Eine Insel in einem See, auf einer Insel in einem See, auf einer Insel im Ozean!

15.01.2023 | WANAKA

Alles klar soweit? Gut, denn die Überschrift klingt erstmal etwas kurios. Ist aber so.

Und nebenbei, ich hab noch eine kleine Ergänzung zum letzten Eintrag gemacht. Könnt ihr gern nochmal hier nachschauen.

Eine Bootsfahrt die ist lustig…

Nun geht es aber weiter nach Wanaka, wo wir ja mittlerweile gelandet waren. Wir hatten am Vorabend den Sonnenuntergang angeschaut und sind am nächsten Morgen nicht zu spät aufgestanden, denn wir wollten mit dem Wassertaxi nach Mou Waho – übersetzt gerne als: Eine Insel in einem See, auf einer Insel in einem See, auf einer Insel im Ozean!

Wie das kommt? Nun, auf dieser kleinen Insel, die im Wanaka See liegt, gibt es auf der Spitze wiederum einen See mit einer kleinen Insel drin. Und bekanntlich ist Neuseeland ja ebenfalls eine Insel, die aber nicht in einem See, sondern im Ozean liegt. So kommt diese nette, aber auch etwas verwirrende Überschrift zustande. Doch bevor wir zur Insel fuhren, hieß es erstmal auf dem kleinen Schiff einchecken. Es war wirklich nicht so groß und unser Skipper war fast ein echter Pirat, denn er hatte leider ein Bein verloren. Wie, das haben wir natürlich nicht gefragt und ist auch nicht so wichtig, denn die Hauptsache war natürlich, dass er uns heile überall hin bringt und das hat er auch.

Unser kleines Wassertaxi

Mit an Bord war noch eine Familie aus Australien mit drei Kindern und ein Paar aus Israel. Und so schipperten wir recht gemütlich vorbei an Ruby Island und Mou Tapu.

  • Ruby Island ist die am nähsten zu Stadt liegende Insel und auch die kleinste mit etwa 3 ha und bekannt für die Feiern und Discos, die hier außerhalb der Stadt stattfanden, nachdem die Prohibition in Neuseeland eingeführt wurde. Jedoch unter dem Decknamen eines Kabaretts. Die Insel ist heute ein Naherholungsgebiet und wird für Kajakausfahrten oder Picknicks genutzt.
  • Mou Tapu ist ca. 120 ha große und eine Insel, die hierzulande als pest free bezeichnet wird. Pest Free meint hierbei, dass auf der Insel keine fremden Spezies beheimatet sind. Beispielsweise Ratten, Wiesel, Igel oder was immer hier alles eingeführt wurde. Mäuse haben sich auf Mou Tapu nie angesiedelt, und die Insel ist entscheidend für das Überleben mehrerer Pflanzen- und Tierarten, die auf dem Festland von Otago durch eingeführte Raubtiere ausgerottet oder stark reduziert wurden. Dazu gehört beispielsweise ein kleiner Südliche Alpen Gecko. Die Insel wurde aber in der Vergangenheit beweidet und ist heute unbewohnt. Der Zugang ist nicht möglich.

Mou Waho ist ebenfalls ca. 120 ha groß. Die Insel hat eine lange Geschichte, nicht nur bei den Maori, sondern auch bei Europäischen Migranten. Sie wurde in der Vergangenheit für den Bootsbau und für die Schafszucht genutzt. Mäuse wurden 1995 erfolgreich auf der Insel ausgerottet. Die Insel und der See, der in der Mitte der Insel auf über 150 m über dem Seespiegel liegt, sind ebenfalls ein pestfreier Rückzugsort für mehrere Pflanzen-, Vogel- und Insektenarten, die auf dem angrenzenden Festland verschwunden oder stark zurückgegangen sind. Zum beispiel der bereits oben genannte Gecko oder den Büffelweka, der 2004 auf der Insel ausgesetzt wurde und heute sind es fast 200 Weka auf Mou Waho. Durch mehrere Brände wurde die heimische Vegetation auf der Insel zerstört und die Erholung der Insel schritt nur sehr langsam voran. Die staatliche Naturschutzbehörde (DOC) und die lokale Bevölkerung haben jedoch gemeinsam daran gearbeitet, exotische Tiere und Pflanzen zu entfernen und die einheimische Vegetation und Vogelarten wieder anzusiedeln. Wie der See entstanden ist bzw. forbesteht, ist immer noch nicht klar. Einerseits wird gesagt, dass er durch Regenwasser gespeist wird, jedoch ist durch die umliegenden Berge nur geringer Niederschlag in Wanaka und würde außerdem verdunsten bzw. das Wasser würde irgendwann kippen, wenn kein Austausch vorhanden ist. Eine andere Theorie ist, dass es eine unterirdische Quelle gibt, doch auch dies ist etwas tricky, denn das Wasser müßte 100m „hochgepumpt“ werden. Wie also der See und die Insel entstanden sind, bleibt ein Rätsel.

Der Weg zum See war jedenfalls recht beschwerlich, denn wie schon die letzten Tage knallte die Sonne vom Himmel, ohne Wolke und die kläglichen Bäume spendeten nur ab und an Schatten. Dazu war der Weg recht steil und wollte irgendwie nicht aufhören. Aber wir haben es bis zum See geschafft und Stefan ist dann nochmal 50m steil hinauf auf den Aussichtspunkt gelaufen und hat dann auch die Insel im See fotografiert.

Eine Insel in einem See, auf einer Insel in einem See, auf einer Insel im Ozean – Mou Waho

Der Rückweg war dann kein Problem und nachdem die Familie mit ihren drei Kindern auch genug vom Baden im See hatte, ging es mit einem Affentempo zurück nach Wanaka, wo wir dann nochmal ein Frühstück nachholten, da in der Unterkunft sehr spärlich.

Im Lavendelfeld baden

Stefan war eigentlich nicht so recht zum was machen zu Mute, doch ich wollte so gerne zu der Lavendelfarm und schließlich ließ er sich breitschlagen und fuhr mit mir zur Farm.

War nur ne kleine Farm, wirklich….oder eben auch nicht. Denn die Übersichtskarte zeigt, hier blüht ordentlich was. Und da wir eben gerade Sommer haben, blüht es auch wirklich. Nicht zu vergessen, dass hier hunderte von Bienen und Hummeln unterwegs waren, denn Lavendel ist beliebt bei den fleißigen Sammlern.

Die Übersichtskarte der Farm inkl. Farmtiere, die wir aber nicht gesehen haben.

Wir gingen also zum Eingang, kauften unsere Karten und bekamen einen kleinen Aufkleber, den wir uns aufs T-Shirt kleben sollten, damit wir uns frei auf der Farm bewegen konnten. Wir luscherten auch ein bisschen im Shop umher, wo es neben Honig allen möglichen Kram hergestellt aus Lavendel gab. Von Shampoo über Seife, über Öle bis zu eben Honig oder auch Schokolade. Gekauft haben wir aber nix, sondern im Nachgang uns nur für ein Eis entschieden. Aber das eben erst am Ende unserer Farmtour, die wir bei dem Halbkreis begannen. Direkt vorher gab es aber noch einen Weihnachtsbaum neuseeländischer Art, nämlich aus FlipFlops und in Lavendelfarbe.

Weihnachtsbaum mal anders….

Sieht doch ganz nett aus, oder? Wir liefen dann durch den Halbkreis auf eine Insel verschiedenster Blumen zu, die aber irgendwie alle 3 x so groß wie bei uns in Deutschland sind. Neben Lilien im Übergrößenformat gab es allerlei verschiedene Blumen dort. Die Felder an sich waren nach Farben gruppiert. So gab es ein gelbes Feld, ein rosa Feld usw. Aber irgendwie hab ich es verpeilt da auch das ein oder andere Foto zu machen, war wohl vom Lavendel überwältigt. Und wie groß die Blumen dort waren, sieht man ganz gut im Vergleich mit mir Würmchen.

Ich bin ja eigentlich nicht so der Kameraposer, aber ins Lavendelfeld musste selbst ich mich stellen, auch wenn ich völlig unpassend gekleidet war. Also zumindest wenn man sowas für Instagram oder sowas verwenden will. Für mich hats gut gepasst, hätte ich mich hingelegt, vermutlich hätte mich niemand entdeckt 😀

Irgendwann landeten wir auch bei der Tür, die mitten im Feld stand. Natürlich auch hier, voll der Instagram-Spot, doch irgendwie war niemand da, der dort Fotos machte, also nutzen wir die Chance des komplett leeren Feldes für uns. Ganz am Ende des Feldes stand übrigens noch ein lila Traktor, doch den hatten wir erst gesehen, als wir uns wieder auf den Weg nach Wanaka machten. Is aber auch nicht so schlimm, denn die Tür und die Blumen an sich haben einfach gereicht und wie oben schon geschrieben, sind wir dann nochmal in den Shop und haben uns ein Lavendeleis gegönnt. Stefan mit Manuka-Honig und ich mich Boysenbeere. Boysenbeere scheint hier das Ding überhaupt zu sein und ist eine Kreuzung aus einer Brombeerart und einer Loganbeere (die wiederum eine Kreuzung aus Himbeere und Brombeere ist). Die Boysenbeere sieht übrigens auch aus wie eine Brombeere von der Farbe, also recht dunkel wenn sie reif ist und von der Form wie eine längliche Himbeere. Also das runde der Brombeere ist hier etwas verloren gegangen genauso wie die etwas spitzer zulaufende Form der Himbeere. Aber wie auch immer, es schmeckt auf jeden Fall und das ist ja die Hauptsache.

Verlassene Schotterpisten

Nachdem wir unser Eis vertilgt haben, hätten wir auch zurück fahren können, doch wir entschieden uns anders und fuhren am Hawea-See entlang. Der See, ein ehemaliger Gletschersee liegt ein wenig entfernt von Wanaka und dessen Wanaka See. Irgendwie liest man weniger über diesen See und wenn wir ehrlich sind, war dort auch weniger los, als auf dem Wanaka See, wenngleich der See ähnlich groß, ähnlich blau, ähnlich tief (eigentlich sogar 80m tiefer als der Wanaka See und somit fast 400 m ist) und ähnlich schön umrahmt ist. Was „fehlt“ ist eine zentrale Stadt mit der Größe von Wanaka. Wobei wir das auf unserer Fahrt am östlichen Ufer des Sees auf einer 20km langen Schotterpiste auch nicht vermisst haben. Hier hatte man die einspurige Piste für sich, ab und an sah man im Gebüsch mal den ein oder anderen Wohnwagen, aber ansonsten war dort nichts. Außer ein paar Schafen und viel viel viel Aussicht auf den See und die umliegenden Berge.

Hawea See mit Schotterpiste!

Am Ende der Straße hielten wir kurz auf dem Parkplatz. Wandern wollten wir heute nicht mehr. Aber genau an diesem Punkt startet ein Wanderweg, der weiter am See entlang in die Berge geht. Wir genossen also die Ruhe und Aussicht und ein paar Minuten keinen Staub, denn wenn wir eines auf diesem Weg produzierten, dann Unmengen Staub :O, und fuhren dann zurück nach Wanaka.

Im Übrigen – warum Wanaka so beliebt ist? Es ist unter anderem Ausgangspunkt für den wohl am meisten gewanderten und mit am meisten fotografierten Berggipfel und dessen Aussicht. Der Roys Peak Wanderweg. Besonders beliebt bei Instagram-Nutzern/Influencern. Und nein, der ist nicht easy peasy, aber scheinbar, wenn man was auf sich hält, dann muss man den Weg da hoch. Wir konnten den Berggipfel vom Schiff aus sehen, das hat uns durchaus gereicht, denn 1000m Höhenanstieg wollten wir dann doch nicht machen…:)

Und noch ein Fakt…Die Bergwelt ist hier unterschiedlich aufgebaut bzw. entstanden. Um den Wanaka See herum gibt es drei hintereinanderliegende Bergketten. Direkt am Ufer sind die Berge etwa 2000 m hoch, dahinter kommt eine Reihe mit etwa 2600 m Höhe, beide entstanden durch Gletscher. Die dritte Reihe bilden die 3000er, die durch Plattentektonik entstanden sind. Also ein Faltengebirge und so sieht man auch die unterschiedlichen Formen der Bergketten. Während die eine Reihe eher schroff und abgehackt aussieht, ist die vordere Reihe eher geschwungen und etwas weicher. Das aber nur am Rande.

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