Waiblingen – Telford – Manchester
Moin zusammen,
Nun ist es endlich soweit. Nach eine etwas längeren Durststrecke kommt nun der erste Beitrag zu England. Könnte etwas länger werden, aber ich teile ihn auf.
Anreise
Auf ins Hinterland
Doch fangen wir einfach mal vorne an. Wie schon hier erwähnt, ging unser Flug vergleichsweise früh, so dass wir bereits um 5:10 mit der S-Bahn von zuhause zum Flughafen gefahren sind. Um 6 sind wir also auf dem Flughafen angekommen, der wirklich gut gefüllt war, und wollten uns erstmal in die falsche Schlage für unsere Gepäckabgabe stellen…
haben es aber noch rechtzeitig geblickt und sind dann auch zum richtigen Eurowings-Schalter, der aber auch brechend voll war. Die Paniklämpchen gingen dann auch schon wieder an, weil auch der Security-Check voll war, aber Stefan war so frei und versuchte mich wieder zu beruhigen und siehe da, es ging dann doch alles schneller als gedacht. Nach dem Security-Check sind wir noch kurz an eine der offenen „Futterbuden“ und dann auch direkt zum Flieger, denn viel Zeit blieb uns gar nicht. Kaum saßen wir im Flieger, bin ich auch schon weggedöst, so dass ich vom knapp 2h Flug nicht viel mitbekommen habe. Doch der Landeanflug hat mich dann wieder geweckt, da der Druck auf den Ohren ordentlich anstieg. Und, entgegen der landläufigen Meinung, zeigte sich Großbritannien an diesem Tag von seiner schönen, wolkenfreien Seite. Wir flogen direkt über das Londoner Zentrum Richtung Flughafen. Und siehe da, selbst die Tower Bridge konnten wir sehen, aus verschiedenen Perspektiven. Wahnsinn.
In London angekommen sind wir dann mit einem Shuttle zu unserem Autovermieter, um unseren Mietwagen zu holen. Das hat etwas länger gedauert, da recht viele an dem Samstag ein Auto wollten, aber wir haben jetzt einen schwarzen Polestar und können damit ganz gut fahren. Was weniger erfreulich ist, die Preise für das Laden sind mit knapp 90 Cent/ 1 Euro doch um einiges höher als in Deutschland, obwohl die Benzinpreise recht ähnlich sind. Gefühlt sieht man dennoch hier vermehr Vollelektros, weniger Hybride. Aber das ist nur am Rande.
Von London aus ging es dann Richtung Nordwesten, wo wir in die Geburtsstadt Shakespeares fahren wollten und dort eigentlich unseren ersten Halt machen wollte. Den haben wir dann aber doch woanders gemacht, nämlich in Gilks Garage. Klingt jetzt bisschen komisch, aber war es eigentlich gar nicht. Es war tatsächlich mal eine Werkstatt, schon vor über 100 Jahren, ist mittlerweile aber ein beliebter Zwischenstopp von Motorradfahrern, Radfahrern und Autofahrern wie uns. Hier haben wir ein kleines Frühstück gegessen und einen ordentlichen Kaffee getrunken, bevor es weiter Richtung Stratford-Upon-Avon ging.
Zuerst wollten wir aber noch das Auto laden und da die Infrastruktur noch etwas, naja, sagen wir mal, umständlich ist, waren wir außerhalb der Stadt bei einer Wellness-Farm und haben dort das Auto angeschlossen. Leider konnte man dort nicht mal ein paar Meter laufen, da direkt nach ein paar Metern die Hauptstraße lag und in die andere Richtung konnte man gar nicht erst laufen. Also haben wir eine halbe Stunde rumgestanden, um dann in die Innenstadt zu fahren.
Shakespeare Ade – Hallo Witley
Da das Wetter immer noch gut war und es zudem Samstag, war die Stadt entsprechend voll und so entschieden wir (oder besser ich), dass ich auf einmal null Bock auf Shakespeare hatte und wir weiterfuhren. Viel stand für den Tag so oder so nicht mehr auf dem Plan und wir steuerten direkt Witley Court an. Wir waren genau noch rechtzeitig, damit wir den größten Springbrunnen Europas (!) um 16 Uhr Wasser speien sehen konnten. Witley Court hat eine recht bewegte Geschichte mit vielen Besitzern und jeder war etwas größenwahnsinniger als der andere, so dass ein Gebäudekomplex entstanden ist, wo in unserem Kopf nichts so richtig zusammenpassen wollte. Also zumindest die Außenfassade und das Innere, denn hier traf Backstein auf Sandstein und Beton. Wer mehr über die Geschichte Witley Courts wissen mag, gerne hier reinschauen. Der Brunnen zeigt übrigens Perseus und Andromeda.

Von Witley Court ging es dann in unsere erste Unterkunft ins Dinney B&B, mitten im Nirgendwo, aber an einem kleinen Pond gelegen und mit einem wunderschönen Garten, der vor allem ordentlich Flugverkehr hatte. Neben Meisen (Blau- und Kohlmeisen), Spatzen, Amseln, Rotkehlchen und was noch so rum flog, waren vor allem die kleinen, aber sehr behaarten Hühner ein Hingucker. Wie die kleinen aussahen, könnt ihr in der Galerie unten gerne anschauen…
An dem Abend ging dann auch nicht mehr so viel, so dass wir in die nächstgelegene größere Stadt fuhren und uns dort noch was zum Abendessen besorgten, bevor wir in das gemütliche Bett fielen.
Manchester wir kommen
Am nächsten Morgen ging es Stefan nicht ganz so gut, denn er kämpfte mit ordentlichen Magenbeschwerden. Wir werden jetzt nicht ins Detail gehen, aber am Abend war es dann auch, zum Glück, wieder in Ordnung. Doch bis dahin hieß es nun erstmal auf Richtung Manchester. Wobei, stopp, Frühstück in der Unterkunft stand natürlich noch auf dem Plan und das war sehr gut. Mit gutem Kaffee und selbst zubereiteten Eierspeisen und vielem mehr, das wir von der Karte aussuchen konnten. Davon mal ab, das wir am Vorabend eine Frühstückszeit von 7:30-8:30 gesagt bekamen und entsprechend früh auf der Matte standen, aber wohl uns verhört haben, denn wir waren zu früh für die Hausherren. Es war halt Sonntag, aber gut, wir mussten nicht wieder aufs Zimmer und bekamen unser Frühstück.
Wenlock Priory & Buildwas Abbey
Zuerst ging es nach dem Frühstück zur Wenlock Priorei, eine alter Klosterruine aus dem 12. Jahrhundert. Der leichte Niesel der immer wieder einsetzte störte uns zum Glück nicht und wir waren Strich 10 Uhr (also genau zur Öffnung) vor Ort und mußten uns die recht weitläufige Anlage nur mit zwei Rentnerinnen teilen. Die Anlage ist recht groß, wobei viele Teile nicht mehr vorhanden waren, insbesondere das Kirchenschiff war komplett weg. Eingezeichnet bzw. sichtbar waren nur noch die Füße der Säulen. Was noch gut sichtbar ist, ist der Waschbrunnen, der aus einem Stück gefertigt wurde. Auch das Kapitel und die Farmhalle waren noch gut ersichtlich, also eher die Teile des Klosters denn der Kirche. Eine Abbildung, wie es ausgesehen hat, findet man auch hier – natürlich auch die restliche bewegte Geschichte, leider aber nur auf englisch. Bei Fragen, aber gerne einfach melden 🙂
Im Klostergarten versteckten sich aber noch ein paar kuriose Ziersträucher, die so zugeschnitten wurden, dass sie Tieren ähnlich sahen. Beispielsweise Bären, Katzen und vieles mehr. Ein Teil der Anlage ist bereits seit dem späten 15 Jahrhundert in Privatbesitz und kann deswegen auch nicht mehr besichtigt werden.
Aber genug von der Priorei, weiter ging es nach Buildwas Abbey, nur einen Steinwurf entfernt. Hier war der Eintritt interessanterweise kostenfrei und wir waren komplett alleine dort. Manchmal versteht man auch nicht, warum beim einen Eintritt und beim anderen keiner verlangt wird, aber gut. Also, Buildwas Abbey ist ein Zisterzienserkloster und wurde um 1133 bis 1200 errichtet. Ein Dach ist nicht mehr vorhanden, dafür aber vor allem das Mittelschiff oder Langschiff oder wie der Teil auch immer heißt, mit seinen vielen Säulen und Bögen. In einem Nebengebäude gab es noch ein
Interessanter Fakt: 1342 wurde der Abt von einem Mitbruder ermordet!!!!


Ironbridge
Nach den alten Klöstern ging es nun zu einem etwas anderen Bauwerk, das schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, nämlich die Ironbridge. Es ist die erste gusseiserne Bogenbrücke die weltweit gebaut wurde, und das bereits im Jahr 1779. Sie ist Weltkulturerbe. Neben der Brücke heißt auch der Ort Ironbridge und sieht aus wie eine typische englische Industriestadt. Aber kurz gesagt, es ist eine Brücke, heute in rotbraun gestrichen, sieht sie mit einem weißen Anstrich doch deutlich netter aus. Aber das ist schon ein paar Tage her, wo die Brücke noch in weiss erstrahlte. Wie dir Brücke heute aussieht, könnt ihr natürlich in der Galerien nachschauen.
Lilleshall Abbey
Nachdem wir in Ironbridge auch noch etwas gegessen und einen Kaffee getrunken hatten, ging es weiter Richtung Norden. Wir hielten noch an einer etwas versteckten Abbey, wo es nicht mal einen Parkplatz gab, wir aber kurz die Drohne aufsteigen lassen konnten. Da wir aber nur noch wenig auf dem Akku hatten, blieb leider nicht viel Zeit für einen großen Rundflug, daher nur schnell hoch, klickklick und wieder runter. Aber immerhin konnten wir einmal von oben luschern…

Turnbeutelvergesser – oder auch, was man nicht im Kopp hat…
Nach Lilleshall wollten wir eigentlich noch bei Trentham Estate anhalten, was wir auch taten, aber wir hatten keine zeit den recht weitläufigen Garten zu erkunden und so blieb es bei einem kleinen Pie (leider kalt) und dann ging es weiter nach Manchester. Mit einem kleinen Zwischenstopp in einem Vorort, wo wir das Auto aufladen wollten. Wir gingen dazu auf einen Kaffee in die Kneipe und nachdem das Auto voll war, frohen Mutes wieder Richtung Auto. Als wir dann in Manchester angekommen sind und das Auto ausladen wollten…ohje, ich hatte tatsächlich meine Handtasche in der Kneipe vergessen. Das war jetzt ziemlich ungünstig, denn da war mein Portemonnaie mit Kreditkarten, Führerschein und Perso drin. Geistesgegenwärtig hatte ich aber irgendwie unsere Mappe mit Reisepässen, Internationalen Führerscheinen aus der Tasche ins Auto gelegt, aber eben die blöde Tasche in der Kneipe liegen gelassen. Nun hieß es, ruhig bleiben….Wir checkten erstmal im Hotel ein, dafür brauchten wir zum Glück nichts weiter und dann hat Stefan in der Kneipe angerufen und die haben die Tasche zum Glück an sich genommen. Dummerweise stand aber ja auch das Konzert vor der Tür, wenngleich das nur 10 Minuten Fussweg vom Hotel waren. Ich meinte, dass wir die Tasche auch am nächsten Tag holen können, aber Stefan bestand darauf, direkt wieder hinzufahren. Das Örtchen lag etwas 35-40 Minuten entfernt, also würden wir wohl etwas zu spät zum Konzert kommen.
Aber knapp 1,5h später war Stefan mit Tasche im Schlepptau wieder da und wir gingen zur Konzerthalle. Dort angekommen fanden wir, auch mit etwas Verspätung (die Vorband hatte schon angefangen), einen tollen Platz auf den oberen Rängen. Die Albert Hall ist nämlich eine alte Methodistenhalle, die seit einigen Jahren als Konzert- und Veranstaltungsstätte genutzt wird. Was man so im Dunkeln erkennen konnte, hatte es ein tolles Relief an der Decke und viele „kirchlich“ angehauchte Fenster mit entsprechenden Buntglasfenstern.
Jedenfalls hatten wir tolle Plätze und konnten so das, doch recht kurze, Konzert von oben schauen und mitswingen. Kannten natürlich nicht alle Lieder, aber einige sind natürlich geläufig gewesen. Im Übrigen war das ein Heimspiel für JP Cooper, da er selbst aus Manchester stammt.
Nach dem Konzert wackelten wir dann wieder zurück ins Hotel und suchten uns noch einen Frühstücksladen raus und fielen dann hundemüde ins Bett.
Wir hatten ein bisschen technische Probleme mit der Bildbearbeitung, aber nun sollte es für den ersten Schwung erstmal reichen.
Manchesters Streetart
Streetart Part I
Hier brauchen wir gar nicht so viel Schreiben, denn der Tag war mit knapp 27.000 Schritten vor allem von Laufen Laufen, Gucken, Laufen, Gucken, Foto machen, Weiterlaufen und nochmal gucken geprägt. Wir haben gefühlt 100 Graffitis fotografiert und da wir nicht alle Bilder online stellen können/wollten, gibt es in der Galerie aber eine kleine Auswahl. Mussten uns ein bisschen beschränken, aber wir denken, dass es eine ganz gute Auswahl ist 🙂
Übrigens gibt es auch ein Bild von unserer Route in der Galerie….das sieht auf jedenfall WILD aus !
Streetart Part II
Und auch der nächste Tag stand vor allem im Zeichen von Streetart, jedoch an einer anderen Ecke Manchesters. Wenn man aber schon in Manchester ist, dann sollte man trotzdem mal beim berühmten Stadion von Manchester United im Stadtteil Old Trafford vorbeifahren. Das haben wir dann auch gemacht, jedoch haben wir nur im Vorbeifahren ein Bild gemacht und sind nicht direkt hingefahren. Vor allem, weil abends noch ein Spiel statt fand (Das Pendant zum DFB-Pokal) und daher der Großteil schon abgesperrt war. Wir blieben aber noch kurz in Old Trafford um das Auto zu laden und fuhren dann zu einem Graffiti, das witzigerweise direkt der Anfang einer Tour durch Old Trafford war. Also ließen wir das Auto stehen und marschierten los und schauten uns die jeweiligen Sachen an, wobei sich diese doch sehr von denen in Manchester Down Town unterschieden.
Nach der Tour fuhren wir noch zu einem Museum, das direkt neben dem Campus der Manchester Universität (RIESIGER CAMPUS mit vielen vielen Studenten) lag. Der Eintritt in solche Museen ist in der Regel kostenfrei und so schauten wir uns nicht nur eine Ausstellung zu den Ägyptischen Göttern und Mumien an, sondern auch Tierwelt, Dinosaurier und alles mögliche an. Wir sind ja normal nicht so die Museumsgänger, aber manchmal sind ganz interessante Sachen dabei.
Danach ging es dann zurück Richtung Unterkunft und wir sind bewaffnet mit dem Stativ nochmal in die Innenstadt gelaufen um ein paar Nachtaufnahmen der städtischen Gebäude zu machen. Blöderweise war es uns bei dem ein oder anderen nicht möglich, da an diesem Wochenende ein Parteitag der Konservativen in Manchester stattfindet und bereits viele Sachen abgesperrt wurden bzw. Barrieren und Wachpersonal positioniert wurden. Es wurden auch Demos angekündigt, also wir sind ganz froh gewesen, das wir nicht zu dem Zeitpunkt da sind, sondern schon vor möglichen Krawallen (so sahen zumindest die Absperrungen aus) abgereist sind.
Aber lange Rede kurzer Sinn…schaut einfach, was der Tag so gebracht hat…
Als nächstes kommt dann Liverpool, Cheltenham und dann auch noch a bissl Cornwall. Es bleibt spannend.
Ihr könnt ja mal einen Kommentar da lassen, ob Euch das mit dem Inhaltsverzeichnis gut gefällt oder nicht. Oder insgesamt, ob Euch der Eintrag gefällt 🙂













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