01.01.2025 – 02.01.2025 | Auckland – Wellington |
Dieses Jahr zeigt sich das Wetter von seiner ungewöhnlichen Seite – selbst die Einheimischen sind dieser Meinung. Am ersten Tag des neuen Jahres hatten wir jedoch Glück: Als wir uns auf den Weg zum Frühstück machten, brach die Sonne gelegentlich durch die lockere Wolkendecke.
Lost in Devonport
Wir hatten durch unsere kurzfristige Planänderung entsprechend auch keinen richtigen Plan-B für den Tag, starteten aber mit einem Frühstück beim Kingsland Social, wo wir dann auch darüber grübelten, was wir mit dem Tag anfangen. Nachdem wir einiges wieder verworfen hatten, entschieden wir uns mit der Fähre auf die andere Seite von Auckland zu fahren, nämlich nach Devonport. Gar nicht so richtig mit einem Ziel, eher bisschen rumstreunen und das Leben genießen, so dass wir nach der kurzen Fährfahrt, von wo man einen fantastischen Blick auf die Skyline von Auckland hatte, in einem Restaurant landeten. Genauer gesagt in einem irischen Pub, wo wir uns in den Biergarten setzten und zu unserer Überraschung auch noch Live-Musik gespielt wurde. Der Typ – leider hat er seinen Namen nicht gesagt – war „nur“ zu Besuch in der Heimat, lebt und arbeitet nämlich den Rest des Jahres in China, spielte alles mögliche, was eben in so einem Biergarten gut geht. Ich hab sogar ein Bier gewonnen auf seine Kappe, aber da hatten wir schon selbst bestellt. Wir konnten nämlich Hotel California an den ersten Takten erraten. Wir haben ihm das Bier dann entsprechend erspart, denn zwei Bier hätte ich bei dem Wetterchen (die Sonne bekam nämlich die Oberhand) nicht vertragen. Einen Mitschnitt der Musik findet Ihr in der Galerie.
Wir streunerten dann noch etwas durch Devonport und fuhren dann wieder mit der Fähre zurück nach Auckland, wo wir noch in eine Bar gingen, uns etwas zu trinken gönnten und dann war der Tag auch irgendwie schon verbummelt 🙂 Zumal wir am nächsten Tag relativ früh raus mussten, denn unser Flieger nach Wellington ging um 10:10 Uhr.

Bildergalerie
Vogelparadies – Zealandia
Wie gesagt, der nächste Tag startete früh, bereits gegen 8 Uhr saßen wir im Auto, um Richtung Flughafen zu düsen, denn wir mussten auch noch unser Auto abgeben und dann unser Gepäck einchecken. Aber das lief alles äußerst problemlos. Auch unser Flieger war pünktlich, so dass wir um 10:10 Uhr losflogen und gegen 11:30 in Wellington ankamen und unser Auto für die Nordinsel abholen konnten.
Wir hatten für den Tag einen Besuch in Zealandia geplant. Zealandia ist das weltweit erste vollständig eingezäunte städtische Ökosystem, das darauf abzielt, die Wald- und Süßwasser-Ökosysteme des Tals so weit wie möglich in den Zustand vor der Besiedlung zurückzuversetzen.
Um einen Stausee herum gelegen, beherbergt Zealandia einige der seltensten und außergewöhnlichsten Wildtiere Neuseelands, die alle in diesem Schutzgebiet wild leben. Das Gelände ist 225 Hektar groß, und beherbergt neben den Tieren auch eine große Vielfalt an heimischen Pflanzen, sei es der Baumfarn oder der Rata-Baum. Frohes Mutes ging es also hinein ins Getümmel. Mehrere (Wander-)Wege führen durch den Park, wir entschieden uns für die „einfache“ Runde und konnten uns eigentlich kaum vorstellen, in dem riesigen Park überhaupt etwas zu sehen. Aber schon nach ein paar 100 Metern trafen wir auf eine geführte Gruppe und reihten uns da kurz ein, denn der Guide erklärte gerade, wo sich der Tuatara aufhält. Der Weg war hier mit einem Gitter zum Dschungel abgesperrt, aber hinter dem Gitter konnte man an verschiedenen Stellen, die auch markiert waren, schauen, ob sich da ein Tuatara befindet. Ihr fragt Euch, was ein Tuatara ist?

Tuatara sind, insbesondere für Stefan, faszinierende Reptilien und die letzten Überlebenden der Rhynchocephalia, einer uralten Reptilienordnung, die vor 65 Millionen Jahren fast vollständig ausstarb. Heute gibt es nur noch zwei Unterarten: den Brother’s Island Tuatara und den häufiger anzutreffenden Northern Tuatara.
Diese nachtaktiven Tiere sind perfekt getarnt, mit grünlich-brauner Färbung und einem Stachelkamm, der bei Männchen stärker ausgeprägt ist. Interessanter Fakt nebenbei ist, dass das Geschlecht ihrer Nachkommen von der Bodentemperatur bestimmt wird, und sie können über 100 Jahre alt werden, wenngleich die Tiere noch nicht gut erforscht sind. Einst weit verbreitet, wurden sie durch eingeschleppte Säugetiere wie Ratten fast ausgerottet. Heute leben Tuatara auf 32 isolierten Inseln sowie in eingezäunten Schutzgebieten wie Zealandia, wo sie seit 2009 erfolgreich brüten.
Für die Māori gelten Tuatara als Boten des Gottes Whiro und haben eine tiefe kulturelle Bedeutung.
Neben diesem lebenden Fossil waren wir aber vor allem wegen der Vögel da und Stefan wollte unbedingt einen Kaka (einen Papageien) in freier Natur sehen. Wir behaupten mal, dass Zealandia sowas wie freie Natur ist und wir haben, nachdem sie uns um den Kopf geflogen sind und sich immer in den Wald geflüchtet hatten, doch zwei drei kleine Gelegenheiten, sie ins richtige Licht zu rücken. Und nicht gerade, wenn sie am Futtertrog saßen und in die leeren Schalen schauten.

Neben dem Kaka haben wir auch noch Tuis, Fantails, Kormorane, Whitehead (Weißköpfe), Sattlebacks (Sattelvogel) und Kerurus gesehen, aber auch einen kleinen Papageien, den Kakariki, den wir aber nur mit den Augen sehen konnten. Sie sind halt alle frei und setzen sich eben nicht hin und zeigen sich, nur weil man das grad will. Also hieß es, Geduld mitbringen. Und ich glaube, wir haben das ganz gut hinbekommen.
Nachdem wir durch den Park durch waren, fuhren wir in Wellington noch in die Innenstadt, wo wir bei einem Vietnamesischen Restaurant einkehrten, bevor wir etwas außerhalb von Wellington in unserem Bed and Breakfast eincheckten und dort den trockenen Abend auf der Terrasse verbrachten.









Hinterlasse einen Kommentar