Wie war das gleich mit dem ins Hintertreffen geraten? Irgendwie hatte ich abends nicht so recht die Muse zum schreiben, da ich meist mit der Bildsortierung bzw. Sichtung beschäftigt war. Aber da ich jetzt noch ein zwei Stündchen Zeit habe, pack ich es jetzt…wo war ich denn stehen geblieben? Ich meine Jedburgh…
Und dort wollte ich ja direkt am nächsten Morgen zur Jedburgh Abbey. Hab ich auch gemacht, aber erstmal gab es ein ordentliches Frühstück im B&B und ordentlichen Kaffee. Man trinkt hier auch Kaffee French Press, das kommt mir ja sehr gelegen :p Na jedenfalls futterte ich schön und packte dann meinen Rucksack zusammen, checkte aus und ließ meine Sachen bis auf die Kamera im Auto, dass ich beim B&B stehen lassen konnte. Ein paar Ecken weiter konnte ich die Jedburgh Abbey schonmal von hinten erspähen, aber dort war eben nicht der Eingang. Also einmal um das Monster rumlaufen und habe dann um kurz nach 10 (früher Vogel und so), mein Ticket gekauft, auch mit dem Hinweis, dass der Innenbereich nicht zu besichtigen sei. Aber das sollt mir die nächsten Tage noch öfter passieren. Immerhin konnte man insgesamt auf das Areal. Der Wettergott hatte es auch sehr gut mit mir gemeint und mir neben blauem Himmel und ein paar Schäfchen- und Schleierwolken vor allem Sonne geschickt. Hat sich für´s Fotografieren auf jedenfall gelohnt. Und ich muss sagen, auch wenn ich ja so gar nicht an Gott und so glaube, finde ich diese alten Gebäude doch sehr faszinieren.
Also, ein paar kleine Fakten zum Kloster:
Die Jedburgh Abbey ist ein ehemaliges Augustiner-Kloster, gebaut im 12. Jhd. Sie liegt im Schottischen Grenzgebiet, sprich, die Engländer waren nicht weit weg und haben das Kloster mehr als einmal angegriffen, geplündert und verwüstet. Und da das noch nicht genug war, wurde sie in den Jahren 1410, 1416, 1464 und 1523 immer wieder zerstört. Bereits 1670 wurde das Hauptschiff übrigens aus Sicherheitsgründen gesperrt und es wurden mehrere Restaurationsarbeiten durchgeführt. In 1917 ging die Abbey an den Staat und wird durch Schottlands Nationaltrust geschützt.
Da das Kloster kein Dach mehr hat, sind die Steine und überhaupt das gesamte Gebäude den Wetterbedingungen komplett ausgesetzt. Aktuell werden die Steinarbeiten geprüft und wie diese ersetzt oder stabilisiert werden können. Daher ist ein Reingehen aktuell nicht möglich. So schade, aber wenn mir das Ding aufn Kopf fallen würde, na gute Nacht.
Aber wie hübsch das Kloster ist – schaut selbst – und wenn ihr gut seid, dann seht ihr sogar einen kleinen Störer im Bild 🙂

Nach Jedburgh sollte es weiter Richtung Carlisle gehen, das eigentlich überhaupt nicht auf dem Weg nach Newcastle lage, eher genau das Gegenteil, nämlich südwestlich von Jedburgh und genau auf der anderen Seite des Land, wo Newcastle liegt. Aber irgendwie hatte ich mir bei meiner Reiseplanung ja gedacht, ich schau mir schön die Burg in Carlisle an…aber dazu später mehr. Erstmal hieß es wieder ins Auto steigen. Da ich vor Carlisle noch nach Abbotsfort wollte, gab ich das auch ins Navi ein – und – da auf dem Weg auch Melrose lag, auch noch die Melrose Abbey. Da stand ich ja am Vortrag vor verschlossenen Türen. Nun aber war es offen und ich kaufte wieder brav mein Ticket, auch wenn hier das selbe Problem wie in Jedburgh war, nämlich, dass man in den Innenbereich nicht reingehen konnte. Aber auch hier – das Kloster an sich war recht groß, dummerweise war das Wetter in Melrose aber etwas unschlüssig ob nun Platzregen oder Sonnenschein angesagt war. Aber ich kämpfte mich dennoch durch und versuchte mich mit ein zwei Filtern, die unsere Kamera inne hat. Rausgekommen ist zum Beispiel sowas:

Ich musste auch hier immer mal schauen, dass ich die ollen Baugerüste bzw. Absperrungen nicht mit auf den Fotos habe. Da aber immer mal wieder die einzelnen Baupanele nicht ganz so eng standen, konnte man schön durch die Löcher durchfotografieren. Oder ich friemelte das Handy oder Objektiv durch das Gitter, so dass es halbwegs ging mit dem Fotografieren. Bei beiden Abbeys war übrigens Flugverbot für Drohnen, deshalb nix „Von-oben-Bilder“
Und auch hier noch ein paar kurze Fakten zu Melrose Abbey:
Wie auch schon Jedburgh Abbey, wurde das Kloster Melrose vom Schottischen König David I in Auftrag gegeben, jedoch etwas früher als Jedburgh, nämlich 1136. Und anders als Jedburgh war dies ein Zisterzienserkloser. Und wer hätte es gedacht, da auch dieses Kloster nahe an der Grenze zu England lag, haben die alten Meuchler das gute Stück wieder kurz und klein geschlagen. Zwar wurde es nochmal aufgebaut, jedoch wie die Geschichte so will, haben sich die Engländer und Schotten (bis heute wohl) nicht so recht miteinander arrangieren können, so dass 1544 das Kloster nochmals schwer beschädigt wurde, jedoch nicht mehr zu Ende restauriert wurde. Nicht komplett gesichert ist die Info, dass das einbalsamierte Herz von Robert the Bruce auf dem Gelände der Abtei begraben wurde (Mehr Infos zu Robert the Bruce).
Nun, haben wir also Melrose Abbey auch geschafft, wenn auch mit einem Tag Verspätung. Weiter ging es nun nach Abbotsford, wo das Haus von Sir Walter Scott, einem der berühmtesten schottischen Dichter, lag. Ein recht weitläufiges Gelände mit einem großen Garten, der noch einiges an Blütenpracht und vor allem ein Paradies für Vögel ist. Hinter dem Haus fließt der Tweed, der ca. 150 km sich an der Schottisch-Englischen-Grenze entlangschlängelt und in die Nordsee mündet. Geprägt ist das Wohnhaus vor allem durch Bücher…und Bücher und nochmal Bücher. Ich ließ mir einen englischensprachigen Guide für die Ohren geben und wanderte durch das Haus. Auch wenn ich Sir Walter Scott nicht kenne, interessant war es schon. Aber mehr auch nicht. der Garten hat mich um einiges mehr angesprochen, aber auch das ist ja völlig in Ordnung. Schottische Geschichte ist jetzt nicht mehr Spezialgebiet. Als ich mit meiner Führung fertig war, ging es zurück zum Auto und ich fuhr noch knapp 1,5 h nach Carlisle und checkte im B&B ein.
Und was soll ich sagen, da hab ich mir wirklich nen Schuhkarton gemietet. Da so wenig Platz war, ging ich nochmal in die Stadt rein und verpflegte mich mit Abendessen und einem Abstecher ins BrewDog (hey, das muss sein) und sortierte dort schonmal meine Bilder. Nach einem PUNK IPA ging es zurück ins Zimmer, wo ich noch a bissl rumsurfte um dann auf der durchgelegenen Matratze einzupennen.
Eigentlich wollte ich ja vor allem wegen der Burg nach Carlisle, dumm nur, dass die nur am Wochenende auf hat. Hätte man mir ja auch mal früher sagen können. So war mein kleiner Umweg irgendwie doch recht sinnfrei, dachte ich zumindest. Glücklicherweise war das B&B vgl. günstig und es tat nicht ganz so weh. Nach einem fetten (Omelette mit Käse – eigentlich hätte man Käseomelette sagen müssen) Frühstück und schnellem Auschecken schlenderte ich nochmal in die Stadt, um mir die Kathedrale von Carlisle anzuschauen. Und das hatte sich wirklich gelohnt. Denn in der Kathedrale gab es einen Sternenhimmel als Dach. Das sah wirklich spektakulär aus und ist wohl nicht ganz so oft anzutreffen.
Aber schaut selbst:

Da Carlisle aber wirklich nicht so viel mehr zu bieten hatte, schlenderte ich im Nieselregen zurück zum Auto und fuhr knapp 1,5h nach Newcastle um mein Auto am Flughafen abzugeben, was ich dann natürlich auch tat. Mit der Metro ging es dann ins Zentrum und ein kurzer Fußmarsch (abzüglich der Extrarunde waren es vllt. 10 Minuten) kam ich etwas früh beim Hotel an. Das gute aber war, dass ich schon einchecken konnte und mir dann erstmal einen Kaffee genehmigte. Pünktlich zum Sonnenuntergang ging ich dann nochmal mit Kamera und Stativ los, um unten ans Wasser, also an den Tyne, zu gehen und mir ein paar von den 7 Brücken, die in Newcastle über den Tyne führen, anzusehen.
Ein bisschen Ähnlichkeit zu Sydney hat wohl diese Brücke hier, die schon recht markant für das Stadtbild ist:

Von hier aus bzw. vom Wasser aus kann man insgesamt 5 der 7 Brücken sehen.
Zum einen eben die Tyne-Brücke (Fussgänger und Autos), die Schwingbrücke (für Fußgänger und Autos), die High-Level-Bridge (Füssgänger und Busse), die Millennium-Brücke (nur Fussgänger und Radfahrer), die King-Edward-VII-Brücke (Zugverkehr) und die Queen Elizabeth II-Brücke (Metro). Also alle schön aufgeteilt. Wobei ich die beiden letzten noch nicht fotografiert habe. Müsste man vielleicht auch Abends machen, damit man schön mit Langzeitbelichtung die Züge durchfahren sieht. Vielleicht schaff ich das morgen. Heute wird das wohl eher nichts 🙂
Also weiter im Text. Die Tyne-Brücke hatte ich ja nun im Kasten, da konnte ich auch die Millennium-Brücke noch einfangen. Da es aber noch nicht dunkel genug war, musste ich noch ein bisschen warten, da die Brücke nämlich nachts beleuchtet ist. Und siehe da, einmal in Blau bitte.

Die Brücke wechselte alle paar Minuten das Licht bis hin zu Regenbogenfarben. Das sah schon echt toll aus. Das recht ikonische Gebäude auf der rechten Seite ist das Konzerthaus von Newcastle. Schön, wie das Licht der Stadt sich darin wiederspiegelt. Nun gut, für mehr Bilder geht es jetzt auf kurzem Wege hier entlang!
Newcastle – Musik fürs Herz
Heute war dann ja Konzerttag, ok, ein Quickie-Konzert, da ja nur 45 Minuten. Aber bevor wir dazu kommen, bin ich heute früh erstmal mit Kamera bewaffnet an den Kai gegangen um die Brücken nochmal bei Tageslicht, bzw. Sonnenlicht zu fotografieren. Sieht schon ganz schnieke aus, oder?

Aber bevor ich auf der Schwingbrücke war, von wo aus oberes Foto geschossen wurde, war ich noch an der Millenium-Brücke und hab versucht das ein oder andere Bilder von mir selbst zu schießen. Die Auswahl ist groß und gruselig, ich hab mich aber bemüht eines rauszusuchen, das ich ganz gut und irgendwie auch witzig finde….

Weitergewandert bin ich dann eben wieder zur Tyne-Brücke bis zur Schwingbrücke, über die ich dann auch drübergelaufen bin und nochmal ein paar Fotos aus anderer Perspektive schießen konnte. Danach bin ich dann wieder Richtung Innenstadt gelaufen, denn ich wollte noch einen Abstecher in die Lit & Phil Bibliothek. Also bin ich vorbei an der Burg (die Dienstags und Mittwochs geschlossen hat ?!?!?! – Wieso?), vorbei an der High-Level-Bridge, wo ich noch ein paar Sachen mit der Kamera ausprobiert habe und bin dann zur Bibliothek gelaufen. Dort angekommen, saßen auf der Treppe, die nach oben ging, zwei Mädels und neben der Treppe saß noch ein älterer Mann. Da war ich erstmal unsicher, was Phase ist. Hab dann aber gefragt, ob die Bibliothek geschlossen hat, was aber verneint wurde und die Mädels schickten mich nach oben. Also bin ich die Treppe hoch und stand dann in einem großen Raum, der bis zur Decke mit Büchern voll war. Klar, ist ja schließlich auch ne Bibliothek! Da unten aber Leute lasen und rumsaßen, bin ich eine kleine Wendeltreppe an der Seite hoch, so dass ich das Treiben und die Bücher von oben sehen konnte. Aber NUR alte Schinke, wirklich. Zerfleddert aber das macht vermutlich auch den Charme der Bibliothek aus. Nur kann ich nicht beurteilen, ob nicht im unteren Bereich auch aktuelle Bücher standen, da ich dort gar nicht gucken war.
Nach der Bib bin ich noch zum lokalen „Einkaufsmarkt“ bzw. Einkaufshalle mit mehreren Gängen und vielen verschiedenen Ständen. Vielleicht ist Markthalle der korrekte Begriff, denn neben dem obligatorischen Fischhändler gab es nen Metzger, Futterstände für die Mittagspause, Süßigkeiten, Käse, Gemüse und alles was das Herz begehrt oder eben auch nicht. Nur fand ich den gar nicht so richtig fotogen, also packte ich meine Sachen zusammen und stiefelte ins Old George Inn um Mittag zu essen. Blöd wenn man die Karte nich so richtig versteht, also gabs Fischstäbchen in nem Baguette. Klingt komisch, könnt man aber auch als Fischburger betrachten. Für das Geld war das in Ordnung. Und das Gute an England? Man bekommt Wasser aus dem Hand umsonst, for free und überhaupt. Nachm George bin ich zurück ins Hotel, denn das liegt genau gegenüber vom Pub. Dann hieß es Kaffee und Bilder sortieren. Und bums wars auch schon 18:15 als ich merkt, dass ich ja nun langsam mal los muss zu meinem Konzert, denn die Türen wurden um 18:45 aufgemacht.
Ich lief also los und auf halben Weg ist mir eingefallen, dass ich gar keinen Ausweis/Pass dabei hab, also bin ich wieder zurück, hab meine Handtasche und Pass geschnappt und bin wieder los. Aber hätte gar nicht so ne Hektik machen müssen, denn ich war super pünktlich und wartete nun mit den anderen in der Schlange auf den Einlass, was dann auch recht fix ging. Kurzum, Location war super, nicht zu groß, nicht zu klein. Mein Platz war super (nicht ganz vorne, aber doch nah genug um den Typen auf der Bühne zu sehen), wie immer etwas seitlich. Musik und Dermot Kennedy waren super. Nur leider viel zu kurz…45 Minuten – er spielt aber zwei Konzerte, also nach uns gabs das gleiche Set nochmal in der gleichen Länge. Aber auch wenn nur 45 Minuten, so eine vglweise kleine Location, dann der Mann nur mit Gitarre bzw. Piano…Super. Ich bleib dabei, der Typ kann singen 🙂
Alle Bilder und ein kurzes Video (da die kompletten sehr groß sind…) gibts dann hier in der Galerie.
Morgen steht nochmal Newcastle auf dem Plan, aber für heute ist Schluss. Ich geh jetzt glücklich und zufrieden inne Falle.









Hinterlasse einen Kommentar