,

Gelehrtes Lama…?

Gelehrtes Lama…?
Ja, die Überschrift ist etwas verwirrend, das gebe ich gerne zu. Doch halt – was hat es überhaupt damit auf sich? Eigentlich gar nicht so schwer. Der Tempel, der an diesem Tag auf dem Plan stand, heißt Lama Tempel. Warum? Also gewiss nicht wegen der nicht vorhandenen Lamas, soviel ist klar. Der offizielle Name dieses Tempels ist eigentlich Yonghe-Tempel und ist eigentlich der Palast des Friedens und der Harmonie. 1744 wurde der Tempel in einen lamaistischen Tempel umgebaut und gehört zu den größten seiner Art außerhalb Tibets. Daher wohl auch der Name! Eines der Wahrzeichen des Tempel ist eine riesige Maitreya Buddha Statue, die 18m hoch ist. Sie wurde aus einem Baumstamm (Sandelholz) gefertigt und war ein Geschenk des 7ten Dalai Lamas an den Kaiser Qianlong, der den Tempel auch umbauen lies.

Maitreya ist der Buddha der Zukunft. Die Tempelanlage besteht aus 5 großen Hallen und es ist ein lamaistischer buddhistischer Tempel. Zu den 5 Hallen zählt auch die Halle des Unendlichen Glücks (Wanfuge). In dieser Halle steht die große Buddha-Statue. Und nicht nur das, die Quersumme der Höhe ist die Zahl 8 – die Glückszahl schlechthin in China. Also alles richtig gemacht, in der Halle des unendlichen Glücks 🙂 Wirklich fotografisch festhalten kann man die Höhe fast gar nicht, irgendwie wirkt es fast immer kleiner, als es wirklich ist. Bei schönstem Wetter, war der Tempel relativ voll und wie so oft, standen die Leute Schlange, um in die einzelnen Hallen zu gelangen. Manchmal muss man aber sich einfach an den Seiteneingängen reinschleichen und schon hat man einen wunderbaren und ungestörten Blick auf die ganzen Statuen. Nicht nur der große Buddha ist einen Blick wert, viele kleinere waren auch, vor allem bunt verziert, sehenswert. Und natürlich sollte man eines der Glücksräder drehen. Die kommen nur leider auf den Bildern überhaupt nicht rüber, daher habe ich auch keines online gestellt. Aber gedreht habe ich dennoch 🙂
Nachdem ich alle Winkel des Tempels abgeklappert habe, der übrigens immer noch von Mönchen gepflegt und bewohnt wird, habe ich noch ein bisschen Zeit gehabt, bevor ich zum Bahnhof musste. Also zückte ich mein Handy und sah, dass ich in der direkten Nachbarschaft mir noch den Konfuzius-Tempel angucken kann. Also auf ging es über die große Straße hinüber. Direkt im Eingang befand sich auch schon die erste Büste von Konfuzius. Mit etwas Glück konnte ich einige Bilder ohne die ganzen Reisegruppen machen, die 10 Minuten später die Tempelanlage fluteten. Da ich dort nicht unbedingt mitlaufen wollte, habe ich mich wieder seitlich den Hauptgebäuden genähert. Der Tempel an sich ist der zweitgrößte seiner Art und wurde bereits im Jahr 1306 errichtet. Der größte Tempel, der der Konfuziusverehrung dient, steht in der Heimatstadt des Konfuzius. Das ist die Stadt Qufu, die mit knapp 650.000 Einwohnern wieder eher einem Dorf gleicht. Dort war ich aber noch nicht und steht jetzt auch nicht unmittelbar auf meiner TopTen-Liste. Vielleicht wird´s ja noch was, schauen wir mal.
Angeschlossen an den Tempel ist zudem die kaiserliche Akademie. Beamte, die im kaiserlichen Dienst standen, hatten vorher ein Staatsexamen an der Akademie zu absolvieren. Laut Überlieferung war das Examen alles andere als leicht zu absolvieren. In der gesamten Anlage gibt es eine Vielzahl von Stehlen. Dort stehen die Namen der Absolventen drauf – über 50000 Namen sollen hier verewigt sein. Die Stehlen befinden sich vor der großen Halle bzw. Tor, das auch als Halle/Tor der Vervollkommnung bekannt ist. Dahinter stehen viele Pavillions, in denen große Steinplatten auf dem Rücken von Schildkröten stehen. Diese Stehlen sind aber nicht mit den Namen der Prüflinge versehen, sondern enthalten Texte zu den Expeditionen/Kämpfen während der Ming- und Qing-Dynastien. In den bereits angesprochenen Seitenteilen des Tempels zeigen zwei Museen alter Statuen, Bücher, Konfuzius-Nachbauten und vieles mehr. Einen kurzen Abstecher zum Gucken ist es auf jedenfall wert.
Die gesamte Anlage ist im übrigens gesäumt von vielen, bereits recht betagten, Zypressen, die zum Verweilen einladen, denn hier gab es viele Bänke um die Bäume, die auch noch etwas Schatten spendeten. Weiter ging es dann aber in die Akademie, die im Zentrum eine große Halle beherbergte und von Wasser umgeben war. In einer der Seitenhalle wurde Schmuck verkauft und eine Pergola-Wand wurde mit kleinen roten Glücksbämmeln aufgestellt, die wie einer roter Himmel über einem hingen. Ansonsten fand ich in der Halle nicht so viel spannendes, zu mal nun auch die Zeit rannte. Nochmal zurück zur Haupthalle fand ich noch eine große Konfuzius-Statue und wartete geduldig, dass sich die Reisegruppe weiterbewegte, damit ich in Ruhe mein Bild machen konnte. Gesagt, getan und nun ging es flinke Hufe zurück zum Hotel. Nachdem man mir ein Taxi gerufen hatte, ging die Fahrt auch schon los. Wer um alles in der Welt hätte gedacht, dass selbst an einem Sonntag SOOO VIEEEL Stau herrschen würde. Auf den letzten Drücker erreichten wir den Bahnhof und ich musste wieder wieder sputen, damit ich meinen Zug noch erreichen konnte. Habe ich zum Glück und bin dann, nachdem die Sonne langsam untergegangen ist, eingeschlummert. Kurz vor Shanghai bin ich aufgewacht und dann gut wieder zu hause angekommen.
Ein Zweiter Stop in Beijing ist eingeplant, denn es fehlt mir natürlich noch die Große Mauer. Aber im Hochsommer ist das wohl nicht so die gute Idee, also peile ich das mal für den Frühherbst ein. Mal schauen, ob das klappt. Auch der Sommerpalast steht noch auf der Tagesordnung und vielleicht ein Abstecher zu den Spielstätten der Olympischen Spiele!
Nun aber auf zu den Bildern!
PS: Pekingente sieht zwar gut aus, aber geschmacklich…Naja. So dolle fand ich das nicht. Habs heute getestet (29.05.2016) – in einer Kette, die ursprünglich aus Peking kommt und dort auch sehr bekannt ist für das Gericht. Die Kette heißt übrigens Dadong! Ding Dong 🙂

Entdecke mehr von weltumbrummler

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Eine Antwort zu „Gelehrtes Lama…?”.

  1. Avatar von eksus

    Hallo Schatzi,sah nach einem tollen Wochenende aus. Das tolle Wetter hast du dir natürlich verdient :-)Ich hoffe die Mauer können wir zusammen machen, vielleicht kommen wir ja an ein Stück was nicht so überlaufen ist.Wie hast du dich eigentlich ernährt in Peking? Hast du neue, leckere, einheimische Spezialitäten entdeckt?Tolle Bilder, kann die Bilder der anderen Ausflüge kaum erwarten!

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu eksus Antwort abbrechen

Wir sind…

Willkommen auf unserer Seite. Wir sind die Weltumbrummler Beate und Stefan. Hier teilen wir unsere Geschichten von Reisen nach Nah und Fern und freuen uns, wenn Du hier etwas Inspiration findest.

Alle Bilder sind von uns – bitte respektiert das. Wenn Ihr Fragen zu Kamera, Objektiv oder ähnliches haben solltet, schreibt uns gerne einen Kommentar hier auf der Seite oder eine Mail.

Wir freuen uns!

Let’s connect