09.01.2023 – KAKA POINT / CATLINS
Heute Gegenstand unseres Blogs? Eine Premiere! Doch fangen wir einfach wie immer vorne an. Wir schauen in diesem Beitrag nochmal nach Kaka Point und zu den Catlins, denn wir haben noch ein bisschen was zu berichten. Angefangen mit den Cathedral Caves…
Kommt Euch irgendwie bekannt vor? Ja, es klingt doch schon sehr ähnlich zu den Cathedral Coves. Aber es gibt eben einen kleinen feinen Unterschied – immerhin 1 Buchstabe. Die Cathedral Cove – zu deutsch etwa Kathedralen Bucht – befindet sich auf der Nordinsel (um genau zu sein auf der Halbinsel Coromandel).
Wie die aussehen, könnt ihr hier nochmal nachlesen und nachschauen.
Vom Dschungel an den Strand
Wenn ich das hier schreibe, ist bei Euch noch der 30.12.2022, bei uns aber schon der halbe Tag des 31.12.2022 rum. Heißt, wir haben schon gefrühstückt und sind mit der Tagesplanung inkl. unserer Abendplanung durch und können nachher entspannt Richtung Hafen runter und suchen uns ein Plätzchen für heute Abend, um ein bisschen was vom…
Dunkle Höhle und viel weißer Strand
Nun sind wir aber auf der Südinsel und hier ist es keine Bucht, sondern eine Cave – also eine Kathedralen Höhle. Nur bei Ebbe kann man die Cathedral Caves besuchen. Dazu haben wir am Vorabend geprüft, wann Ebbe ist und wann der Zugang bzw. Parkplatz geöffnet ist, denn die Höhle liegt auf Maori-Land und es wird hierfür auch ein Obolus von 10 NZD pro Nase fällig. Wir hatten die Ankunft gegen 11 Uhr geplant – denn Punkt 11 Uhr war Niedrigwasser angesagt. Etwas verspätet kamen wir aber beim Parkplatz oberhalb der Höhlen an und standen erstmal in der Autoschlange, denn wir waren nicht die einzigen, die sich die Höhle anschauen wollten. Nach ein paar Minuten aber konnten wir das Auto auf dem Parkplatz abstellen und – ach du Schreck – wo ist denn unsere Kameratasche?
Wir hatten in der Unterkunft noch die Sachen wieder ordentlich zusammengepackt, die Tasche aber dummerweise an der falschen Stelle abgestellt, so dass wir, Premiere, die Kamera auf der Couch vergessen hatten. Oh und ich war etwas, nunja, motzig, denn wir wollten heute vor allem auch Tierfotos machen und ich find, da macht sich ein Handy nicht so gut. Aber tja, es ist wie es ist. Ich stapfte als vor mich hingrummeln durch den Urwald in Richtung Strand. Gefolgt von Stefan, der mich versuchte zu beruhigen, dass das alles halb so wild sei. Ich brummelte aber noch ein Weilchen weiter, boxte in die Luft und ärgerte mich über mich selbst.
Am Strand angekommen, war aber die Brummellaune hinfort gewischt. Denn wir traten aus dem schattigen Busch ins gleißende Licht der Mittagssonne mit einem schneeweißen, breiten Strand und einem aufgewühlten Meer. UND – wenig Menschen. Wir mussten noch etwa 10 Minuten durch den Strandsand bzw. durch die Wellen waten bis wir bei der Höhle ankamen. Schon von etwas Entfernung konnte man den Eingang der Höhle gut erkennen. Zwei Höhlen, wovon eine etwa 30m hoch ist sind miteinander verbunden, aber wie das in Höhlen so ist, war´s etwas dunkel :p


Ich bin im Übrigen nicht durch die Höhle gelaufen, sondern bin zurück an den Strand, denn hier war´s hell und warm und das (Eis)Wasser umspülte schön unsere Füße.
Sicher hätte man hier noch ein zwei Stündchen rumbringen können, doch um 13 Uhr wurde der Parkplatz geschlossen, so dass wir uns langsam aber sicher wieder auf den Weg durch den Dschungel machen mussten. Ging es auf der Hintour fast kontinuierlich bergab hieß es nun den ein oder anderen Anstieg, ohne wie ein Maikäfer zu pumpen, zu meistern. Sagen wir es mal so – alle sind oben angekommen und wir haben uns quasi im Rekordtempo durch den Dschungel gekämpft – inklusive der ein oder anderen Kreativpause.



Leicht verschwitzt kamen wir am Parkplatz an und fuhren dann weiter in Richtung Waipapa. Beim Pfeifenden Frosch (Whistling Frog) hielten wir für eine kurze Kaffeepause an und widmeten uns dann noch einem kleinen Geheimtipp, nämlich den Koropuku-Wasserfall.
Geheimtip in den Catlins
Durch dichtesten Dschungel mit einem Weg, der aus den Stämmen der Farne gebaut wurde, über glatte Steine, kleine steile Anstiege und Abstiege ging es tief in den Wald hinein, bis wir am Ende an einem kleinen, aber wirklich tollen Wasserfall ankamen. Wir waren dort ganz alleine, erst etwas nach uns kam noch ein Pärchen, das uns dann auch bei unserem Foto behilflich war. Da es kein Rundweg war, ging es den gleichen Weg natürlich auch wieder zurück.

Waipapa und das Ende der Südinsel
Wieder auf festem Boden trafen wir auch die anderen beiden wieder, die sich als Franzosen entpuppten. Nach einem kurzen Plausch ging es dann tatsächlich auf nach Waipapa, wo wir auf der ersten Reise schonmal einen Seelöwen gesehen haben, doch an diesem Tag zeigten sich außer ein paar Anglern und Austernfischer keine Seelöwen. Dafür strahlte der weiße Waipapa-Leuchtturm von der Anhöhe und am Strand gab es Unmengen von Muscheln in Tütchenform mit viel Perlmutt zu entdecken. Leider waren alle die wir fanden kaputt und somit als Andenken nicht ganz so geeignet. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie man die Form nennt? Vielleicht Eistütenform? Ich glaub das passt ganz gut als Beschreibung. Und da fällt mir ein, ich habe ja glatt gelogen, denn ich habe eine intakte gefunden, die wie ein Tütchen aussieht, aber die ist nicht mal einen Zentimeter groß. Die Gefahr, dass die einfach verlustig geht ist daher wohl recht hoch.
Wir bummelten alle etwas am Strand und den Steinen rum, um uns dann wieder in Bewegung zu setzen und an den südlichsten Punkt der Südinsel, den Slope Point, zu fahren. Vom Parkplatz aus musste man über privates Weideland etwa 15 Minuten laufen. Irgendwie muss ich während des Marsches kurzzeitig eingenickt sein, denn ich trat im Gras irgendwie daneben und fand mich auf einmal liegend auf dem Rücken wieder. Ich habe keine Ahnung, wie ich das hinbekommen habe, aber wir lachten alle und da nix schlimmes passiert war, konnten wir danach einfach weiterlaufen. Unten an der Klippe gabs dann mal wieder ein Schild, wo dann eben draufstand, wie weit es zum Äquator und zur Antarktis ist. Unterhalb der Klippen toste das Meer und riesiges Seegras wippte und schlängelte in den Wellen umher. Ich muss ehrlich sagen, so recht abholen tut einen so ein Schild wohl nicht, liegt aber wohl daran, dass es so wenig greifbar ist. Also dass man sich an einem Punkt auf einer Insel befindet und dies quasi das Ende ist. Gut, man hätte auch einfach über die Klippe hopsen können, da wäre definitiv Ende. Aber die Vorstellungskraft reicht einfach nicht aus, um sich 5000 km oder sowas vorzustellen, die man von der Antarktis entfernt ist oder eben die Koordinate für den Slope Point. Lange Rede kurzer Sinn: das Seegras war richtig cool 😀

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz gabs noch a bissl Spaß mit Strohballen. Schaut nachher einfach in der Galerie und schmunzelt ne Runde.
Curio Bay und ein Abendspaziergang
Nach dem Slope Point ging es Richtung Curio Bay. Dort wollten wir versuchen Pinguine zu sehen und uns den versteinerten Wald anschauen. Das Plateau, dass wir auch sehen konnten und vor allem bei Ebbe sichtbar ist, zeigt die Überreste eines versteinerten Waldes. Die Überbleibsel stammen aus dem Jura und sind damit etwa 180 Millionen Jahre alt. Damals war Neuseeland noch Teil des Großkontinents Gondwana und die Region der Catlins bewaldet. Bei mehreren Schichtfluten vulkanischen Materials wurde der Wald mehrfach zerstört, wodurch sich schichtweise Ablagerungen bildeten. Durch die Erosion an der späteren Küstenlinie wurden Sandstein und andere Gesteine abgetragen, sodass die inzwischen versteinerten Überreste der Pflanzenwelt freigelegt wurden. Ein paar Infos hab ich hier von Wiki gemopst. Da wir zur Abendzeit da waren, war der Strand gesperrt, denn unterhalb einiger Aussichtsplattformen nisten die Gelbaugenpinguine, die wir aber auch hier leider nicht antrafen. Doch auch von oben konnte man ein bisschen erahnen, wie der Wald aussieht, bzw. sieht man teilweise die umgefallenen Baumstämme. Es ist ein bisschen wie ein Suchspiel, aber mit dem Handy leider kaum anders möglich. Dafür haben uns die Sand-Flies so richtig überfallen hier, deshalb hieß es alsbald abhauen, da wir kein Mückenspray dabei hatten.
Da sich die Tiere bissl versteckt hielten, machten wir uns langsam auf den Weg zurück zu Unterkunft. Da sich die Auswahl an Restaurants/Cafés sehr in Grenzen hält an diesem Zipfel der Welt, ging es nochmal zum Whistling Frog und vier mal halbgutes Fish-and-Chips + bisschen Calamari und Scampi. Da hätten wir uns schon was anderes gewünscht, doch irgendwie haben wir das an diesem Tag mit dem Essen etwas vergeigt. Passiert.

Zurück in der Unterkunft ging es für Stefan und mich nochmal runter an den Strand und ein bisschen die Abendstimmung aufsaugen und für mich viele Fotos von Muscheln im Sand zu machen. Das is genau mein Ding!

Also, wie schon ganz am Anfang erwähnt, ALLE Bilder von diesem Tag sind, ob unserer Verplantheit, mit dem Handy gemacht – bin damit nicht ganz so firm, aber ich glaub, man kanns ganz gut durchgehen lassen und ich hab schon um einiges schlechtere Bilder geschossen 🙂 Und ich bin auf der anderen Seite ganz froh, dass die Tiere sich nicht gezeigt haben, denn dann hätte ich mich totgeärgert, wenn ich die Kamera nich dabei gehabt hätte.
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