Guten Morgen,
wir hoffen, alle sind schon fleißig dabei, den freien Tag in Deutschland zu genießen. Wir haben uns ja ebenfalls verdrückt und sind gestern in Japan gelandet – um genau zu sein, sind wir in Fukuoka gelandet und mit dem Shinkansen (dem Schnellzug) nach Hiroshima weitergefahren. Mit einem Shuttlebus vom Bahnhof zum Hotel sind wir am frühen Abend dort angekommen und befinden uns im Hafen von Hiroshima, bzw. einem kleinen Vorsprung, der in die See mündet.
Das Hotel ist soweit in Ordnung, wenn auch recht voll und die Aussicht aus der Bar im 23ten Stock – wo übrigens auch das Frühstück serviert wird, ist bombastisch. Liegt uns Hiroshima doch zu Füssen und können es komplett überblicken. Abends natürlich nochmal spektakulärer als am Tag. Doch auch beim Frühstück heute Früh konnten wir bereits auf die Inlandsee blicken und den Schiffen beim hin- und hersausen beobachten.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, sind wir mit dem Bus in die Stadt hineingefahren und direkt zum Heiwakinen-Park – auch Peace Memorial Park. Am Anfang des Parks gab es zuerst einmal ein Museum, in dem eine Installation daran erinnert, vor wievielen Tagen die Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde. Heute vor 25799 Tagen wurde die Bombe abgeworfen. Darunter war eine weitere digitale Anzeige, die Auskunft darüber gibt, wann der letzte Atomtest vorgenommen wurde. Die war vor 79 Tagen. Immer wenn ein neuer Test bekannt wird, wird dieser Teil der Uhr auf 0 zurückgestellt. Unterhalb der zwei Anzeigen gab es mehrere Zahnräder. Davon lief das oberste am schnellsten – im Normalzustand mit 100 Umdrehung/Minute. Je gefährdeter die Welt durch Atomwaffen ist, desto schneller dreht sich dieses Rad und greift durch eine Übersetzung auf die darunterliegenden. Wenn sich das letzte Rad (nicht beweglich) versucht zu drehen, zerstört sich diese Installation selber und sagt somit den Untergang der Menschheit voraus. Das Museum selbst haben wir uns heute nicht angeschaut, denn das Wetterchen war fein (Sonnenbrand inklusive) und wir sind direkt zum Wahrzeichen in dem Park gelaufen. Dem Cenotaph und der Friedensflamme. Diese soll erst erlöschen, wenn alle Atomwaffen vernichtet sind. Durch das Cenotaph konnte man bereits den Atombomben Dom sehen, dessen Kuppel vielen sicher bekannt sein wird – ist es doch einer der Inbegriffe, die man mit Hiroshima verbindet. Es ist eines der wenigen Gebäude, was nicht komplett zerstört wurde, da die Bombe sozusagen senkrecht über dem Gebäude explodierte und die Druckwelle von oben und nicht von den Seiten kam. Es zählt zum Weltkulturerbe.
Der schön angelegte Park beherbergt neben diesen drei Wahrzeichen weitere wie das Children´s Peace Monument. Neben dem Monument gab es einige „Abstellräume“, in denen tausende von Papierkranichen aufbewahrt werden, die von Schülern aus über 3000 Schulen des Landes gebastelt wurden. Es ist den Kindern gewidmet, die an den Folgen der Atombombe ums Leben kamen. Manche dieser Papierkraniche sind so klein, dass man es gar nicht mehr als Kranich identifizieren kann. Sie wurden entweder an langen Seilen aufeinander gereiht oder aus den Kranichen, die in den buntesten Farben gebastelt wurden, wurden wiederum neue Bilder geschaffen.
Die Peace Bell (Friedensglocke), ein weiteres Mahnmal, wird jeden Morgen um 8:15 Uhr (also dem Zeitpunkt des Abwurfes) geläutet. Aber auch jeder andere darf die Glocke betätigen, damit jeder Mensch auf der Welt diese Glocke als Erinnerung und Warnung hören kann. Über eine Brücke ging es dann noch einmal direkt zum Atombomben Dom, denn dieser liegt gar nicht direkt in dem Park, sondern auf der anderen Flussseite.
Nachdem wir den Dom umkreist hatten, stand die Hiroshima Burg (Hiroshima Castle) auf unserem Plan. Schon von weiterer Entfernung konnte wir diese erspähen, jedoch bevor man zur Burg ging, lag noch der Gokoku-Schrein, den wir natürlich nicht einfach liegen lassen konnte. Dort haben wir noch ein Glückslos gezogen und mit an den „Wunschbaum“ gehängt. Die Botschaft – alles wird gut 🙂 Nachdem wir den Schrein besichtigt hatten, haben wir noch einen kleinen Kiosk entdeckt, der Eis im Angebot hatte. Und da wir hier ja nicht irgendwo sind gab es wieder die etwas ausgefalleneren Sorten. Wir entschieden uns heute für Schwarzen Sesam und Kirschblüten-Eis – Jamjam 🙂 Mein schwarzer Sesam sah zwar irgendwie dreckig aus, aber geschmeckt hat es schon – aber eben anders, als unser europäischer Gaumen gewöhnt ist. Nach unserer kleinen Stärkung ging es nun weiter zur Burg und siehe da, auch hier konnten wir schon einige der berühmten Kirschbäume sehen – einer hat sich netterweise bereits sehr sehr weit geöffnet. Die anderen brauchen wohl leider noch ein paar Tage – wir werden es auf jedenfall nochmal an unserem Abreisetag aus Hiroshima versuchen. In der Burg gab es noch ein Museum und Bilder, die die Zerstörung nach dem Atombombenabwurf zeigten. Die Burg wurde dem Erdboden gleich gemacht, aber bereits kurz nach dem Krieg rekonstruiert. Neben diesen Bildern gab es eine Menge Rüstungen, Schwerter, Messer von Samurais zu sehen. Vom Dach der Burg hatte man noch einen schönen Ausblick auf Hiroshima.
Wieder mit den Füssen auf dem Boden sind wir weiter Richtung Shukkeien-Park. Neben vielen Kirschbäumen und Grünpflanzen gab es auch Teiche und Seen und natürlich einige Kois – aber die kennen wir ja nun auch schon zu genüge aus China 🙂 Fisch bleibt Fisch, wobei die Anzahl der Fische um einiges geringer und das Wasser um einiges klarer war!!! Weniger Fisch auf mehr Wasser ist auf jedenfall tierfreundlicher! Nach dem schönen Park sind wir langsam Richtung Hotel zurück, haben uns aber vorher noch im Vergnügungsviertel nach etwas zu Essen umgeschaut – sind aber komischerweise in einem Irish Pub gelandet. Wobei das nicht schlecht war, zumal der Besitzer Ire ist 🙂
Nun sitzen wir wieder im 23ten Stock und schauen auf das nachterleuchtete Hiroshima.
Die Bilder des Tages findet Ihr
hier.
Euch allen auf jeden Fall ein schönes Osterfest und bis zum nächsten Eintrag.
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