9.12.2024 | Christchurch – Kaikoura
Der frühe Vogel fängt den Wurm – heißt es nicht so? In der Tat, denn so wie ich bereits gestern geschrieben hatte, sind wir recht früh mit dem Bobbes aus dem Bett. Heute ein ähnliches Bild, wobei es diesmal ein Stündchen länger Schlaf war. Wir pendeln uns also ein. Aber heute soll ja noch gar nicht Gegenstand des Eintrags sein. Erstmal mussten wir ja von Christchurch nach Kaikoura kommen…
Und das war nicht so schwer wie gedacht. Quasi immer grade aus gen Nord-Osten, oder so. Hat ja jeder so seine eigene Sicht auf eine Landkarte. Auf jeden Fall parallel zur Küste ging es also für knapp 2 h Richtung Kaikoura. Da wir zudem antizyklisch fahren konnten (alle nach Christchurch rein, aber fast niemand raus), sind wir gechillt durch kleine Dörfer gefahren, durch flache Ebene, und schwupp waren wir auch schon im Weingebiet um Waipara. Irgendwie haben wir die letzten zwei Mal, wo wir diese Strecke gefahren sind, nicht aufgepasst, denn wir hatten beide nicht mehr auf dem Schirm, dass es hier solche Weingebiete gibt. Und nein, um 8 Uhr hatte noch keines der Weingüter auf, also blieb es beim gucken bzw. vorbeiziehen lassen. Denn entgegen unserer üblichen Stopp-und-Foto-Mentalität sind wir ziemlich schnurstracks durchgefahren.
Wir hatten nämlich ein Date. Ein Date mit Robben, aber vor allem mit Albatrossen. 12:45 Uhr sollte es los gehen, also hieß es pünktlich in Kaikoura sein. Aber alles kein Problem, da wir frühen Vögel ja eben sehr zeitig losgefahren sind.
Kurz vor Kaikoura machten wir dann doch die erste Stopps um zumindest kurz an den Strand zu laufen und eine der Robbenkolonien anzuschauen. Grade gibt es viele kleine Racker, die sich auch teils ordentlich mit ihren Eltern zofften und mit den Geschwistern spielten oder kappelten. Da kann es auch schon mal passieren, dass man sich ne fette Fleischwunde zuzieht…



Dann ging es weiter Richtung Kaikoura und wir machten, da wir noch genug Zeit hatten, einen Abstecher ins Chiwis Cafe, wo wir uns ein zweites Frühstück, oder auch Spätstück, schmecken ließen.
Um 12:30 waren wir dann beim Dolphin Encounter, das brechend voll war. Denn neben den Albatros-Touren, kann man hier mit Delfinen schwimmen oder Delfine beobachten. Sprich, viele wollten lieber Flipper sehen, aber wenige die Albatrosse. Dabei sind Albatrosse mit die größten Seevögel, mit Flügelspannweiten bis 3 m. 3m! Kann man sich gar nicht so richtig vorstellen. Wir checkten also am Counter ein und bekamen erstmal gesagt, dass die See heute etwas aufgeregt war mit Wellen und naja, eben unruhig und wurden gefragt, ob wir zu Seekrankheit neigen. Eigentlich ja nicht, aber uns wurde stark empfohlen, etwas zu nehmen und so gab man uns reinen Ingwer in gepresster Pillenform. Also ab damit in den Bauch und Daumen drücken, dass niemand sich über Bord ausleert. Dann mussten wir noch ein bisschen warten, bis wir zu Gary (unserem Skipper) in den Kleinbus stiegen. Mit uns waren noch 3 weitere Neugierige an Bord, das passte aber ganz gut. Das Schiff war relativ klein und stand auf einem Anhänger mit nem dicken Traktor davor an Land. Wir stiegen also bereits an Land über eine Treppe ein und der Traktor ließ dann das Boot über eine Rampe ins Wasser. Kann man so machen, hab ich aber auch so noch nie vorher gesehen.
Mit Dampf ging es dann raus auf die See. Wir fuhren eine ganze Weile bis wir das erste Tier sahen, was aber kein Albatrosse war, sondern ein sogenannter „Giant-Northern Petrel“ – Hall-Sturmvogel. Unser Skipper ließ dann einen Beutel mit Fisch ins Wasser und wer hätte es gedacht, nach und nach kamen verschiedene Sturmvögel und Albatrosse. Teilweise stritten sie sich ums Futter, andere, vor allem die kleineren Sturmvögel, naschten immer wieder von den Überresten, die direkt im Wasser landeten. Irgendwann war dort richtig viel los, denn neben den Albatrossen und Sturmvögeln mischten sich, wer hätte es gedacht, auch die ein oder andere Möwe.
Nachdem der Korb mit Futter ziemlich leer gefuttert war, ging es langsam zurück Richtung Hafen. Ok, dachten wir zumindest, denn unser Skipper fuhr in eine andere Richtung. Fast alle Boote und Flugzeuge, die zu Touri-Zwecken unterwegs sind, kommunizieren untereinander und so werden nicht nur Walsichtungen untereinander weitergegeben, sondern auch Delfin-Sichtungen. Und so fuhren wir also an eine andere Stelle, wo uns noch ein paar Delfine begleiteten. Die waren aber so flink, dass ich gar nicht mit dem Fotoapparat mit kam. Aber nicht so schlimm, haben sie ja mit eigenen Augen gesehen. Es müssten übrigens Schwarzdelfine gewesen sein, die hier in großer Zahl vor Kaikoura unterwegs sind. Da ich wie gesagt, kein Bild habe, bitte einfach mal googeln 🙂
Danach ging es aber wirklich zurück Richtung Küste, vorbei an einer kleinen Robbenkolonie und dann immer parallel zum Strand von Kaikoura zum Hafen. In recht flachem Gewässer, da wir vielleicht nicht mehr ganz so frisch aussahen. Ich glaub, es war ganz gut, sich den Ingwer hinter die Binde zu knallen, denn ich hab echt sehr viel auf den Horizont gestarrt 😛
Mit flauem Magen stiegen wir dann wieder von Bord und ich war recht froh über festen Boden unter den Füssen. Viel mehr haben wir dann auch nicht mehr gemacht. Wir waren noch ein bisschen Einkaufen, haben Dosen-Spaghettis gegessen (hahaha – kann man machen, muss man aber nicht :p) und haben fast 2000 Bilder aussortiert. Wir haben schon wirklich viel weggelöscht und gegrübelt, was wir in die Galerie nehmen. Aber es sind immer noch 100 Bilder. Also, hinsetzen und genießen, so oft sieht man die Vögel nicht…
Ich werde heute Abend noch ein bisschen was zu den einzelnen Arten dazuschreiben und wir werden auch die Bilder beschriften, so dass alle wissen, welcher Vogel welcher ist und sofern ich dann Infos finde. Eine Übersicht, was alles rumgeflogen ist, findet ihr auch in der Galerie (aktuell nur auf englisch).









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