Holla die Waldfee,
die Zeit rennt und rennt. Nun war ich so vertieft in mein Turnaround Management, dass ich es fast nicht geschafft habe, mich doch noch dem Schreiben zu widmen. Aber hey, zwei Tage sollte ich ja noch fix zusammengestellt bekommen. Was ich vorher aber echt noch erwähnen wollte: Man ist hier genauso müde nach nem langen Tag wie zuhause….Sauerei. Vom leicht norddeutschen Wetter die letzten zwei Tage reden wir jetzt auch nicht weiter – alles besser als Schnee und Minusgrade…gelle? 🙂
Also auf geht´s!
Ich wollt nur ma kurz wandern
Manchmal ist´s schon verrückt. Nur nen Stündchen wandern – das war der Plan für Samstag. Nen Stündchen! Was ist draus geworden? 4 Stunden und nen fetter Sonnenbrand, mal wieder. Aber wie kam es überhaupt dazu? Ich packte mein Täschchen, mein Wasser, meine Turnschuhe und meine Kamera und stiefelte los. Direkt bei der Hochschule geht die Straße noch etwas Berg auf um dann direkt im Schutzgebiet „North Head“ zu enden. Soweit so einfach. Ab in die Touristeninformation und die nette Dame erklärte mir allerlei Dinge, wo und was und wie ich mir die Sachen am besten anschaue, welche Wege ich gehen kann und noch mehr. Sie wollt mir sogar einen Sonnenhut andrehen, den ich aber dankend ablehnte, weil ich nicht wusste, ob ich es schaffe, den Hut wieder abzugehen. Aber dank meiner Eltern hab ich ja ne schöne Matte aufm Kopp, so dass die Sonne zumindest da kein leichtes Spiel hat *ÄTSCH*. Also bewaffnet mit vielen Infos und einer Karte stiefelte ich los. Eigentlich gings direkt in den Busch, zumindest außer zwei Menschen bei ner großen Halle habe ich niemanden entdecken können. Der North Head ist im übrigen ehemaliges Gebiet der Navy und Army (also der Armee) gewesen und diente, soweit ich es verstanden habe, auch als Quarantäne-Station für Kranke. Also ab in den Busch und zack gabelte sich auch schon der Weg. Die Dame bei der Touristeninformation hatte mir noch erklärt, dass neue Wege angelegt wurden und schwuppdiwupp bog ich nach rechts auf einen der neuen Wege ein. Immer wieder gab es kleine Lookouts (Aussichtsplattformen) von wo man sowohl über die Buchten von Manly als auch bis nach Sydney schauen konnte. Mit der Kamera in der Hand verbummelte ich selbst auf diesem kurzen Weg schon viel Zeit. Dann sah ich auf einmal eine Säule am Ende des Weges herausragen. Wie sich schnell herausstellte war dies aber ein Grabstein vom alten Quarantäne Friedhof. Die Gräber waren zum Teil aber schon so verfallen, dass man kaum etwas lesen konnte. Verständlich, nach über 100 Jahren direkt am Klippenrand fordert der Wind, Sand und das Meer natürlich seinen Tribut. Einige Daten konnte man dennoch lesen und darunter waren sowohl Kleinkinder, Krankenschwestern als auch Soldaten, die an irgendeiner Krankheit, die ich leider nicht rausbekommen habe, gestorben sind. Zumindest ist der Friedhof so platziert gewesen, dass die Gräber Richtung Sydney zeigten. Es gibt schlechtere Ruhestätten. Übrigens traf ich hier sogar 4 Lebende. Wie mir die nette Dame in der Touristeninfo sagte, konnte man sich hier in den Gebiet gar nicht verlaufen, es sei ja soooo klein. Ist klar…:-) Weiter stiefelte ich Richtung Fairfax-Lookout. Vorher fand ich aber noch das von der Dame erwähnte Cafe und gönnte mir ne große Selter und nen Long Black (also nen Kaffee). Der Ausblick von dem Cafe war übrigens grandios!
Am Fairfax angekommen gab es nicht nur einen Aussichtsposten, sondern gleich mehrere. Man konnte auch auf den South Head, also die gegenüberliegenden Klippen mit Leuchtturm anschauen. Dazwischen war aber erstmal viiieeel Wasser. So tingelte ich von Lookout zu Lookout und machte immer wieder Päuschen, damit ich zum einen den Ausblick genießen, als auch der Sonne ihren Spaß gönnte mich förmlich zu braten. Schatten war an diesen Ausgucken wirklich Mangelware, aber ich will mich jetzt mal nicht beschweren. Nachdem ich beim letzten Ausguck angelangt war und nem Chinamännchen der Hut weg flog (hahaha) stand ich am Zaun und schaut auf die Klippen runter. Ein wirklich kräftiger und pustiger Wind drückte an dieser Stelle auf mich und die restlichen Touris (ja, eben diese Chinamännchen und -weibchen) ein…Wahnsinn. Ich mußte die Kamera so festhalten und meine Hand stützen, damit es nicht völlig verwackelte Bilder wurden. Hut weg, viele Fotos mehr und nen trauriges Chinamännche, stapfte ich weiter und kam beim Observationspunkt an. Einem höher gelegenen Punkt von wo aus die feindlichen Schiffe ausgekundschaftet wurden. Leider stand nur noch eine wirklich abgeranzte Hütte dort und da hab ich doch bisschen Schiss inne Büx bekommen und bin schnell weiter marschiert. Marschiert trifft´s gut, denn ich wanderte über den Memorial Weg. Auf diesem waren Steine gepflastert, die verstorbenen Soldaten gewidmet waren. Schautafeln zeigten, wo die Australier überall involviert waren. Am Anfang des Weges gab es auch nochmal einen 360°-Ausguck. Nachdem ich den Weg entlang gelaufen bin bog ich mal wieder ab und dachte, OH und stand auf einmal in den ausgetrockneten Sümpfen. Ja also das sah schon bisschen bizarr aus. Kein Tröpfchen Wasser war zu sehen. Alles furztrocken, also weiter weiter immer grad aus. Doch an irgend einer Kreuzung hab ich dann wohl den falschen Weg genommen, denn da, wo ich eigentlich hin wollte, da bin ich nicht angekommen. Kurzerhand bin ich schnell nen kleinen Abhang hochgekrabbelt und stand auf einem offenen Feld. Google Maps half mir dann wieder auf den richtigen Weg und völlig alle kam ich aufm Campus wieder an.
On top of the world
Duschen, umziehen und schon machte ich mich wieder auf den Weg nach Sydney. Auf meinem Plan stand neben dem Besuch des Sydney Towers ein Buchladen und das Queen Victoria Building. Als erstes ging ich Richtung Tower weil das Wetter perfekt war um weit gucken zu können. Bevor ich jedoch mit dem Fahrstuhl auf 250m fuhr gab´s noch einen 4D-Film mit bisschen Wasser, Gewackel und ner 3D-Brille. Der Film handelte von Sydney und Australien. Dann ging´s ab nach oben und die Stadt lag mir förmlich zu Füßen. Ich wusste gar nicht so genau, wo zuerst hinschauen. Ich lief also 4 Runden und machte überall meine Fotos. Sei es vom Hyde-Park, dem Hochhausdschungel oder auch von den verschiedenen Buchten und Flussarmen. gefühlte 100 Bilder später kam ich wieder auf dem Boden an und wanderte Richtung Buchladen. Der versteckte sich aber so sehr, dass ich ihn nicht auf Anhieb fand und lief, da es eine Ecke war, zuerst in Queen Victoria Building. Wie so oft war ich aber wieder zu spät, um dort Geld los zu werden. Dennoch lief ich die Etagen durch und luscherte immer mal wieder in die Schaufenster. Ok, man muss dazu sagen, für fix was kaufen ist das nicht das richtige Einkaufszentrum. Da kauf ich mir ne Tasche, da is dann aber das komplette Monatsgehalt weg. Wir verstehen uns? 🙂 Das Gebäude an sich war bereits für das Chinese New Year, welches in Sydney groß gefeiert wird, geschmückt. Es ist übrigens das Jahr des Pferdes, wen es interessiert. Nach ein paar Schüssen mit der Kamera versuchte ich erneut mein Glück den Buchladen zu finden und hatte Glück, mehr oder weniger. Den Buchladen fand ich, aber ole ole…er war schon zu. Muss ich wohl nochmal an einem anderen Tag versuchen, dass ich da mal reinschauen kann. Der Laden heißt im Übrigen KINOKUNIYA und klingt schon japanisch, gell? Das gute war, in dem Gebäude gab´s einige Restaurants. Zum Großteil japanisch/chinesisch. Also gab´s Yakitori-Spieße und Teriyaki-Lachs. Mit vollem Bauch gings dann wieder zurück Richtung campus. Völlig erledigt nach dem ereignisreichen Tag viel ich in die Koje und freute mich auf den nächsten Tag und das Sea Life.
Die Bilder des Tages gibt´s wie immer hier
Blumenmeer und Mehr
Am Sonntag war ich um 16 Uhr verabredet, um das Sea Life zu besichtigen. Vorher machte ich aber noch einen Abstecher in den botanischen Garten (ja schon wieder). Warum? Weil ich einfach noch nicht alles gesehen habe. Und so entdeckte ich neben dem asiatischen Part auf den Hauptteich, in dem sich Aale tummeln sollten. Gesehen habe ich keinen, nur bei den Seerosen habe ich nen fetten schleimigen Aal gesehen. Leider waren die Seerosen alle noch zum Großteil geschlossen, schick sah es dennoch aus. Auch gab es viel verschiedene Bambusarten. Ich glaub das habe ich schonmal erwähnt, dass Bambus mit das am schnellsten bzw, das am schnellsten wachsende Gehölz ist? Und man kann es auch essen, zumindest wenn der Bambus noch recht jung ist.
Viele andere Blumen durften natürlich auch noch vor meiner Linse posieren. Da ich noch zum Sea Life fahren mußte hatte ich leider nicht so viel Zeit und machte mich dann mit der Fähre auf zum Darling Harbour, wo sowohl das Sea Life als auch das Wild Life angesiedelt sind. Auf grund des zeitlichen Rahmen entschieden wir uns nur für das Sea life. Fische fische…auf ging´s. Neben anfangs vielen kleinen Fischen, Schildkröten und auch Fröschen kamen wir auch an Seepferdchen, Riesenkrabben Tintenfischen oder auch Quallen vorbei. Besondere Highlights waren aber die zwei großen Becken in denen sich nicht nur Rochen und Haie tümmelten, sondern auch Dugongs. Was das ist? Das sind spezielle Seekuharten. Ein Bildchen findet ihr dann in den Bildern des Tages. Zwischen den ganzen Haien schwammen wie gesagt auch Rochen, unter anderem der „Smooth Stingray“ – und was ein riesen Tier. Ehrlich, ich dacht schon dass Mantas groß sind, aber der, der war irgendwie wirklich riesig. Kann man sich kaum vorstellen. Und zwischen diesenganzen großen Fischen schwammen auch viel klein Fische. Bunt oder auch mal nicht so bunt. Einige weitere große Becken griffen natürlich das Thema Great Barrier Reef auf und zeigten bunte größere und kleinere Fische oder auch Schwerthaie, die faul auf dem Bauch auf dem Grund des Beckens lagen. Foto´s sind bisschen rar, weil schwimmende Fische sind einfach schwer zu erwischen ohne dass das Bild völlig verschwommen ist (haha). Nach´m Sea Life sind wir noch was essen gegangen und dann wieder ab auf den Campus.
Die Bilder des Tages findet ihr hier!
So, nun aber fix fix inne Falle. Die kommenden Tage werd ich noch über meinen Opernbesuch schreiben und was am Wochenende bzw. am Montag ansteht, da ist nämlich Australia Day – Nationalfeiertag!









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