18.12.2024 – 19.12.2024 | franz josef – Jackson Bay – wanaka |
Ein neuer Tag lag vor uns – mit sehr frühem Aufstehen, neuen Abenteuern und einiges an Autofahrt…also hieß es Früh am Morgen, den Wecker nicht zu ignorieren, die Müdigkeit abzuschütteln und sich auf den Weg zu machen. Das erste Ziel des Tages: eine entlegene, unberührte Wildnis, weit hinter dem sogenannten Haast-Pass an der neuseeländischen Westküste.
Eine Safari in unbekannten landen…
Wie schon gesagt, hieß es früh aufstehen, Bude aufräumen, irgendwie fix was reinspachteln und ab auf die Straße, denn knapp 2,5 h Fahrt lagen vor uns, mit kleinem Puffer, so dass, falls doch irgendwie ne Straße gesperrt sein sollte, wir noch die Chance hatten, irgendwie auszuweichen. Aber zum Glück waren alle Straßen frei, so dass wir gemütlich die Westküste entlang fahren konnten, vorbei an der Bruce Bay (wo wir einen ganz kurzen Fotostop machten), weiter am Knights Point Lookout (auch hier mit kleinen Zwischenstop und Sichtung eines Tuis :-)) und immer weiter in Richtung Jackson Bay.
Und wie sich das gehört, waren wir pünktlich wie die Maurer und konnten direkt ein einchecken für unsere Flusssafari. Mit einem Jetboot ging es dann den Waiatoto-Fluss entlang mit so schön türkisem Wasser, wenngleich das ordentlich kalt ist (5 Grad etwa). Unser Safariführer erzählte uns dann allerlei, zum Beispiel, dass hier, am wirklichen Ende der Welt, dass sich hier eine Kiwi-Kolonie befindet und hier Aufzucht betrieben wird, aber auch, dass beispielsweise das Opossum einer der größten Feinde des Flugunfähigen Kiwis ist, diese Plage aber nur schwer in den Griff zu bekommen ist. Im Gegensatz dazu wurde beispielsweise erfolgreich das Reh/Hirsch/Rotwild wieder ausgerottet, so dass Wild fast nur noch auf Farmen zu finden ist. Kurzum, wenn den Leuten genügend Geld für die Beseitigung einer Plage geboten wird, dann kann es ganz schnell gehen. Beim Rotwild war das der Fall, für ein Opossum gibt es leider nicht viel. Aber wie groß die Not sein muss, sieht man eigentlich auf der Straße, wo gefühlt alle 10 Meter ein totes, umgefahrenes Opossum lag…Das ist aber eine andere Sache, eigentlich sind wir ja immer noch auf dem Waiatoto unterwegs, der sehr versteckt liegt und nur wenige hier Zugang haben. Die Gegend ist sehr dünn besiedelt und so ist unser Kapitän quasi der einzige, der den Fluss befährt, bis auf das im Sommer dann etwa 3000 Fischer mit ihm zusammen den Fluss befahren und zum Fischen nutzen. Denn neben Forellen, gibt es hier auch den berühmten Whitebait (kleine Mini-Fische…), der hier seine Laichgründe hat.
Im Waiatoto-Fluss gibt es auch eine Stelle, an der die Australische und Ozeanische Platte aufeinandertreffen. Das sieht man natürlich nicht, aber wir hielten kurz an dieser Stelle. Der Fluss an sich wird von den Gletschern im Mount Aspiring Nationalpark gespeist, und wenn es dort ordentlich regnet, dann kann der Fluss auch innerhalb von einer Stunde den Wasserstand um 2 Meter erhöhen.
Mit etwas Speed ging es dann durch eine Menge von Stromschnellen inkl. dem Umschiffen fetter Felsblöcke! Augen zu und durch könnte man sagen. Als es dann nicht mehr weiterging, da der Fluss quasi eine natürlich Barriere hatte, hielten wir an und liefen in den fast unberührten Dschungel aus Farn, Farn und noch mehr Farn, aber auch heimischen Buchen. Zurück aus dem Busch gab es noch selbstgemachte Scones und Kaffee/Tee direkt am Fluss mit Blick auf die umliegenden bewaldeten Berge mit einer großen Vielzahl an Rata-Bäumen (dem neuseeländischen Weihnachtsbaum), der aktuell hier auf der Südinsel anfängt zu blühen und ein Magnet für Vögel und Bienen ist. Die Bienen fliegen auch in die hohen Höhen, um an den Nektar zu kommen, wo dann natürlich auch Honig draus gemacht wird.
Nachdem die Scones alle und der Kaffee ausgetrunken war, ging es zurück zum Ausgangspunkt, wobei wir noch eine Schleife an die Mündung des Flusses machten, wo der Übergang des Waiatoto in die Tasmanische See zu sehen war. Eine weitere Schleife brachte uns, wie oben schon geschrieben, in die Laichgründe des Whitebait, wo das Wasser eine eher braune Farbe angenommen hatte, aber super klar war.
Nachdem wir auch hier nochmal in der Sonne brutzelten (es war nämlich alles andere als wolkig und ich war eindeutig für in der Sonne stehen zu warm angezogen und die Rettungsweste tat ihr übriges…) ging es wirklich zurück zum Steg, wo wir schnell aus dem Boot hüpften und den Tipp, bis ans Ende der Jackson Bay zu fahren, schnell in die Tat umsetzen. Wir hatten davon auch schon gelesen und auch über das kleine Restaurant, sofern man das so nennen kann (The Craypot). Also hieß es fix sein, zumal die Straße für einige Tage gesperrt war, so dass das Ende der Bay abgeschnitten war. Und da ist nichts mit mal schnell shoppen oder so, denn es geht hinter dem Hafen von Jackson Bay nicht mehr weiter, nur zu Fuß. Hier endet quasi die per Auto befahrbare Westküste, alles was danach kommt, ist nur per Schiff/Boot erreichbar. Von dieser Seite sind auch die Zugänge zu den Sound, beispielsweise Milford Sound oder Doubtful Sound. Aber eben nur per Schiff oder über die Inland-Routen.
Also auf auf zum Craypot, die fabelhaftes Seafood anbieten, aber auch Burger (und ne, nich so nen ollen labbrigen, sondern mit einem Klops, der irgendwie eher deutsch anmutete als so typisch amerikanisch/englisch). Den Verkaufsstand konnte man im knalligen Orange auch nicht verfehlen, zumal dort, wie schon gesagt, sowieso nix anderes existierte.

Was man aber auch erwähnen sollte ist, dass in Jackson Bay der einzige Naturhafen der Westküste liegt, aber hier am hintern der Welt kann nicht mehr so viel anlanden…Die Fahrt bis zur nächstgrößeren Stadt wäre entweder Greymouth oder dann Wanaka/Queenstown über den Haast Pass. Aber lange Rede kurzer Sinn, wir fuhren also bis an das „natürliche“ Ende, haben uns Fisch und Chips und eben einen Burger gegönnt und sind dann wieder zurück nach Haast, von wo wir landeinwärts über den Pass nach Wanaka fuhren. Der Haast Pass ist auch so eine meiner Lieblingsecken, entlang des Haast River mit vielen Wasserfällen, wovon wir uns nochmal zwei zu Gemüte führten. Nämlich den Roaring Billy Falls und den Fantail-Falls. Den Thunder-Creek-Fall haben wir diesmal ausgelassen, weil der uns beim letzten Mal nicht so recht angesprochen hat.
Die jeweils kurzen Wege zu den Wasserfällen waren aber wieder spektakulär, insbesondere zum Fantail, der durch dichten Farnwald führte. Farn Farn und nochmal Farn. Das ist einfach ein tolles Gewächs, man kann es drehen und wenden wie man will. Zumal die Baumfarne hier besonders hoch waren!
Eigentlich wollten wir, auch weil das Wetterchen eben schön war, nochmal zu den Blue Pools, aber die sind aktuell geschlossen, da dort umfangreiche Bauarbeiten an den Brücken und Wegen vorgenommen werden, um dem gewachsenem Interesse der Touristen Rechnung zu tragen. Tja, die Kehrseite von mehr Touris eben, aber Sicherheit geht eben vor. Also hieß es diesmal keine Pools und stattdessen weiter Richtung Wanaka/Hawea zu unser nächsten Unterkunft, einchecken und den Tag ausklingen lassen. Das taten wir dann auch, denn es war ein langer Tag mit vielen Eindrücken, das schafft auch gern mal 🙂
Daher, hier die Ausbeute unserer wilden Fahrt über den Waiatoto und den Rest des Tages 👇

Bildergalerie
Die Farbe Lila und die happy hour
Heute war ein sehr gechillter Tag, so könnte man es sagen und die letzten Tagen haben ein bisschen Tribut gezollt, so dass wir heute erst gegen 11 aus der Unterkunft in Richtung Wanaka zum Frühstück gefahren sind. Also den Morgen schön verbummelt haben. Beim Frühstück haben wir dann geschaut, was wir eigentlich machen wollen, weil für heute wirklich nichts in unserer Liste stand und wir zwar gestern noch gesagt haben, wir gehen wandern, aber irgendwie sind wir davon abgekommen…Also haben wir uns spontan entschlossen, für den Abend eine kleine Bootstour über den Wanaka-See zu buchen. Ein Sundowner quasi, wobei 17.30 Uhr jetzt im Sommer ja keine Zeit ist und es noch hell bis halb 10 ist.
Nachdem wir unser Frühstück dann gezahlt hatten, sind wir noch eine Runde in Wanaka´s Einkaufsstraße gewandert und haben noch zwei kleine Souvenirs geschossen, um unsere Beute dann in die Unterkunft zu bringen. Denn bis zur Abfahrt am Abend hatten wir noch a bissl Zeit und wollten vorher noch auf die Lavendelfarm. Und das taten wir dann auch. Anders als beim letzten Mal, war ein Großteil des Lavendels noch nicht in voller Blüte, aber das tat dem Besuch keinen Abbruch, da wir uns diesmal ein paar andere Teile des weitläufigen Geländes angeschaut haben, inkl. der paar Tiere, die dort ein neues Zuhause gefunden haben.
Da wir wirklich ein bisschen gebummelt haben, hieß es dann auf einmal, dass wir schon wieder los müssen, damit wir unser Boot noch bekommen. Also, Beine in die Hand und los ging´s zurück zum Auto und an den Strand von Wanaka, wo das Boot (ein Katamaran) auf uns wartete.
Wir checkten ein, bekamen ein Getränk in die Hand, suchten uns ein Plätzchen auf dem Oberdeck im Freien und ließen uns so über den See schippern. Ach, und ein bissl Käsesnacks gabs noch 🙂 Gut für mich, für Stefan eher nicht. Der hat ein paar Weintrauben bekommen. Also, alles in allem eine wirklich ruhige Fahrt, ohne großes Gequatsche, dafür mit chilliger Musik, tollem Wetter und einer parallel laufenden kleinen Segelregatta, der wir auf der Rückfahrt zuschauen konnten. Mehr gibt es dazu auch gar nicht zu sagen – es war einfach eine entspannte Stunde Fahrt über einen halbwegs ruhigen See und einer nur leichten Brise.
Nachdem wir vom Boot abgestiegen sind, fuhren wir noch ein Stückchen raus zu einem kleinen „Strand“, der wohl eher von den Locals genutzt wird. Ich hab die Füße kurz ins Wasser getaucht, Stefan ging auf Vogeljagd und fand einen dicken, aber irgendwie doch einfach nicht so schönen Bellbird/Korimako (auch Maorihonigfresser). Den haben wir dann noch schön fotografiert, denn er war recht zeigefreudig. So ein tolles Bild haben wir noch nicht gemacht, so dass wir durchaus ein bisschen stolz heute ins Bett gehen 🙂
Ach apropos, wieso eigentlich Happy Hour? Weil der Touranbieter das ganze nach der abendlichen Stunde benannt hat, deswegen Happy Hour Tour 🙂 (und weil es quasi einen Feierabenddrink gab)
Und da es ein ruhiger Tag war, gibt es auch ausnahmsweise nicht so viele Bilder – aber wie immer, viel Vergnügen beim anschauen und lesen! 👇









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