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Das kleine Graue…

Das kleine Graue…

20.12.2024 – 22.12.2024 | Wanaka – Papatotara – Bluff |

Neue Tage – neues Glück? Na klar, aber leider mag der Wettergott uns dieses mal nicht so recht. Es ist und bleibt grau, mit Regen, aber immer wieder auch trockenen Phasen. Wer nun glaub, in diesen Pausen schaut die Sonne vorbei? Weit gefehlt, aber Sonnenbrand gibt´s dennoch. Auch wenn das Wetter grau ist, womit wir ja teilweise auch gerechnet haben, versuchen wir natürlich trotzdem das beste daraus zu machen…

  1. Per 4×4 die Schaffarm hoch…
  2. Transporttag – Wanaka nach Papatotara
  3. Flippos, Edelsteine und Straßenkunst
Per 4×4 die Schaffarm hoch…

Am Freitag hatten wir uns ein kleines Abenteuer gebucht, nämlich eine 4×4 Explorer und Bootstour. Wie mit unseren Guides besprochen, sind wir um 9:15 in Wanaka angekommen, um für unsere Fahrt einzuchecken. Schon direkt nach dem Einparken wurden wir aber quasi abgefangen, denn hinter uns parkte Charly, unser Fahrer ein und sprach uns direkt an. Mit ihm schlenderten wir dann zum Bootsanleger, wo man schon auf uns wartete. Neben Charly hatten wir David (einen neuen Fahrer) mit dabei, sprich, wir hatten quasi eine private Tour. Unsere Kapitänin Krystle ist eine gebürtige Holländerin, die mit uns zwei drei Worte deutsch sprechen konnte. Bei Charly haben wir am Anfang erstmal nix verstanden, bis er dann etwas langsamer gesprochen hat. David konnte man ganz gut verstehen, er ist ein Ire, der hier schon viele Jahre lebt und nun eben als zweiter Fahrer die 4×4 Touren auf den Berg machen wird. Krystle fragte uns am Anfang auch, ob wir bei dem Wetter die Fahrt machen wollten, und wir bejahten, weil ein Nein war überhaupt keine Option für uns. Kleidungstechnisch hatten wir uns auch entsprechend der Vorhersage schon angezogen.

Mit dem Boot ging es dann von Wanaka zur Mount Burke Station. Mount Burke ist grundsätzlich erstmal ein Berg, das Station kommt dazu, weil es ein zusammenhängendes Farmland ist. Alles in allem etwa 10.000 Hektar! Auf den 10.000 Hektar leben etwa im Schnitt 12.000 Schafe. Also viel Platz für die Schafe und Lämmer – auch wenn es etwa 30.000 Tiere sind solange die Lämmer da sind. Es gibt keine Straße dort hin, man kann nur mit dem Boot anlanden und dann eben mit einem Geländewagen dort hoch fahren. Einen Schäfer im klassischen Sinne gibt es demnach auch nicht, da die Fläche einfach zu groß ist. Die Arbeit übernehmen zu 99% Hunde, die die Herde wieder zusammentreiben. Die Schafzucht ist hier vor allem für die Fleischherstellung gedacht, nicht für Wolle. Es sind also keine Merino-Schafe, die hier über den Berg verteilt sind. Als wir angelandet sind, steigen wir in den ollen Landrover und dann ging es über Stock und Stein hinauf auf den Berg, wo wir auf einem Plateau Halt machten und die Aussicht, wenngleich die durch Nebel etwas eingeschränkt war, genossen.

Blöderweise war das Wetter ganz oben wirklich frisch (also kalt), so dass wir wieder ein gutes Stück weiter runter fuhren, wo wir dann zusammen ein paar Kleinigkeiten futterten und Kaffee/Tee zusammen tranken und versuchten, uns über Gott und die Welt zu unterhalten. Irgendwann ging es dann zurück den Berg runter, ab aufs Schiff und zurück nach Wanaka. Das war eine spannende und interessante Ausfahrt, trotz des blöden Wetterchens.

Danach ging es für uns noch „Frühstücken“ (ja genau Nachmittags um 2) und dann bummelten wir bisschen rum, bis wir abends dann doch nochmal eine kleine Runde drehten, durch die Butterfield Sumpfgebiete. Ein kleiner Rundweg, der hinter dem Hawea Fluss beginnt und dann durch die flache Ebene führt, bevor er dann einen kurzen Anstieg hat, wo man dann auf einem gut ausgebauten Weg auf das Sumpfgebiet und die umliegenden Berge schauen kann. Und leider auch hier, leichter Niesel, aber wir ließen uns nicht beirren und fanden dann, zu unserer großen Überraschung, ein paar zeige- und sitzfreudige Fantails, so dass wir endlich unser Bild bekamen. Sonst sind die kleinen immer so schnell und flatterhaft unterwegs, dass wir kaum die Gelegenheit hatten, ein vernünftiges Foto zu schießen. An diesem Tag waren wir wirklich gnädig mit uns 🙂

Eine kleine Ausbeute des Tages findet ihr hier 👇

Bildergalerie

Transporttag – Wanaka nach Papatotara

Kurz und knapp? Der nächste Tag war vor allem von einer langen Autofahrt durch, wer hätte es gedacht, Regen. Aber selbst an so einem Tag, ein paar Bilder schaffen es dennoch ins Album. Wir sind nämlich auf dem Weg nach Papatotara noch am Weingut Cloudy Bay vorbeigefahren bzw. haben dort auch angehalten. Das wollten wir ja unbedingt, da wir beim letzten Mal so begeistert von deren Wein waren, so dass wir uns spontan den 2024 aber auch den 2022 Sauvignon Blanc gekauft haben. Beim letzten Mal waren wir aber nicht auf dem Weingut in der Nähe von Cromwell sondern in Blenheim, der eigentlich bekannteren Gegend für Weine.

Aber keine Sorge, noch sind beide Flaschen voll, aber werden wohl morgen (an Heiligabend) eine davon platt machen, is ja schließlich Weihnachten…

Auf dem Weg nach Papatotara sind wir auch durch eines der Obstanbaugebiete (eigentlich direkt hinter Cromwell) gefahren, insbesondere Steinobst wird hier angebaut und so haben wir uns eine Kiste mit Aprikosen, Pfirsichen, Nektarinen und Kirschen gekauft. An dem Stand, vor der eigentlichen Farm, gabs auch ein paar verformte Früchte, denen man ein Gesicht gemalt hat.

Auf der Fahrt ging es diesmal auch eine Straße entlang, die wir vorher noch nicht gefahren sind und die parallel zum Kawarau River verlief. Leider gab es nicht so viele Haltebuchten, so dass wir die Kulisse gar nicht so recht einfangen konnten, denn die war schon spektakulär. Die Straße führte dann über Queenstown, wo wir noch ne Pipi-Pause einlegten, und nicht irgendwo, sondern dort, wo sich die verrückten mit einem Bungee-Seil eine Brücke runterstürzen. Gesehen haben wir aber nix, man konnte als nicht luschern, wer da alles so die Brücke runtersprang. Vielleicht auch ganz gut so. Nach der Pipi-Pause ging es auf direktem Weg nach Papatotara (irgendwo am Ende der Welt). Nur zwei kleine Stopps unterbrachen die restliche Reise, einmal, weil eine Kuhherde ihren Weg Richtung Feld marschierte (schön in geschlossener Reihe) und einmal, weil eine Schafherde den Weg blockierte, da auch die Horde aufs Feld sollte. Dann ging es aber wirklich weiter, denn der Regen war seit Queenstown wieder stärker geworden. Es gibt und gab also wenig zu sehen, nur, dass unser B&B einen beheizten Pool hatte, den wir nach dem Abendessen stürmten. Da war´s nämlich wurschd, ob wir von oben auch nass wurden 🙂

Eine kleine Ausbeute des Tages findet ihr hier 👇

Flippos, Edelsteine und Straßenkunst

Am nächsten Morgen frühstückten wir direkt im B&B und fuhren dann los, denn wir hatten einiges auf dem Plan, was wir uns anschauen wollten. Los ging es schonmal damit, dass es halbwegs trocken war (irgendwie hat man das Gefühl, sich dafür etwas rechtfertigen zu müssen…) und man mehr als die Hand vor Augen sehen konnte. Das erste Ziel hieß: McCracken’s Rest – ein Aussichtspunkt mit einem Schild, das ihr jetzt schon das ein oder andere Mal gesehen habt und auch noch das ein oder andere mal sehen werdet :). Von McCracken’s Rest konnte man schön den endlos langen Strand der Te Waewae Bucht überblicken.

Von dort ging es direkt zum Gemstone Beach (Edelstein-Strand), der dafür bekannt ist, dass man dort Halbedelsteine wie Granat, Jaspis, Quarz und Nephrit finden kann. Als wir den Strand runterliefen, war aber nur ein weiteres Pärchen in Sichtweite und die waren nicht mit Steinesammeln beschäftigt. Dafür schauten wir aber direkt mal auf den Boden, doch da gabs noch gar nicht so richtig Steine zu sehen. Also richteten wir unseren Blick auf den Ozean und im Augenwinkel sah ich war schwarzes, was immer wieder aus dem Wasser ragte. Ich dachte erst an Robben, aber nein, durch den Sucher der Kamera sah ich, dass es Delfine waren. Und dann zeigten sich immer mehr Flossen im Wasser. Leider waren sie nicht sehr springwütig, nur einmal hatte ich das Glück, dass mir einer vor die Kamera hüpfte. Es handelt sich um Hector-Delfine, die es nur in Neuseeland gibt und deren Bestand auf ca. 15.000 geschätzt wird. Also so richtig viele sind es nicht. Der Hector-Delfin ist der seltenste und kleinste Meeresdelfin. Stefan ist dann nochmal zum Auto gelaufen und hat sich die Drohne geschnappt, damit wir die Delfine, da sie eben nich so richtig Lust aufs Springen hatten, von oben sehen konnten. Und in der Tat haben wir sie auf dem Meer gesichtet und konnten so auch sehen, warum sie nicht springen. Die waren nämlich mit surfen beschäftigt und ritten lieber Wellen, anstatt für uns zu hüpfen.

Die Leute, die nun nach und nach an den Strand kamen waren aber alle so fixiert auf die Steine, dass sie von den Delfinen gar keine Notiz nahmen. Somit hatten wir sie quasi für uns allein :-). Als wir die Drohen fast leer geflogen haben, widmeten wir uns dann doch nochmal den Steinen. Nun haben wir zwar ein Säckchen voll, aber aussortiert haben wir noch nicht. Also schauen wir mal, ob wir wirklich was dabei haben oder ob alles einfach nur olle Steine sind.

Direkt gegenüber vom Gemstone Beach gab es dann noch eine kleine Galerie, wo wir noch reingeschlittert sind und etwas kleines, lokales ergattern konnten. Die Galeristin bzw. Künstlerin fragte natürlich, ob wir am Strand waren und wir erzählten, dass wir Hector-Delfine gesehen hätten. Sie meinte, wir sollten Lotto spielen, denn sie hat in 12 Jahren, die sie nun schon hier ist, noch keine gesehen. Aber verständlich, wenn alle immer nur mit den Augen auf dem Boden kleben und Steine suchen. Wobei man fairerweise sagen muss, dass Andrea vieles, was der Strand hergibt, für ihre Kunst nutzt. Auf ihrer Seite könnt ihr ja ein bisschen stöbern.

Vom Gemstone Beach ging es dann weiter nach Monkey Island (Affen Insel). Und als wir dort einbogen, wer hätte das gedacht, fiel es uns wie Schuppen von den Augen, dass wir dort sogar schonmal waren in 2018. Aber damals war dort Flut, so dass wir nicht direkt auf die Insel konnten. Diesmal aber war Ebbe, so dass wir dann doch mal drauf konnten.

links: 2024 die Affen-Insel bei Ebbe | rechts: 2018 die Affen-Insel bei Flut

Danach ging es weiter zum Cozy Nook, aber das war nur so halb spannend, so dass wir weiter Richtung Colac Bay fuhren, wo wir am Ortseingang einen großen Surfer sahen, das Wasser aber so ruhig war, das sich niemand zum Surfen am Strand eingefunden hatte. Ehrlicherweise waren wir am Strand komplett alleine, aber auch hier, so richtig spannend war es nicht, so dass wir alsbald weiterfuhren. Wobei, Halt, eine kleine Anmerkung noch zur Colac Bay. Die Neuseeländer sind so clever, die stellen Bushaltestellen nicht mit der Öffnung zur Straße auf (weil, dann wird man bei Regen ja trotzdem nass), sondern drehen das Haus einfach so, dass die geschlossene Seite Richtung Meer zeigt und so der Wind und Regen niemanden im Häuschen nass macht. Eigentlich recht clever, oder? Wie das aussieht, könnt ihr in der Galerie nachschauen.

Von der Colac Bay ging es dann nach Riverton, einer etwas größeren Stadt, wo wir einen kleinen Abstecher zu einer Bucht machten, wo ein paar interessante Steinformationen zu finden waren und zwei Leute, die dort zwischen den Steinen im Meer irgendwas ernteten. Leider konnte man nicht sehen was es war, wir gehen aber von Muscheln aus. Außerdem war es nur eine kleine Menge. Es könnten aber auch Austern gewesen sein. Wir haben nicht gefragt, und so recht wohl, haben sich die Zwei wohl auch nicht gefühlt, als wir sie dabei beobachtet haben. Von den Steinen, ging es dann noch nach Riverton rein in ein kleines Museum, aber das war sehr lokal und für uns nicht so spannend, aber haben wenigstens mal reingeschaut. Zwei Schritte weiter gab es dann noch ein Café, dem wir einen Besuch abstatteten, um uns dann auf nach Bluff (unserem Endziel) zu machen, doch wir stolperten quasi über zwei Graffitis. Und da bei den Graffitis jeweils ein Tag (ein Schriftzug) enthalten war, konnte ich online danach suchen und fand eine Karte, mit weiteren Graffitis in Riverton, die wir uns dann noch anschauten. Auf der Website gab es dann auch noch Karten für Invercargill und Bluff, so dass wir in beiden Orten noch ein paar Stopps einlegten und uns ein Bild und Bilder machten.

In Bluff hatten wir unser Hotel am Sterling Point mit Blick auf den Ozean gebucht und eigentlich ein Abendessen in der Oyster Cave. Als wir eincheckten, meinte der Hotelchef, dass das Restaurant heute zu hätte, die Gäste aus dem Hotel aber rein könnten. Fanden wir bisschen komisch. Er sagte dann noch, dass dort die Mitarbeiter eine Weihnachtsfeier hätten. Irgendwie hätten die Alarmglocken schrillen müssen, haben sie aber nicht. Am Ende fanden wir uns auf einer chinesischen Weihnachtsfeier wieder mit einem Buffet, dass ratz fatz geplündert war. Ehrlich, wir hatten zwar einen Tisch reserviert, aber kann man nicht irgendwie sagen, hey, sorry, tut uns leid, wir haben leider Weihnachtsfeier, könnt ihr euch woanders ein Restaurant suchen?

Bissl komisch wars schon, aber wollen jetzt auch nicht ausfällig werden, gelle? 🙂 Jedenfalls hatten wir uns den Abend irgendwie anders vorgestellt, aber so ist es eben manchmal.

Und ja, ich jammer ein wenig ob des Wetters, denn so haben wir uns das natürlich nicht vorgestellt, wohlwissend, dass wir das nicht beeinflussen können! Wir hoffen einfach, dass der Sommer dann doch noch etwas Fahrt aufnimmt und uns und den Kiwis etwas Sonne bringt.

Und wie schon gesagt, auch wenn die Tage aktuell eher grau sind, zu sehen und zu entdecken gibt es trotzdem oft etwas… 👇


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