Manchester – Liverpool
Nach bunt kommt fantastisch…Also fast. Bevor wir zu den berühmten Pilzköpfen fuhren, hieß es erstmal noch fix frühstücken in Manchester. Nachdem wir die letzten beiden Morgen auswärts vom Hotel gefrühstückt hatten, entschieden wir uns den letzten Morgen in Manchester im Motel One zu frühstücken. Quasi klassisch deutsch. Dafür mit Bienen, die auf die Eier gemalt wurden…
- Manchester und die Biene…
- Verrückte Fussballwelt im Norden Englands
- Liverpools Architektur
- Liverpools Kathedrale – ein bisschen Größenwahn?
- Pilzköppe
- Ein Fazit zu Liverpool gefällig?
Manchester und die Biene…
Denn die Biene ist im Stadtwappen enthalten und symbolisiert die Produktivität während der industriellen Revolution. Nicht gewusst? Nicht so schlimm…
Die Biene findet man eigentlich überall, nicht nur in den Graffitis sondern auch auf den Mülleimern, den Buslinien und vielem mehr. Doch die Biene soll jetzt gar nicht im Vordergrund stehen. Nach dem Frühstück checkten wir regulär aus, bezahlten nochmal ordentlich Parkgebühren für das Übernacht-Parken (über die horrenden Parkgebühren könnte man wirklich eigentlich einen ganz eigenen Blogeintrag machen inkl. dem sich darüber ärgern, aber was bringt das?) und fuhren dann Richtung Liverpool. Auf der Fahrt schossen wir noch ein paar Bilder der Skyline Manchesters, die noch im wachsen ist. Interessanterweise sahen die Gebäude vom Stil alle sehr ähnlich aus, was irgendwie ein schön homogenes Bild schuf. Mir gefiel das irgendwie…
Verrückte Fussballwelt im Norden Englands
Und dann, schwuppdiwupp waren wir auch schon in Liverpool und steuerten direkt die Anfield Road an. Für alle die mit Fußball nichts zu tun haben: Der Liverpool FC ist beheimatet an der Anfield Road und wird vom deutschen Jürgen Klopp trainiert. Daher war das fast ein bisschen Patriotismus, dass wir dort vorbeifahren mussten. Immerhin sind wir auch in Manchester beim großen ManU (ManchesterUnited) vorbeigefahren. Auch hier stand am Abend ein Spiel an und es gab sogar noch Karten. Wir überlegten wirklich, hinzugehen, entschieden uns dann aber doch entgegen – nicht die dümmste Idee, denn eigentlich spielte nur die C-11…und das will ja keiner sehen 🙂
Aber diese fußballverrückte Stadt hat in der Nähe des Stadions das ein oder andere Mural (Großflächiges Graffiti) zu Ehren der Spiele und auch des Trainers hinterlassen. Dank Google-Maps konnten wir eine Menge dieser Bilder finden, auch wenn wir nicht mit allen etwas anfangen konnten. Aber die Graffitis zu Ehren von Jürgen Klopp haben wir schon gefunden und auch erkannt. Man muss dazu sagen, dass Jürgen Klopp mit Liverpool Meister der Britischen Premiere League – also dem Pendant zur Bundesliga – geworden ist – im Jahr 2022. Also noch nicht so lange her. Aber die Stadt, zumindest ein Teil, verehrt diesen Verein und den Trainer. Es ist fast schon etwas kurios, das Liverpool, wie Manchester auch, einen zweiten Verein hat. Wenngleich dieser weitaus weniger bekannt ist.
In Manchester ist´s Manchester City (nicht so unbekannt) und in Liverpool der FC Everton der uns wohl etwas weniger bekannt ist. Aber genug vom Fußball, klickt euch gern durch die Bilder, da seht ihr nicht nur die besagten Graffitis, sondern auch das Stadion an der Anfield Road.
Liverpools Architektur
Von der Anfield Road ging es dann ins Zentrum von Liverpool, wo ich uns die Bibliothek für einen kurzen Abstecher rausgesucht hatte. Also stiefelten wir in dieses Gebäude, das mit einer tollen Architektur und einer Menge neuer und vor allem alter Bücher aufwarten konnte. Neben einer riesigen Kuppel gab es einen runden Leseraum, bestückt mit Büchern und einer kuppelartigen Decke. Daneben gab es auch noch weitere Räume, die eher der Ausstellung dienten, denn als Leseraum. Das es eine Dachterrasse direkt neben der Kuppel gab, haben wir erst im Nachhinein mitbekommen. Dennoch, ein hübsches Gebäude, das in 2017 über 750.000 Besucher hatte. Die Stadt selbst ist auch größer, als wir dachten, denn mit knapp 500.000 Einwohnern ist es nur wesentlich kleiner als Manchester mit 590.000 Einwohnern. Wer hätte das gedacht? Ich hab immer vermutet, dass Liverpool eher so um die 200.000 Einwohner hat. Lag ich wohl nur knapp daneben. Aber nun schaut mal hier, wie die Bibliothek mit der Kuppel von innen aussah…ich meine – das ist doch einen Blick wert, oder?

Nach der Bibliothek wollten wir noch in ein Gebäude, dass auch eine tolle Architektur hatte, doch das gab es nur mit Führung, die erst um 15 Uhr statt fand. Wir hatten etwa 45 Minuten, also liefen wir wieder Richtung Bibliothek, wo direkt nebenan das Welt-Museum beheimatet ist. Und wie schon erwähnt – Museen sind hier in der Regel kostenfrei, also gings hinein für einen kurzen Abstecher. Aquarium und Käferhaus standen auf unserer kurzen Stippvisite, denn für viel mehr blieb eigentlich keine Zeit.
Wieder zurück an der St. George Hall bekamen wir eine private Führung (wir waren nämlich alleine) inkl. einer Geschichte über die Zeit, in der die Halle gebaut wurde (1854). Zu der Zeit kamen viele Iren in die Stadt, da Irland unter der Großen Hungersnot litt. Aber ich werde jetzt nicht so viel über die irische Geschichte schreiben, jedoch wurde die Geschichte anhand eines irischen Mädchens und ihrer Familie erzählt. Es ging vor allem darum, dass Kleinkriminelle direkt ins Gefängnis gesteckt wurden (das auch Teil der St. George Hall war/ist) oder direkt in die Strafkolonien nach Australien verschifft wurden. So wurde sowohl der Vater des Mädchens für den Diebstahl einer Decke für seine kranke Frau in die Strafkolonie nach Australien für 7 Jahre versetzt, als auch ihr Bruder für den Klau eines Füllers. Die Mutter starb, Ende Gelände…In der Halle an sich gab es neben dem Gefängnistrakt auch einen Gerichtssaal, wobei die Urteilssprüche schon vorab meist festgelegt waren. Das Ende vom Lied – neben dem Gefängnis und dem Gerichtssaal gab es eine große Halle, in der die „Oberschicht“ feierte, bis zum Abwinken. Die große Halle ist nicht nur riesig und ganz toll verziert und mit mit einem tollen Mosaik-Boden ausgelegt, sondern hat eine Orgel, die alleine 7.000 Pfeifen hat und zu einer der größten Großbritanniens gehört.
Die Führung an sich war recht interaktiv, denn neben Filmen und Sprechbeiträgen, gab es in den Gefängniszellen projizierte Bilder auf der Wand, die man anfassen konnte und so einzelne Sequenzen aus der Geschichte erklärt und erläutert wurden. Beispielsweise wie die damaligen Umstände in den Zellen war (Krankheiten, gemischte Zellen mit Kindern und Erwachsenen usw.). Die Zellen an sich waren nicht groß, vielleicht 20 m² – und dort waren bis zu 50 Personen eingepfercht. Anders kann man das nicht sagen. Das Gebäude an sich hat zwei Gerichtssäle gehabt, einer davon für die Fälle, die oben beschrieben sind. In den Raum passten etwa 150 Personen und diente der „Oberschicht“ als Unterhaltungssaal – früher gab es ja nichts anderes und kann wohl wie eine Boxkampfarena gesehen werden. Gaffen und sich am Leid anderer ergötzen.
Und wie bereits erwähnt, direkt nebenan gab es die Große Halle (Great Hall) in der die Oberschicht ordentlich abfeiern konnte, wo Bälle abgehalten wurden und vieles mehr. Heute fasst die Halle etwa 600 Sitzplätze für einen Dinner Abend. Wird für Hochzeiten, Bierfeste und vieles mehr genutzt.
Liverpools Kathedrale – ein bisschen Größenwahn?
Nachdem wir die George Hall verlassen haben, wollten wir uns noch eine zerbombte Kirche und die Kathedrale von Liverpool anschauen. Zerbombt klingt bisschen hart, ist aber so. Und wer war es? Während des sogenannten Liverpool Blitz in 1941 wurde die Kirche durch die Deutsche Luftwaffe zerstört. Heute stehen die Seitenwände des Kirchenschiffs noch, das Dache wurde vollständig zerstört. An den Holzbalken sieht man immer noch die Brandspuren, denn das Holz war komplett schwarz. Heute wird das Gebäude für Konzerte, Ausstellungen oder auch Theateraufführungen genutzt. Die Kirche thront am Ende der Bold Street – einer lebendigen Futter- und Shoppingmeile – und ist quasi nicht zu übersehen.
Nachdem wir die zerstörte Kirche uns angeschaut hatten, ging es weiter zur Kathedrale. Ein Monstrum von Kathedrale. Mit der endgültigen Fertigstellung in 1978. Die Grundsteinlegung fand bereits 1904 statt, geweiht wurde es erst in 1924 und regelmäßige Gottesdienste fanden erst ab 1940 statt. Es ging also langsam voran mit den Bauarbeiten. Die Orgel in der Kirche hat auch große Ausmaße und hat über 10.000 Pfeifen und ist damit die größte Orgel Großbritanniens. Die Dimensionen, auch innerhalb der Kathedrale, waren gigantisch. So richtig beschreiben kann man das natürlich nicht, wie will man das auch vergleichen? Auf jeden Fall waren es lange Wege, um von einem zum anderen Ende zu laufen. Wir liefen auf Anraten unseres Guides von der George Hall auch in die Lady Chapel, die er uns wärmstens empfahl. Und siehe da, hier war ein Kinderchor am Singen. In einem sakralen Gebäude ist die Akustik, selbst bei so kleinen Stiften, toll und so schauten wir eine kurze Weile dem Treiben zu, bevor wir uns wieder aus der Kathedrale schlichen. Denn 18 Uhr ist hier Feierabend gewesen.
Pilzköppe
Nach der Kathedrale ging es dann nochmal in ein altes Industriegebiet um noch das ein oder andere Graffiti uns anzuschauen, aber es wurde schon langsam dunkel. Also mussten wir uns etwas ranhalten. Neben Kloppo (siehe oben), haben wir auch noch die Fab 4 bzw. die Pilzköpfe gefunden – zumindest auf einem Bild. Das eigentliche Ziel aber war unser Hotel, denn vor dort war ein nur einen Katzensprung bis zu der Statue der Beatles. Aber irgendwie gestaltet sich das mit dem Parken wieder etwas schwierig, fanden dann aber doch einen unweit unserer Unterkunft.
Wir checkten also erstmal ein und bekamen ein riesiges Zimmer mit Ausblick auf die Stadt. Doch so richtig warm wurden wir mit dem Zimmer dennoch nicht. Zwar war die Bewertung des Castle 62 Hotel sehr gut, aber wir würden es nicht unbedingt empfehlen. Zwar war das Personal sehr nett und die Lage in der Stadt super, aber das Hotel hat auf jedenfall schon bessere Zeiten gesehen, insbesondere das Bad. Das, obwohl bereits im Voraus bezahlt, noch ein zusätzlicher Betrag auf der Kreditkarte geblockt wurde – geschenkt. Warten wir mal ab, wann wir das zurückbekommen… Aber sei es drum, es war für eine Nacht und es war jetzt auch nicht 500 Euro teuer, von daher ärgern wir uns jetzt nicht weiter darüber, ist ja klar, würden aber für einen neuerlichen Trip was anderes suchen. Vom Hotel ging es dann Richtung Hafen hinunter. Sie hatten bereits im Radio ein paar Wetterwarnungen, dass Sturm und Regen über den Norden Englands hinwegziehen würde.
In der Tat, es pustete ordentlich, wir hatten aber Glück, dass zumindest kein Regen unterwegs war. Aber das erschwerte durchaus unsere Ambitionen, ein Foto mit den Fab 4 zu machen, ohne das 100 andere Personen um uns rumwuseln. Zwar beschwerten wir das Stativ mit der Kameratasche, aber so richtig super hat es nicht geklappt. Immerhin wir sind zu erkennen 🙂 Das hieß für uns aber auch, dass wir am nächsten Morgen nochmal einen Versuch starten würden, was wir dann auch taten.
Nach den Beatles sind wir noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert und haben das ein oder andere Foto gemacht, ohne dass uns die Kamera um die Ohren flog.
Am nächsten morgen sind wir dann noch im Moose Cafe (Elch) frühstücken gegangen – doch irgendwie hatte uns unser Näschen etwas im Stich gelassen, denn dieses Cafe war zwar nett, aber die Karte war sehr sehr sehr umfassend, so dass die Wahl nochmal schwerer war und wir mit der getroffenen Wahl am Ende nicht so richtig glücklich waren. Aber Hauptsache Kaffee – und gestärkt mit diesem, ging es nochmal runter in den Hafen zu den Beatles, die, wen wundert es, etwas stärker besucht waren, und wir uns so unser Fotoplätzchen erkämpfen mussten. Mit viel Quatsch und Dallerei war da dann leider nichts – Schade, wäre gerne mal gehüpft. Aber man will natürlich auch allen anderen die Chance lassen, ein Bild mit den Fab 4 zu machen.

Ein Fazit zu Liverpool gefällig?
Na klar, ausnahmsweise gibt es mal ein kurzes Fazit, denn die Stadt an sich hat uns gut gefallen mit modernen Gebäuden, alten Gemäuern, dem typischen englischen Industriestadt-Charme, der Hafen. Definitiv ist Liverpool eine Reise wert, und dann auch länger als einen Tag. Denn es gäbe noch Einiges mehr zu sehen, beispielsweise das Beatles-Museum oder das Musik-Museum zur Geschichte der Britischen Musik. Auch eine Fahrt mit der Fähre würde sich vermutlich gut anbieten, wenn das Wetter halbwegs passig ist.
Also – Daumen hoch für Liverpool!
PS: Wenn es hier auch um Liverpool und nicht um Manchester ging: Ein Tipp für Manchester sei noch erlaubt, denn wir haben einen Abend richtig gut gegessen, typisch unenglisch, sondern koreanisch – wenn Ihr in Manchester seid, versucht Maki & Ramen.
Hier geht es wieder zur Bildergalerie…
PPS: Alle Empfehlung und Erfahrungen auf der Seite sind unbezahlt – alles basiert auf unserem Geschmack und unserer Erfahrung. Punkt aus Ende. Ihr könnt Euch die Links angucken, müsst ihr aber nicht.










Hinterlasse einen Kommentar