Heute war es, ausnahmsweise, nicht um 8 Uhr. Wer hätte das gedacht? Nachdem unsere Walsafari für heute abgesagt wurde, konnten wir zum Glück ein bisschen länger schlafen, da heute nichts weiter auf Plan stand. Wir schoben also wahrlich eine ruhige Kugel – aber gemacht haben wir trotzdem was…
Doch bevor wir raus gingen, haben wir noch fleißig geschrieben und Bilder beschriftet und draußen auf dem Meer einen Großsegler gesichtet…Ist klar, im Winter geht man ja ständig mit nem Dreimaster segeln, Ihr nicht? Jedenfalls hat Stefan gleich nachgeschaut, welches Schiff das ist und es war die SV Rembrandt van Rijn, die in der Regel von Tromsø aus zu Expeditionen in der Polarregion ausläuft. Beispielsweise mit Halt in Andenes, so dass sie heute an uns vorbei schipperte. Mit ordentlich Wind und Geschaukel. Hauptgebiet für die Fahrten ist wohl Grönland, aber eben auch Nordnorwegen. 12 Mann Besatzung und bis zu 33 Passagiere finden auf dem Schiff platz. Wen so eine Reise mal interessiert, kann ja einen Blick auf die Website werfen. Einfach mal Oceanwide Expeditions bei der großen Suchmaschine eingeben und schon wird man fündig. Oder einfach den Schiffsnamen, da findet man dann auch Großaufnahmen des Dreimastschoners.

Wie ich ja schon erwähnt hatte, liegt unsere momentane Unterkunft direkt am Strand – das war heute mittag dann unser erster Halt. Wir stiefelten durch den Schnee und stöberten ein wenig im Sand rum, was denn für Fundstücke dort rumliegen. Neben großen Muscheln haben wir allerlei Gräten gefunden, Steine und vor allem nochmals Muscheln in allen erdenklichen Formen. Sogar die schneckenhausähnlichen haben wir in Massen gefunden. Und viel Seegras lag rum, abgerissen und fast so hart wie Holz.

Um doch noch etwas weiter raus zu kommen, hatte ich vorher noch einen Strand rausgesucht, der im Sommer vor allem für die Papageientaucher das Zuhause ist. In Bleik haben wir also unser Auto oberhalb des Strandes geparkt, noch zwei/drei Bilder eines unten am Strand sitzenden Seeadlers geschossen und haben uns dann dick angezogen und sind los maschiert. Die ersten 500m war der Weg noch vorgetrampelt von den Einheimischen. Danach wurd es schon kritisch. Der starke Wind führte zu einer Menge Schneeverwehungen, wir wollten aber unbedingt bis zum Leuchttürmchen und dann noch weiter bis zum Ende des Weges. Also stapften wir durch teilweise knietiefen Schnee. Das das durchaus auch anstregend ist, braucht man wohl niemanden erklären? Doch wir kämpften uns durch die Schneewindhosen und schafften es dann auch bis zum Parkplatz, wo der Weg endete. Und nein, da konnte man im Winter nicht mit dem Auto hinfahren.
Ein bisschen Spaß musste aber auch sein 🙂


Und? Ist Euch schon schwindelig? :-p
Wir drehten also um und liefen nun mit Rückwind zurück zum Auto. Nach knapp 1 1/2 h an der friiiiiischen Luft fuhren wir nach Andenes zurück und statteten dem Leuchtturm noch einen kurzen Besuch ab. Bereits auf dem Weg nach Bleik entdeckte ich an einer Raststätte einen Hansa-Aufkleber an einer Mülltonne. Aber auf dem Leuchtturm hier am Ende der Welt einen Hansa-Rostock-Aufkleber zu sehen fand ich schon etwas schräg, zumal es der einzige Aufkleber am Leuchtturm war.
Lokalpatriotismus schön und gut, aber an ein Wahrzeichen einer Stadt muss man das nun aber dennoch nicht kleben…auch wenn es schön zu wissen ist, das Hansa doch irgendwie überall ist 🙂
Im Übrigen, der Leuchtturm, namentlich ANDENES FRY, wurde 1859 gebaut und ist knapp 40 m hoch – hat also bereits ein paar Jahre auf dem Buckel. Er zählt zu den höchsten gusseisernen Türme Norwegens. Seit 1978 ist es ein automatisiertes Leuchtfeuer, sprich, es gibt keinen Leuchtturmwärter mehr. Wir waren leider nach 16 Uhr dort, so dass eine Besichtigung nicht mehr möglich war und morgen könnte es etwas knapp werden…
Danach waren wir noch Essen im Arresten (war wohl bis 1930 das Polizeigebäude bzw. die Arrestzelle) und ist jetzt ein Restaurant in Andenes mitten im „Zentrum“. Andenes hat gerade 2500 Einwohner, die Anzahl an Restaurants ist dementsprechend überschaubar. Wir waren aber sehr zufrieden 🙂
So, nun hoffen wir, dass morgen der Wind gnädig mit uns ist und melden uns dann aus der nächsten Unterkunft und mit hoffentlich ein paar Bildern der größten Meeressäuger wieder!
Bis denne









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