Bärige Aussichten

Bärige Aussichten

Nun ist das verlängerte Wochenende schon wieder fast vorbei, doch bevor wir morgen wieder an die Arbeit huschen, schreiben wir lieber noch über die Erlebnisse des heutigen Tages. Bereits um 6:45 war es vor unserem Hotel in Alpirsbach laut und es wurde geschnattert und gewerkelt. Was…genau…ist los am Pfingstmontag?

Ich warf einen Blick aus dem Fenster, konnt aber auf die Schnelle gar nicht sehen, was überhaupt los ist. Dafür sah ich einen dick wolkenverhangenen Himmel und viel Nebel. Heißt: Ich kroch wieder unter die Decke und schlummerte noch eine Weile bis unser Wecker losging, denn Frühstück gab es heute von 8-9:30 Uhr – also keine große Zeitspanne. Nachdem wir unsere Tasche soweit gepackt hatten, stiefelten wir also zum Frühstück und checkten nebenbei schon ein bisschen, wo uns die Reise heute denn hinbringen würde. Endziel sollte natürlich zuhause sein, das war uns soweit ja klar. Und auch das Kloster Hirsau in der Nähe von Calw war fest eingeplant. Doch was tun mit dem Rest des Tages? Bereits am Samstag hatte ich bei unserem Suchfreund gesehen, dass es einen „alternativen Bären- und Wolfspark“ gab. Schwupdiwup hatten wir entschieden, dass wir dort auf jedenfall hinfahren wollten und das taten wir dann auch. Doch bevor wir uns in die Spur machten, liefen wir über den riesigen Trödelmarkt, der im ganzen Örtchen aufgebaut war. Wir hatten also die Übeltäter für den morgendlichen Krach ausgemacht 🙂

Da wir nix tolles gefunden haben, sind wir relativ fix wieder zum Auto und fuhren dann los Richtung Bärenpark. Dort angekommen, war der Parkplatz zum Glück nur leicht gefüllt, was uns etwas Mut machte, dass es nicht allzu voll sein würde. Wir kauften unsere Tickets, tranken noch einen Kaffee und liefen dann auf dem Rundweg entlang. Direkt hinterm Eingang sahen wir schon den ersten Bären liegen. Sozusagen ein Frischling, denn erst Anfang Juni war Daria aus Spanien eingeflogen worden, nachdem der Zoo geschlossen und die Tiere einfach zurückgelassen wurden. Es galt also Ruhe, damit sich der Bär an seine neue Umgebung gewöhnen konnte. Aber schon ein paar Schritte vom abgetrennten Bereich sahen wir den nächsten Bären. Ein recht großer, zum posen bereiter, Bär mit wuscheligen Ohren und vor allem einer gehörigen Portion Müdigkeit. So saß er da und wirkte recht entspannt als wir unsere Fotos machten. Der Rundweg führte durch den Wald, so dass die Tiere fast 100.000m² für sich hatten. Mit Hängen, Höhlen, Wasser und was Bären (und auch Wölfe) so brauchen. Auf der andere Seite machte sich die Mutter von „Problembär“ Bruno, der in Bayern erschossen wurde, über ein Blatt Salat her. Aber auch hier, die Müdigkeit zeigte sich auch bei der Bärin. Und so liefen wir über den schönen Waldpfad vorbei an weiteren Bären, bis wir den ersten Wolf sahen.

Der sah erst etwas verklemmt aus, tat dann aber sein Geschäft und wirkte ehrlich erleichtert 🙂 Auch die Wölfin posierte, hielt sich aber vom Rudel entfernt auf. Das 6-Wölfe starke Rudel wuselte an einer anderen Ecke des Parks. Spezielle Bereiche dienen sowohl als Rückzugsort für die Wölfe als auch für die zwei Luchse, die im Park beheimatet sind. Ganz am Ende des Parks konnten wir dann auch wirklich noch einen Luchs sehen, aber der schien etwas aufgeregt, denn er huschte die ganze Zeit am Gatter vorbei, wollte aber nicht so recht stehen bleiben. Da wir das Tier nicht weiter „belästigen“ wollten, gingen wir weiter und nochmal an den Anfang und guckten uns nochmal die Bären im vorderen Bereich an.

Danach gabs noch Kuuuuchen und Kaffee und dann ging es auch schon wieder Richtung Auto.

Doch vielleicht noch ein paar Worte zum Park:
Der Park beherbergt 10 Bären. Die drei Jüngsten sind Brüder und gerade 3 Jahre alt und wurden aus Albanien gerettet, nachdem einer als Selfie-Bär misshandelt und die anderen beiden am Strand als Attraktion gehalten wurden. Auch alle anderen Bären wurden gerettet, aus Zoos, die geschlossen wurden, aus dem Zirkus oder wann immer die Bären kein „freies“ Leben hatten. Im Park können sie fast nahezu frei leben – naturnah – und müssen keine Qualen mehr durchleiden. Das gilt auch für die Wölfe und Luchse im Park.

Wer mehr dazu wissen mag, sollte sich auf der Website informieren.

http://www.baer.de

Nun saßen wir wieder im Auto und fuhren nun in einem Rutsch nach Hirsau zum gleichnamigen Kloster. Kloster Hirsau war ein Benediktinerkloster und galt als eines der bedeutendsten. Einige riesige Anlage bei der man die Grundfeste der St. Peter und Paul-Kirche sowie die Eulentürme noch erkennen konnte. Ok, nur ein Turm, der westliche, stand noch, beim anderen war nur noch die Wendeltreppe sichtbar. Daneben konnte man sich noch gut in die Zeit zurückversetzen , denn der Kreuzgang war zwar nicht mehr mit den damals bunten Fensterglas versehen, dennoch konnte man sich durch das „Gerippe“ die damalige Pracht durchaus vorstellen. Außerdem gab es noch das große Fruchthaus (da sitzt heute das Finanzamt von Calw drin :-), das Jagdschloss (mit verstärkten Stahlträgern, damit die Hülle hält), der Torturm und die Marienkapelle, die noch komplett erhalten war, zu sehen. Wir schlenderten also durch die gesamte Anlage, auch wenn der Himmel heute ab und an weinte. Im Klostercafé ließen wir uns draußen unter den Sonnenschirmen nieder, tranken noch einen entspannten Kaffee und pfiffen uns noch einen Kuuuuchen rein. Lieber morgen die Waage meiden 🙂

Als schöner Abschluss für das verlängerte Wochenende nahmen wir die Eindrücke dieser mächtigen Klosteranlage mit ins Auto und zuckelten gemütlich wieder Richtung zu hause!

Und nun: Billlldddddddderrrr


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