Ahhhhhhhh, verdammte Axt – bin wieder etwas spät dran, aber wir wollen ja niemanden auf dem Trockenen lassen. Wo starten wir? Ach ja, wir hatten einen zweiten Test zu machen, so dass wir, im besten Falle natürlich, am nächsten Tag uns frei in Island bewegen können. Also hieß es früüühhhh aufstehen, da wir unseren Test in Reykjavik machen wollten und wir dazu mind. 2 h Fahrt benötigten…
Also sind wir bereits um 5:15 aufgestanden, um pünktlich um 6 – ok 6:15 Uhr – loszudüsen, damit wir um 8:30 unseren zweiten Test in Angriff nehmen konnten. Pünktlich wie die Maurer waren wir dann auch da. Die Mädels hatten ihren Termin von 8:30 – 8:45 Uhr, die Jungs erst um 9:45 Uhr. Doch mit einmal fragen, konnten auch die direkt nach uns antreten zum Nasen- und Rachenabstrich. Meine Fresse, hat der Typ doch echt bisschen am Gehirn bei mir gekitzelt. Vom Brechreiz mal abgesehen, da er leider recht ordentlich am Zäpfchen rumgespielt hat. Klingt alles irgendwie nicht so lecker, war´s auch nicht, aber herrje. Nach dem Test, der insgesamt nicht mal 10 Minuten gedauert hat – Chapeau an die Isländer – sind wir dann zurück auf den Weg nach Südisland in unsere Quarantäne. Dabei sind wir etwas Umwege gefahren, so dass wir noch durch den Thingvellir fuhren und da nirgendwo ein Mensch weit und breit war, konnten wir sogar noch eine kleine Teepause am Pingvallavatn (dem See mitten im Thingvellir) einlegen. Danach ging es dann aber wirklich schnurstracks zurück zum Haus, denn wir mussten wieder in unsere Quarantäne. Mit dem Ergebnis des Test rechneten wir eigentlich am Mittwoch morgen, doch siehe da, bereits am frühen Nachmittag bekamen wir alle unsere negativen Testergebnisse. Das hieß also: Freiheit – die wir dann auch direkt in die Tat umsetzen. Nagut, nicht gleich, vorher wurden noch ein paar Mittagsschläfchen eingelegt. Aber um 16 Uhr unserer Zeit hier rafften wir uns auf, zogen uns an (diesmal nur in Jeans) und fuhren los Richtung Südosten.
Als erstes fuhren wir den Aussichtspunkt an, von wo aus wir einen guten Blick auf den Eyjafjallajökull werfen konnten. Da wir aber dort nicht wandern wollten, machten wir uns auf den Weg zum Skogafoss. Bis auf ein einzelnes Mädel war niemand dort. Das war irgendwie sehr surreal, da dort normalerweise Menschenmassen mit Bussen angekarrt werden. Von daher störten uns auch die die anderen 5 Leute, die noch dazu kamen. Das Wetter meinte es auch gut mit uns, so dass wir neben strahlend blauem Himmel und der dicken Sonne auch eine kleine Abkühlung in Form des Sprühnebels des Skogafoss abbekamen. Es war also eine leicht feuchte Angelegenheit. Auch so war eigentlich die Abkühlung gar nicht erforderlich, da es schon recht frisch war, aber was tut man nicht alles, wenn man diesen riesen Wasserfall für sich hat. Inklusive war on top ein Regenbogen, manchmal aber auch zwei – je nachdem wo man eben stand.

Nach dem Wasserfall ging es weiter zum Sólheimajökull, einer Gletscherzunge des viertgrößten Gletschers Islands, dem Mýrdalsjökull. Ein bisschen Wiki-Wissen: Der Myrdalsjökull bedeckt die 100km² großte Caldera des durchaus aktiven Vulkans Katla.
Wie dem auch sei, auch dort waren wir recht alleine und entschlossen uns, der Gletscherzunge entgegen zu gehen. Am Fuße des Gletschers ist ein Gletschersee, in dem einige gekalbte Eisbrocken schwammen. Leider verliert auch dieser Gletscher viel an Masse, so dass wir es nicht direkt bis zum Eis schafften, immerhin wollten wir noch was Essen gehen an diesem Abend. Vorher musste aber unser obligatorisches Gruppenbildle her, ist doch klar…

So schlenderten wir also zurück und machten uns auf nach Vik, wo wir eine Gaststätte ausfindig gemacht hatten, die zum einen geöffnet hat und uns auch vom Essen halbwegs zusagte. Die Corona-Krise hat auch Island voll erwischt und das Wegbleiben der Touristen macht sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar. Aber wir bekamen ein Plätzchen im Restaurant und verbrachten dort quasi unseren Abend.

Mit vollem Bauch ging es dann noch für ein My an den Strand wo wir noch einen kurzen Blick auf die Basalsäulen am Reynisfjara Strand (jedoch von der anderen Seite) werfen konnten. Danach gings im Affenzahn mit 90 km/h zurück in unsere Bude, wo wir schon gespannt immer wieder auf unser Handy schauten, ob sich nicht doch endlich mal ein Nordlicht zeigen will. Und Tatsache – nachdem es anfänglich nur sehr sehr schwach am Himmel zu sehen war, wurde uns zu später Stunde dann doch die volle Show geboten. Da wir sehr viele Bilder gemacht haben, gibt´s im Album erstmal nur eine kleine Auswahl. Aber ja, der Himmel war das erste Mal richtig klar und so freuten wir uns ob der tollen Nachthimmelshow.

Glücklich und zufrieden fielen wir dann ins Bett, der Tag steckte uns doch recht ordentlich in die Knochen und wir wollten fit für den neuen Tag sein.
Gesagt getan, am nächsten Morgen gab es ein ordentliches Frühstück, die Verpflegung für den Tag wurde geschnürt und gekocht (Tee), so dass wir gegen 10:30 Uhr das Haus verließen, um in Richtung Reykjavik zu fahren – genauer gesagt wollten wir Richtung Grindavik. Da am Donnerstag die Straße zum Vulkan einseitig gesperrt wurde, wollten wir über Reykjavik direkt anfahren, was uns leider zusätzlich Zeit kostete. Doch irgendwann kamen wir endlich am Vulkan an – so wie viele andere auch. Mit Sack und Pack ging es dann los Richtung Vulkan Fagradalsfjall zusammen mit gefühlt 1000 anderen Menschen. Der Weg führte über ein bemoostes Lavafeld, das irgendwann in völlige Matschepampe überging. Am Anfang ging es noch vergleichsweise gerade am Fuß eines Berges entlang. Sobald wir jedoch um die Ecke bogen, sah man schon die Leute alle am Berg rumkrakseln. So richtig schön sah das nicht aus. Es gab zwei Wege, die ausgewiesen waren und wir wählten den Weg, der zwar etwas länger, aber schöner sein sollte. Das es kein Kinderspiel werden würde, war uns wohl bewußt. Und so stiefelten wir über Stock und Stein, um dann den gemeinen Berg zu überwinden hinter dem der Vulkanausbruch zugange war. Am Anfang lief das auch ganz gut, klar, man mußte trittfest sein, das war auch in Ordnung und kein Problem. Doch leider wurde der Weg immer matschiger und unwegsamer je höher wir kamen. Dummerweise hab ich dann nach hinten geschaut und damit war das ganze für mich gegessen und ich machte mich zusammen mit Stefan an den Abstieg. Gefühlt hat das 100 Jahre gedauert. Umso enttäuschter war ich natürlich, dass ich 50 Meter vor dem Gipfel aufgeben mußte. Doch Stephie und Daniel haben den Weg geschafft und uns von „oben“ berichtet und auch tolle Bilder mitgebracht, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten möchten.

Leider muss ich sagen, dass diverse Tourenanbieter die Strecke als „leicht“ bezeichneten und das war diese Strecke garantiert nicht. Auch der zweite, vermeintlich leichte Weg, den der Großteil der Besucher nutze, war eher eine Rutschpartie als ein Wandern. Aber nungut, auch wenn uns dieses einmalige Schauspiel in „real“ verwehrt blieb und wir danach alle miteinander völlig platt waren, es wird ein neuer Vulkan ausbrechen, irgendwo auf der Welt. Dann ist das halt „meiner“. Schade ist´s trotzdem, doch mit den Bildern unserer zwei tapferen Wanderer konnten wir ja dennoch irgendwie a bissl dabei sein. 🙂

Danach ging es zurück nach „hause“, nachdem wir noch ein paar Einkäufe in Selfoss erledigt haben, damit wir die Ostertag hier auch versorgt sind.
Damit an alle ein frohes Osterfest und bleibt gesund.
Der Blog von heute folgt dann hoffentlich morgen 🙂
Nun aber ab zu den Bildern des Ende-der-Quarantäne-Tages.
Und zu den Bildern des Bergaufstiegs von Stefan und den Bildern unserer zwei Bergbezwinger und Neu-Vulkanologen! Danke für´s Bereitsstellen der Bilder – Stefan und ich hoffen, dass Ihr das genossen habt dort oben im mauschelig warmen Kessel 🙂
Gute Nacht!









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