So, nun ist´s schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her, dennoch soll Guilin endlich mal im Mittelpunkt stehen. Los ging´s am späten Abend des 19.5. mit dem Flieger von Shanghai nach Guilin. Nachdem mein Flug so oder so schon nach hinten verschoben wurde, landete ich erst um 0:30 Uhr. Aber, ich hatte wohl im Halbschlaf einen Premium-Economy-Platz gebucht. Hihi, also hatte ich Ruhe, denn die Plätze neben mir waren frei und ich konnte ein bisschen rumdösen.
In Guilin angekommen, wartete schon der Fahrer von meinem kleinen Hotel, der mich zu besagten fahren wollte. Aber schon als wir landeten hat es wie aus Eimern runtergeschifft. Alter Schwede! Die halbe Landebahn stand unter Wasser. Ich hoffte nur, dass es nicht das ganze Wochenende so wird. Das wäre wirklich schade gewesen. Der Fahrer fuhr zackizackig Richtung Hotel und fuhr durch die höchsten Pfützen volle Möhre durch. Von Aquaplaning hat man hier wohl noch nichts gehört. Geschwindigkeitsbegrenzung??? Pustekuchen! Ich versuchte mich auf die Landschaft draußen zu konzentrieren, aber es war ja stockfinster und …schiffte…. Dennoch konnte ich einige der berühmten Karstberge bereits schemenhaft sehen, einige waren auch beleuchtet. Es muss ca. eine halbe Stunde gedauert haben bis wir am Hotel ankamen. Mit meiner Tasche checke ich dann ein, kaufte mir noch ein Bier und plauderte mit dem Fahrer (der auch den Check-In machte) über die Leute, die im Hotel sind. War ein recht hoher Anteil von Alleinreisenden und der Großteil zudem aus dem Ausland. Ein paar Deutsche gab’s auch, aber dazu später mehr. Erst mal hieß es Bettzeit.
Ich musste bereits sehr früh raus, da ich für den Tag eine Gruppentour (inkl. fähnchenschwingendem Guide) gebucht hatte. Der Fahrer sammelte mich an der Brücke zum Hotel ein und fuhr mich durch die Stadt zu einem größeren Hotel, wo auch die Reiseleiterin bereits wartete. Sie sammelte im Hotel einiges an Leuten ein. Der Bus (ganz schön abgeranzt…) war dann auch recht schnell voll, aber nicht komplett. Das Publikum war sehr gemischt, aber irgendwie hatte ich keinen Anlaufpunkt.. Na egal. Es ging dann zu der Anlegestelle am Li River, von wo recht große Schiffe mit Touris vollgepackt wurden und dann Richtung Yangshuo geschickt wurden. Unsere Gruppe wurde im oberen Deck platziert. Ich saß bei einer, ich vermute kroatischen Familie, am Tisch, aber auch die wollten nicht mit mir reden!!! Ja ich hätte ihnen sicher nichts abgebissen. Ich ging also nach ganz oben auf das Freiluftdeck! Kein Mensch da, alle saßen drin und glotzten aus dem Fenster. Na wenn sie meinten. Ich genoss die Aussicht, aber so richtig schön, wie ich von den Bilder kannte, war es irgendwie nicht. Natürlich hatte uns die Reiseleiterin noch gesagt, dass es am schööööönsten ist, wenn es am Vortag geregnet hat, da es dann so schön mystisch aussieht. Ich sah nur Dreckbrühe und matschige Bilder. Ich versuchte die vielen anderen Schiffe zu ignorieren, genauso wie das braune Wasser und hoffte, dass es noch irgendwie ein paar hübsche Bilder geben wird. Ich denke, ein paar sind wirklich sehenswert. Eventuell sollte man diese aber mal nachbearbeiten. Eines habe ich mal testweise genommen und mit dem Programm, was mir Windows anbietet, korrigiert. Dann geht´s. Könnt Ihr dann in der Galerie ja mal nachprüfen, ob das was ist 🙂
Aber zurück zur Fahrt. Mittag gab es auch auf dem Schiff, wenn auch ein sehr naja, ich weiß gar nicht so recht wie ich das beschreiben soll. Es gab auf jeden Fall was, belassen wir es dabei, Danach habe ich mich wieder aufs Oberdeck verkrümelt, wo es langsam voll wurde. Doch im Endeffekt standen nur die ganzen Touris draußen. Die Chinesen blieben lieber unter Deck. Die Karstberge sind nicht nur eine der schönsten Landstriche in China, nein, sie haben es auch auf den 20 Yuan Schein geschafft. Ein Bild von einem Zwanni lege ich nach, habe leider gerade keinen da. An der Stelle, die dort abgebildet ist, sind wir unter anderem vorbeigefahren. Nach ca. 3 h landeten wir dann in Yangshuo. Ein kleiner Touriort. Durch einen schmalen überdachten Gang ging es in die Innenstadt. Vorbei an 100er kleiner Stände, bei denen alles angeboten wurde von Seide bis zu Handyhüllen über Schmuck und anderem Krimskrams, den niemand braucht. In der Innenstadt angekommen teilte sich die Gruppe auf. Ich ging erst mal nen Kaffee trinken, denn im Hotel hatte ich keinen bekommen und auf dem Schiff gab’s nur Cappuccino aus der Tüte für 7 Euro. Danke nein. Aber nun hatte ich einen richtigen Kaffee und schlenderte danach durch die Gassen. Am Ende angekommen, war nur noch ein kleiner Teil der ursprünglichen Gruppe da und traf sich mit der Reiseleiterin, die uns zum Moon-Hill, also zum Mondberg bringen wollte. Ab ins Auto und los ging’s. Das Auto rumpelte über die Straße und wir fuhren vorbei an der Butterfly-Höhle, die umringt von vielen hütchenähnlichen Bergen war. Weiter durch die Berge ging es zum Moon-Hill. Ok. Ein Loch im Berg. Geil. Das Wetter war immer noch durchwachsen, und dementsprechend war das ein kurzer Besuch mit ein paar Bildern, wo jeder Touri einmal den Mond auf der Hand festhalten konnte :).
Dann ging es wieder zurück zu einer der größten Höhlen in der Gegend. Es gibt im Übrigen ca. 3.000 Höhlen dort!!! Auf ging es zur Silver-Cave, der Silverhöhle. Es war stickig und feucht und vor allem warm an diesem Tag, aber nicht warm genug, dass man ohne Jacke so richtig laufen konnte. Eigentlich war man den ganzen Tag nass.
Die Silberhöhle ist die größte in der Nähe von Guilin und ca. 2000 m lang und bedeckt ungefähr eine Fläche von einem km². Innen drin schlug einem die Hitze noch mehr entgegen. Es war unendlich schwül und voll. Und wie es hier so oft ist, die Leute bleiben einfach mitten im Weg stehen. Eigentlich wollte ich nur raus, weil mir das zu eng, zu voll und zu feucht war. Ich friemelte mich also durch die Leute, immer darauf bedacht, nicht hinzufallen, denn die Feuchtigkeit in der Luft lag auch am Boden und tropfte von oben herab. Es war schon wahnsinnig. Wahnsinnig groß, wahnsinnig bunt…und manchmal weiß man wirklich nicht, ob das alles so echt ist…:-( Nichts desto trozt habe ich die Stelle, die der Höhle den Namen gab, auch gefunden. Es schimmerte mit dem Licht wirklich silbern! Auf den Bildern kommt es leider nicht ganz so raus. Aber es war ganz hübsch anzusehen.
Nachdem ich mich endlich rausgekämpft hatte und schweißgebadet war, trudelten irgendwann die Reste der Gruppe ein, alle hopsten wieder in den Minibus und es ging zurück nach Guilin. Das war eine ganz schön ruckelige Fahrt. Die halbe Strecke war mehr oder weniger Off-Road, der Minibus jedoch hatte bereits jegliche Stoßdämpfer verloren….Wir wurden also einfach nur durchgeschüttelt. Ok, ich wurde durchgeschüttelt, der Rest wurde in den Schlaf gerüttelt. Aber halb so wild, ich saß so oder so mit der Familie im Auto, die nicht mit mir reden wollte! Egal. Abends bin ich dann noch Essen und traf den Deutschen mit seinem Sohn, die sich mit zu mir an den Tisch setzen. Zumindest kein schweigender Abend mit Tee und anschließend hab ich mich noch auf die kleine Veranda des Hotels gesetzt und Bierchen geschlürft.
Und dann: Bettzeit, denn der nächste Tag sollte auch wieder recht anstrengend werden! Reisfelder!!!
Nun aber zu den Bildern. Ihr könnt mich ja mal wissen lassen, ob Ihr lieber die unbearbeitete Wahrheit sehen wollt, oder lieber die etwas aufgehübschte 🙂
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