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Verliebt in Donegals Klippen

Verliebt in Donegals Klippen

Wo waren wir noch stehen geblieben? Irgendwas mit Meer und viele Tage auf dem Wasser. Da der letzte Eintrag dann doch wieder erwarten länger wurde, als eigentlich gedacht, muss ich wohl hier weiter machen. Nämlich mit unserer Sea Safari in Donegal und unserem Besuch bei den Slieve League (Sliabh Liag auf irisch), die wir uns vom Wasser aus angeschaut haben…

  1. Crohy Head Sea Arch
  2. Sea Safari Donegal
  3. Slieve League & und Geheimtipps
    1. Klettermaxe
    2. Slieve League
  4. Killybegs & Smalls Cells
  5. Owenwee River & Assaranca Wasserfall
  6. Bildergalerien
Crohy Head Sea Arch

Also fangen wir an mit unserer Sea-Safari, die in Burtonport starten sollte. Wir hatten diesmal eine etwas spätere Tour gebucht, nämlich erst um 15:00 Uhr. So konnte ich morgens noch unseren ersten Beitrag hier vollenden und dann ging es auch nicht direkt nach Burtonport, sondern noch zu einem kleinen Geheimtipp. Wobei man hier oben am Zipfel Irlands so oder so das Gefühl hat, das quasi alles ein Geheimtipp ist. Also, wo waren wir zuerst?

Am Crohy Head Sea Arch – also wieder mal ein Zipfelchen der Insel mit einem Meerbogen. Wobei die Übersetzung schon etwas bescheuert klingt, daher lassen wir es mal wie es ist. Oder ganz platt: Loch im Felsen 🙂

Hier war nicht mal eine handvoll Menschen, so dass wir nicht nur schön unsere Langzeitbelichtung machen konnten, sondern Stefan auch etwas mit der Drohne rumfliegen konnte. Auch wenn wir sowieso schon oberhalb standen, wenn man mit der Drohne über so einen abgetrennten Felsen fliegt, sieht das schon nochmal beeindruckender aus.

Hier mal der Vergleich zwischen „normal“ und Drohnenflug
Sea Safari Donegal

Da dann aber doch noch jemand kam und wir uns auch auf den Weg nach Burtonport machen mussten, stiefelten wir den steilen Abhang wieder hoch und pumpten wie die Maikäfer, als wir wieder im Auto saßen. Auf der engen Straße ging es dann an den Klippen entlang zum Hafen nach Burtonport, wo wir glücklicherweise direkt einen Parkplatz fanden. Dann liefen wir rüber zum Container, wo schon eine nette Dame stand und uns fragte, ob wir eine Tour gebucht hätten. Sie erklärt dann, dass das Boot gerade erst reinkommt und wir auf der Hinfahrt nach Aran erstmal nur zu Zweit im Boot wären, auf der Aran-Insel aber dann noch Leute dazukämen.

Das hieß für uns dann natürlich, Jackpot, denn wir konnten uns die Plätze aussuchen und natürlich saßen wir vorne rechts und in der Mitte. Der linke Platz blieb leer, auch nachdem wir die anderen Mitfahrer abgeholt hatten. Es handelte sich übrigens um ein RIB-Boat. Sowas hatten wir auf den Lofoten auch schonmal. Ein sogenanntes Festrumpfschlauchboot! Die sind schnell, aber leider fürs sitzen völlig blöd. Egal, mit Speed gings dann durch die Meerenge rüber zur Aran-Insel die so erstmal recht unspektakulär wirkte, doch das sollte sich bald ändern. Wir sammelten den Rest der Abendteuerwilligen ein und dann ging es einmal um die Insel. Auch der Anfang war noch gar nicht so spektakulär. Wir sahen ein paar Robben, aber machten dann weiter, südöstlich vorbei an der Klippe der Insel. Hier war das Wasser erstaunlich ruhig. Unser Kapitän erklärte ein paar Sachen, aber der hat so einen scharfen Akzent gehabt, dass wir nur die Hälfte verstanden. Was wir aber verstanden, dass es auf der Insel eine Schule gibt, die jungen Iren irisch-gälisch beibringt.

Und das ist auch wichtig, denn wie auch in Deutschland z.B. mit Plattdeutsch, stirb irisch-gälisch langsam aus. Nur noch knapp 2 % sprechen gälisch. Das ist dann wirklich nicht mehr viel, bei einer Bevölkerung von knapp 5 Mio.. Aber das nur nebenbei. Nachdem wir den südlichen Teil umrundet hatten und auf der westlichen Seite ankamen, wurde die Szenerie schon spektakulärer. Auf einmal sah man eine zerklüftete Küsten, die steil ins Meer abfiel und wo auch kaum noch Häuser standen. Unten sah man dann schon einige Höhlen, und unser Skipper steuerte dann die ein oder andere an. Mit karibikblauem Wasser, wo man tief hinunterschauen und ein bisschen erahnen konnte, wie tief die Klippen eigentlich reichen.

Und neben den Klippen und Höhlen gab es immer wieder auch ausgehöhlte Felsen, zum Beispiel den Elephant-Rock. Ein Felsbogen der ein bisschen wie ein Elefant aussah. Warum die Menschen so unkreativ bei der Vergabe der Namen ist, sei mal dahingestellt. Weil gefühlt haben wir schon echt viele Elephant-Rocks rund um die Welt gesehen. Vielleicht fällt Euch ja was anderes spannendes ein? Dann schreibts doch gern mal in die Kommentare!

Elephant-Rock – Aran-Island, Irland

Wir umrundeten die Insel weiter, und als wir auf die nördliche Seite zusteuerten wurde das Wasser wild und rau und die Wellen größer. Wir flogen quasi übers Wasser, von Welle zu Welle, mit ordentlich Speed und einer nassen linken Bootshälfte. Sprich, wir haben alles richtig gemacht mit unseren Sitzplätzen. Die Damen lachten sich halb schlapp, nachdem das Spritzwasser sie einmal nass gemacht hatte und der Rest des Boots jauchzte wegen der Wellen und unserem Ritt übers Meer. Wir steuerten noch eine weitere Höhle an, bis es wieder zurück zum Arranmore Island Pier ging. Warum der Arranmore heißt? Das hab ich irgendwie auch noch nicht rausbekommen. Ich werde mal schauen, ob ich den Unterscheid zwischen Arranmore und Aran-Island rausbekomme. Werde es dann nachreichen.

Nachdem wir die Damen wieder abgeliefert hatten fuhr unser Boot zurück zum Hafen nach Burtonport, wo wir beseelt und mit zerzausten Haaren aus dem Boot stiegen. Von unserem Meersalzpeeling wollen wir gar nicht erst reden 🙂

In Dungloe sind wir dann noch ins McCafferty’s Bar & Restaurant eingekehrt und haben zu Abend gegessen, bevor es zurück zur Unterkunft ging. Stefan hatte sich für Lamm entschieden, ich für Ente (sehr interessante Variante mit interessanter Füllung).

In der Unterkunft haben wir den Abend mit Bilder aussortieren, bearbeiten und Bloggen verbracht. Ich hab außerdem, weil Stefan jetzt total geil auf´s Bootfahren war, geschaut, ob wir für die Slieve League auch eine Bootstour buchen konnten. Hat geklappt, sowohl mit der Recherche, als auch mit dem Buchen.

Noch etwas später haben wir dann auch noch ein paar Schüsse auf die Milchstraße abgegeben. Es war nämlich der erste Abend, wo der Himmel klar und nicht mit Schleierwolken verhangen war. Falls ihr das Bild nur schwarz seht, unbedingt die Helligkeit des Monitors/Handys hochschrauben 🙂

Unsere Milchstraße!
Slieve League & und Geheimtipps

Jetzt sind wir schon beim nächsten Tag. Die Zeit verfliegt. Aber wir bleiben beim Wasser und dem Atlantischen Ozean. Denn für diesen Tag hatten wir eben eine Fahrt zu den Slieve League geplant. Die Slieve League sind eine der höchsten Klippenformaten in Europa. Das nur mal am Rande. Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir also nach Killybegs, einen kleinen Ort mit einem kleinen Café, wo wir unser „Hauptfrühstück“ dann verschnabulierten. Killiybegs mag jetzt nicht sonderlich groß klingen, hat aber den größten Fischerhafen des Landes. Und dort lagen Schiffe vor Anker, da konnte man nur Stauen oder ehrfürchtig denken, wtf – wieviel Fisch die damit aus dem Wasser ziehen. Das sind keine kleinen Fischerboote, so ja die romantische Vorstellung, sondern High-Tech-Schiffe, bzw. eine richtige Flotte an High-Tech-Fischerschiffen.

Nur zwei, bzw. drei der moderen High-Tech-Schiffe, insbesondere die hinteren zwei

Und dann wurde es auch noch bissl trubelig im Hafengebiet, denn neben unserem Boot, lag auch noch ein großes Kreuzfahrtschiff im kleinen Killybegs. Ok, vielleicht nicht das größte, aber auf jedenfall ein Luxus-Kreuzfahrtschiff mit dem klangvollen Namen Seven Seas Grandeur. Für Leute mit dem gut gefüllten Geldbeutel sicher eine Alternative zu den herkömmlichen Kreuzfahrtschiffen. Und das ist nicht abwertend gemeint.

Aber genug von den Schiffen, lasst lieber über Slieve League und die Fahrt dorthin schreiben. Fast ein bisschen ähnlich wie bei der Fahrt um die Aran-Insel war es am Anfang gar nicht so spektakulär. Aber als die Klippen dann auftauchten, boa! Die sahen wirklich hoch aus. Auf der Fahrt dorthin haben wir noch zwei Delfine gesehen, aber die waren etwas schüchtern und wollten sich nicht so richtig zeigen und verpieselten sich dann doch wieder recht fix. Aber für die Leute an Bord, die noch nie einen Delfin gesehen haben, war das dennoch ein tolles Erlebnis.

Das Boot an sich war auch eher ein Schiff als ein Boot und fasste etwa 100 Leute. Wo genau weiß ich nicht, aber erst saßen wir auf dem Oberdeck wie Ölsardinen eingeklemmt, bis einer aus unserer Reihe nach vorne aufs Schiff ist, um zu schauen ob dort auch Plätze sind. Da er seine Partnerin nach vorne rief, bin ich natürlich auch luschern gegangen, und siehe da, für uns waren dort auch noch zwei gute Plätze frei um Alles mit als Erste zusehen, ob nun Fisch oder Klippe.

Ich hab unendlich viele Bilder geschossen, weil mich diese Landschaft mit den Klippen zum einen fasziniert und zum anderen ich so ein Bild von Irland im Kopf habe, dass es so überall aussehen muss. Tut es natürlich nicht, mit den Häuschen mitten im Nirgendwo, aber oft trift es schon zu. Für mich ist das wirklich sowas wie Irlandromantik, und ja, wir hatten gutes Wetter. Was es natürlich noch etwas einfacher macht, dieses Bild aufrechtzuerhalten. Und auch ja, wenn es regnet ist es eine ganz andere Romantik als bei Sonne. Was ich sagen will? Weiß ich eigentlich auch nicht, jedenfalls mag ich dieses Bild, wenn die Häuschen verstreut auf dem Land verteilt sind. 🙂

Hinter der Landzunge, an der wir eine ganze Weil lang fuhren, erschienen dann langsam die hohen Klippen von Slieve League. Doch bevor wir um die Landzunge rumfuhren, ragte noch ein Teil des Felsens als glatte Wand hoch hinaus und vom Schiff aus konnte man zwei Punkte an der Wand ausmachen. Zwei Kletterer waren dort unterwegs.

Klettermaxe

Schaut mal auf dem Bild, ob ihr sie findet – ich hab auch ein Bild der ganzen Wand mit reingepackt, auch da kann man die Kletterer schon sehen. Auf dem einen Abschnitt ist eine horizontale Linie auf dem Felsen und da ist ein gelber Punkt. Schaut mal!

So, ich hoffe ihr habt´s gefunden, ansonsten müssen wir mal über das Brillenthema sprechen 🙂 Wenn es nicht klappt mit dem vergrößern, dann bitte das Bild in einem neuen Tab öffnen (mit rechter Maustaste zum Beispiel)

Slieve League

Jetzt aber! Nachdem wir die Klettermaxe hinter uns gelassen haben und um die Landzunge drum rumgebogen sind, ragten die fast 600m hohen Klippen vor uns auf! Mehr muss man dazu gar nicht sagen! Faszinierend und bedrohlich zugleich, aber schaut einfach selbst. In der Galerie findet ihr ganz viele Bilder davon. Und es bleibt dabei, wir haben die Slieve League nur von unten fotografiert, da wir uns den Ansturm auf die Plattform oberhalb erspart haben und dafür lieber Querfeld eingefahren sind! Die bessere Entscheidung!

Killybegs & Smalls Cells

Doch bevor es überhaupt raus aus Killybegs ging, mussten wir erstmal rein. Wir landeten unbeschadet und glücklich wieder im Hafen von Killybegs und suchten dann erstmal eine Apotheke auf, da ich da so ein Problem an der Lippe habe. Aber alles gut, mir geht’s gut!

Also, umgeparkt, Apotheke aufgesucht, Mittel bekommen und dann ging es in ein kleines Café. Wobei, gelogen, erst waren wir in einem kleinen Laden mit lokalem Handwerk, wo wir unsere zweite Tasse ergatterten 🙂 Und ja, langsam muss ich mir wirklich einen Plan machen, wo ich die Tassen hinstelle. Aber das kriegen wir schon hin. Falls jemand einen Tipp hat, bitte gerne in die Kommentare!

Jedenfalls sind wir dann ins Café von Mrs. B gegangen und haben uns dort neben einem kalten Kaffee auch ein Stückchen Kuchen gegönnt. Das wird wirklich leckerschmecker. Ich hatte einen Pavlova, eigentlich ein australische/neuseeländische Torte, aber lecker wars. Schön aus Baiser! Aber lasst lieber nicht zu viel vom Essen reden, sondern fix zu den drei kleinen „Small Cells“ am Ortseingang kommen. Kleine steinerne Bauten in Form von Beehive-Hütten – also bienenstockartige Häuser. Der Ortsname Killybegs selbst – Na Cealla Beaga, bedeutet die „kleinen Zellen“ und erinnert daran, dass hier einst einsiedelnde Mönche in solchen kuppelförmigen Steinhütten lebten. Die heute sichtbaren Zellen sind allerdings Repliken die nach traditionellem Vorbild errichtet wurden. Sie dienen nicht nur als Denkmal für die frühchristliche Vergangenheit, sondern auch als stimmungsvoller Ort zum Verweilen.

Von Killybegs sind wir dann in Richtung Slieve League gefahren, um auf die Plattform zu gehen. Der Weg dahin war aber auch so schon recht interessant und schön und wenig befahren. So sind wir dem Wild Atlantic Way gefolgt und vorbei am Muckross Head, wo wir einen kurzen Zwischenstop gemacht haben. Dann ging es weiter bergauf und eben in Richtung Slieve League. Also wir dort auf dem Parkplatz ankamen, haben wir uns dann doch umentschieden, dass wir es dabei belassen, die Klippen von unten gesehen zu haben (man muss ja auch noch ein Ziel haben, wenn man mal wieder im Lande ist :)).

Owenwee River & Assaranca Wasserfall

Und so sind wir zurück Richtung Ausgangspunkt, aber dann abgebogen auf eine noch weniger befahrene Straße, die uns zu einem kleinen Wasserfall führen sollte. Doch vorher tat sich vor uns ein tolles Tal auf…Das gibt es namentlich nicht mal auf Google, nur ein Wasserfall ist dort vermerkt, der Owenwee River Wasserfall. Von dem Wasserfall an sich war wenig zu sehen, die letzten Tage hatte es nicht geregnet. Dafür haben wir einen anderen Wasserfall gesehen, der sich den Berg hinunterschlängete. Der Berg an sich war eher lila als grün oder braun, denn hier oben ist vor allem grad die Heide aktiv und in Hülle und Fülle zu sehen. Aber auch das war gar nicht so das spektakuläre, sondern einfach dieses wahnsinnige Tal, mit der Straße, die sich am Berg entlangschlängelte und der Ausblick. Einfach der helle Wahnsinn und wir waren einfach begeistert, diesen Weg gefunden zu haben.

Tal ohne Namen – es wird aber der Region Glencolmcille / Sliabh Liag zugeordnet.

Wir fuhren weiter Richtung Talende, wo wir an einem Gebiet vorbeifuhren, wo ich dachte, ach Mensch, das könnt man sich auch mal von oben anschauen. Aber unser eigentliches Ziel war der Assaranca Wasserfall, wo wir dann auch parkten. Aber wir haben uns für Aufgabenteilung entschieden. Ich hab Stefan gesagt, er soll mal bissl mit der Drohne sich das Gebiet anschauen, weil das glaub ganz cool sein könnte. Und ich versuchte mich mit der Langzeitbelichtung am Wasserfall. Ich glaube, die Ergebnisse können sich sehen lassen…

So, genug geschrieben für die zwei Tage. Es ist schon wieder so viel, aber es ist einfach schön, die Tage auch nochmal Revue passieren zu lassen und sich die Bilder zu verinnerlichen. Wer hätte schon gesagt, dass das Land hier oben im Norden so aussieht?

Jedenfalls ging es nach dem Wasserfall weiter munter eine enge Straße zurück nach Lettermarcward, wo wir noch Essen waren und dann zurück in die Unterkunft fuhren. Also auf jetzt und ab zu den Bildern!

Bildergalerien

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