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Sonne lacht – Blende 8

Sonne lacht – Blende 8

26.12.2024 – 28.12.2024 | Dunedin – Alexandra – Ohau |

Nun haben wir die Südinsel fast hinter uns, aber mit einem neuen Teilstück, dass wir uns vorher noch nicht so angeschaut haben. Central Otago. Ein Teil, wo nicht nur viel Obstanbau (Steinobst), sondern auch Weinanbau betrieben wird. Dazu aber später mehr.

Der Sonne entgegen

Erstmal ging es von Dunedin in unserem „neuen“ Auto in Richtung Shag Point. Doch bevor wir aus Dunedin rausfuhren, haben wir noch ein paar fehlende Graffitis gesucht. Da sind wir dann auch in Stadtteile gefahren, die wahrlich nicht schön waren, sondern eher abgeranzt. Insbesondere dort, wo die Studenten wohnen. Runtergekommene kleine Häuser, die aktuell fast alle leer stehen, vermutlich weil Ferien sind. Aber wohnen möchte man da ehrlicherweise nicht. Dafür gab es aber noch das ein oder andere wirklich tolle Graffiti, zum Beispiel das folgende, das zeigt, wie es um die heimische Vogelwelt bestellt ist:

Das Bild zeigt groß den Moa (als Skelett), einen seit langem ausgestorbenen Großvogel – etwas ähnlich wie der Emu vom Aussehen – der nicht fliegen konnte.

Nachdem wir uns dann aus Dunedin verabschiedet hatten, ging es an der Küste entlang zum Shag Point, einem Aussichtspunkt, von wo man mal wieder, dicke Faulpelze sehen konnte. Eigentlich heißt „Shag“ ja gar nicht Robbe oder so, sondern Kormoran. Aber davon haben wir eigentlich nur zwei durch die Robbenkolonie fliegen sehen. Am Shag Point gibt es ähnliche wie bei den Moeraki Boulders noch die sogenannten Katiki Boulders, die eine ähnliche entstehungsgeschichte haben, jedoch in härteres Material eingebettet sind und weniger große und gleichförmig wie die Moeraki Boulders sind. Dafür wurden in den Katiki Boulders Fossilien gefunden von Dinosauriern. Gesehen haben wir die Steine bzw. Kugeln diesmal nicht, vermutlich weil auch grad die Flut im Anmarsch war, oder, was viel wahrscheinlicher ist, dass einer der dicken Faulpelze auf denen lag 🙂

Zu den Moeraki Boulders sind wir aber auch gefahren, das sie quasi auf dem Weg lagen. Wie diese entstanden sind, könnt ihr gern auch hier nochmal nachlesen. Leider war sowohl der Strand als auch das Wasser diesmal sehr von Algen versetzt, so dass es uns diesmal überhaupt nicht gefallen hat. Dazu war es auch noch recht voll – und ja, wir waren genau zur Mittagszeit dort, so dass wir genau in den Touristenstrom rein sind, aber selbst die Bilder wollten nicht gelingen. Wir haben aber noch eine Chance, solche Boulders/Kugeln zu sehen, nämlich ziemlich am Ende unserer Reise im Norden der Nordinsel.

Da wir die Moeraki Boulders dann doch recht fix wieder verließen, konnten wir unseren Weg fortsetzen. Wir fuhren dann direkt auf eine Straße, die wenig befahren und durch das zentrale „Hinterland“ führte, mit viel Landschaft, die aber leider mal wieder in grau gehüllt war. Dafür hatten wir viele lange Straßen für uns, die sich durch die karge Landschaft schlängelte. Doch die Kargheit schmälerte nicht die Größe und Weite dieser Landschaft. Gebirgszüge umschlossen riesige Felder (diesmal sogar mit etwas Raps und Getreide) ein und mittendurch ging dann wieder eine Straße. Und eine dieser Straßen, wieder einmal ein Schotterweg, führte uns nach St. Bathans, einem kleinen Ort, der, wie so viele, zur Blütezeit des Goldrauschs von großer Bedeutung war. Wir wollten hier vor allem den Blue Lake anschauen, der durch die damaligen umfangreichen Bergbauaktivitäten entstand. Die zur Hochzeit 2000 Bergleute gruben eine fast 170 Meter tiefe Grube, die irgendwann nicht mehr weiter bearbeitet werden konnte, aufgrund der naheliegenden Stadt, so dass das Gebiet geflutet wurden und der heutige See entstand. Durch die vielen Mineralien in den umliegenden Felsen hat der See die heutige intensive blaue Farbe. Umringt ist der See von vielen weißen Quarzsäulen, wo auch noch alte Rohre , die für die hydraulische Aushebung genutzt wurden, als alte Zeitzeugen vor sich hin verrotten. Ansonsten erinnerte das ganze jedoch stark an die Clay Cliffs, die eine ähnliche Form haben.

Links sind die Felsformationen in St. Bathans | Rechts sieht man die Clay Cliffs (Besuch Anfang 2023)
Hier sieht man aber auch gut den Unterschied zwischen Quarz und Ton.

Von St. Bathans ging es dann quasi durch das Hinterland bis nach Alexandra, wo dann auch endlich die Sonne durch die Wolkendecke brach. Wir checkten in unserem alten Zugwagon ein und genossen den Abend, indem wir noch ein bisschen die Gegend erkundeten und in Alexandra zu Abend aßen.

und hier geht es zu den Bildern des Tages:

Sonne lacht – Blende 8

Der nächste Tag begann, Überraschung, mit Sonne. Endlich mal mit Sonne aufwachen, statt mit tristem Grau. Also ab ins Auto und los ging es. Wir hatten zuerst eine kleine Brücke mit dem Namen „Shaky Bridge“ – also wackelnde Brücke auf dem Plan. Eine Hängebrücke aus dem späten 19 Jahrhundert und über die wir natürlich dann auch drüber gelaufen sind. Die Brücke überquert den Manuherikia River, einem Fluss, der bei Alexandra in den Clutha-Fluss (Maori: Mata-Au-Fluss) mündet, dem längsten Fluss der Südinsel und dem zweitlängsten Fluss Neuseelands. Ist übrigens der Fluss, aus dem ungefähr 240 Tonnen Gold während des Goldrauschs gefördert wurden. Mehr Infos gefällig? Dann kurz bei Wiki reinschauen. Auf der anderen Seite der Brücke war dann eines der erten Weingüter gelegen, die wir an diesem Tag sahen, und nein, für einen Abstecher war es noch zu früh. Hoch über dem Weingut am Berg gab es aber eine andere kleine Besonderheit. Dort wurde eine riesige Uhr (funktionstüchtig) angebaut, die somit von der Stadt aus sichtbar ist. Die Uhr hat den schlichten Namen Clock on the Hill – also: Uhr auf dem Berg. Wurde bereits 1968 installiert und ist 11m hoch. Abends ist sie zudem beleuchtet, aktuell wohl in bunten LEDs. Haben es am Abend leider nicht gesehen, nur tagsüber. Die Installation erinnert ein wenig an den Hollywood-Schriftzug auf den Bergen von Los Angeles. Aber das nur am Rande.

Hier die Clock on the Hill – in der Galerie ist das Bild etwas interessanter – hier ist es nur ein Ausschnitt des Bildes.

Nach der Brücke sind wir zum Alexandra-Lookout gefahren. Eine bis dahin normale geteerte Straße, die wir dann aber weiter fuhren um auf einer Schotterstraße die Little Valley Straße (Kleines Tal Straße) entlangzufahren. Das gesamte Gebiet ist nicht nur Schafweide, sondern auch ausgezeichnet für Mountainbiker, die hier auch unterwegs waren. Das Wetter war ja auch perfekt dafür. Wir verließen uns aber eher auf unseren 4-Beinigen Esel, statt auf den Drahtesel. Zumal die Strecke erstmal ordentlich bergauf geht und hier ist das mit den E-Bikes eher noch nicht so wie bei uns. Jedenfalls gab es super viele markierte Wege für die Biker und das war mit das erste Gebiet, wo es offiziell auch als Mountain-Bike-Strecke ausgezeichnet war. Die Landschaft war eher karg, aber über und über mit Thymian überzogen, der hier die Berge bedeckte. Leider war die Blüte schon rum und der Boden so trocken, dass es zwar nach Thymian roch, die kleinen lila Blüten aber eher selten zu sehen waren. Das ist aber auch etwas, was ich so noch nie gesehen habe, dass ganze Hänge voll mit Thymian bewachsen sind. Schon am Vorabend standen wir auf einer Schotterpiste wo rundherum Thymian stand. Also irgendwie schon cool, für die Schafe aber eher nicht, vermute ich zumindest mal. Was die Landschaft vor allem noch prägte, waren trockenes Gras und vor allem viel viele Felsen und Steine.

Diese Kulisse diente auch als Inspiration und Drehort (noch etwas weiter ins Inland) für „Der Herr der Ringe“, genaugenommen um Rohan, die Reiterstadt. Sieht man sofort, oder?

Die Strecke ging recht lange und da wir die Aussicht auf die Weite und das Wetter förmlich aufsaugten, verbummelten wir hier ordentlich Zeit, fuhren aber bis ganz zum Ende, wo dann die Straße endete und es kein Weiterkommen gab. Den Weg fuhren wir dann natürlich auch wieder zurück und strandeten dann in einem Restaurant in Alexandra, wo wir auf einem schattigen Plätzchen zu Mittag aßen und einen Mocktail (Cocktail ohne Alkohol) genossen. Dann wollten wir eigentlich wandern gehen, aber da die Gegend eben als Weingegend bekannt ist, entschieden wir anders und suchten uns noch ein kleines Weingut raus, wo wir ein kleines Tasting machen wollten. Wir entschieden uns für „The Immigrants“ – oder auch „Ruru“. So heißen die Weine, das Weingut heißt Immigrants – also die Einwanderer, denn die Winzer kommen ursprünglich aus den Niederlanden. Der Ruru ist das Wappentier und Namensgeber für den Wein und ist ein neuseeländischer Uhu. Das Weingut lag an einem kleinen See und es war einfach traumhaftes Wetter, da hat der Wein gleich doppelt gut geschmeckt. Zwar ist die Gegend vor allem für Rotwein bekannt (Pinot Noir), aber ein paar wenige Hektar werden auch mit Weißwein (Pinot Gris, Riesling, Chardonnay und Gewürztraminer) angebaut. Einen Pinot Gris haben wir dann auch erstanden.

Unsere Beute 😀

Vom Weingut ging es dann in Richtung Roxbourgh, wo wir aber noch vorher am Roxburgh Hydro Dam – einem riesigen Staudamm vorbeikamen, wo ordentlich Wasser aus dem Clutha abgelassen wurde. Wie das aussieht, könnt ihr in der Galerie ansehen. Das war schon beeindruckend und dabei war nur eine Schleuse zum Ablassen offen. Dann ging es weiter, denn wir waren auf der Suche nach dem berühmten Steinobst, aber so richtig fündig wurden wir gar nicht. Zumal die „Fruchthäuschen“, wo das Obst frei verkauft wird, entweder leer geräubert oder schon geschlossen hatten. Aber wir hatten Glück, ein Stand war noch offen und dort kauften wir eine ordentliche Portion Kirschen – richtig geile fette Kirschen, die wir uns auf dem Heimweg in den Bauch hauten 😀

Für alle die hinter uns fuhren war das eher weniger Spaß, weil wir die Kerne natürlich aus dem fahrenden Auto spuckten. Aber verratet es keinem. Zurück in Alexandra gingen wir dann noch abendessen und fuhren dann nochmal zur Brücke, die über den Clutha-River ging, weil die eigentlich ganz hübsch war. Neben der aktuellen Stahlbrücke standen auch die Brückenpfeiler der alten Brücke direkt daneben. Also doch ganz nett, oder? Und zum Abschluss des Tages fuhren wir nochmal auf den Berg, wo die Aussichtsplattform lag, um dort den Sonnenuntergang anzuschauen.

Ein rundum toller Tag mit bestem Wetter, guten Temperaturen und endlich ein bisschen farbigen Bildern…:)

Lieblingswein, Lieblingspass und lieblingsberg?!

Von Alexandra ging es am nächsten Tag zuerst nach Clyde, eine Kleinstadt nahe Alexandra, wo wir uns einen Kaffee gönnten und eine weitere Tasse für unsere Sammlung ergatterten. Während wir draußen vor dem Café saßen, spielte im gegenüberliegenden Hotel eine Zwei-Mann/Frau-Combi live Musik. Schöne handgemachte Musik, leider saßen die Zwei aber auf einem Balkon im oberen Stockwerk, so dass man kein Trinkgeld geben konnte. Auch sehen konnte man die beiden nicht, so dass viele etwas verwundert am Hotel umherschauten, wo denn die Musik herkam. Irgendwann hatten es aber die meisten geschnallt 🙂 Ab und an fuhr dann auch mal wieder ein Boot durchs malerische Bild, denn Clyde ist, wie so viele Städte in dieser Gegend, eine alte Goldgräberstadt mit vielen Gebäuden aus der Zeit, die noch erhalten sind. Ein kleiner hübsch gemachter Ort.

Links: Januar 2023 | Rechts: Dezember 2024

Von Clyde aus ging es dann vorbei an einem weiteren Staudamm in Richtung Cromwell, wo wir zwar schon waren, aber unbedingt nochmal hin mussten. Also nicht direkt nach Cromwell, sondern zum Cloudy Bay Weingut. Und was macht man auf einem Weingut, wenn man nicht einfach nur ne Flasche aus vorherigen Jahren kaufen will? Ein Tasting – natürlich. Und so testeten wir uns auch hier durch die Weißweine und als Bonus bekamen wir auch einen Roten (wir hatten vorher schon angemerkt, dass wir Rot gerne vom Tasting rausnehmen würden). Stefan fand den Roten nicht so schlecht, ich blieb dabei, mein Favorit ist und bleibt weiß. Nach dem Tasting setzten wir uns noch auf die Terasse und ich probierte noch einen Pelorus-Rose. Ein Schaumwein. War sehr gut 🙂 ) Und dann wieder Spezial-Auftrag für die Damen und Herren des Weinguts: Eine Flasche Sauvignon Blanc 2023 und die erneute Ansage, dass der leider zum Testen nicht da sei. Wollten wir auch nicht testen, sondern unsere Reihe (2022 und 2024) ergänzen. Und so kauften wir unser Fläschen (ist mittlerweile schon gekillt) und düsten weiter Richtung Lindis-Pass, den wir auch beim letzten Mal schon genommen haben.

Doch im Gegensatz zum letzten Mal war hier ordentliche Verkehr, denn aktuell ist hier Ferienzeit und viele wollen an Silvester woanders sein und sind mit Sack und Pack und Boot oder Caravan unterwegs. Der Pass war also voll, so dass wir nicht so oft anhalten konnten, wie wir wollten. Da der Verkehr aber in Wellen kam, ergab sich doch die ein oder andere Möglichkeit um das ein oder andere Foto zu machen. Mit Lupinen am Wegesrand (denn im Tal läuft ein kleiner Fluss/Bach, und dort wachsen die Lupinen sehr gerne), langen Straßen, kargen Bergen, Natternkopf (das, was aussieht wie Lupine, aber keine ist..:-)). Und, nicht zu vergessen: Klarer Himmel, Sonnenschein, 31 Grad – die Sonne knallte also heute erbarmungslos vom Himmel.

Fast ganz oben auf dem Lindis Pass – tolle Aussicht, aber wie schon gesagt, viel Verkehr….

Wir ließen den Lindis-Pass hinter uns, fuhren an den Clay Cliffs vorbei, die wir diesmal ausließen, denn das Wetter signalisierte uns, dass wir vielleicht Mount Cook in voller Gestalt und ohne Wolke sehen könnten. Die Chance wollten wir uns natürlich nicht nehmen lassen, also fuhren wir weiter auf einer ewig langen graden Straße, bis wir am obligatorischen Ausguck für Mount Cook ankamen, der am Lake Pukaki liegt. Und siehe da, die Spitze konnten wir schon von weiter weg durch die Berge sichten, doch nun lag er da in voller Pracht, ohne Wolke, also völlig unverhüllt.

Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und wir schossen uns die Finger wund, denn das ist ein Postkartenmotiv sonder Gleichen. Wobei wir ja sagen müssen, dass es beim letzten mal auch nicht so übel war…

Da sich die Lupinen nicht zeigen wollten und der Natterkopf fast genauso gut ist, haben wir noch den ein oder anderen Stop eingelegt und eben diese Pflanze als Rahmen für den Mount Cook/Aoraki benutzt. Sieht auch ohne Lupinen toll aus.

Nachdem wir gefühlt 1000 Bilder dieses mächtigen und größten Berges Neuseelands geschossen hatten, fuhren wir nochmal nach Twizel, um ein paar Sachen einzukaufen und fuhren dann an den wohl in dieser Gegend am wenigsten bekannten Lake Ohau, wo wir unser Unterkunft haben. Das dieser See mindestens genauso fotogen ist wie Lake Pukaki und Lake Tekapo, kann man schon auf einem der Bilder in der Galerie erahnen. Kleiner Spoiler vorweg – der Folgetag/heutige Tag war leider ein regnerischer Tag, aber die Bilder sind dennoch toll und zeigen, dass dieser See unterschätzt wird. Insbesondere, weil hier vor allem die Einheimischen Urlaub machen und der Ort, wenn man das so nennen möchte, nicht mit Touristen überlaufen ist. Ein Glück für uns. Aber dazu dann in den nächsten Tagen mehr.

Jetzt lieber ein bisschen Sonne genießen:


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