08.01.2025 – 10.01.2025 | New Plymouth – Raglan – Whangarei |
Von New Plymouth ging es nun weiter Richtung Norden und da der eigentlich nächste Stopp schon über Auckland liegt, entschieden wir uns einen Zwischenstop in Raglan zu planen. Den Plan behielten wir auch bei…
Drei Schwestern und ein Drohnencrash
Von New Plymouth ging es an der Küste entlang zu einer Felsenformation, die nur bei Ebbe erreichbar ist. Die drei Schwestern – Three Sisters. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass man zwar an der Küste lang fährt, aber davon wenig sieht, da die hinter einem Gebirgszug liegt und man auf der Bergseite die Straße fuhr. Aber das tat dem ganzen nichts ab, denn die Fahrt durch den Urwald ist immer wieder interessant.
Wir kamen am Parkplatz bei den drei Schwestern an und erstmal kamen uns Leute mit schwarzen Füßen entgegen. Wir entschieden uns für Schuhe anlassen, und das war nicht die dümmste Idee. Der Weg zu den Felsen ging durch die Flussmündung des Tongaporutu-Flusses, das aber nur ein schmaler Streifen war. Dort, wo sich der Fluss aktuell zurückgezogen hatte und der eigentlich Weg war, war jedoch nur Matschepampe, also eigentlich perfekt für Schlammcatchen, aber dafür waren wir ja nicht hier. Alle, die hier barfuß langliefen waren eher unterwegs wie auf rohen Eiern, denn der Boden war einfach glitschig und die Ausrutschgefahr nicht klein. Das hat man auch an den Spuren gesehen, dass hier der ein oder andere wohl einen Stunt hingelegt hat. Aber wir fanden einen ganz guten Weg, um das Flussbett halbwegs trockenen Fußes zu durchqueren und am Strand anzukommen, wo der Boden dann wieder normaler Strandsand war (also in großen Teilen schwarzer Strandsand, der aber auch ein bisschen gemischt war mit hellem Sand). Am Ende des ersten Abschnittes des Weges lag dann der Elephant-Rock, ein riesiger Felsen, der bei genauerer Betrachtung eben aussah wie ein Elefant. Im Berg direkt waren zwei Höhlen, durch die man durchgehen konnte und an der Spitze war nochmal ein Bogen, durch den man hätte durchlaufen können, wobei alle mit Wasser gefüllt waren und wir diesmal nicht durchliefen.

Wir liefen also am Elephant Rock vorbei, denn im Hintergrund konnte man schon die einzeln verteilten Felsen sehen, die als die „Three Sisters“ bekannt sind. Erst dachte ich, dass die 3 Felsen, die oben im Bild im Hintergrund auch sichtbart sind, die drei wären, aber Fehlanzeige. Etwas versteckt stand noch ein riesiger Felsen, der die dritte Schwester darstellte. Die Felsen stehen alle frei und sind teilweise von Wasser umgeben und man sieht auch, warum man nur bei Ebbe hin kann, denn einer stand bereits im Wasser. Wir liefen also zu den Felsen, die sich farblich sehr unterschieden und interessante Schichten von Gestein enthielten. Ein bisschen hinter den drei Schwestern gab es nochmal einen Küstenvorsprung, der ebenfalls einen Durchgang enthielt. Durch den bin ich dann durchgelaufen um auf der anderen Seite etwas spitzeln zu können. Den konnte man aber nun wirklich nur noch barfuß durchlaufen, also Schuhe aus und rein ins kalte nass. Auf der anderen Seite konnte man dann die zerklüftete Küste gut sehen, die ein bisschen ähnlichkeit mit den Pancake-Rocks hatte, zumindest was die äußere Struktur der Küste anging. Auch ein riesiger Felsüberrest mit einem Tor drin stand noch dort, aber da Stefan nicht mitgekommen ist, wollte ich ihn auch nicht solange warten lassen und dreht dann wieder um, und ging zurück.
Leider hat es Stefan etwas erwischt, so dass wir etwas langsamer machen wollten und mussten. Und kleiner Spoiler, mich hat´s jetzt wo ich hier schreibe, auch ein bisschen erwischt. Die Wetterumschwünge sind vielleicht doch nicht so förderlich…Aber wir beißen uns durch und schmeißen uns Paracetamol rein, dass man hier im Supermarkt kaufen kann. In Deutschland eher undenkbar…
Aber das soll jetzt nichts weiter zur Sache tun. Wir schlenderten also wieder zurück zum Elefanten, den wir uns jetzt auch von vorne mal anschauten, wo man den Rüssel auch mal ordentlich anschauen konnte 🙂

Zurück liefen wir wieder den vorherigen Weg und im Nachhinein wurde uns dann auch klar, dass wir echt Glück hatten, denn wir hatten gar nicht auf dem Schirm, dass man hier nur bei Ebbe her konnte. Erst als wir in unserer To-Do-Liste nachschauten, stand extra drin, dass es nur bei Ebbe geht. Also, vorher unbedingt schauen, ob grad Ebbe ist oder einfach auf Glück hinfahren, so wie wir, und Glück haben, dass eben grad Ebbe ist 🙂
Von den Three Sisters ging es dann weiter Richtung Raglan, vorbei am Four Brothers Scenic Reserve. Also den 4 Brüdern, auch wenn das schon weit weg war von den drei Schwestern. Aber ich fand das irgendwie bisschen witzig…Wir hielten aber in dem Gebiet nicht an, sondern fuhren direkt zu den Bridal Veil Falls, auch wenn das Wetter wieder sagte „leck mich“. Aber ihr wisst ja, Jacke an und los geht´s. Zur ersten Aussichtsplattform war es auch nicht weit vom Parkplatz aus, doch dort ging auch ordentlich Wind, so dass wir das Stativ auch ordentlich beschweren mussten, damit es halbwegs stabil stand und wir unser Langzeitfoto machen konnten.
Wir konnten von oben natürlich auch nach unten schauen, wo eine Handvoll Menschen stand und wir beschlossen, die über 200 Treppenstufen nach unten zu laufen (auch in dem Wissen, dass wir die wieder hoch mussten). Auf der Hälfte des Weges gab es nochmal eine Aussichtsplattform, von der man eben auch mittig auf den Wasserfall schauen konnte, aber wir wollten eben nach unten. Aber runter geht auch immer einfacher als hoch, aber das brauch ich wohl niemanden erzählen. Also liefen wir weiter die Treppen runter, bis wir die Plattform unten erreichten. Auf dem Weg nach unten trafen wir noch einen älteren Herren mit seinen Enkeln, der uns erzählte, dass unten im Abfluss des Wasserfalls ein großer Aal lebt. Diese Viecher sind ja echt nicht mein. Aber okay…
Der Blick von hier unten hoch auf den 55m hohen Wasserfall war schon nicht sooo schlecht. Zumal der Rahmen für den Wasserfall sehr interessant aussah. Die Felsen rund um den Pool bestehen nämlich hauptsächlich aus weichem Sandstein, der vom Fluss abgetragen wurden und ein großes Amphitheater gebildet hat. Der Überhang ist ein großes Band aus hartem Basaltgestein (das von einem etwa 1,5 km entfernten Vulkan stammt), das ähnlich von der Struktur ist, wie der Gigants Causeway in Nordirland, wo die Basaltsteine meist sechseckige Säulen sind.

Während wir also dort unten standen, kamen noch eine handvoll Leute, unter anderem wohl zwei Hawaiianer (konnten wir nicht abschließend klären, aber er hatte eine Flagge dabei, die aussah wie die Flagge von Hawaii), wobei der Mann an den Rand des Pools geklettert ist und den Wasserfall gehuldigt hat. Keine Ahnung wie man das ausdrücken soll, aber er hat gesungen und eine kleine Schale bei sich gehabt, wo wohl Wasser drin war. Vielleicht muss man dazu sagen, dass die Ureinwohner Hawaiis und die Ureinwohner Neuseelands (Maori) ein gemeinsames polynesisches Erbe und eine kulturelle Verwandtschaft aufweisen. Wir haben einen kleinen Videoschnipsel gemacht, aber leider hört man da fast nichts, zumal wir auch nicht schnell genug waren.
Stefan machte dann noch ein Foto von beiden, bevor er sich wieder der Suche nach dem Aal machte. Ich konnte nur einmal kurz den Schwanz sehen, bevor er wieder unter den Steinen verschwand. Nachdem wir dann auch wieder alleine auf der Plattform waren, wollte Stefan gern nochmal Drohne fliegen, was wir dann auch taten. Doch irgendwie ging ihm der blöde Aal nicht aus dem Kopf und er wollte gerne unter der Plattform luschern bzw nah an die Plattform fliegen. Soweit so gut, aber dann eine falsche Bewegung (wir müssen wirklich mehr Fliegen üben) und fopp, flog die Drohne gegen die Plattform und fiel zwischen zwei dicke Steine ins Wasser. Tja, was nun? Kaputt? Stefan schwang sich über die gar nicht so niedrige Brüstung und kletterte auf den Stein (und plumpste fast ins Wasser) und friemelte die Drohne wieder hoch, vergas aber im Adrenalin, nach dem blöden Aal zu gucken, weil er war ja nun sowieso am Wasser…
Na jedenfalls war der erste Test der Drohne nicht so befriedigend, so dass wir sie erstmal einpackten und hofften, wenn sie im Hotel getrocknet ist, dass sie schon irgendwie wieder funktionieren würde (Spoiler: hat geklappt).


Dann hieß es, die 250 Stufen wieder hochmaschieren. Mit ein zwei Päuschen klappte das aber ganz gut und so kamen wir an der oberen Plattform wieder an und unterhielten uns noch mit zwei Neuseeländern über die Vogelwelt und Zealandia in Wellington, wo die beiden in der Nähe des Vogelparks leben. Das war ein ganz nettes Gespräch und Stefan zeigte stolz unsere Bilder vom Kaka und Fantail :p
Danach ging es durch den Urwald noch ein kurzes Stück zurück zum Parkplatz und dann nach Raglan, wo wir in unserer Unterkunft für eine Nacht eincheckten.

Bildergalerie
Surferparadies und eine lange fahrt und ein paar arme Ritter
Der nächste Tag begann sonnig in Raglan, einem kleinen Ort, der aber sehr beliebt bei Surfern ist und so begannen wir den Tag im Ort mit einem Frühstück, bevor wir an ein paar Stränden und zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Küste fuhren. Überall konnte man die Surfer im Wasser sehen, die teilweise wie kleine Punkte wirkten. So recht Wellen wollten irgendwie nicht aufkommen, aber der ein oder andere versuchte es trotzdem. Nachdem wir Raglan und die umliegenden Strände etwas abgeklappert hatten, ging es Richtung Norden, mit kurzen Zwischenstopp in Auckland, um dann weiter Richtung Whangarei zu fahren. Hier gibts aber nicht viel zu berichten, deswegen machen wir gleich weiter mit dem nächsten Tag. Denn wir wollten am nächsten Tag mit dem Schiff zu den Poor Knight Islands (Arme Ritter Inseln), die mitten im Ozean vor der Küste von Tutukaka lagen. Die Poor Knight Islands sind beschrieben als Paradies für Vögel und Fische und hier wird vor allem geschnorchelt und getaucht. Es wurden also knapp 70 Leute auf das Schiff gebracht, alle bekamen einen Neopren-Anzug, außer wir, denn wir wollten nicht Schnorcheln, sondern eigentlich Fische und Vögel beaobachten. Doch irgendwie sollte es so nicht kommen. Die Fahrt zu den Inseln war easy und entspannt, wenig Wellengang, aber ne steife Brise, Sonne und Wolken wechselten sich immer schön ab, sprich, kein Regen 🙂
Bei den Inseln angekommen, musste der Kapitän einen anderen Liegeplatz wählen, da der sonstige etwas voll war. Wir schauten ins Wasser und dachten, LECKER, denn dort schwammen quallenähnliche Organismen. Da hätte mich keiner reinbekommen. Und auch das Kanu und Stand-Up Paddel verschmähten wir, weil uns irgendwie nicht so richtig danach war. Jedenfalls pellten sich die 68 anderen Leute in die Neoprenanzüge und gingen dann 2 h Schnorcheln. Bis auf zwei Tölpel sahen wir aber leider auch nicht so wirklich viel von der groß angepriesenen Tierwelt. Denn das Wasser war zwar klar, aber durch diese quallenähnlichen Organismen sah man eigentlich nichts. Erst als sich das schiff wieder in Bewegung setze, sahen wir einen großen Schwarm mit blauen Fischen und dann später nochmal einen anderen Fischschwarm.
Wir fuhren dann noch in die größte Meereshöhle der Welt, wo auch ab und an Konzerte drin statt finden und durch einigen riesigen Torbogen und vorbei an drei Felsen, auf denen dann auch wirklich Tiere waren. Neben den Tölpeln noch zwei Kormorane, ein paar Sturmtaucher und eine seltene kleine Möwenart, die nur hier lebt. Die einzelnen Inseln darf man im Übrigens nur mit Ausnahmegenehmigung betreten, ansonsten drohen Strafen bis zu 100.000 Euro. Sie sind ein Naturreservat und es gibt eine Schutzzone, so dass man dort auch nicht Angeln darf. Tauchen ist aber erlaubt, ebenso das man mit nem dreckschleudernden Boot hinfahren kann…
Die Inseln sind im übrigen vulkanischen Ursprungs und wurden von James Cook entdeckt, der wohl die beiden Hauptinseln als liegende Ritter sah. Daher der Name. Ob das jetzt so stimmt, wer weiß das schon 🙂
Danach ging es zurück Richtung Festland, wo vorher noch ein kurzer Stopp gemacht wurde, denn dort schienen Mantas rumzuschwimmen, doch bis auf zwei kurze Flügelschläge war für uns nichts zu sehen. Alles in Allem hat uns die Fahrt nicht so richtig angesprochen und unsere Erwartungen waren wohl ein bisschen zu hoch, aber es war ein netter nachmittag auf dem Ozean bei gutem Wetter. Manchmal muss auch das reichen 🙂
Also ging es ab zurück ans Land, wo wir dann wieder zurück zur Unterkunft fuhren, denn die war wirklich nett, mit einer tollen Aussicht und einem tollen Sonnenuntergang.

Bildergalerie










Hinterlasse einen Kommentar