Mi. 20.09.2019
Nachdem wir vorgestern bereits einiges im Süden Islands erkundet haben, war unsere kleine Liste aber noch lange nicht „abgearbeitet“. Für den gestrigen Tag hatten wir uns zwei Routen rausgesucht – einmal zurück nach Westen und einmal ostwärts. Bereits beim Rausfahren aus der Hoteleinfahrt sahen wir das erste Kuriosum des Tages…
Erst dachten wir, dass es sich um Sand handelt, der über den Berg fliegt und als Säule nach oben steigt, doch bei genauerem Hinsehen, entdeckten wir, dass am Berg viele kleine Wasserfälle vom Wind hochgewirbelt wurden.

Vorbei an einigen zugefrorenen Wasserfällen und Eiswänden starteten wir offiziell in einer Minischlucht – auch genannt Dverghamra. Man könnte, wenn man dem englischen etwas näher ist, den Zwerg im Namen schon erkennen (Dwarf). Und so heißt diese aus Basaltsäulen bestehende Schlucht auch wirklich Zwergenklippe. Zu unserem Glück spitzelte außerdem die Sonne durch, so dass die Umgebung in ein warmes Herbstfarbenkleid gehüllt wurde. Einige der Säulen haben sich schon verabschiedet, andere waren kurz davor und brauchten Hilfe, damit sie nicht direkt umfielen… Ich hab den Job spontan übernommen und erledigt.

Auf einem der Bilder (link) kann man im Hintergrund zwischen den beiden Klippen bereits das nächste Ziel sehen, nämlich den Foss à Sidu. Ein Wasserfall, direkt auf der anderen Straßenseite, der jedoch auf Privatgelände liegt und somit nur aus etwas weiterer Entfernung angeschaut werden kann. Haben wir aber dennoch gemacht natürlich und unser obligatorisches Foto ebenfalls. Von hier ging es weiter in Richtung Stjornafoss, einem recht breiten, wenn auch nicht so hohen Wasserfall. Da mir der Weg nicht so recht erwanderbar schien, fuhren wir weiter. Auf dem Bild vom Wasserfall kann man aber am rechten Rand des Bildes zwei Gestalten ausmachen, vielleicht unterschätzt man diesen Wasserfall von der Größe doch etwas. Wir überlegen, ob wir morgen (also am 22.02.) doch nochmal einen Versuch starten, um hinzuwandern.
Auf gleichem Weg und auch fast gleicher Höhe gibt es noch eine zweite Sehenswürdigkeit, den Kirkjugolf, eine, ich nenne es mal Plattform, wo auf dem Boden die Basaltsäulen stehen, jedoch nicht mehr in die Höhe ragen sondern bodeneben sind.Irgendwie sind wir am Mittwoch zweimal dran vorbeigefahren – schauen wir mal, ob sich am Freitag die Chance ergibt, diese doch noch zu erkunden.
Vom Stjornafoss aus wollten wir uns einen weiteren Wasserfall anschauen, der aber versteckt hinter Bäumen komplett zugefroren mich überhaupt nicht anmachte, so dass wir uns weiter Richtung Westen aufmachten und nach Fjaðrárgljúfur fuhren. Dort angekommen stapften wir den Berg hinauf, um in eine gar nicht so kleine Schlucht hinunterzuschauen. Der etwas beschwerliche Weg hatte sich jedenfalls gelohnt. Neben den riesigen Säulen, die den Rahmen der Schlucht bildeten, floss ein, zumindest im Winter, kleiner Fluss durch die Schlucht, was das Bild natürlich perfekt machte. Wenngleich das Wetter uns mit leichten Nieselregen die Laune verderben wollte…Vom oberen Rand der Schlucht konnten wir in der Ferne ein sehr langes und breites grünes Band am Horizont erkennen. Ein Lavafeld, auf dem der Schnee mittlerweile fast vollständig geschmolzen war, dessen Steine mit Moos überzogen sind. Das war auch unser nächstes Ziel.
Doch vorher haben wir noch etwas am Wegesrand entdeckt, nämlich das hier:

Der Green Scenic Walk – wobei ein wirklicher Spaziergang war es nicht, denn der eigentliche Weg war leider noch mit Schnee und Eis bedeckt, so dass wir nur auf die Aussichtsplattform gingen und das helle grün im dichten Grau aufsaugten. Nach der meterlangen Wanderung sprangen wir zurück ins Auto und fuhren nun gen Osten, vorbei an unserem Hotel und weiter in den Südosten. Unser „Hausberg“ erschien majestätisch vor uns und kaum ließen wir in hinter uns entdeckten wir am Horizont etwas blau schimmerndes. Irgendwie konnten wir es anfangs nicht zuordnen, doch je weiter wir fuhren, desto sicherer wurden wir uns – das musste ein Gletscher sein. Wir bogen in einen Weg ein und fuhren über Stock und Stein, denn als Straße konnte man das nicht bezeichnen. Wir sahen weiter vorne auf dem Weg ein weiteres Auto, was uns nochmal Zuspruch gab, weiter zu fahren. Am Ende der Straße standen wir vor einem riesigen schwarzes Feld, durchzogen von Wasserläufen und dahinter türmte sicher der riesige Gletscher auf. Die Zwei, die vor uns ankamen, sind dann über das Feld Richtung Gletscher gelaufen, da es uns aber schon zu spät war, packten wir unser Sachen und fuhren Richtung Svartifoss, ein Wasserfall im Vatnajökull-Nationalpark, der auf Bilder echt gut kommt, denn er fließt an den 6-eckigen Basaltsäulen hinunter.
Kurz bevor wir in Richtung Nationalpark abbogen gab es noch ein Monument – das Skeidara Bridge Monument – nicht schön, aber auf jeden Fall selten 🙂
Direkt im Nationalpark laufen mehrer Gletscher, so auch direkt am Eingang, wo der Skaftafellsjökull der Umgebung ihr Gesicht gibt. Doch da wir etwas spät dran waren und wir mind. 45 Minuten laufen hätten müssen, entschieden wir uns auf Grund der vorgerückten Stunde und der Öffnungszeiten des Parks, weiter zu fahren.
Und siehe da, wieder ein kleiner Weg links von der Straße ab und nach einer echten Buckelpiste standen wir vor einem der kleineren Gletscher direkt am Fuß. Und wenn man da so steht, merkt man, wie klein wir als Mensch doch einfach sind und wieviel wir von dem, was uns die Natur zeigt und bietet, kaputt machen. Und ja, als Tourist darf man sich dessen gerne auch bewusst sein, seinen Teil dazu beizutragen. Und nur damit jeder weiss, wie das gute Geschöpf heißt: Svínafellsjökull

Das Blau des Gletschers strahlte in der untergehenden Sonne so rein und blau, einfach wunderbar. Der Gletschersee direkt am Fuße war komplett gefroren, dennoch merkte man, dass einiges an Leben im Gletscher selbst herrscht – das knacken, wenn er ein Stück verliert und sozusagen kalbt, hörten wir zwei mal. Ansonsten war es komplett ruhig im Gletschertal und wir konnten den Anblick dieses reinen, mächtigen Gletschers in Ruhe genießen.
Die Bilder sprechen sicher für sich!
Viel Spaß damit.









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