Sonne – Wolken – Schnee und Me(h)er?

Vorab, ich merke, meine Überschriften leiden etwas an…ja…ich weiß auch nicht. Heut flutscht es nicht, aber, keine Panik – da kommen wir durch. Also, zurück zum eigentlichen Thema 🙂

8 Uhr – Der Wecker klingelte, es schneite noch ein bisschen, sah an sich recht düster draußen aus. Wir schnappten uns einen Kaffee in der Unterkunft und machten uns dann auf den Weg. Doch bevor wir irgendwohin konnten, musste erstmal das Auto vom Schnee befreit werden. Gut, dass wir den Besen gestern Abend mit aufs Zimmer genommen haben…

denn so konnten wir das Auto freiräumen, ohne dass eine Tonne Schnee im Auto landete. Das war heute der Job von Stefan, ich verpieselte mich mit der Kamera in der Hand und schoss mich etwas auf die Eiszapfen an den Häusern ein. Nachdem das Auto vom Schnee und vom Eis befreit waren, konnte die wilde Fahrt ja los gehen.

Das eigentliche Ziel in der Früh war ein Café oder Restaurant zu finden, in dem wir frühstücken konnten. Doch das gestaltete sich etwas schwierig, da in der Nebensaison nicht viel offen hat…

Also landeten wir im dorfeigenen Supermarkt und kauften ein bisschen was für´s Frühstück, wenngleich es ein recht süßes wurde. Das erste offizielle Ziel war dann aber das berühmt berüchtigte Örtchen Reine mit seinen Roburer, den alten Fischerunkünften, die fast alle in rot getüncht sind. Auf dem Weg dorthin bahnte sich auch die Sonne ihren Weg, so dass wir die ersten Schnappschüsse von einer Parkbucht aus mit Blick auf die nördlichen Lofoten machten. Nebenbei haben wir auch noch einen Seeadler gesehen, doch der war für ein guten Foto leider zu weit weg. Doch wir sollten noch ein paar mehr Chancen heute erhalten.

Nach dem kurzen Zwischenstop düsten wir weiter auf schneebedeckter Straße gen Reine, wo wir direkt den Parkplatz ansteuerten, der ziemlich voll war, denn die Sonne spitzelte hinter den dicken Wolken hervor – ein perfektes Motiv also für alle Touris. Wir gesellten uns dazu und ich schoss wie wild los, wenngleich die steife Brise meine Hände fast zum abfallen brachte. Ich brauch unbedingt noch Handschuhe, mit denen ich die Kamera vernünftig bedienen kann und die meine Finger warm halten.

Reine – Sonne, Wolken, Schnee, Meer und Mehr!

Notiz an mich: Suche Handschuhe – wenn jemand nen Tipp hat, nehme ich den gern an. Und nein, Fausthandschuhe kommen in diesem Fall nicht in Frage 🙂

Nachdem ich einiges an Pulver verschossen hatte, fuhren wir in das Örtchen hinein und ich erspitzelte ein kleines Café. Wir hatten Glück, es war zum einen geöffnet und zum anderen bot es noch ausreichend Platz, so dass wir direkt am Fenster sitzen konnten. Zwei Kaffee und zwei Kuchen rundeten unseren Besuch ab, während vor dem Fenster ein Mann versuchte sein Auto aus dem Schnee zu befreien. Stefan ging dann noch zu ihm, um anzuschieben, doch es tat sich nicht. Also kam Stefan wieder rein und wir beobachteten, wie der Typ unterhalb seines Autos den Schnee vorschaufelte. Doch es half alles nichts. Als wir wieder raus gingen kamen noch zwei Männer zur Hilfe und dann rollte er endlich wieder los. Ich glaub, sein Tag war danach gerettet und er freute sich tierisch, dass er zum einen Hilfe bekam und zum anderen wieder mit seinem 25 Jahre alten Auto die Lofoten unsicher machen konnte.

Nach der kleinen Stärkung wollten wir noch in ein kleines Atelier, doch das hatte leider auch geschlossen, so dass wir zu einer der Stockfischfarmen fuhren. Wir kannten so eine Farm von Island, doch im Gegensatz zu hier, haben wir dort ja nur eine Farm gesehen. Hier hat gefühlt jedes Haus seinen Aufsteller, an dem der Fisch getrocknet wird, anderseits gibt es große Farmen, die wohl eher kommerziellen Zwecken dienen, schließlich ist dieser getrocknete Fisch ein echter Exportschlager. Schon die Wikinger schwörten drauf und verbreiteten diese Spezialität in alle Herren Länder – von Portugal, über Spanien, Italien, Island usw…

Irgendwie sind diese Farmen auf der einen Seite faszinierend, auf der anderen einfach ekelhaft. Der Fischgeruch der über dem Städtchen wabert, ist das gar nicht das Problem. Eher, dass vom Fisch eigentlich nichts übrig ist, außer der Kopf. Die meisten Felder sind zwar derzeit frei, doch immer wieder findet man noch Aufsteller, die entweder neu bestückt wurden oder abgefarmt wurden und wo nur noch die Köpfe aneinander aufgereiht sind. Schaurig, doch ich musst es wieder fotografieren. Wenn man direkt davor steht, ist es gar nicht so schlimm, außer dass man sich von den ganzen Augen beobachtet fühlt, doch auf Bildern könnt einem echt anders werden. Daher erspar ich euch die Originalfarbe und zeig Euch nur die schwarz-weiß-Version. Da ist es nur halb so schlimm.

Trockenfisch – bzw. was davon noch übrig ist

Nach kurzer Fischkunde wollten wir uns weiter in Richtung Hamnoy machen. Das Wetter hatte zwischenzeitlich wieder etwas gedreht, so dass in Reine wieder Schnee aufkam, der die Kulisse natürlich wieder anders und dramatischer wirken ließ, vor allem die Schneefronten, die sich durch die Berge quetschten und den Himmel in ein schwarzgrau verfärbten. Stefan fuhr mit dem Auto über die Brücke, die Reine mit dem „Festland“ verband, während ich zu Fuß rüber lief um noch ein paar Fotos zu schießen. Stefan wartete auf dem Parkplatz und versuchte sich nochmal daran, die Seeadler einzufangen, während ich mich in den Wind legte und mir den Schnee ins Gesicht peitschen ließ. Mit zugefrorenem Gesicht und Hände schmiss ich mich ins Auto und wir fuhren weiter Richtung Hamnoy.

Doch auch Hamnoy war von heftigen Böen geschüttelt. Von der Brücke aus hatte man einen guten Blick auf Hamnoy, doch der Wind war echt erbarmungslos und peitschte mir nicht nur ins Gesicht, sondern machte das Fotografieren zu einer kleinen Tortur. Ich weiß gar nicht so recht, warum ich jammere, auf Island waren die Bedingungen ähnlich, aber irgendwie kommt es mir hier noch etwas kälter vor. Aber genug der Jammerei.

Hamnoy – nun kann ich auch endlich mein Puzzle starten 🙂

Bevor wir nach Hamnoy rein fuhren, entdeckten wir noch ein Restaurant bzw. ich sah zwei. Eines war, wer hätte das gedacht, natürlich zu. Das andere warb mit Fischsuppe und Fischburgern. Klar, was auf sonst. Also rein in die gute Stube, die brechend voll war. Ich bestellte und einen Fischburger Klassik (mit Fischboulette) und einen Fischburger mit Pulled Salmon. Beides war echt leckerschmecker. Da es aber echt schwer war sich zu entscheiden, haben wir natürlich die Fischsuppe verpasst. Vielleicht probieren wir das morgen nochmal? 🙂 Ich glaub, die ist echt gut und vermutlich auch aus dem Trockenfisch gemacht. Neben dem kleinen Restaurant gab es noch ein paar einheimische Spezialitäten zu kaufen, unter anderem, wer hätte es gedacht, getrockneter Fisch in verschiedenen Varianten, aber auch frischen Lachs, den man als Sashimi bestellen konnte. Und der Fisch sah echt gut aus.

Nachdem wir nun gesättigt waren, entschlossen wir uns, noch nicht zurück nach Å zu fahren, sondern noch um ein paar Ecken Richtung Norden. Und das war definitiv eine gute Idee. Wir fuhren Richtung Fredvang Brücke, die uns von der Hauptstraße über zwei Brücken über einen Fjord weiter ins Hinterland brachte. Hier schien die Sonne voll Lotte und bescherte uns viele Bilder, die Stefan grade aussortieren kann 🙂 Wir fuhren also immer der Straße am Fjord entlang, mit kleinen Zwischenstopps, wo ich fix aus dem Auto hüpfen und ein paar Bilder machen konnte, denn groß befahren war die Straße nicht. Eigentlich gar nicht, bis wir am Knick des Fjords waren und der Wind an der Stelle so stark war, dass er für starke Schneeverwehungen gesorgt hat. Ganz am Ende der Straße stand ein großer Wagen, den zwei Leute gerade freischaufeln mussten. Diesmal blieben wir aber sitzen und legten dezent den Rückwärtsgang ein, da weiterfahren nicht ging, sonst hätten wir uns selber auch noch ausbuddeln müssen. Wir haben da ja eher nicht so gute Erfahrungen mit…nicht wahr? 🙂

Also drehten wir um und fuhren den Weg wieder zurück und Richtung Hotel, jedoch mit einer kleinen Verlängerung, nämlich an das südliche Ende der Lofoten. Das ist quasi um die Ecke unserer Unterkunft, ein kleiner Fußmarsch durch den Schnee. An diesem Ende konnten wir nicht nur die perlen-ähnlich aneinander gereihten Inseln im rosa Licht sehen, sondern auch den Atlantik, der nicht mehr nur schwarz erschien, sondern bunte Farbtupfer durch den bunten Himmel hatte.

Und jetzt geht´s los. Lehnt Euch zurück und genießt mit uns den Blick auf die südlichen Lofoten!

Fotos von den südlichen Lofoten

Wir liefen den Weg wieder zurück, sitzen jetzt in unserer Unterkunft, haben Abendbrot gegessen und behalten immer den Nordlicht-Ticker im Auge, denn der Himmel ist heute vergleichsweise frei und die Aussichten ganz gut. Wir werden also wohl nochmal eine Runde draußen drehen, vielleicht sehen wir ja was. 🙂

Update, wie schnell das Wetter umschlagen kann…aktuell schneit es wieder. Mist, das wars dann wohl erstmal mit Nordlichtern für heute – vielleicht checken wir später nochmal die Lage.

Bis dahin, guts Nächtle!


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2 Antworten zu „Sonne – Wolken – Schnee und Me(h)er?”.

  1. Avatar von Klaus Kürstner
    Klaus Kürstner

    Hallo ihr Beiden zweibeinigen Nordlichter👋
    Da seid ihr aber gut im Winter und Schnee angekommen, aber das war ja auch euer Ziel.
    Was habt ihr denn für einen Auto, mit dem bei diesen Verhältnissen zurecht kommt?
    Ist denn da, wo die Häuser direkt am Strand stehen, auch Ebbe und Flut? Dann stehen die wohl im Wasser?
    Die verschneite Landschaft mit den schroffen Bergen und dem Atlantik? sehen sehr beeindruckend aus.
    Wünsche euch noch eine schöne Zeit, viele klare Nächte in denen ihr die Polarlichter sehen könnt und die dazugehörigen kalten, roten Nasen.
    Liebe Grüße Monika & Klaus

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  2. Avatar von weltumbrummler

    Huhu in die Heimat, wir hoffen es geht euch gut!
    Wir haben einen Kia Niro, ein kleiner SUV so wie der Mazda CX3 oder unser ASX. Er hat zwar kein Allrad aber in den Winterreifen sind kleine Metallspikes eingebaut. Diese helfen extrem bei den Straßen, die oft mit Eis bedeckt sind.
    Die meisten Häuser direkt an der Küste stehen auf Pfählen überm Meer. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt 1-2 Meter, das sieht man ganz gut an dem Übergang zwischen Schnee und Meer. Und ja das Mee rist der Atlantik.

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