das bei Seen so ist, war es dann doch recht wellig.

Egal, weiter gings mit dem nächsten Stop an einem Ausguck, wo wir einen wirklich hohen Wasserfall entdeckten. Der Halteplatz war jetzt nicht so ungewöhnlich, es standen ein paar Bauwagen rum, aber wirkten alle leer. Ich setzte grad die Kamera an, und da wars schon passiert. Ein nicht so kleiner Wagen, eher ein Traktor, der sich im Rückwärtsgang auf die Fahrertür unseres Autos zubewegte. Da half auch kein Hupen mehr, er kam dichter und bums…war die Tür eingedrückt. Denn der dicke Reifen bzw. Rad drückte sich schön in die Seite rein. Tjo, zum Glück hat es der Fahrer doch irgendwie gemerkt, dass da ein nicht ganz natürlicher widerstand war, so dass Stefan doch irgendwie aus der Tür rauskonnte. Wir diskutierten mit den zwei Männern, tauschten Daten aus und konnten zum Glück mit dem Auto weiterfahren. Da es dort oben kein Netz gibt, konnten wir nicht mal anrufen. Auch zurück in der „Stadt“ ging leider niemand bis dato ans Telefon und der deutsche Helpdesk für internationale Fragen war nicht bereit uns zu helfen. Der ADAC konnte uns leider auch nur an Avis weiterleiten. Tja, so schaut es aus. Nun fahren wir erstmal noch bisschen weiter mit einem völlig demolierten Auto.

Aber…das gute daran: Niemanden ist was passiert. Also gings weiter, denn noch waren wir nicht am Ende der Fahnenstange oder besser gesagt, des Highways. Nächster Stop: ein dicker, fetter Wasserfall.

Ein kleiner Rundweg führte über eine Brücke, die Chasm-Bridge, von der man aus in die tiefe Schlucht schauen konnte. Es war wirklich nur ein kleiner Rundweg, so dass wir nur knapp 10 Minuten etwa brauchten. Also gings weiter durch den Tunnel und dann waren wir auch schon fast da.

Am Parkplatz angekommen, schauten wir zuerst, ob wir über die Touristeninfo nochmal telefonieren konnten, doch…hier macht man gern mal um 3 Feierabend. Die meisten Touren auf dem Milford Sound waren nämlich schon vorbei. Wir hatten uns aber noch eine für 16.30 Uhr rausgeguckt. Wenn denn der Preis mitmacht. Weil…eigentlich wollten wir ja gar nicht diesen Sund machen, sondern den Doubtful-Sound. Na ma schauen. Also sind wir zum Terminal gelaufen und haben uns dort an unseren Anbieter des Vertrauens gewandt. Und siehe da, wir haben noch zwei Plätzchen für eine Tour um 16:15 Uhr ergattert zum Schnapperpreis. Erstens sind die Nachmittagstouren sowieso günstiger und zweitens gab es nochmal ein Rabatt von 20 NZD pro Näschen.

Also gings rauf aufs Schiff mit knapp 20 anderen Leuten, also eine kleine Runde. Die meisten verkrochen sich auf dem Hinterdeck, doch wir standen wir vorne an der Front mit einer, wir schätzen portugiesischen, Familie. Los gings, die Sonne knallte uns auf den Pelz und die steife Brise pfiff uns um die Nase. Die Berge des Sunds, der eigentlich kein Sund, sondern ein Fjord (vom Gletscher geformt) ist, ragten aus dem Meer, über tausend Meter hoch. So richtig erklären kann man das nicht, das muss man sehen. Und das haben wir dann auch zweieinhalb Stunden gemacht. Und auch hier: Wir hatten wirklich Glück, denn hier regnet es ca. 180 Tage im Jahr. Und wir…wir hatten Sonnnnneeeee ohne Ende. Es war zwischenzeitlich zwar echt bärstig kalt, vor allem als wir dann auf offener See, der Tasmanischen See, rumschipperten. Leider haben wir heute keine Delfine gesehen, die sich hier gerne mal rumtummeln, dafür aber wieder faule Robben.

Zurück schipperten wir wieder vorbei an vielen Wasserfällen, ganz großen, die sich über 150 m tief stürzen und ordentlich Wasser transportieren und viele schmale kleinere. Und dann fuhren wir noch in eine kleine Bucht, da lag unter anderem ein Schiff, das über Nacht im Fjord bleiben wird und wir trafen auf eine Horde Kajakfahrer, die sich wohl auch auf dem Rückweg befanden. Doch das eigentliche Highlight war der rausspitzelnde Gletscher. Es ist der einzige Gletscher weltweit, dessen Wasser durch Regenwald direkt in das offene Meer mündet. Dolles Ding sag ich Euch. Und Stefan fands auch gut :p

Noch ein paar harte Fakten:
Tiefste Stelle: 320m // Breite: zwischen 455 m und 3 km // Länge: ca. 18km
Unterschied Sound und Fjord: Ein Sound ist ein von Seeseite aus geflutetes Tal (siehe Marlborough Sounds), Fjord, wie gesagt, von Gletschern geformt.

So, da heute in unserer Jurte das Internet wirklich mal richtig doof ist, können wir heute leider keine Bilder online stellen. Diese folgen aber morgen, versprochen! (Hoffentlich).

Bildergalerie ist nun hier zu finden.

 

 


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Eine Antwort zu „Beulenpest und Glückssträhnen”.

  1. Avatar von Olli
    Olli

    Huhuuuuu!
    Euer knallgelbes Auto sieht ja ganz schön zerknautscht aus, hoffe das geht alles gut aus…
    Die Bilder sind auch wieder Hammer, einfach ne tolle Landschaft da.
    Wünsche euch weiterhin viel Spaß beim Erkunden 🙂
    Olli

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