06.01.2025 – 07.01.2025 | New Plymouth |
An unserem ersten vollen Tag in New Plymouth wollten wir doch tatsächlich eine Runde wandern, also suchten wir uns den Dawson (Wasser-)Fall raus, der etwas westlich von Mount Taranaki gelegen war. Wir fuhren also bei eigentlich gutem Wetter los, doch je weiter wir fuhren, desto schlechter wurde das Wetter…
Wo ist Mount Taranaki?
Am Ziel angekommen, erwartete uns ein voller Parkplatz, eine tiefhängende Wolkendecke und Nebel. Aber wir ließen uns nicht abschrecken, zogen unsere wettertauglichen Klamotten an und stiefelten frohen Mutes los. Doch schon als wir auf den ersten Weg einbogen, direkt in den Regenwald rein, war der Mut ziemlich davongeblasen. Der Untergrund war eigentlich nur eine große Pfütze, so dass wir grad mal 100m weit kamen, bevor wir uns entschlossen, den direkten Weg zum Wasserfall zu nehmen. Eigentlich wollten wir von unten auf den Wasserfall gucken, nun aber „mußten“ wir den kürzeren Weg nehmen, der uns zu einer Aussichtsplattform führte, wo man von oben auf den Wasserfall schauen konnte. Da war zum Glück auch nicht so viel los, so dass wir das ein oder andere Bild mit Langzeitbelichtung machen konnten. Wir überlegten noch, ob wir die Treppen, die hinunter führten, laufen wollten, entschieden uns aber dagegen. Also packten wir unsere Sachen zusammen, nachdem wir uns den Berg zum Parkplatz hochgequält hatten, und fuhren in einen der offenen Gärten: „Hollard Gardens„.
Zu unserer Überraschung, oder eigentlich auch nicht, war hier nichts los, so dass wir das große Areal fast für uns alleine hatten. Der Garten wurde von Privatleuten vor fast 100 Jahren nach und nach angelegt und bepflanzt und erinnert an die weitläufigen englischen Gärten. Wir schnappten uns also eine Karte und liefen durch den Garten und fotografierten diesmal die kleinen und feinen Blüten der bunten Pflanzenvielfalt. Das war uns alles tausend mal lieber, als durch den Matsch zu irgend einem Aussichtspunkt zu laufen, wo man Mount Taranaki so oder so an diesem Tag nicht gesehen hätte. Und was man noch sagen muss, der Garten, so unscheinbar er auch ausgeschildert war und nicht sonderlich groß beworben, hat uns wirklich positiv überrascht. Denn er ist frei zugänglich, hat eine Grillecke, die ebenfalls für alle zugänglich ist, ein Center mit der Geschichte des Gartens, eine kleinen Bibliothek und sogar Kaffee/Tee umsonst. Jetzt nicht der italienische Espresso, aber Kaffee 🙂
Sprich, wir würden Hollard Garden auf die Empfehlungsliste setzen, für all jene, die gerne eine bunte Auswahl an Pflanzen schätzen oder vom trubeligen Mount Taranaki/New Plymouth etwas Abstand brauchen. Oder einfach für alle, die Gärten mögen 🙂

Nach dem Garten fuhren wir noch zu einem See, von wo man an schönen Tagen Mount Taranaki sehen kann, der sich, im optimalen Fall, im See spiegelt. Das Glück hatten wir am heutigen Tag nicht, auch nicht, dass der Berg seine Spitze zeigte. Stattdessen verhüllte wieder eine Wolkenmütze den oberen Teil des Vulkans, dafür verzogen sich die Wolken aber etwas, je weiter wir wieder Richtung Küste fuhren. Und New Plymouth liegt direkt an der Küste und der See ist unweit von New Plymouth entfernt. Und statt einen unverhüllten Taranaki zu sehen, haben wir einen Haufen Gänse und viele viele schwarze Schwäne gesehen, die sich auf dem See tümmelten, oder eben davor.


Vom See ging es dann zurück nach New Plymouth, wo wir zum einen Abend essen waren und uns dann spontan entschieden, nochmal zum See zu fahren, da es ein schöner Sonnenuntergang werden sollte. Doch der Zugang zum See wurde um 20.30 Uhr geschlossen, so dass wir uns fix ein anderes Plätzchen suchen mussten. Wir fuhren eine Weile auf Mount Taranaki zu und fanden eine Einfahrt zu einem Grundstück, von wo wir einen tollen Blick hatten. Dort verweilten wir, bis die Wolken ihre Farbe verloren hatten und kehrten Richtung Stadt zurück, wo wir noch einen kurzen Umweg ans Wasser fuhren und den bunten Himmel nochmal zu Gesicht bekamen. Danach kehrten wir in die Unterkunft zurück.


Bildergalerie
Mützenfreier Taranaki
Der nächste Tag sollte ein sonnenverwöhnter Tag werden, zumindest so die Vorhersage. Und so machten wir uns schon recht zeitnah auf den Weg. Wir hatten uns diesmal einen anderen Aussichtspunkt für Taranki rausgesucht, doch bevor wir dahin fuhren, machten wir nochmal einen Abstecher zum See Mangamahoe. Und wir hatten Glück, zum einen war nichts los und zum anderen konnten wir den Vulkan tatsächlich ohne Mütze sehen, zwar nicht als Spiegelung, aber mit dem See im Vordergrund, ein Träumchen, oder?

Vom See aus ging es dann weiter zur Kent-Straße, die wohl doch weniger kennen als gedacht. Das ist eigentich nur eine Seitenstraße, aber von hier hat man teilweise einen super Blick auf den Vulkan. Auch eine kleine Anhöhe, wo sich viele einfach mittig auf die Anhöhe stellen. Das haben wir mal gelassen, aber auf die Straße hab ich mich dennoch gestellt, denn die Straße läuft optisch direkt in den Berg hinein. Von der Kent-Straße ging es dann zur von uns auserkohrenen Aussichtsplattform. Der Weg den Berg hinauf war schon recht abendteuerlich und hübsch, denn der Weg war gesäumt von vielen Farnen und anderen Bäumen. Wenn man sich den Vulkan von oben anschaut oder auf der google maps Karte, dann sieht man, dass es ein sehr runder Vulkanfuß ist.

Doch das ist leider nicht ganz auf natürliche Weise entstanden…Im Jahr 1881 wurde ein kreisförmiges Gebiet mit einem Radius von 9,6 km um den Gipfel als Waldreservat geschützt. Später kamen Gebiete hinzu, die die älteren vulkanischen Überreste umfassten, und im Jahr 1900 wurde das gesamte Gebiet zum Egmont-Nationalpark erklärt, dem zweiten Nationalpark Neuseelands. Es gibt Teile des Nationalparks, in denen alte Wälder zu finden sind. Mit intensiv bewirtschafteten Milchviehweiden bis zur Parkgrenze ist die Veränderung der Vegetation auf Satellitenbildern kreisförmig scharf abgegrenzt.
Soviel zur Geschichte des Kreises. Wenn ihr mehr über Taranaki erfahren wollt, dann einfach Bescheid geben. Taranaki ist im übrigen der Maori-Name. Im englischen Sprachgebrauch heißt er Mount Egmont (So wie auch Cape Egmont, Egmont Nationalpark usw.). Aber papperlapapp, wir fuhren also zum Aussichtpunkt hoch und kamen dort auf einem großen Parkplatz an, der zum Glück nicht sonderlich voll war und von wo sich Mount Taranaki schon wunderbar zeigte. Statt der eigentlich Plattform, wanderten wir erstmal einen Weg hoch, wo wir zu einer sehr hohen Hängebrücke kamen. Unter der Brücke konnte man ein leeres Wasserbett sehen. Die Brücke war wohl noch recht neu (2018 gabs die Brücke noch nicht und leider finde ich keine weiteren Infos auf die Schnelle), aber mir einfach viel zu hoch, zumal man unten durch schauen konnte und bei der Höhe war mir das wirklich nichts. Bis knapp zur Hälfte hab ich es geschafft, aber dann war Ende Gelände.
Wir liefen den Weg dann gemütlich wieder runter zum Parkplatz, wo wir noch einen kleinen Abstecher auf einen anderen Weg machten, der aber nach 5 Minuten schon woanders hinführte, wo wir nicht hin wollten, aber dennoch einen tollen Blick auf den Berg ermöglichte und vor allem, da wenig belaufen, auf den Wegesrand, wo viele verschiedene Moose und Flechten wuchsen. Da bot sich auch mal die Chance, in Ruhe ein paar Bilder des Wegesrandes zu machen…



Danach liefen wir zum eigentlichen Aussichtspunkt, der nicht mal fünf Minuten vom Parkplatz entfernt war. Aber das war nur halb so spannend, wie zur Brücke zu laufen, auch wenns anstrengender war 🙂 Dafür war aber jemand so nett und hat noch ein Foto von uns gemacht. Normal sagen wir ja immer höflich nein danke, aber ab und an, darf das gern mal sein.
Da das Wetter am heutigen Tag so klasse war, beschlossen wir noch in den Pukekura Park, ein öffentlicher Park mitten in New Plymouth zu gehen, wo es ein Farn- und Tropenhaus gibt. Das war genau der richtige Zeitpunkt, um den Berg zu verlassen, denn die Wolken zogen nun wieder vor die Spitze. Im Park angekommen haben wir erstmal das Teehaus besucht und was gefuttert, um dann gestärkt uns umzusehen. Direkt beim Teehaus gab es einen See mit einer alten Brücke, die ein komischwes Gerüst hatte. Das sah wirklich etwas komisch aus, aber darüber machten wir uns zu diesem Zeitpunkt noch keine Gedanken. Erst später am Tag sollte uns klar werden, was es damit auf sich hat.
Wir liefen also ein Stück um den See herum und fanden dort einen kleinen Wasserfall. Stefan drückte dann an einer Taste, die neben dem Wasserfall stand, und auf einmal wurde es ein richtiger Wasserfall, wo ordentlich Wasser runterkam. Sprich, man konnte per Knopfdruck die Wassermenge regulieren. Und auch dieser Wasserfall sollte am Abend noch eine andere Rolle spielen. Doch dazu später mehr. Denn erstmal ging es, wie angedacht, ins Farnhaus, denn das schloss um 16 Uhr und wir wollten das auf keinen Fall verpassen.
Das Farnhaus besteht aus drei in einen Hang gegrabenen Höhlen mit Glasabdeckung. Sie befinden sich unterhalb des normalen Bodenniveaus und schaffen so eine gemäßigte Umgebung, in der eine Vielzahl von Zimmer- und Freilandpflanzen aus der ganzen Welt gezeigt werden kann. Der Hang wurde von Hand ausgehoben und die Verbindungen der drei Häuser (Tunnelaufgänge/-abgänge) müssen heute regelmäßig feucht gehalten werden, damit diese nicht die Stabilität verlieren. Neben den Farnen und Orchideen und Fuchsien gab es auch Hortensien, Zinnien, Dahlien und vieles mehr zu bestaunen. Irgendwann pflanzen wir auch mal Baumfarne. Die sind toll und spenden auch gut Schatten und hübsch aussehen tun sie ausserdem :p
Nachdem wir durch die drei Häuser durch waren, ging es noch zur Te Rewa Rewa Brücke, die über den Waiwhakaiho-Fluss führt und teil des Küstenwanderwegs ist. Sie ist quasi ein ikonisches Bauwerk, was für Touristen super beliebt ist, weil man an schönen Tagen durch das Gebilde (sind das Walknochen?) am Ende Taranaki sehen kann. Wir hatten zwar einen schönen Tag, aber Taranaki hatte gefühlt sein Pension für heute erreicht. Aber wir gaben nicht auf, so dass wir am Abend zum Sonnenuntergang nochmal hinfuhren, und siehe da. Alles richtig gemacht.


Nachdem wir der Brücke, die natürlich nicht nur für Touristen ein Magnet ist, auch Einheimische und Neuseeländer selbst schauen sich die Brücke an und natürlich wird sich auch einfach genutzt, fuhren wir nochmal in den Pukekura Park, denn seit Dezember ist hier abends eine Lichter- und Sound-Show. Das heißt, das an verschiedenen Stellen im Park Lichtinstallationen von Künstlern zu finden sind, die zugleich mit Soundinstallationen bespielt werden. Wir dachten, was soll da schon groß voll sein, so mitten in der Woche. Doch damit hätten wir nicht gerechnet. Der Park war voll! Gefühlt war halb New Plymouth vor Ort und genoß die Abendliche Lichtershow, die täglich nur knapp 2,5 h dauert, da es ja erst recht spät dunkel wird. Von 20.30 – 23.00 Uhr ist der Park dann erhellt mit bunten Lichtern, auf dem See fahren kleine beleuchtete Boote und der Wasserfall sah auf einmal auch ganz anders aus, genauso wie die angesprochene Brücke. Und noch was offenbarte sich an diesem Abend: Vom Teehaus konnte man die Spitze des Vulkans sehen. Während des Tages war das irgendwie nicht möglich…Die Brücke über den See, mit ihrem komischen Gerüst, sah am Abend ebenfalls völlig verwandelt aus und so machte das Geürst auf jedenfall Sinn.


Wir spazierten also zum Wasserfall, ein Stück um den See, wo die riesigen Baumfarne beleuchtet wurden, zur Brücke und drüber hinweg bis hinein in einen kleinen Baumfarnwald, der in ein tiefes rot getaucht war. Das war wirklich klasse und beeindruckend, auch wieviele Familien hier waren. Ein tolles Angebot für eine vgl. kleine Stadt.









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