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Natternkopf, Lavendel und ein Heli

Natternkopf, Lavendel und ein Heli

11.01.2023 | LAKE PUKAKI UND MOUNT COOK

Ach, was hätten wir gegeben für ein Feld mit blühenden Lupinen? Ziemlich viel, doch dafür sind wir mindestens einen Monat zu spät. Dafür blüht an allen Ecken und in allen Winkeln der Gewöhnliche Natternkopf, der uns im ersten Augenblick glauben machen wollte, er sei eine Lupine. Denn im Vorbeifahren hätte man das durchaus annehmen können.

Eine Fahrt – ein Berg – ein seltener anblick
Der Gewöhnliche Natternkopf

So sieht er aus, der Natternkopf. Bereits als wir am ersten Tag am Lake Tekapo Richtung Lake Pukaki unterwegs waren, sprießte dieser sogenannte Neophyt (also eine Pflanze, die vom Menschen eingeschleppt wurde) am Straßenrand. Doch bevor wir zu unserem eigentlichen Ziel wollten, nämlich Mount Cook, machten wir einige Stops am Wegesrand, um die ein oder andere Lupine zu sichten. Doch wie bereits oben angedeutet, die meisten Blüten waren bereits verblüht, nur noch vereinzelt spitze eine Blüte hier und da aus dem Dickicht an Natternkopf und abgeblühten Lupinen. Der erste Halt war direkt am Anfang der Straße, die um den Lake Pukaki herum in den Nationalpark Mount Cook führt. Ein paar Wolken und Sonnenstrahlen hier und da, tauchten den See in verschiedene Farben. Von hellem türkis bis zu dunkelblau wie das Meer. Ein tolles Farbspiel, vor allem mit den hohen Bergen im Hintergrund des Sees. So hangelten wir uns von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt, und ganz unverhofft fuhren wir auf ein lila Feld zu – eine Lavendelfarm. Dabei wollte ich die doch eigentlich erst in Wanaka sehen. Nun gabs ein riesiges Feld mit blühendem Lavendel. Den Eintritt sparten wir uns, dafür gabs aber Lavendeleis (jamjam) und das ein oder andere Foto, zwar nicht von uns selbst im Feld, aber auch andere Menschen geben ja manchmal ein nettes Motiv…

Danach ging es aber schnurstracks weiter Richtung Mount Cook. Vom Beifahrersitz konnte ich dann tatsächlich die Spitze von Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands, durch die Wolken spitzeln sehen. Also hieß es Gas geben, so gut es ging, um den nächsten Ausguck anzusteuern. Und Tatsache, die Wolke umspielte zwar immer noch einen Teil des Berges, aber die Spitze war eindeutig zu erkennen. Wirklich ehrlich, kein Scherz. Das kommt nur alle naselang mal vor, da die Bergspitze sonst in den Wolken hängt. Korrekterweise heißt der Berg aber „Aoraki/Mount Cook“, also ein Kompromiss, da sich keine der Parteien durchsetzen konnte. Aoraki kann gerne übersetzt werden mit „Wolkendurchstecher“ – wie er gerne auch genannt wird, da eben die Spitze eher selten zu sehen ist.

Und so zog knapp 10 Minuten später auch schon die nächste Wolke durch und von da an zeigte sich die Bergspitze nicht mehr. Dafür haben wir aber zwei Grazien gefunden…

Danach ging es weiter hinein in den Nationalpark, vorbei am riesigen Flussbett des Tasman-Flusses, der den Pukaki See speist. Bevor es jedoch zu unserem Highlight des Tages ging, fuhren wir in das Mount Cook Dorf. Eine Ansammlung von Häusern, die vor allem der Vermietung dienen. Unter anderem für Bergführer, Wanderer, Bergsteiger und dem ein oder anderem Gastro-oder Hotelmitarbeiter, wobei das Angebot an Cafe/Restaurants gerade an dieser recht wichtigen Stelle eher dürftig ist. Wichtig im Sinne, dass dies hier der Ausgangspunkt vieler Wanderungen ist, insbesondere auch für Bergsteiger, die den Mount Cook besteigen wollen. Wir wollten aber eigentlich einen Kaffee, doch übersahen beim ersten Mal das Café. Wir bummelten also etwas in der Infostelle umher und fuhren dann ein Stück talauswärts um an den Flughafen zu kommen.

Vier Leute – Ein Heli – und ne volle Büx

Hier standen wir also nun am Mount Cook Flughafen und gingen direkt rein, um uns für unseren Helikopterflug anzumelden. Gleichzeitig war dies auch die Stunde der Wahrheit, denn hier gabs ein max. Gewicht pro Person und jeder musste nun auf die Waage. Schockschwerenot – aber im wahrsten Sinne des Wortes…:) Alles zusammen hat es aber gut vom Gewicht gepasst, zumal wir am Ende auch nur zu viert flogen (also 4 Passagiere und 1 Pilot). Ausgelegt sind die Helikopter für 6 Passagiere, auch wenn ich mich frag, was das dann für nen Quetschflug wird. Aber wurscht. Wir mussten dann noch bisschen auf unseren Heli und Piloten warten und dann gings endlich los. Klar, eine SIcherheitseinweisung gabs natürlich vorab auch noch und unser Sicherheitsbeauftragter führte uns dann zum Flugfeld und diskutierte noch kurz mit dem Piloten. Dann kam er mit seiner Schreibtafel und unseren Namen (inkl. unserer Gewichte) zurück und ich durfte vorne sitzen. War ich jetzt nun das Leichtgewicht oder Schwergewicht oder Mittelgewicht? Man weiß es nicht. Beim Rückflug durften wir übrigens tauschen, also wie auch immer die Gewichtsverteilung am Anfang geplant war, wir hätten sie einfach durchwürfen können.

Aber jetzt hieß es erstmal einsteigen, vorher die Schultern hochziehen und den Kopf runter, denn irgendwie hat man immer das Gefühl, die Rotoblätter rasieren einem sonst den Schädel. Aber geht eigentlich sooo einfach nicht.

Nachdem alle saßen ging es auch schon los über das Flussbett des Tasman Flusses, in den der Tasman Gletscher kalbt und der den Pukaki See speist. Dieses riesige FLussbett, kann man sich eigentlich nicht ausdenken, dass das mal ganz voll auf ganzer Breite gewesen sein muss…Der Gletscher an sich war vor allem eines, nämlich schwarz. Denn mit der Zeit hat sich eine dicke Schicht Schutt auf den Gletscher gelegt und es war kaum mehr als Gletscher erkennbar. Nur an der Abbruchkante konnte man erahnnen, dass unter der dicken Dreckschicht das ewige Blau vorhanden ist. Ein paar Eisberge schwammen auch nah an der Abbruchkante und zwei winzig wirkende rote Boote zischten über den Tasman-See. Unter anderem, um Touristen zu den abgebrochenen Eisbergen zu bringen. Seien wir aber ehrlich, da sind wir als Islandreisende wohl etwas vorbelastet… Aber auch das muss ich zugeben, das Ganze von oben zu sehen, ist dann doch nochmal was anderes.

Die Hand vom Piloten einfach mal ignorieren – aber im Hintergrund sieht man ganz gut die Abbruchkante des Tasman Gletschers und viel viel schwarz.

Der Tasman-Gletscher ist übrigens 27 km lang, was man nun auf dem Bild natürlich nicht sehen kann. Unser Pilot steuert nach diesem Überflug einen Landeplatz auf einem Schneeplateau an, wo wir dann auch aussteigen und uns die umliegende Bergwelt anschauen konnte, inklusive verstecktem Mount Cook. Nach ner viertel Stunde ging es dann wieder Richtung Tal und Flughafen zurück. Alles in allem war das ein sehr geiles Erlebnis und wir konnten so auch gleich Stefan sein Geburtstagsgeschenk einlösen. So nen Heli-Flug macht man schließlich nicht alle Tage!

Wieder auf festem Boden fuhren wir nochmal in das Dorf und fanden dann auch das Café, wo wir uns einen Kaffee und etwas zu Essen kauften. Das Essen war leider unter aller Kanone, aber legen wir einfach den Mantel des Schweigens darüber. Man könnte da so viel mehr draus machen, schade.

Off the beaten path – oder warum wir nicht den Hooker-Valley-Track liefen

Wir ließen das Café hinter uns und fuhren dann zum Hooker-Valley-Track, den wir eigentlich machen wollten. Doch da es sehr voll war, entschieden wir spontan, nicht diesen beliebten Weg zu machen, sondern einen kürzeren, aber weitaus weniger besuchten Weg zu laufen. So maschierten wir los und kamen am Kea-Point raus. Unterhalb des Mueller-Gletschers und dem Mueller-See. Eine riesige Furche zeigte, wie der Gletscher sich seinen Weg bahnte. Wir setzen uns eine Weile und genossen die Aussicht auf den Sefton-Berg mit seinen Gletscherfeldern. Das war dann doch wieder recht beeindruckend. Vom Mueller Gletscher konnten wir aber leider nicht viel sehen, da er hinter einer Bergkuppe lag. Nachdem auch die restlichen paar Wanderer dann weg waren blieben wir noch eine kurze Weile sitzen und marschierten ebenfalls zurück zum Parkplatz, von wo aus es dann zurück Richtung Tekapo ging. Bevor wir jedoch in die Unterkunft zurück fuhren, machten wir noch Halt in Twizel, wo wir unser Abendessen fanden.

Nun aber genug von Essen und Bergen und Helis….in der Bildergalerie geht es zur fetten Ausbeute!


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