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Auf Umwegen zu den weißen Riesen

Auf Umwegen zu den weißen Riesen

16.12.2024 – 17.12.2024 | Fox River – Franz Josef |

Tja, das mit dem schlechten Wetter sollte uns nochmal so richtig einen, naja, kleinen Strich durch die Rechnung machen. Zumindest ein bisschen, denn eigentlich wollten wir an der Westküste entlang zum Franz Josef Gletscher fahren, doch es sollte anders kommen…

AUf Umwegen nach Franz Josef

Also von vorne. Wir wollten recht früh in Fox River losfahren, und hatten entsprechend den Wecker gestellt. Doch dummerweise hat es nachts so richtig runtergeschifft, so dass leider die Straße nach Greymouth gesperrt wurde, weil diese überflutet war bzw. dort einiges vom Hang runterkam und da sind die in Neuseeland recht fix, das wieder in Ordnung zu bringen. Blöd für uns, denn so wurde aus einer Stunde Fahrt ein kleiner Umweg, so dass wir knapp 2,5h nach Greymouth brauchten. Auch wenn es irgendwie anders geplant war, fuhren wir also die Ausweichroute durch das Inland (die wir so auch noch nicht gefahren sind) und fuhren erstmal nach Reefton. Das kannten wir ja schon. Da legten wir noch eine kurze Pause für einen Kaffee und Eclair ein, um dann in so richtig rotziges Wetter zu fahren. Es schiffte so richtig. Also wirklich richtig. Das hat mir die Laune so richtig auf den Nullpunkt gedrückt, aber immerhin bin ich einmal ausm Auto gesprungen, um unseren Dino nochmal zu fotografieren.

Und? Was seht ihr auf diesem Bild außer viel Regen? 🙂

Danach war ich zwar nass, aber gut. Im Auto war´s ja trocken. Ich glaub man sieht ganz gut, wie es Bindfäden regnete und so begleitete uns das Unwetter einiges Kilometer, bevor es wieder etwas aufklarte. Kurz vor Greymouth legten wir dann noch einen kurzen Stop bei einer ehemaligen Kohlemine ein, wo von den damaligen Gebäuden aber nur noch Überreste zu sehen waren. Jedoch stand die Brücke über den Fluss (River) Grey sowie einer der Brenntürme noch. Von diesem Fluss hat übrigens Greymouth seinen Namen. Grey (Flussname) und Mouth für Mündung 🙂 und durch die vielen Regenfälle hatte der Fluss mit seinem Namen nicht mehr viel gemein. Denn eigentlich war es eine braune Soße, die aber ordentlich Dampf und vor allem viel Treibholz mit dabei hatte.

Durch die neue Routenplanung konnten wir auch nicht unseren direkten Stopp am Motukiekie-Strand einlegen…eigentlich auch nicht so schlecht, aber wir hatten Hoffnung, dass wir diesmal vielleicht mehr sehen würden. Aber Fehlanzeige, irgendwie wird das nicht mein Strand, zumal wir durch die lange Fahrtzeit auch zur Flut da waren. Also ab zurück nach Greymouth und noch fix in die Brauerei, bevor es dann mit einem Miniaufenthalt und einem ersten Souvenirkauf in Hokitika weiter Richtung Franz Josef ging. Unterwegs haben wir auch noch den Weihnachtsmann inkl. Rudolph „the red nose reindeer“ getroffen, wenngleich Rentiere hier ja eher nicht heimisch sind 🙂

Dann ging es durch viele dicke Wolken, die aber zum Glück ihren Inhalt für sich behielten, aber die Landschaft in ein dramatisches Gemälde verwandelten, bis wir dann Franz Josef erreichten, wo, wer hätte das gedacht, uns die Sonne empfang. Wir checkten in unserem Tiny House ein, von wo wir eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Berge hatten und entschlossen dann, da eben die Sonne schien, zu versuchen, den Gletscher noch zu sehen.

Also fuhren wir durch Franz Josef (das ist auch ein kleiner Ort, der eigentlich nur aus Geschäften besteht, wo Helikopter-Flüge angeboten werden) zu einem Parkplatz am Fuße des Franz Josef Gletschers und schon von dort konnten wir die Gletscherzunge sehen. Aber wir gingen noch ein Stückchen, denn es gab einen recht kurzen Weg zu einer Aussichtsplattform. Der Weg war super angelegt und einfach zu laufen und mit uns waren noch ein paar andere Neugierige unterwegs, aber es war widererwarten nicht so voll, wie gedacht, aber hätte man sich auch schon auf dem Parkplatz denken können, der nur sehr spärlich gefüllt war. Und so kamen wir nach knapp 15 Minuten an und da lag das Tal vor uns, an dessen Ende die Gletscherzunge ohne Wolken frei zu sehen war. Laut Beschreibung ist die Plattform etwa 3km vom Gletscher entfernt. Normal kann man auch weiter ran laufen, aber da sich das Flussbett in den letzten Jahren stark verändert hat, ist es aktuell nur über diese Plattform sichtbar. Aber das tat dem keinen Abbruch, selbst auf die Entfernung ist es beeindruckend.

Die Bildergalerie findet ihr ganz unten am Beitragsende, damit das folgende Bild wirken kann 🙂

Das auch die Gletscher in Neuseeland langsam sterben, sieht man auch hier, denn an der Stelle, wo wir stehen, war vor 100 Jahren noch Gletscher…
Zwei an einem Tag – Vom Franz Josef zum Fox Gletscher

Für den nächsten Tag war tolles Wetter angesagt, was wir natürlich nutzen wollten und auch taten. Schon früh aus dem Bett hörten wir die Helikopter fliegen, die hier im Minutentakt die Touris über die Gletscher flogen. Das ist die Haupteinnahmequelle der Einwohner hier. Heli-Flüge über die Gletscher, manche auch mit Landung auf dem Gletscher mit anschließender Wanderung. Wir hatten auch erst überlegt, ob wir das machen, aber irgendwie kam dann doch der kleiner Schwabe in uns durch, der gesagt hat, NÖ – zu teuer. Also entschieden wir, unsere Füße und Beine zu betätigen und uns die Gletscher zu Fuß anzuschauen. Zuerst sind wir nochmal zum Franz Josef Gletscher, wo wir eine kleine Wanderung zu Peters Pool gemacht haben. Einen kleinen See, wo sich die Bergwelt (aber ohne Gletscherzunge) spiegelte. Die war aber wirklich sehr kurz, so dass wir entschlossen, den Weg, den wir bereits am Vortag gelaufen sind, nochmal im Hellen zu laufen. Ich hatte bisschen Bammel, dass es sehr voll werden könnte, aber auch diesmal bestätigte sich das nicht und es waren nur eine handvoll Leute auf der Plattform. Und diesmal lag das Tal und der Gletscher in der Sonne, so dass wir einen tollen Blick drauf hatten.

Da wir nicht die Tagestour zu einem näheren Aussichtspunkt machen wollten, fuhren nochmal zur Unterkunft um einen Kaffee zu trinken. Und siehe da, als Praktikant bin ich nicht geboren. Eigentlich wollte ich einfach nur Kaffee kochen, aber ich hab mich so dämlich angestellt, dass ich die **** heiße Brühe im ganzen Haus und auf mir selbst verteilt habe. Besonders meinen rechten Arm hats so richtig erwischt, also hieß es statt Kaffee erstmal kühlen, damit keine Brandblase entsteht. Stefan hat dann das Kaffeekochen übernommen (er ist wohl der bessere Praktikant :-)) und danach fuhren wir nochmal ins Dorf, um ein Kühlgel zu kaufen. Nicht nur für meinen Arm, sondern auch für die Sandfliegen-Stiche/Bisse/Schlitze, die Stefan mittlerweile überall hat. Diese Sand-Flies sind wirklich eine Plage, auch wenn die Viecher mich zumindest verschonen. Alles was ich nicht abbekomme, bekommt aber eben Stefan an.

Der Arm hatte sich dann irgendwann beruhigt und so konnten wir dann doch noch was machen, also entschieden wir, zum Fox Geltscher zu fahren und dort eine Wanderung zu machen. Beim letzten Mal (in 2018) konnten wir schonmal einen Blick auf den Gletscher erhaschen an dieser Stelle, aber da war es um einiges wolkiger, so dass wir das Wetter gut nutzen konnten und liefen durch einen herrlichen Dschungel zum Aussichtspunkt. Und schaut mal da…

Links: 2018 | Rechts: 2024

Wir hatten wirklich Glück als wir bei der Plattform ankamen, denn die Wolken hatten sich grade etwas verzogen und nachdem wir weg waren, gabs wieder eine ordentliche Wolke, die die Gletscherzunge verhüllte. Wir stiefelten währenddessen aber durch den faszinierenden Wald, den man mit Worten eigentlich nicht so recht beschreiben kann, daher lieber ein paar Bilder:

Wieder am Parkplatz überlegten wir, was wir nun noch anstellen könnten und da fiel uns der kleinen blaue Pilz ein, den wir damals gesehen haben. Aber vielleicht fiel uns auch einfach Lake Matherson ein, der ja auch für seine Spiegelungen der Bergwelt bekannt ist. Also fuhren wir am späten Nachmittag dort hin und gingen auf die Suche nach dem kleinen blauen Pilz, den wir diesmal aber nicht fanden. Dafür kam uns insgesamt der Weg ewig vor, könnte aber daran gelegen haben, dass wir den Tag schon einiges an Wegesstrecke zurückgelegt und in den Beinen hatten.

Dafür haben wir aber ein paar Vögel gesehen, zum Beispiel direkt am Anfang einen kleinen Maorischnäpper (Tomtit), leider waren da grad ein paar Leute zu viel an der Brücke, so dass ich ihn nicht ganz scharf fotografieren konnte und er vorher wegflog, aber man kann es zumindest erahnen…:-). Einen Tui haben wir ebenfalls gesehen, eine Keruku und einen jungen Pukeko (farblich noch etwas blasser als die ausgewachsenen Pukekos, zum Beispiel ist der Schnabel noch blau, statt feuerrot) sowie ein paar Elternpaare mit noch ganz ganz kleinen Pukekos. Und so nebenbei, ein Pukeko ist einen Ralle. Als wir ohne blauen Pilz und ohne Gletscherreflektion auf dem See (grrrrr) die Runde dann geschafft hatten, sind wir zu einem kleinen Restaurant gefahren und haben schön zu Abend gegessen. Danach hatten wir dann aber das Glück, dass sich die Wolken aus dem Gletscher wieder verzogen hatten, also fuhren wir nochmal eine kleine Extra-Runde, so dass wir einen schönen Blick auf den freien Gletscher, Mount Tasman (zweithöchster Berg Neuseelands – 3497 m) und Mount Cook/Aoraki (höchster Berg Neuseelands und Wahrzeichen – 3724 m) hatten. Dann ging es aber zurück nach Franz Josef, was etwas eine halbe Stunde vom Fox entfernt lag. Völlig geschafft vom Tag lagen wir dann auch alsbald in der Koje, denn am nächsten Morgen hieß es 6 Uhr aufstehen, da wir einen langen Weg zu unserem nächsten Ausflug vor uns hatten, wo wir bereits um 10.30 Uhr „einchecken“ mussten.

Lange Rede, kurzer Sinn – die Ausbeute findet Ihr wie immer in den Galerien 👇


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