23.12.2024 – 25.12.2024 | Bluff – Kaka Point – Dunedin |
Weihnachten ist bei uns in Neuseeland schon fast vorbei, während bei euch der Tag gerade erst beginnt. Heute ist hier Boxing Day (26.12.), und während ihr euch langsam aus dem Bett schält, neigt sich unser Tag dem Ende zu. Doch bevor wir den Tag ausklingen lassen, möchten wir noch ein paar Eindrücke von unseren letzten Tagen und Weihnachten hier in Neuseeland mit euch teilen.
Von Grau zu Bunt und zurück zu grau
Von Bluff ging es nach dem Frühstück direkt los und wir begannen damit, unsere kleine Street-Art-Tour in Bluff noch zu beenden, bevor wir nach Invercargill weiterfuhren, wo wir ebenfalls noch eine Karte gefunden haben mit vielen Street-Art-Bildern, die wir dann auch noch machen wollten. Nachdem wir Bluff quasi geschafft hatten, den Großteil hatten wir am Tag davor ja schon angeschaut, ging es weiter durch nichtssagendes Land, wo wir aber am Straßenrand einen Weiher sahen, wo eine ganze Horde/Herde/Kolonie an Kormoranen nistete und seine Jungen aufzieht. Da mussten wir natürlich nochmal umdrehen und schauen, was da so los ist. Leider waren sie dann doch ein bisschen zu weit weg, aber ein Jungtier hab ich erwischt, wie er noch kläglich an seinen Flugversuchen scheitert…

In Invercargill angekommen sind wir erstmal noch kurz zum Spätstücken gegangen im The Batch. Ein super tolles Café, mit Anstehen und überhaupt, aber super Futter und Kaffee natürlich. Da auch dieser Tag wieder sehr grau war, hatten wir unseren Laptop dabei, denn wir haben echt mit dem Gedanken gespielt, die Flucht einzuschlagen und auf den großen Nachbarn rüber zufliegen. Nach langen hin und her uns aber doch eingeredet, dass die Sonne auf jeden fall nochmal zu uns zurück kommt (kleine Spoiler: heute, 26.12. – ein Lichtblick). Also: Laptop weggepackt, Essen aufgefuttert, Kaffee geleert, Handy gezückt, Streetart-Karte geöffnet, ab zum Auto und die Kamera einsatzbereit gemacht. Dann fuhren wir kreuz und quer durch Invercargill und grasten so viel wie möglich ab, was uns gefiel und nachdem die Karte fast komplett abgehakt war, ging es dann doch endlich Richtung Kaka Point. Doch nun hieß es noch zu entscheiden, ob wir an der Küste oder durch das Inland fahren. Wir entschieden uns für die Küste und so fuhren wir im matschigen grau als erstes zum Waipapa Point Lighthouse. Und ja, den haben wir schon gemacht und nun das dritte Mal. Aber bis jetzt war das immer ein toller Ort und es bestand natürlich die Chance, hier Seelöwen zu sehen. Im aktuell altbekannten Grau kamen wir dort dann auch an und liefen Richtung Strand und dort lagen auch schon zwei. Die hatten sich sehr gern, auch wenn sich das Männchen etwas angestellt hat. Wir blieben ein paar Minuten stehen und gingen dann weiter, um die Tiere nicht weiter zu stören. Demnächst könnte es aber an diesem Strand junge Seelöwen geben 🙂
Wir liefen noch eine Runde am Fuße des Leuchtturms, bevor wir dann wieder ins Auto stiegen und weiter an die Curio Bay fuhren, wo (noch immer) der versteinerte Wald ist und wo es auch die kleinen Pinguine gibt, die aber um die Uhrzeit noch im Meer unterwegs sind. Wir hatten über den Wald schonmal hier geschrieben, aber kurz zur Erinnerung:
„Das Plateau, dass wir auch sehen konnten und vor allem bei Ebbe sichtbar ist, zeigt die Überreste eines versteinerten Waldes. Die Überbleibsel stammen aus dem Jura und sind damit etwa 180 Millionen Jahre alt. Damals war Neuseeland noch Teil des Großkontinents Gondwana und die Region der Catlins bewaldet. Bei mehreren Schichtfluten vulkanischen Materials wurde der Wald mehrfach zerstört, wodurch sich schichtweise Ablagerungen bildeten. Durch die Erosion an der späteren Küstenlinie wurden Sandstein und andere Gesteine abgetragen, sodass die inzwischen versteinerten Überreste der Pflanzenwelt freigelegt wurden. Ein paar Infos hab ich hier von Wiki gemopst.“
Diesmal war aber Ebbe, so dass wir auch direkt hinuntergehen konnten und quasi auf dem alten Wald laufen konnten. Auf einem Bild ist das aber gar nicht so einfach zu entschlüsseln, was da jetzt Wald ist oder nicht, aber man sieht so ein paar lange Linien, dass sind in der Regel die Baumstämme. Ich hab auch mal einen von nah fotografiert. Sieht halt aus wie ein normaler Baumstamm, oder? Aber eben hart wie Stein – also doch irgendwie ganz cool. Pinguine haben wir aber, wie die letzten Male auch, nicht gesehen.
In den Catlins gibt es neben diesen tollen Naturerlebnissen noch viel anderes zu entdecken, zum Beispiel Wasserfälle, wovon wir auch schon eine Menge gemacht haben. Einen hatten wir aber auf jeden Fall noch offen und den wollten wir uns anschauen. Auch wenn das Wetter eigentlich dagegen sprach, fuhren wir zu den McLean Wasserfällen. Bereits auf dem Parkplatz wurden wir dann auch erstmal von einem kleinen Graumantelbrillenvogel (hier auch Silvereye oder Wachs-Eye genannt) begrüßt. Dann liefen wir durch einen dichten Wald mit wieder vielen Baumfarnen (da wir wieder mehr an der Küste waren) und einigen umgestürzten Bäumen, denn auch hier muss es ordentlich Regen gegeben haben in den letzten Tagen. Und so liefen wir entlang des Tautuku River und irgendwie kam uns das Wasser farblich etwas komisch vor. Es war zwar klar, aber wieder sehr rotbraun, statt eisblau oder blau. Der McLean Wasserfall hat mehrere Kaskaden, wo das Wasser drüber läuft und dann standen wir schon vor einer größeren Kaskade und dachten, boa, ja geschafft, aber Pustekuchen. Es ging noch ein paar steile Treppen hinauf und dort „startete“ der Wasserfall. Auf den Bildern sieht man es auch ganz gut, das Wasser hat eher eine Cappuccino-Farbe. Wir können es uns nicht so recht erklären, warum die Farbe so zustanden kommt. Wie dem auch sei, insgesamt hat der Wasserfall eine Höhe von 22m, also nicht so klein und es kam, eben auch durch den vielen Regen, recht viel Wasser runter. Das sieht man auch bei einer Langzeitbelichtung…

Danach stiefelten wir wieder zurück Richtung Parkplatz und da lief uns dann ein kleiner Maori-Schnäpper über den Weg bzw. flatterte bei uns rum, so dass wir den kleinen Mann/Frau auch noch ordentlich für unsere Vogelgalerie ablichten konnten. Und nein, wir werden keine Ornithologen…
Vom Wasserfall ging es dann weiter nach Kaka-Point (mit einem kleinen Abstecher zum Florence Hill Lookout), wo wir dann eincheckten. Unseren Besuch beim Nugget Leuchtturm und Strand mußten wir aber leider verschieden bzw. absagen, dass Gewitter angesagt waren und es dummerweise auch ordentlich runterprasselte.
Daher jetzt fix her mit der Bildergalerie:

Bildergalerie
Vorgezogene Weihnachtsgeschenke
Eigentlich ist Kaka Point und die Catlins ja eine meine liebsten Regionen, doch dieses Jahr machen sie es uns wirklich nicht einfach, sie zu mögen. Denn nachdem wir unseren Strandspaziergang am Abend absagen mussten, sah es auch am nächsten Morgen einfach nur besch**** aus. Grau, Nebel, Grau und nochmal Nebel. Das ist so unwitzig, wirklich. Aber wir rissen uns zusammen, aßen ein kleines Frühstück und dann ging es an den Strand. Basta. Und so liefen wir eine ausgedehnte Runde an einem Strand, an dem außer uns niemand war. Erst ganz am Schluss lief uns eine Familie in entgegen, ansonsten war nix los. Wieso auch? Heiligabend ist hier eigentlich kein besonderer Tag, die Feierlichkeiten finden in Neuseeland traditionell am 25.12. statt. Von daher war der Großteil noch arbeiten oder Besorgungen machen. Das merkten wir auch, als wir nach Balclutha kamen, wo wir, höhö, noch ein ordentliches Frühstück zu uns nahmen. In der kleinen Stadt war es an dem Tag sehr trubelig, aber das störte uns natürlich nicht. Unser Weg sollte uns heute ja auf direktem Weg nach Dunedin führen, mit einem kleinen Abstecher zum Chrystall Beach. Doch es sollte irgendwie anders kommen, als geplant. Wobei, der Weg zum Chrystall Beach war erstmal, für neuseeländische Verhältnisse, nix besonderes, es war aber eben keine asphaltierte Straße, sondern eine Schotterstraße, wie sie hier recht oft vorkommt. Wir fuhren über Stock und Stein, kamen dann auch auf der Zubringerstraße an und suchten nach einer Parkmöglichkeit. Da wir auf eine T-Kreuzung fuhren, bogen wir zuerst nach rechts ab, wo am Ende der Straße aber kein Durchkommen war, weil dort Privatgelände war. Also drehten wir und fuhren an der Kreuzung links ab und dann meinte Stefan, dass wir jetzt ein Problem mit einem Reifen hätten…tjo, und so entleerte sich das scheissding innerhalb von einer Minute, so dass wir zumindest noch bis zur T-Kreuzung zurückfahren konnten, dann aber dumm da standen. In mir stieg erstmal wieder das Panickel auf, aber dann fuhr noch ein Typ an uns vorbei, den wir kurz anhielten. Er meinte, dass es sein könnte, dass hinten ein Ersatzreifen drin liegen könnte – hätten wir auch drauf kommen können. Also Kofferraum leer räumen und nachschauen und siehe da ein Notlaufrad und alles was man zum Reifenwechsel braucht. Also schickte Stefan mich dann zum Strand und wechselte schnell den Reifen.
Mit gedrosselter Geschwindigkeit ging es dann nach Dunedin zum Flughafen, wo wir zu unserem Autovermieter ging und das Problem erklärten. Und siehe da, guter Service, wir bekamen ein anderes Auto und konnte das defekte dort lassen. Immerhin haben wir noch ein paar Tage und vor allem Kilometer vor uns, die wir nicht mit dem Ersatzreifen fahren wollten. Also hatte das zum Glück gut geklappt und auch die Kosten halten sich mit nem 50er in Grenzen. Aber das sind natürlich Geschenke, die kein Mensch braucht, gell? Also fuhren wir mit dem neuen Auto zum Einkaufen, da wie gesagt am 25.12. alles (wirklich fast alles) zu hat und wir auf jedenfall Abendessen brauchten. Also kauften wir neben Abendessen auch noch Baumkuchen (original deutsch) und fuhren dann zu unserer Unterkunft, dem Glashaus. Was ein dolles Teil. Doch da die Hummeln wieder hummelten, mussten wir nochmal los und sind dann zu Allans Beach, einem Strand, der eher von Einheimischen frequentiert wird, gefahren. In unserer Unterkunft stand dazu, dass dort immer (!) Seelöwen seien. Also ab ins Auto und los gings, denn wir mußten eine kleine Weile fahren, um an den Strand zu kommen. Eine handvoll Autos stand zwar noch da, aber das verlief sich an dem knapp 3km breiten Strand. Wir hatten zudem Glück, dass grad Ebbe war, so dass wir in Ruhe den Strand inszpizieren konnten. Selbst die Sonne blitzte ab und an durch, wenn auch nur ganz leicht, um sich dann wieder im Hochnebel zu verstecken. Dafür leuchte das Meer in so vielen Blautönen, sooooo toll. Und mein geliebter Seetang, den konnt ich richtig schön von Nahem beobachten. Wir liefen zuerst nach links, wo der Strand am Ende durch einen Felsen und besagtem Seetang natürlich von nächsten Strand abgeschnitten war. Den Weg liefen wir also auch wieder zurück und da kamen uns zwei Leute aufgeregt entgegen, dass sie einen Seelöwen gesehen hätte in einer Felsspalte. Also schauten wir uns das natürlich auch an und vermuteten schon, dass es eher kein Seelöwe, sondern eine Robbe sein würde. Aber das verrieten wir nicht, sondern bestaunten mal wieder die Lässigkeit dieser Tiere, die gefühlt den ganzen Tag pennen können.

Wir ließen den Faulpelz weiter schlummern und liefen nun fast die gesamte Länge des Strandes in die andere Richtung und dort stießen wir tatsächlich auf einen Seelöwen, ein riesiges Tier, das aber im Sand halb eingebuddelt lag. Wenn man nicht drauf achtet, läuft man auch gern einfach dran vorbei, ohne zu bemerken, was da im Sand liegt. Denn ganz ähnlich sieht es aus, wenn der Seetang an Land gespült wird und dort sich zu einer Wurst legt. Sieht von der Form genauso aus, auch von der Farbe.
Dann fuhr auch noch ein riesiges Kreuzfahrtschiff vorbei, die Ovation of the Sea. Aber das nur am Rande. Vom Strand ging es dann zurück in unser Glashaus, wo wir dann den Heiligabend bei einem nicht ganz so traditionellem Curry und einem feinen Tröpfchen aus Australien, den unsere Gastgeberin spendiert hatte, den Abend ausklingen ließen. Wobei wir zu etwas vorgerückter Stunde in das Glashaus wechselten. 🙂

Bildergalerie
Eine bunte Stadt wie ausgestorben
Den ersten Weihnachtsfeiertag verbrachten wir zum Großteil in der Innenstadt von Dunedin, wo wir uns viele neue, aber auch einige bekannte Streetart-Bilder anschauten. Und nur soviel: Kein Restaurant, kein Laden, keine Cafe, nichts, wirklich nichts hat geöffnet. So sah auch die Stadt aus. Bis auf ein paar Touristen wie uns, die ebenfalls die Streetart bestaunten, fand man in der Stadt nichts und niemanden. Zum Mittag musste als das große M herhalten, das war das einzige was geöffnet hatte und entsprechend gut besucht war :p
Und da wir nicht so viel gemacht haben den Tag, gibts als eine Galerie, mit nur bunten Bildern. Ich hoffe, ich finde nochmal Zeit, hinzuschreiben, wer der Künstler ist. Es sind einige Bekannte dabei, die auch in Manchester oder Bristol unterwegs sind. Aber das mach ich glaub mal nach dem Urlaub 🙂
Hier gehts aber zu den bunten Bildern:









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