Von faulen, nassen, verplanten und neugierigen Söckchen…

jaja, ich weiß, ich hänge hinterher. Daher gibst heute gleich vier Tage, aber verpackt in drei 😉 Klingt gut, oder?

Also, legen wir los. Ich bin ja meines Wissens da stehen geblieben, dass ich pudelnass in meiner Hütte angekommen bin. Und irgendwie ist die Hütte auch durch den Sturm gekommen, ohne umzufallen.

Der Morgen danach war wie fast immer, ruhig und mit Sonne. Schon manchmal schräg das Wetter hier. Aber gut, nach einem Frühstück bin ich losgefahren, um die Gegend zu erkunden und hatte mir als erstes einen Steinkreis (Ardgroom Stone Circle) rausgesucht. Das habe ich auch recht einfach gefunden. Nur ein kleiner Fussmarsch stand noch auf dem Plan. Doch das war eher ein Spießrutenlauf. Zum einen klemmte das Gatter, das ich öffnen musste und wo ich mir dann erstmal den halben Finger zerfetzt habe. Mit blutigem Finger lief ich dennoch weiter, also eher waten als laufen, denn der Boden und das Gras waren so aufgeweicht das ich anfangs noch auf ein paar Steinen rumhüpfen konnte, dann aber teilweise knöcheltief in der Matschepampe stand. Egal, schnell weiter, bevor die guten Gore-Tex-Schuhe durchweichen. Mit etwas balancieren und hüpfen stand ich dann im Steinkreis und fühlte mich bisschen an Outlander erinnert, wenngleich das Buch/Serie ja in Schottland spielt. Ich hatte auch extra die Drohne mitgenommen, aber hab bisschen rumgeschissert und mich nicht getraut, die mal steigen zu lassen. Eigentlich ärgerlich, denn von oben wäre das sicher ein nettes Bild geworden. Jedenfalls sagt man über diese Art von Steinkreisen, dass die aus der Bronzezeit stammen und ca. 3000 Jahre alt sind. Da es im und um den Steinkreis aber auch matschig ohne Ende war, lief ich zurück, diesmal auch ohne größere Blessuren, dafür mit nassen Schuhen. Also, Schuhwechsel (und die nassen in den Fußraum mit 28 Grad beschallen, was meint ihr wie schnell die wieder trocken waren) und dann ging es Richtung Glenbeg Lough, einem See mitten zwischen den Bergen. Wie auch beim Steinkreis war hier ausser mir niemand. Schon komisch, dass hier so gar niemand ist. Anderseits besser für mich, kann ich nämlich blöde Hüpffotos machen, ohne das einer zuschaut. Und wie das aussieht, sieht man dann hier:

Ich finde das recht gelungen, oder? Nach einem Tässchen Tee ging es dann auch schon weiter, ohne so recht Ahnung zu haben wohin, da ich irgendwie den halben Tag verbummelt hatte, wenn ich auch nicht so recht weiß wieso. Ich fuhr dann Richtung Castletownbere, einem größeren Dorf, aber eines der Fischfangzentren Irlands. Dort ging ich zum Mittag essen und holte mir noch ein paar Sachen aus der Kaufhalle…Eier und bissl Obst. Also nix besonderes. Danach fuhr ich zurück in meine Hütte, damit ich in der Dämmerung ankam und nicht im Dunkeln. Muss schon sagen, dass das etwas unheimlich war, so ganz alleine im stockfinsteren Nirgendwo. Und vor allem die Geräusche…gruselig, zumal hinter der Hütte der Friedhof und neben der Hütte ein unbewohntes, halb verfallenes Haus lag. Ja, da kriegt man irgendwie Paranoia, ein bisschen zumindest.

Und hier geht es zu den Bildern des Tages!

Das ich nicht komplett alleine war hatte ich schon morgens gesehen, da hatte ich Spuren von nem Reh oder sowas gesehen und siehe da, am nächsten Morgen hatte ich wirklich Besuch von ihm hier:

Vermutlich ein Sika-Hirsch…

Der ließ sich beim Futtern gar nicht stören, zeigte mir aber ziemlich of sein weisses Hinterteil. Witzigerweise hat dieses Hinterteil ihn verraten, denn sonst hätte ich den vor den braunen Büschen nicht gesehen. Und irgendwie war meine Laune an diesem Tag ähnlich, nämlich nicht stören lassen. Also tat ich es auch nicht, kuschelte mich unter die Decke und guckte nen Film, dann wieder aufs Wasser, dann ne Serie und dann wieder auf Wasser und dann noch mal aufs Wasser und wieder ne Serie. Sprich, ich habe den Tag ganz genau nix gemacht, ausser bisschen abhängen. Aber auch dass musste mal sein, obwohl mich ein bisschen das schlechte Gewissen plagte, denn das Wetter war eigentlich gut. Aber schwuppdiwupp war es auch schon dunkel und so hatte sich das mit dem schlechten Gewissen auch erledigt.

Dafür sollte es dann am nächsten Tag wieder losgehen, doch nun schiffte es natürlich als ich wach wurde und ich ärgerte mich schon, den Vortag nicht genutzt zu haben. Aber der Ärger war recht fix verflogen, denn 10 Minuten später strahlte die Sonne wieder vom Himmel. Klar, immer ein paar Wölkchen im Gepäck, aber zumindest erstmal kein weiterer Regen in Sicht. Also ab ins Auto und auf nach Kerry, wo ich den Ring of Kerry fahren wollte. Aber hab etwas die Entfernung unterschätzt, so dass ich doch recht lange brauchte, um in das berühmte Kerry-Gefühl zu kommen. Der Ausblick war auf jedenfall super, nur gab’s nicht so viele Parkbuchten, dass ich öfter mal hätte anhalten können. Ein paar Ausgucke gab es aber dennoch und die nutzte ich dann auch, um wenigstens ein paar Bilder als Erinnerung zu haben. Das Meer, wie immer stürmisch, nagt unaufhörlich an der Küste.

Angekommen bin ich dann am Strand von Ballinskellig, wo eine kleine Burg steht. Ich lief einmal kurz an den Strand, um ziemlich schnell wieder zum Auto zu gehen, da es anfing zu schiffen. Also lief ich statt zum Auto ein kleines Stück weiter in ein Café, dass sogar aufhatte und trank einen Kaffee und als ich wieder raustrat, war kein Regen mehr da. Also wieder nur ein Schauer, wie so oft. Und nun packte ich doch mal die Drohne aus, ich war nämlich allein am Strand und konnte daher in Ruhe rumfriemeln. Dummerweise bekam ich die Drohne zwar an, aber nicht in den Flug…also, erstmal Mann anfunken, was wie wo Drohne und so. Das Problem war schnell gefunden, ein kleines Kabel musste angeschlossen werden. Ich meine, manchmal stellt Frau sich auch an…dafür gab’s dann aber Atlantik, Sonne, Regenbogen und Burg zusammen. Könnte schlechter sein, nicht wahr?

Nach Ballinskellig ging es wieder zurück, jedoch machte ich noch einen kleinen Zwischenstop in Kenmare und guckte bissl in die kleinen Läden und bin auch fündig geworden, was unsere Tassensammlung angeht. Mal schauen, ob es die Letzte ist 😜

Jetzt aber zu den Bilder vom Ring of Kerry (also halber Ring..oder Viertelring).

Zurück in der Hütte gab’s noch Abendbrot und dann irgendwann Bettchen, denn heute hieß es früh aufstehen, Sachen packen, Hütte aufräumen und auschecken. Eigentlich war ich ein bisschen erleichtert, dass es nun vorbei war. Wie gesagt, am Tag, kein Problem, Nachts eher gruselig. Und da meine Gastgeber leider selber im Urlaub waren, war ich halt wirklich allein allein. Ich glaub, wenn jemand im Haupthaus gewesen wäre, hätte ich abends die Büx net so voll gehabt 🙂 Aber ich hab´s überlebt. Immerhin 😉

Aber vorher gabs noch was Schönes heute:

Das nenn ich mal nen fetten Sonnenaufgang 🙂

Aber nun ging es richtig los. Zuerst hieß es mal Tankstelle, und den halb leeren Tank befüllen, bevor es dann zum Derryvegal Lough ging, den ich unbemerkt auch schon beim ersten Mal gesehen hatte. Nur geht kein direkter Weg dort hin, so dass ich ihn nur von oben fotografieren konnte. Dann ging es immer der Straße nach, viele Abbiegungen gab es nämlich nicht und der nächste Ausguck war der Kenmare River View. Eigentlich wollte ich dann zum Lakiri Chattan Ausblick, aber dat war so nen rumpeliger Weg, und mit dem Auto…ich weiß ja nicht. Jedenfalls bin ich auf halben Weg dann umgedreht bzw. habe den Rückwärtsgang eingelegt, denn drehen konnte man hier nicht…Den Weg hätte ich mal zu Fuss gehen sollten. Na im Nachhinein is man ja immer schlauer, gell? Danach machte ich einen Stopp am Dreenamalack Pier/Beach. Aber der Strand interessierte mich hier gar nicht so, denn ich hatte ein paar Piepmätze ausgemacht, die sich hier sehr wohl fühlten. Und die musste ich unbedingt mit der Kamera einfangen, wie schon direkt nach meinem Tourstart heute…(da guckts aber einfach in der Galerie). Aber hier mal einer der Strandbewohner:

Ein Schwarzkehlchen – mal die Alternative zum Rotkehlchen, dass es hier auf der Insel ja auch sehr oft gibt

Sie waren auf jedenfall sehr umtriebig dort am Strand und neben dem Kerlchen hier oben, hab ich auch noch einen Zaunkönig auf nem Zaun fotografiert. Glaubt das wer? Aber hey, schaut selbst:

Der ganze Ring of Beara (was auch teil des Wild Atlantic Way ist) ist übrigens wirklich wild, das kann man gar nicht so richtig in nem Bild festhalten, dass muss man irgendwie sehen. Zwar nicht ganz einfach als Fahrer einer Karre, aber es geht dennoch. Und ich versuch möglichst oft die Buchten in den Straßen zu nutzen, um ein oder zwei Fotos zu machen.

Von dem Strand ging es dann weiter nach Eyeries und dann zur Beara Bowl, eine Felsformation die etwas an eine Schale erinnert. Leider von der Stelle aus nicht so recht zu erkennen, aber erahnen lässt es sich schon ein wenig.

Bowl of Beara – aber nicht gefüllt

Kurz danach gab es noch einen kurzen Zwischenstop am Dooneen-Ausguck. Musste aber kurz im Auto warten, denn es gab mal wieder einen kleinen Schauer :p  Dann wollte ich eigentlich noch zu einer Kupfermine, aber irgendwie…naja, hab mich umentschieden, so dass ich die zwar sehen konnte auf dem Berg, aber eben nicht hin bin. Auch das dazugehörige Museum hatte im übrigen zu, von daher hoffe ich mal, dass ich nicht allzuviel verpasst habe. Jetzt stand eigentlich nur noch eine Sache auf dem Plan, nämlich Jessi‘s Point. Doch irgendwie hat mich mein Navi heute etwas verwirrt und zeitlich wurd es auch schon wieder knapp, weil ich noch Essen gehen wollte und nicht zu spät im BnB ankommen wollte. Also bin ich statt zu Jessi´s Point zur Dunboy Castle gefahren, vorbei an Puxley Manor (wat ein riesige, leerstehendes und leider auch hässliches Teil). Dunboy Castle war auch eher ein Castlechen, denn bis auf ein paar Grundmauern war hier nix mehr zu sehen, bis auf den Ausblick auf die Bere-Insel.

Also, Sachen wieder zusammengefriemelt und nun ging es nach Castletownbere, wo ich noch zu Abend aß, um dann Richtung Adrigole zu fahren, wo mein Bed and Breakfast im Busch liegt. Leider ist hier WLAN nur in den „Gemeinschaftsräumen“ vorhanden. Da ich aber heute alleine bin, kein Problem. Nur dummerweise geht auch insgesamt das Internet nicht, also der Empfang ist sehr sehr sehr eingeschränkt. Ab und an kommt aber zumindest mal ne Whats-app durch. Andere zahlen dafür richtig viel Geld, um so eine Detox-Kur zu machen. Mal schauen, wie ich das die nächsten Tage mache. Heute hats ja erstmal gut geklappt. Jetzt aber mal genug geschnackt, ab zu den Bildern von heute – hier geht es zur Ausbeute von heute!


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