Moin von der grünen Insel! Heute gibt´s viel Wasser, denn die letzten drei Tage haben wir quasi auf gleichem verbracht. Von Sligo ging es also am Folgetage Richtung Dirlaught oder, wenn es etwas einfacher sein soll, Lettermacaward. Nicht, dass man diesen Ort kennen müsste, aber dort ist unsere nächste Unterkunft, ein umgebauter Schiffscontainer.
- FFF – Flipper, Finne und Fluke
- Die drei F´s kurz erklärt
- Mullaghmore Head & Creevykeel
- Fairy Bridges und ein Wünschethron
- Such-mich-Dolmen
- Bildergalerie
FFF – Flipper, Finne und Fluke
Doch bevor es dort hin ging, hatten wir eine Bootstour mit dem Kiwi Girl in Mullaghmore gebucht. Mullaghmore ist eine kleine Halbinsel etwa eine halbe Stunde von Sligo entfernt. Mit einer Runde um den Sligo Hausberg Ben Bulben ging es also nach Mullaghmore, wo unser Schiffchen schon wartete. Nur 12 Passage hatten dort Platz, es war also nur ein kleines Boot. Doch das hielt uns natürlich nicht ab. Ich hatte den Tipp von einem Influencer bekommen, der fast ausschließlich auf dem Wild Atlantic Way umherreist. Also die Straße bzw. Route, die fast die gesamte Westküste Irlands umfasst. Aber egal, der Tipp war jedenfalls Gold wert und wir hatten die Tour auch noch gebucht, als wir noch in Deutschland waren. Zum Glück, denn die Tage waren jetzt alle ausgebucht.
Mit gutem Wetter kamen wir also in Mullaghmore an, checkten auf dem Boot ein und dann ging die Fahrt auch schon los. Unser Skipper war schon irgendwie echter Ire, den man dummerweise kaum verstand, aber das war auch fast nicht nötig, weil er so oder so nicht groß was erzählte, dafür aber immer brav Ausschau hielt und das ohne Fernglas.
Schon bald zeigten sich die ersten Flippos, dann ein Minkwal, aber den haben wir glaub verpasst, weil die sind ja dann schon recht fix unterwegs. Dreimal rumpusten und schwupps, für ne Stunde wieder unterwegs. Okay, nicht ganz so krass, aber so kann man es sich schon a bissl vorstellen.
Dann aber haben wir einen Buckelwal gesehen, der auch etwas gehüpft ist. Doch das ging alles so schnell, dass ich nur die abtauchende Schwanzflosse erwischt hatte. Ja, die ist schwarz, wie alle anderen. Stefan hatte aber nachgefragt und sich bestätigen lassen, dass es sich um einen Buckelwal handelte.
Immer und immer wieder sahen wir jetzt an verschiedenen Stellen eine Rückenflosse auftauchen, dann wieder Delfine ums Boot herum, dann wieder ein Blas irgendwo am Horizont. Es war richtig Betrieb unter Wasser, soviel können wir sagen. Und dann tauchte der erste Finnwal in der Nähe des Bootes auf (FINNWAL!!!). Das ist einfach mal das zweitgrößte Säugetier nach dem Blauwal. Und wenn man bedenkt, dass die Finnwale, ähnlich wie die Blauwale, fast ausgerottet wurden….Wir haben den Finnwal sogar winken sehen bzw. hat er oder sie uns wohl Hallo sagen wollen. Wir fuhren eine Weile neben dem Finnwal her, der auch noch einige Delfine um sich rum hatte – bis er abtauchte. Und dann, kurz bevor wir uns auf den Rückweg zum Hafen in Mullaghmore machten, tauchten ganz nah am Boot auf einmal zwei Finnwale auf. Und ich hatte das große Objektiv drauf, da war nichts mit Fotos machen, weil die einfach viel zu groß sind. Aber so toll, gleich zwei direkt neben dem Boot zu sehen!!! Stefan hat bisschen erhöht auf dem Boot gestanden und das gefilmt. Schaut das unbedingt an. Das ist einfach so was Tolles und vermutlich Einmaliges. So richtig greifbar ist es nicht – auch weil man eben vom Schiff aus, wie beim Pottwal auch, nur einen kleinen Ausschnitt des Tieres sieht. Wie muss das erst sein, wenn man so ein großes Tier von oben sieht – mit eigenen Augen und eigener Kamera? Ich weiß es nicht, aber bissl träumen darf man ja noch – mit dem Pott- und Buckelwal hat es ja auch schonmal geklappt 🙂
So gingen die 3,5 Stunden ganz schnell vorbei, und wir haben 3 verschiedene Walarten und viele Delfine gesehen!!!
Und wie sieht so ein Finnwal nun aus? Tja, wie schon gesagt, sieht man immer nur einen Teil des Tieres und durch die Größe passt er oder sie auch teilweise gar nicht aufs Display der Kamera, aber hier mal ein Exemplare, begleitet von Delfinen.

Die drei F´s kurz erklärt
Flipper: Brustflossen, mit Knochen. Das sind quasi die Vorderbeine beim Landsäugetier. Bei den Walen sind es die Brustflossen oder, so würde ich es sagen, die Arme, mit denen die Wale winken können.
Finne: Ist die Rückenflosse und dient in erster Linie der Stabilisierung der Bewegungen des Wales. Die Finne ist ein wichtiges Identifikationsmerkmal, ähnlich wie bei der Fluke. Es lassen sich anhand von Position und Größe, Form und Farbe die Art Wals bestimmen und auch einzelne Individuen der gleichen Art können mit der Finne unterscheiden.
Fluke: Schwanzflosse, ohne Knochen, wird häufig zur Bestimmung der Walart und bei einigen Walarten aufgrund individueller Unterschiede in Musterung und Umriss zur Identifikation des Einzeltiers verwendet. Hatten wir besonders oft in Neuseeland bei den Pottwalen, die immer wieder zurück nach Kaikoura kommen
Mullaghmore Head & Creevykeel
Vom Boot ging es dann nochmal ein kleines Stück zurück, damit wir eine Runde um den Mullaghmore Head drehen konnten. Das war ein hübsches Fleckchen Erde, wie so oft in Irland. Auf der engen Straße hatten sich zudem einige Camper ihren Platz für ein Frühstück und die Übernachtung gesichert, denn hier konnte man frei über Nacht stehen bleiben und dem Rauschen des Meeres zuhören.
Vom Mullaghmore Head fuhren wir dann ein Stückchen weiter raus zum Creevykeel Court Tomb. Einer alten und sehr gut erhaltenen Grabstätte, also eine sogenannte Megalithanlage. Da wir fast alleine waren, konnten wir auch einen kurzen Überflug mit der Drohne machen. Die Leute, die auf dem Bild zu sehen sind, haben wir vorher gefragt, ob es für sie ok ist, wenn wir fliegen. Die Anlage gilt als eine der am besten restaurierten Anlagen, war aber, wie schon erwähnt, nicht viel besucht, obwohl es direkt an der Straße liegt und frei zugänglich ist. Die Anlage ist eine sogenannte „Full-court“-Anlage, die Entstehung wird auf etwas 3200 – 2500 v.Chr. geschätzt. Alle wichtigen Infos dazu könnt ihr auch hier nachlesen.

Fairy Bridges und ein Wünschethron
Von Creevykeel ging es weiter an den Tullan Strand, wo wir nicht nur eine Menge surfwilliger Menschen trafen, sondern uns auch die Fairy Bridges anschauten. Schon auf dem Parkplatz bzw. auf dem Weg dorthin sahen wir die ein oder andere Surfschule und als wir über den Rand der Klippe auf den recht langen Strand schauten, tummelten sich im Wasser sicher 50 Menschen auf bunten Boards. Wir liefen auf dem Klippenrand dann zu den Fairy Bridges, natürliche Felsformationen mit „Blowholes“, durch die bei bestimmten Gezeiten Meerwasser nach oben schießt. Schon im 18. Jahrhundert hielten Einheimische diese Stellen für von Feen bewohnt. Fairy Bridges können als Feenbrücken überstetzt werden! Die Blowholes sind also Löcher im Felsen, die den Blick nach unten zum Meer hin öffnen. Unterhalb der Felsbögen haben sich außerdem Höhlen gebildet, die von ein paar Surfschülern und einem Guide erkundet wurden. Auf paddelnde Weise natürlich, weil reinsurfen ging ja nun wirklich nicht.
Neben den Fairy Bridges gab es auch noch einen Wishing Chair, also einen Wünschestuhl, um es mal auf deutsch sinngemäß zu übersetzen. Zwar hab ich mich auf den Stuhl gesetzt, den Brauch aber erst im Nachhinein gelesen, denn Besucher sollen sich langsam in den Stuhl setzen, beide Armlehnen halten, die Umgebung für mindestens 15 Sekunden auf sich wirken lassen und dann still und geheim einen Wunsch äußern. Durch zweimaliges Klopfen beim Aufstehen wird der Wunsch bekräftigt.
Hab ich nicht gemacht, aber es gab ein Foto von mir auf dem Thron 🙂
Such-mich-Dolmen
Nächstes Ziel – die Kilclooney Dolmen. Als wir in dem Ort ankamen, konnten die Wegbeschreibung bei Google zuerst gar nicht richtig deuten, denn wir parkten direkt an der kleinen Kirche und nicht beim Dolmen Center, da dort ein Tor war und wir bissl Schiss hatten, dass die das Tor zu machen und wir dann da nicht rauskommen. Es war nämlich schon nach 18 Uhr und hier macht alles etwas früher zu. Dadurch blieb uns aber auch die in den Rezensionen erwähnte kleine Brücke verborgen, und wir fanden auch keinen Hinweis, dass man einfach links an der Kirche starten sollte.
Also standen wir etwas ratlos da, ließen die Drohne steigen und suchten aus der Luft nach den Dolmen. Schafe, Steinmauern und grüne Wiesen waren klar zu erkennen, nur die Tombs blieben unsichtbar. Schließlich gaben wir auf, gingen doch noch um die Kirche herum und fanden dort den schmalen Pfad, der über das Weideland führt. Manchmal ist die erste Intuition doch die beste….
Am Zaun trafen wir den Bauern, der mit einem Lächeln den Weg bestätigte. Nach einem kurzen Plausch ging es weiter: durch Gatter, vorbei an den grasenden Schafen, Schritt für Schritt näher zu einem der beeindruckendsten Megalithen Irlands.
Und dann liegt er plötzlich vor uns: Kilclooney More 1, ein mächtiger Dolmen mit zwei hohen Portalsteinen und einer riesigen Deckplatte, daneben ein zweiter, kleinerer Dolmen, der aber zusammengefallen ist. Der Dolmen wir auf etwa 3780–3550 v. Chr. datiert. Kilclooney More ist ein doppelkammeriges Portalgrab und diese Doppelkammer ist eher selten zu finden in Irland.
Das Gute, wenn man später am Abend unterwegs ist – viel Platz, wenig Leute (oder auch gar keine) und somit Zeit, auch nochmal die Drohne ungestört fliegen zulassen 🙂 Blöderweise haben sich die Schafe drumherum doch doll erschrocken und die Esel auf der nächsten Weide iaten (iaia) auch etwas irritiert. Also, merke fürs nächste Mal – erst die Schafe bisschen wegschaffen, die Esel mit Möhren ruhig stellen und dann die Drohne losjagen!
Wir schlenderten dann gemütlich zurück zum Auto und fuhren in unsere neue Unterkunft









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