07.01./08.01.2023 | QUEENSTOWN – MILFORD SOUND – KAKA POINT
Ohje ohje, ich häng total hinterher. Nun sind wir mittlerweile in Christchurch angekommen und ich hab noch nichts über die letzten Tage geschrieben, insbesondere vom Milford Sound. Und vorschreiben klappt irgendwie auch nicht, meist sind wir abends einfach zu platt. Da kann man sich schon gerne mal fragen, wie andere das so machen. Aber eigentlich interessiert mich das auch nicht. Lieber nutz ich jetzt die Zeit, um eben über den Weg zum Milford Sound, die Zeit auf dem Sound und den Weg vom Milford Sound zum Kaka Point Revue passieren zu lassen.
Auf zum PioPioTahi
Eigentlich ähnlich wie beim letzten Mal fuhren wir am frühen Morgen aus Queenstown los. Das Wetter war eher so mittelprächtig – es war trüb, kühl und die Sonne wollte sich nicht so recht blicken lassen. Wir fuhren an den wolkenverhangenen Remarkables vorbei, entlang des Wakitipu-Sees in Richtung Te Anau. Unser Zwischenstopp, um nochmal was Kleines zu futtern und auch das Auto zu betanken, weil auf dem Weg zum Milford Sound (PioPioTahi) dann keine Tankstelle mehr kommt. Die klassischen Haltepunkte auf der Fahrt nach Milford nahmen wir auch mit, wenngleich, ich sagte es ja schon, die Wolken recht tief hingen. Aber das gab dem Tal mal wieder eine andere Stimmung.

Auch an den Mirrow-Lakes hielten wir wieder, doch das Wasser war nicht so ruhig wie gewünscht und auch die graue Suppe am Himmel versteckte die Berge, die sich in diesen Spiegel-Seen hätten spiegeln können. Dafür haben wir den ein oder anderen Fisch oder auch eine kleine Schwalbe gesehen.

Die Fahrt an sich war recht ruhig, kaum Autos in unsere Richtung, doch recht reger Verkehr auf der entgegenkommenden Spur, denn die Mittagsbesucher machten sich auf den Weg zurück nach Te Anau oder woanders hin. Wir fuhren schön die Strecke und tiefer ins Gebirge hinein und je weiter wir ins Gebirge hineinfuhren, desto mehr riss der Himmel auf und als wir am Pass ankamen, war fast kein Wölkchen mehr am Himmel. Oben angekommen hieß es warten, denn um auf die andere Seite des Berges zu kommen, mussten wir durch einen Tunnel, der nur einspurig befahrbar war. Und da gerade die andere Seite grün hatten, hieß es eben kurz warten. Wir nutzen die Zeit und hielten vergebens Ausschau nach Keas (Bergpapageien).
Dann ging die Fahrt gemächlich weiter, wenngleich wir schon einen Zahn hätten zulegen können. Wir hatten nämlich ein Date mit der Milford Mariner – einem „Segel“-Schiff, dass über Nacht auf dem Milford-Sound verbleibt und nicht im Hafen von Milford anlegt. Sprich, ein kleines Hotel. Und unser Check-In sollte um 15:45 beginnen, damit 16:00 Uhr das Schiff ablegen konnte. Da wir irgendwie uns etwas doof angestellt hatten, zahlten wir noch Parkgebühren von 50 NZD (~ 30 €) – zum aber Glück nicht gleich die volle Summe für die ganze Nacht, weil die dicken Finger das nicht hinbekommen haben. Als wir dann am Schiffsanleger ankamen und eincheckten und bzgl. dem Parken nachfragten, sagte man uns, wir könnten direkt auf ein paar abgesperrten Busparkplätzen am Terminal parken. Tja, also musste einer den ganzen Weg zurück und hat das Auto dann kostenfrei umparken können. Wie schon gesagt, haben uns wohl bissl dusselig angestellt und 50 NZD in den Wind geschossen. Aber sowas passiert halt mal. Das Gute war eigentlich, dass wir eben nur 50 und nicht 150 in den Wind gepfeffert hatten (was es bis zum nächsten morgen gekostet hätte). Aber nun waren wir startklar, die Zeit tickte runter, doch der Check-In wollte einfach nicht starten. Irgendwann gegen 16:15 Uhr ging es dann doch los, so dass alle Panik eigentlich umsonst war. Übrigens hatten sich mittlerweile auch die letzten Wolken verzogen, so dass uns die Sonne volle Möhre auf den Kopf brutzelte.
Als wir endlich das Schiff betraten und in sich alle im Saloon mit Bar eingefunden hatten, hieß es wieder Warten…denn es fehlte noch ein Schiff oder Bus mit Passagieren. Die Abfahrt verzögerte sich also weiter, doch während wir auf die letzten Passagiere warteten, konnten wir bereits was trinken und unsere Zimmerschlüssel an der Bar abholen. Das taten wir dann auch und stiefelten ins Zimmer bzw. in die Kajüte. Aber immerhin gab es ein großes Doppeltbett und ein kleines Bad mit Dusche 🙂 Danach hieß es wieder ab in den Saloon zur Sicherheitsunterweisung und wie der restliche Tag geplant wurde.
Wir liefen dann auch endlich aus und fuhren etwas die Hälfte des Milford-Sounds, während unser Naturführer ein paar kurze Geschichten zum Mildford-Sound erklärte. Wir gingen dann in der Sandfly-Bay vor Anker und schnackten noch eine Weile auf dem Aussichtsdeck. Es gab noch zwei kleine Programmpunkte vor dem Abendessen, nämlich mit dem Tender-Boot rausfahren oder mit dem Kanu. Wir entschieden uns gegen das Kanu und für das Tenderboot und saßen schwupp di Wupp bewaffnet mit fetten Rettungswesten im ersten Tenderbot mit dem Natur-Guide. Wir legten ab und schipperten gemütlich durch die Sandfly-Bay und unser Nature-Guide erklärte unter anderem, das es im Milford-Sound mehrere Baum-Lawinen gab, da die Bäume nur schwer Halt auf dem Untergrund finden und wenn sich einer löst, er direkt mehrere mit sich reißt. An einer Stelle zeigte er uns aber auch, wie es aussieht, wenn die Stelle nachwächst und wie die verschiedenen Stadien sind. Wenn eine Lawine abgegangen ist, sieht man nur einen weißen/hellen Streifen. Ich dachte eigentlich immer, dass dort Teile vom Berg abgegangen sind, nicht aber, dass hier ganzen Baumreihen runterkamen.
Insgesamt gibt es eine recht vielfältige Flora und Fauna mit über 700 Pflanzen, die nur im Fiordland vorkommen. Wälder mit verschiedenen Buchen, mit Fiordland-Wäldern und spezifischen Baumarten und dazwischen Sträucher, Farne und Baumfarne.

Die in der Sandbay lebenden Pinguine sind während der Sommermonate nicht vor Ort, somit konnten wir auch keine sehen. Große Teile des Fjords und der Fjordlandschaft, Flora und Faune sind im übrigen noch gar nicht erforscht. Aber gut, wollen Euch mit sowas jetzt auch nicht langweilen. Vielleicht lohnt ein Blick nach hier, wo weitere Fakten über den Milford-Sound zu finden sind oder im alten Blogeintrag hier.
Nach der kurzen Erkundungstour ging es wieder zurück aufs Boot und auf zum Dinner-Buffet. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir als letzte am Buffett, aber es gab noch genug zu futtern, von daher alles super 🙂 Nach dem Nachtisch und mit einem guten Tröpfchen ging es dann wieder aufs Deck und wir genossen die letzten Sonnenstrahlen und den Sonnenuntergang und anschließend auch noch den Nachthimmel, der nur durch das Mondlicht erhellt wurde. Die Milchstraße konnten wir so leider nicht so richtig sehen. Ab uns an schwamm noch eine Robbe ums Schiff, aber da es eben sehr dunkel war, konnte man es eher erahnen als sehen.
Die Bilder von der Fahrt zum Milford-Sound findet ihr in der Bildergalerie.

Bildergalerie
Nachts und morgens Auf dem Milford SOund
Um Mitternacht und als Letzte an Deck fielen wir dann in die Koje, denn am nächsten Morgen hieß es 6:45 Uhr „kaltes“ Frühstück. Zwar gab es auch ein warmes, doch das Schiff hatte sich schon in Bewegung gesetzt und so hieß es für uns Kaffee grabbeln und raus in die Sonne und aufs Sonnendeck, wo nur eine Handvoll Menschen bis jetzt war. Alle anderen verpassten meiner Meinung nach das beste an der Übernachtung auf dem Schiff…denn die See war ruhig, keine anderen Schiffe unterwegs und die Sonne lachte vom wolkenlosen Himmel. Der Nature-Guide erzählte wieder Sachen über den Sound, bis wir schließlich in der Tasmanischen-See ankamen, wo der Wind merklich auffrischte. Nach einer Drehung ging es dann wieder zurück, vorbei an ein paar Robben die faul in der Sonne lagen oder miteinander im Wasser spielten. Vorbei an den zwei großen Wasserfällen landeten wir gegen 9 Uhr wieder im Hafen, nachdem wir auch unsere Rechnung für die Getränke gezahlt hatten. Nun hieß es Abschied nehmen vom Schiff…







Von PioPioTahi Richtung Süden zum Kaka Point
Nun hieß es, den gleichen Weg nochmal zurück, doch diesmal mit feinstem Sonnenwetterchen und ordentlich warmen Temperaturen, im Gegensatz zum Vortag. Wir machten nun auch wieder Halt am Tunnel, doch Keas fanden wir wieder nicht. Doch schon bald hinterm Tunnel sollten wir Glück haben, denn dort hopsten zwei Keas durchs Gebüsch, um sich später doch in voller Pracht sich vor unsere Linsen und an/aufs und unters Auto zu drängeln.

Nach dem Stopp fuhren wir weiter, vorbei an den Mirror-Lakes die heute still lagen und die umliegenden Berge sich wunderbar auf dem See widerspiegelten. Auch die Aussicht ins Tal war heute ungetrübt und so konnte man alle Bergspitzen sehen – oder auch kleine Fotofuzzis die im Feld rumstehen…

Danach fuhren wir gradewegs zurück nach Te Anau, weil wir entschlossen hatten, statt wandern zu gehen, einen kleinen Vogelpark in Te Anau zu besuchen, um einen der berühmten Takahe zu sehen. Das hatte bei unserer letzten Reise nicht ganz so gut geklappt. Vom Parkplatz aus hieß es nun eine halbe Stunde zum Park laufen, in praller Sonne. Ei, und es war sehr warm, aber wir haben es doch geschafft und konnten die bereits ausgestorbenen Vögel sehen.
Der Takahe galt seit 1894 als ausgestorben und wurde erst 1948 durch Zufall wieder entdeckt. Mit einem Aufzuchtsprogramm konnte die Anzahl der Tiere auf 306 (in 2016) erhöht werden. Es gibt übrigens auch einen Nordinseltakahe, wobei der Vogel tatsächlich ausgerottet wurde. Alle Infos zu diesem etwas kurios anmutenden Vogel bzw. zur Ralle findet ihr hier.
In dem Park konnten wir darüber hinaus auch noch einen Kaka (einen Waldpapageien, der in Neuseeland beheimatet ist) und ein paar Sittiche sehen. Leider hatte sich der Kaka so versteckt, dass wir durch zwei Gitter fotografieren mussten, um ihn im Bild festzuhalten.



Keine Pinguine, dafür viele Nuggets
Nach dem Park maschierten wir wieder Richtung Auto und nun hieß es fast ohne Pause durchfahren bis zum südlichen Ende Neuseelands. Ein wilder Ritt, doch unsere Unterkunft inkl. Aussicht aufs Meer entschädigten für den wilden Ritt. Blaues und vor allem tosendes Meer lag uns quasi zu Füßen. Wir packten unsere Sachen aus, kochten noch was zu Abendessen (waren nämlich in Balclutha noch einkaufen) und saßen schon wieder im Auto. Denn hier am Kaka Point gibt es nicht nur Seelöwen zu sehen, sondern auch Gelbaugenpinguine und den Nugget-Point. Seelöwen fanden wir dann auch in der Tat direkt bei uns am Strand, für die Pinguine waren wir leider zu spät. Die aktuell 2 brütenden Pinguin-Paare waren schon wieder an Land und versorgten ihre Jungen. Also hieß es: Nugget Point. Wir liefen den knappen Kilometer zum Leuchtturm, ein nicht ganz so leichter Weg, doch wir schafften es pünktlich, um die Sonne hinter den Klippen untergehen zu sehen. Die Klippen wurden in ein warmes orange getaucht. Auch wenn es hier am Leuchtturm wie die Sau pustete und stürmte, um ein Selfie kamen wir nicht drumherum. Wenngleich Stefan und ich vorher erstmal paar Verständigungsprobleme hatten – aber – tada:

Mit dieser Lichtstimmung ging es dann wieder zurück und ab in die Unterkunft. Der nächste Tag sollte auch nochmal pickepackevoll werden. Dazu dann aber die Tage mehr…
Hier geht´s also zu dem Bildern vom Milford-Sound zum Kaka-Point.

Bildergalerie
Viel Spaß und bis die Tage 🙂








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