Ja, wie jetzt graue Insel? Das kann ja wohl nicht sein! Doch abwarten, da kommen wir noch hin. Ich bin Euch aber noch meinen letzten Tag in Newcastle schuldig, damit werde ich also starten 🙂
Und es geht wie so oft los mit einem Frühstück und einem Wettercheck. Beides sah ganz gut aus, wobei ich sagen muss, dass die hartgekochten Eier wirklich hart waren. Also so richtig hart, aber egal, bisschen was für´s Eiweiss tun ist immer gut. Darum soll es aber gar nicht gehen. Schon beim Aufstehen konnte ich aus dem Fenster spitzeln und sehen, dass der Himmel blau war, ergo kein Regen. Das traf sich gut, weil ich etwas planlos war. Also so ein bisschen zumindest. Eine grobe Idee hatte ich, konnte aber online nicht so richtig was dazu finden. Also schnappte ich mir Rucksack und Kamera und wanderte Richtung Tyne runter. Um die Uhrzeit herrscht noch Ebbe (also sowohl beim Fluss als auch insgesamt, ist ja schließlich Arbeitstag). Also schlenderte ich schön an der Promenade entlang, die Sonnenbrille auf der Nase und setzte mich dann einfach ein Viertelstündchen hin und beobachtete Leute, die vorbeiliefen und versuchte noch bisschen was über das Viertel, in das ich gehen wollte, herauszufinden. Aber da es nicht so recht viele Infos gab, lief ich einfach los. Vor einer kleinen Brücke sah ich dann aber schon, dass ich zumindest auf dem richtigen Weg war:

Von da lief es dann eigentlich wie geschmiert. Zwar immer noch recht planlos, aber ich schaute quasi überall rein und hin, so dass ich einige Sachen fand, die ich im Internet nicht gefunden habe. Aber so soll das ja auch sein. Dazu muss man aber auch sagen, dass Newcastle ja eine ehemalige Industriestadt ist und dieser Teil ein altes Industriegebiet. Klar, sonderlich hübsch ist das nicht und auch nicht jedes Graffiti gefällt mir und ja, es gibt auch immer wieder welche, die einfach sinnlos über „ordentliche“ Bilder drüber malen. Leider fehlte es so ein bisschen an großen Murals, die ich auch aus anderen Städten kenne. Aber was solls, man kann ja nicht alles haben. Dafür gab es mehrere „Installationen“ die entweder geklebt oder auch aus Stahl gefertigt war, so wie dies hier:

Auf jedenfall verbrachte ich den Vormittag und Mittag dort, setzte mich aber in ein Kaffee und trank neben einer selbstgemachten Limo auch meinen obligatorischen Kaffee und aß auch etwas, das mal nicht Pub-Food ist, sondern was mit viel Gemüse. Also korrekterweise NUR Gemüse, da leider mein pochiertes Ei vergessen wurde 😦 Aber war trotzdem schmackofatz. Mit der Stärkung ging ich dann wieder zurück Richtung Innenstadt und wollte eigentlich in die Pink Lane, aber da kam mir meine Blase dazwischen. Weil ich glaub solange hätte ich es nicht ausgehalten, also steuerte ich RIchtung Hotel. Im Vorbeigehen bemerkte ich aber einen kleinen Laden namens Cupcakery!!!! Also schlitterte ich da hinein, da zum Glück auch nicht voll, und genehmigte mir nicht nur einen Cupcake (Erdbeere), sondern auch einen Kaffee und eine Pipipause. Da ich dort natürlich wieder Zeit verbummelt hatte, harkte ich die Pink Lane ab und ging stattdessen Richtung High-Level-Bridge, da so langsam Sonnenuntergangszeit war. Und mutig wie ich bin, bin ich sogar die Brücke einmal rübergelaufen – bzw. zweimal, mußte ja wieder zurück. Auf jedenfall ist die hoch! So richtig an die Brüstung traute ich mich nicht, aber der Ausblick auf die untergehende Sonne konnte man ja zum Glück auch von etwas weiter weg anschauen 🙂

Wieder unten angekommen lief ich nochmal vor die Tyne Brücke und etwas die Promenade entlang und merkte, das irgendwie mehr los war, also die anderen Abende und vermehrt Männer, aber nicht ausschließlich, mit weiß-schwarzen Schals unterwegs waren. Googlte ich also, ob Newcastle United vielleicht nen Fußballspiel hat und in der Tat. Dabei fiel mir aber insgesamt auch auf, dass der Tyne eigentlich ein Drecksfluss ist. Schon am Morgen war ein Schiff mit Kran damit beschäftigt altes Zeug aus dem Fluss zu holen, nun aber, wo die Flut das Wasser reindrückte, drückte es eben nicht nur Wasser rein. Vor allem altes Laub, Äste (große und kleine), Plasteflaschen, Autoreifen und was sonst halt noch so im Fluss rumschwimmen sollte. Das war schon ein richtiger Teppich, der sich zwar vor allem am Rand sammelte, aber so richtig „blau“ war das Wasser aber eh nicht, sondern ein schönes Kackbraun. Ich meine, wo auch immer das Zeug alles her kommt, so richtig lecker war das leider nicht und zeigt mal wieder, was für Schweine wir auch einfach sind. 😦
Aber gut, will hier nicht weiter Jammern, aber als Hinweis, weniger Müll produzieren (und da fass ich mir gern auch an die eigene Nase!).
Nach dem Sonnenuntergangsszenario bin ich dann zurück ins Hotel, wo ich dann erstmal meine Tasche soweit gepackt hatte, denn am nächsten Tag, also gestern, sollte es ja recht zeitnah Richtung Flughafen gehen. Nach ner halben Stunde war das Taschenthema aber erledigt, also nahm ich meine Handtasche und schlurfte nochmal um die Ecke und lief in ein Getümmel von Menschen (ja, immer noch vorwiegend Männer, aber nicht ausschließlich) die sich durch die Stadt wälzten. Gut, Newcastle hat ca. 300.000 Einwohner, ich hatte aber bisschen das Gefühl, dass die ganze Stadt auf den Weg ins Stadion ist. Erinnerte mich ein wenig an meinen Abreisetag aus Edinburgh, wo ja auch ein Spiel stattfand. Meine obligatorische Runde machte ich quasi zweimal und trank dann noch ein Bier im Pub, das gegenüber meines Hotels lag, und danach ging es dann in die Falle. Aber bevor wir wirklich tschüssi sagen, gibts hier noch die Bilder des Tages!
Tschüssen England, hello Irland
Am nächsten Morgen war ich schon um 7 am Frühstücksbuffet, weil ich gegen 8 bei der Metro sein wollte. Mit etwas Suchen und dann auch noch Fragen, fand ich auch endlich den Fahrstuhl, um eine Ebene unter der Erde meine Metro zu finden. Wozu Fahrstuhl? Ach, ich werd auch alt, und die Tasche + Rucksack + Kameratasche war mir einfach zu schwer zum Tragen. Ich zog also mein Ticket bis zum Flughafen und erwischte dann auch die richtige Bahn. Um 8 ist ja auch eher so Pendlerverkehr, dementsprechend war die Bahn auch erstmal bollevoll und ich mich dann noch mit der Tasche dareingefriemelt, aber ok, die sehen mich eh nie wieder :p Von daher war´s dann auch wurschd und bis zum Flughafen leerte sich die Bahn sowieso. Am Flughafen angekommen, gab ich mein Gepäck auf (19,9kg von 20kg die zugelassen sind, würde sagen, dass das ne Punktlandung war und es ganz gut war, nen Schlüppi und einmal Socken in den Rucksack gepackt zu haben 🙂 :-)) Nun denn, so viel gibt es am Flugahfen ja nicht zu erzählen, außer vielleicht, dass das Flugzeug klein war und das Gate erst 10:30 Uhr (also halbe Stunde vor Start) durchgegeben wurde und mein Handy (das neue Ding dasssssssss) sich aufgehängt hat und ich nicht an meine S**** Boarding Pass rankam. Schon wieder voll die fickrigen Hände gehabt und hab das Handy nicht neustarten können, also hab ich mein Tablett rausgezerrt, aber da hätte ich mich erst wieder für Internet anmelden müssen, aaaaaaahhhhh. Also hab ich der Tante meinen Reisepass gegeben und sie hat mich händisch *reingesetzt*. Danke. 5 Minuten danach ging mein Handy übrigens wieder. Also manchmal ist das mit der Technik auch irgendwie verhext. Aber gut, ich sass dann auf meinem gebuchten Flug in der kleinen Maschine und es ging los Richtung Dublin und bis auf einen Hustenanfall lief alles glatt. Ich hab mich so dämlich verschluckt, dass ich gefühlt ne halbe Stunde brauchte, bis ich mich wieder beruhigt hatte. Aber dann sind wir ja quasi auch schon gelandet, weil der Flug nur knapp 1 h 15 brauchte. In Dublin angekommen, hab ich Sack und Pack geschnappt und hab mir dann mein Auto abgeholt, dass für die nächsten Tage meins sein wird. Ein BMW, und somit ein Upgrade, weil die irgendwie nur zwei Automatik-Autos hatten. Und da ich etwas gekämpft habe mit den Dellen, die das Auto hat, hab ich da irgendwie viel Trödelzeit verloren. Dann gings zügig Richtung Autobahn und Doolin, und ja, ich bin sogar an der Burg vorbeigefahren, die ich mir bei TAGESLICHT anschauen wollte, aber hey, es regnete, es war schon dunkelgrau und überhaupt.
Die letzte Stunde Landstraße zog sich ewig und war super anstrengend zu fahren, weil Straßenbeleuchtung ist nicht, zweite Spur ist auch oft nicht, entgegenkommende Fahrzeuge (doof), dann eben weiter Regen und ich hatte null Orientierung, da eben Dunkel. Aber irgendwann hatte ich es dann endlich geschafft und checkte ein. Es war erst um 7 und irgendwie hatte ich noch Hunger, also hab ich mich nochmal in den Sturm und Regen getraut und fuhr nach Doolin in eins der Pubs. Es war brechend voll, wirklich und laut und überhaupt. Aber ich konnte mir ein Plätzchen an der Bar sichern und dort auch was Essen, was ich auch tat. Das Pub wurde immer voller und immer lauter und dann kam Musik…dummerweise konnte man von der Musik nix hören, weil die Leute einfach weiter rumgebrüllt haben, statt sich etwas auf die Musik zu konzentrieren. Es war wohl irgendwie ne Hochzeitsgesellschaft, jedoch keine Iren, sondern Amerikaner. Und ich spar mir jetzt meine bissigen Kommentare :p
Nachdem es mir dann einfach zu laut wurde und die Bestellungen über meinen Kopf gemacht wurden, verpieselte ich mich, wie das Wetter auch, wieder in mein Zimmer. Schade, dass der Atlantik nicht beleuchtet wird, sonst hätte ich schön vom Bett aus gucken können.
Wetterkapriolen
Na jedenfalls hat mich Irland doch recht grau empfangen und auch der heutige Morgen/Vormittag war eher grau mit wenig Sicht, Sturm, Gischt, und tobendem Atlantik. Ich kann ja wirklich grad vom Bett aus aufs Meer gucken, aber da war heute früh wirklich nur graue Suppe, so das kaum ein Unterschied zwischen Wolke und Meer gemacht werden konnte. Gegen Mittag aber sah ich einen blauen Streifen am Horizont! Das hieß: Aufbruch

Und da ich ja quasi nur 5 Minuten von den Cliffs of Moher weg bin, ging es direkt dort hin. Der Parkplatz war halbwegs gut gefüllt und auch einige Busse waren da, aber es war nicht so voll, dass man nicht laufen konnte. Ich kaufte also mein Ticket und spazierte den geraden Weg zu den Cliffs entlang als ein „Caddy“ neben mir fuhr und ich eigentlich nur hallo sagte, der Mann aber fragte, ob er mich hochfahren soll. Muss wohl etwas doof geguckt haben, aber er meinte, wäre in Ordnung, also hab ich mich reingesetzt und er hat mir bisschen was erzählt über die Cliffs, auch wenn ich kaum was von ihm verstanden habe (also von der Akustik her). Auf dem Weg nach oben haben wir noch zwei ältere Herrschaften eingesammelt, die er dann wieder mit nach unten nehmen wollte. Oben angekommen hab ich dann meine Runden gedreht und lief dann auf die andere Seite der Cliffs in Richtung Süden. Das war ein längerer Weg, aber kein Problem. Fotopausen helfen 🙂 Leider war der letzte Abschnitt, um zur Aussichtsplattform zu kommen, mir etwas zu matschig und der alternative Weg etwas zu flutschig, daher bin ich wieder umgedreht. Merkte aber auch, dass es langsam wieder dunkler wurde, bzw. sich der Sonnenuntergang ankündigte. So lief ich langsam zurück, machte noch einen Abstecher ins Besucherzentrum, um mir was kleines zu Essen und zu trinken zu kaufen und ging wieder zurück zu den Klippen, um mir das Schauspiel anzuschauen.

Danach ging es zurück nach Doolin ins Pub, um auch etwas ordentliches Zu essen und dann wieder ins Zimmer, wo ic grad die Bilder sortiert habe. Aber seid gewarnt, es könnten heute einige Bilder der Cliffs dabei sein. Und nein, ich konnte mich nicht für weniger entscheiden 🙂 Also, hier gehts lang zur Galerie
Morgen geht es dann nach Dingle.
Bis dahin, gute Nacht und bis die Tage
PS: Bildbeschriftung liefere ich nah!









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