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Sonnen- und Regenküsse

Sonnen- und Regenküsse

Moin zusammen, da bin ich wieder. Diesmal über´n Hotspot, da Wlan leider nicht so will, wie ich will. Aber sei es drum, hoffentlich krieg ich ein paar Bilder hochgeladen, das ist ja wichtig. Jetzt muss ich aber erstmal überlegen, wo ich das letzte Mal stehen geblieben bin.

Vermutlich auf Dingle. Von meinem Frühstücksplatz aus sah ich, dass das Wetter eher so mittelgut war, mehr grau als blau und die Sonne hat sich gut versteckt gehabt. Dennoch, es regnete nicht, also setzte ich mich nach dem Frühstück ins Auto und fuhr los. Immer schön dem Slea Head Drive hinterher, mit einer Menge Aussichtspunkte entlang der Strecke. Die, die bereits am Anfang lagen musste ich aber auslassen, weil, naja, wie so oft, die Blase. Dummerweise sind im November kaum noch Cafés oder ähnliches offen und an einer der Touristrecken überhaupt mit nur einer Fahrbahn…naja, irgendwann hatte ich es aber hinbekommen und konnte dann entspannt weiterfahren und dann auch endlich anhalten und die Aussicht genießen. Beispielsweise am „Kreuz von Slea Head“ – gut, Jesus hab ich nicht Fotografiert, weil mir der Blick auf die Blaskets und den Atlantik mehr gefallen hat. Aber an der Straßenbucht sammelten sich zwei drei andere, die sich auch auf den Weg gemacht hatten. Ich vermute im Sommer ist hier anstehend gesagt, um ein Plätzchen zum Ausschau halten zu ergattern. Nach dem Kreuz ging es weiter die schmale Straße entlang zum nächsten Aussichtspunkt – Radharc na mBlascaoidí – ein komplizierter Name, aber die Aussicht war fantastisch – auch wenn es grau am Himmel war.

Blick von Radharc na mBlascaoidí

Nächster Stop: Dunmore Head – hier wurde übrigens irgendwas von Star Wars gedreht. Ich weiß nicht genau was, aber ok. Und ehrlich gesagt, Dunmore Head ist nicht der Weg nach unten zum Wasser, sondern befindet sich auf einem Berg. Kein Monsterberg, aber hochgelaufen bin ich dennoch nicht, weil da nämlich alle Touris hinrennen. Ich bin lieber Richtung Strand, der auf Grund der Flut aber nicht so recht erreichbar war. Dort verbrachte ich eine Weile und schaute dem Meer und den fetten Wellen zu, die auf die Küste zurollten. Da waren schon ein paar dicke Dinger bei, das kann ich sagen.

Nach Dunmore ging es weiter Richtung Dunquin Pier, zumindest auf meiner Liste. Zuerst fuhr ich erstmal vorbei, weil ichs nicht gecheckt habe, bis ich dann beim zweiten Mal den richtigen „Eingang“ gefunden habe. Dunquin Pier ist ein Anlegepunkt für Schiffe, die nicht nur auf die Basket-Inseln übersetzen, sondern auch Waren bringen (beispielsweise Schafe). Ich fand dann auch den Weg runter zum Pier und irgendwie dachte ich, die Fotos die ich gesehen habe, sahen doch alle anders aus? Ja, hab ich dann am Folgetag verstanden warum. Die sind nämlich alle faul und rennen den Weg nicht runter, sondern fotografieren vom Klippenrand. Also wirklich. Der Weg war auf jedenfall eine Erfahrung wert – steil, gewunden, steil und überhaupt. Ich fands ganz gut, dass ich runtergelaufen und dann natürlich auch wieder hoch bin. Die Stelle, wo „alle anderen“ die Fotos machen, hab ich an diesem Tag nicht entdeckt, aber find dennoch, dass sich die Bilder sehen lassen können…Und ja, ein bisschen nacharbeiten kann man bei den Bildern sicherlich. Aber heute muss es erstmal so reichen.

Dunquin Pier

Nach dem Dunquin Pier ging es weiter zum Blasket-Zentrum, aber, wer hätte es gedacht, leider im Herbst/Winter geschlossen. Die Aussichtsplattform war aber offen, daher lief ich am Zentrum vorbei zum Aussichtspunkt. Auch hier war ich wieder alleine. Eine kleine Dreiergruppe kam mir zwar entgegen, aber das war es dann auch schon. Also, nicht viel los im November auf Dingle, das kann ich schonmal sagen. Oder die sind alle andersherum gegen den Uhrzeigersinn gefahren, was ich aber nicht glaube. Jedenfalls hab ich auf dem Parkplatz dann auch noch was nettes, blühendes entdeckt:

Nach dem Ausblick auf die Blaskets ging es weiter zum Dun an Oir. Klingt komisch, wars aber gar nicht. Es handelt sich hier um eine alte Festung, von der aber nix (also wirklich nichts!) mehr zu sehen war, bis auf ein paar aufgeworfene Grashügel. Ansonsten konnte man aber von hier auch gut aufs Wasser gucken, von daher ok. Aber sehenswert ist es eher nicht, weil da muss man schon viel Vorstellungskraft haben, Bild am Eingang hin oder her. Da es eben nur grünes Gras gab, hab ich da auch nichts fotografiert, bis auf nen kleinen roten Pilz. und nein, kein Fliegenpilz 🙂

Danach ging es zu den Gallarus Oratory – Das Gallarus Oratory ist ein Oratorium der Iroschottischen Kirche nahe dem Ort Kilmalkedar, wo im 7. Jahrhundert ein Kloster bestand. Beim Kloster war ich danach, aber ähm, irgendwie bin ich dran vorbeigefahren. Ok, auf jedenfall gilt das Gallarus Oratory als das am besten erhaltene, in Trockenmauertechnik errichtete bootförmige Kraggewölbebau der Insel. Wer hätte es gedacht. Die Wände waren bestimmt knapp einen Meter dick und wie gesagt, es hat schon einiges an Wintern und Stürmen hinter sich gebracht ohne einzufallen und ohne Mörtel. Neben dem noch stehenden konnte man, denke ich, die Überreste bzw. das Fundament eines zweiten Oratory stehen, aber leider stand dazu auf der Tafel nichts und das Besucherzentrum war nicht offen. Aber da es von der Form sehr ähnlich war, gehe ich davon aus, dass dort mal ein zweiter Bau stand. Wie schon oben angedeutet, bin ich danach zu dem Kloster gefahren. Hab es auch gesehen, aber nur den Dachstuhl, bzw, das was davon übrigen war und fuhr auf ein anderes Haus zu, das irgendwie mehr nach dem war, was ich suchte. Hab ich wohl mal wieder verplant. Ich bin zum Kloster dann nicht mehr hin, sondern noch zum Doonreen Pier gefahren. Aber hier wars irgendwie auch nur grau und kein Cafe/Restaurant oder sonstwas in Sichtweite. Das war wirklich schade, das halt so gar nichts auf hatte. So ein Käffchen wäre bei dem Wetter schon nett gewesen. Aber gut, nach Doonreen fuhr ich zurück nach Dingle und lief dort in die Stadt, um ein Café zu suchen…und, wer hätte es gedacht…leider zu. Irgendwie war´s wohl nich so mein Tag, daher ging ich wieder Richtung Hauptstraße und an der Marina vorbei, wo ich dann aber mit einem Feuerspektakel ab Himmel überrascht wurde. Was ein fetter Sonnenuntergang – den ich zwar nicht mit Handy festhalten konnte, aber egal. Das war echt ein Feuerwerk am Himmel, der mich etwas mit dem Tag versöhnt hat.

Am Ende gings noch in ein Pub zum Futtern und wieder zurück ins Hotel. Trotz grauem Tag gabs dennoch eine ordentliche Ausbeute…

Der nächste Morgen startete um 180 Grad gedreht – nämlich mit Sonne satt. Da ging witzigerweise das Auschecken ganz schnell und ich dacht mir, ich fahr nochmal die Strecke vom Tag davor. Nicht komplett, aber bis zum Dunquin Pier – und das tat ich auch. Da ich recht früh schon unterwegs war, hatte ich viel Platz und wenig Touristen – erst als ich wieder auf dem Rückweg nach Dingle war, kamen mir die „ausgeschlafenen“ entgegen. Jedenfalls sprechen die Bilder schon eine etwas andere Sprache, dennoch, ich hab auch den Tag davor genossen. Nicht das jemand denkt, der wäre für die Katz gewesen, aber mit Sonne…naja, da sieht das Meer schon nicht mehr so trüb aus und überhaupt…aber seht selbst:

Dunquin Pier vom „Touristenspot“ fotografiert

Den Abschluss auf der Dingle-Halbinsel bildete nochmal ein kurzer Besuch am Inch-Beach. Da ich aber nicht so viel Zeit hatte, konnte ich ihn nicht ablaufen, aber gut, dafür konnte ich Verrückten zuschauen, die sich ins kühle Nass warfen. Ohne Murren und Zucken, einfach gradeaus und rein. Verrückt. Und ich stand da mit meine Mütze und Schal…Aber keine Sorge, eine ähnliche Dusche sollte ich mir dennoch abholen, wenn auch anders als die Mädels. Ich bin nämlich nach dem Inch-Beach Richtung neuer Unterkunft. Zwischendurch nieselte es immer mal wieder, aber nix dramatisches…Aber dann kam ich an der Hütte an und es SCHÜÜTTTTTETE und stürmte und überhaupt, hab ich die scheiss Tür von dem Wagen nicht aufbekommen. Nach versuch Nummer eins war ich dann schon recht durch klamottentechnisch, aber ich mußte ja irgendwie in die Hütte kommen. Also rannte ich nochmal hin, ohne Sachen, und versuchte die Tür aufzuzerren…Mit einem Ruck ging sie auf und der Wind klatsche die Tür an die Wand, blöderweise HING ich noch an der Tür, ich hab es aber geschafft, nicht im Matsch zu landen. Wie auch immer ich das gemacht habe. Die halbe Bude war dann nass, weil der Regen direkt in die offenen Tür reinflog. Also klatschte ich die Tür wieder zu, rannte zum Auto, stopfte wahllos irgendwelche Sachen rein und rannte wieder zur Hütte. Da stand ich nun drin und tropfte wie ein begossener Pudel…Also wirklich wie ein Pudel. Alles nass bis auf die Unterwäsche. Und es ist nur ein Schäferwagen…Sprich, mega viel Platz gibt es nicht, die Heizung ist auch keine riesige…ach ich war etwas gefrustet. Dazu kam noch, dass der Wagen vom Wind durchgerüttelt wurde und ich schon schiss hatte, dass das blöde Ding umfällt oder der Baum direkt daneben ein Loch in den Wagen bohrt. Aber es ging vorbei…Gut dass ich vorher noch in Kenmare was zu essen gekauft hatte, sonst wäre das ein sehr trostloser Abend geworden.

Die Jeans is mittlerweile trocken, hat aber schon den ganzen Abend gestern und den ganzen heutigen Tag gedauert. Ich habs irgendwie überlebt und heute morgen lachte die Sonne, als wäre nix gewesen. Aber so ist das mit dem Wetter hier. Von zu Tode betrübt gehts ganz fix zu himmelhoch jauchzend. Alles in allem habe ich jetzt also zwei Duschen völlig kostenfrei und ohne Einsatz einer herkömmlichen Dusche gehabt. Würde sagen, dass das erstmal reicht 🙂

Hier nun aber fix zu den Bildern (ganz ohne Sturm und Regen)

Tschüsssi, bis morgen (vielleicht :-))


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