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Goldene Kreise und grüne Linien

Goldene Kreise und grüne Linien

So. 17.02.2019

Ach, wenn es mit dem bloggen doch immer etwas schneller gehen würde. Nun ist´s schon der 5te Tag und es fehlt wie immer der Vortag. Wir sortieren abends zwar immer fleißig Bilder, aber wenn man um die 300 Bilder hat, dauert es auch einfach eine Zeit – zumal gestern abend noch etwas dazwischen kam….

Doch von vorne. Unsere Reise begann gestern auf jedenfall schon mit einem viel besseren Frühstück in unserem kleinen Guesthouse in der Nähe von Skalholt und Skalholt sollte auch gleich unsere erste Station sein, denn dort steht eine Kathedrale. Als wir ankamen, sahen wir schon, dass es wie fast überall wieder schweine glatt auf dem Parkplatz war, und sich zudem ein Touribus festgefahren hatte. Ich hab noch schön zu Stefan gesagt, dass es glatt ist und bums, hab ich mich erstmal auf den Arsch gesetzt, weil ich mal wieder weggerutscht bin. Sollte aber nicht das letzte mal an diesem Tag sein.

Da alles noch heile war, inkl. Kamera, gingen wir den Weg zur Kirche hoch. Neben der Kirche stand noch ein altes Gebäude, vermutlich ein früher bewohntes Haus. Bereits um 1050 war hier der erste Bischofssitz von Island, bis es irgendwann nach Reykjavik verlagert wurde. Zudem konnte man noch die Überreste der Bibliothek, Schule, Küche und Garten hinter der Kirche erahnen. Bis auf einige grüne bzw. weiße Hügel konnten wir nicht mehr viel erkennen. Nachdem wir auch das Innere kurz inspiziert hatten und wieder zum Parkplatz gingen, hatte es der Bus auch geschafft, sich aus seiner misslichen Lage zu befreien. Auch dazu später mehr, denn uns sollte ein ähnliches Schicksal ereilen..

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass wir durch Zufall noch den Faxifoss gefunden hatten, bevor wir beim Geysir angekommen sind!

Wieder im Auto fuhren wir die zweite Station unsere Tour an – den Geysir. Vor allem aber wegen dem Strokkur fuhren wir dort hin. Das ist nämlich der Geysir, der noch aktiv das Wasser in die Luft schleudert. Der große Geysir ist seit vielen Jahren verstummt – und irgendwer kam in die Idee, dort Seifenwasser und ähnliches rein zu schmeißen, um ihn wieder in Gang zu bringen. Geholfen hatte es nicht, so dass solche Aktivitäten verboten wurden. Vermutlich könnte er wieder aktiviert werden, wenn sich unterirdisch etwas tut, beispielsweise ein Erdbeben. Aber das ist Zukunftsmusik, die wir jetzt nicht unbedingt den Isländern wünschen.

Wir hatten jedenfalls etwas Glück mit unserer Planung, da am kleinen Geysir, dem Strokkur („Butterfass“) nicht so viele Menschen standen und so konnten wir in Ruhe und in erste Reihe warten, bis er sein Wasser hochspuckte. Um das „vernünftig“ zu sehen, haben wir sowas wie eine Studie gemacht, dank Serienbild. Einmal auch in voller Größe, denn der Geysir schießt das Wasser unterschiedlich hoch, mal etwas flacher und dann wieder volle Pulle hoch hinaus bis zu 30m. Den großen Geysir, der ja nun nimmer spuckt, konnten wir kaum sehen, erst als wir weiter oben einige Hot Pools angeschaut haben (Becken voll mit heißem Wasser). Auf dem Rückweg haben wir noch mal auf den Strokkur gespäht und sind dann gemütlich zurück zum Auto. Auf dem Weg kamen uns nun doch sehr viele Leute entgegen, wir waren zeitlich also echt gut dran.

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Ein bisschen Situationskomik nebenbei:
Stefan: „Schatzi, geh du mal vor und zeig mir wo es glatt ist“
Ich: „Ich zeig dir wo´s glatt ist“, stapfte noch einen Schritt und schon saß ich auf dem Hintern. Wir lachten Tränen, weil das ja nun wirklich mit Ansage war, aber wie schon in der Früh, ist nix passiert und alles noch heile. Ist fast so, als hätte ich zwei linke Füße. Aber nach reichlicher Prüfung kann ich bestätigen, dass das nicht der Fall ist!

Am Auto angekommen hätten wir eigentlich nur 10 Minuten weiter fahren müssen, um an den Gullfoss zu fahren, doch der stand für den nächsten Tag auf dem Plan, inkl. Snowmobil. Dementsprechend hatten wir noch einmal Pingvellir im Sinn. Was wir dann auch in Angriff nahmen – vorher jedoch hatten wir noch ein paar Islandponys und eine Kirche entdeckt. Wir hielten ein erstes Mal und ich schoss ein paar Bilder. Weiter ging es Richtung Tankstelle, so dass wir noch fix den Wagen vollmachen konnte und fuhren den Weg an der Kirche vorbei, jedoch aus der anderen Richtung. Ich wollte dann noch ein Bild von den Pferden machen, da sie etwas dichter noch waren und irgendwie…naja, sind wir wohl einen Deut zu weit rechts gefahren. Es half kein Vor und kein Zurück – immer schräger stand das Auto – da half auch ein 4×4 nix, davon mal ab dass immer nur zwei Räder sich bewegten. Zum Glück hielt eine Familie an und die Männer versuchten das Auto aus der Schräglage zu befreien. Funktionierte leider nicht. Eine Frau in einem größeren Wagen rief aus dem Auto, dass oben am Berg ein Traktor runter kommt. Stefan fuhr dann mit der Familie den Berg hoch zum Bauernhof mit dem Traktor. Der nahm Stefan dann wieder mit zum gestrandeten Auto. Kurz angebunden, langsam gezogen und so konnte unser Vehikel doch tatsächlich gerettet werden. Der nette Bauer wollte wohl Stefan noch ein paar Islandponys verkaufen, aber da ich nirgends ein Pferd in unseren Taschen gefunden habe, gehe ich davon aus, dass Stefan dankend abgelehnt hat 🙂

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Nachdem das blöde Auto endlich befreit war, wollte wir weiter nach Pingvellir und vorher noch einen Abstecher zum Bruarfoss machen. Doch das hätte 7km Marsch bedeutet, so dass wir uns dagegen entschieden und lieber ein Eis und Kaffee kaufen 😛 und gestärkt nach Pingvellir fuhren.

Dort steuerten wir das Besucherzentrum an und waren, wie auch schon am Tag davor, relativ spät dort, so dass es keine wirklichen Menschenmassen gab. Wir schauten von oben in die Schlucht, wo sich die Erdplatten weiter voneinander entfernen. Liefen dann hinunten zu dem Platz, an dem das Althing (Volksversammlung mit gesetzgeberischer und gerichtlicher Funktion) abgehalten wurde und 1944 die Republik Island offiziell gegründet wurde. Das Althing ist eines der ältesten Parlamente weltweit. Das Althing wurde bis ca. 1800 1-2 mal im Jahr hier durchgeführt, ehe es die Dänen abschafften.

Zurück am Ausgangspunkt beim Besucherzentrum fuhren wir etwa 2km weiter (ja, wir faulen Säcke), um von dort zum Wasserfall zu laufen. Dafür mussten wir erstmal über einen Abhang in die Schlucht hinuntersteigen, die, wer hätte es gedacht, Schnee- und eisbedeckt war. Immer schön am Halteband festgehalten, hangelten wir uns also runter und nein, ein nochmaliger Poklatscher blieb allen erspart :-). Dafür liefen wir dann schön zwischen den hohen Felsen hindurch zum zugefrorenen Öxararfoss. Das mutet schon etwas bizarr an, doch in einer kleinen Spalte am Wasserfall konnte man sehen, dass er nicht gänzlich zugefroren war. So plätscherte das Wasser unter zum Teil zugefrorener Schicht durch die Schlucht. Mit uns waren nur 2 Gruppen unterwegs, wobei eine den „einfachen“ Weg wählte, um wieder zum Auto zu gelangen. Wir mussten uns den steilen Hang wieder hochhieven, aber, da ich hier sitze und schreibe, haben wir das wohl wieder mal hinbekommen. Belohnt wurden wir auf dem Plateau mit einem wunderbar bunt gefärbten Himmel.

Zurück bei der Unterkunft (ja, wir waren bei Mika Pizza Essen), haben wir ab und an rausgelugt und siehe da. Erst ganz sachte und dann volle Charlotte, knallte es uns grün vom Himmel entgegen. Leider ist hier draußen stehen doch etwas müssig, da ein verdammt kalter und starker Wind einem um die Ohren bläst.

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Was leider auch dazu führte, dass wir leider eine Absage für unsere Snowmobile-Tour bekommen haben 😦 Zu starker Wind! Nunja, damit fällt unsere Eishöhlenbesichtigung leider auch ins Wasser. Doch wir haben uns für die kommenden Tage eine neue Tour besorgt, zumindest für eine Eishöhle. Das mit dem Snowmobil werden wir wohl wann anders und woanders nachholen.

Nun heißt es Däumchen drücken, dass wir das mit der Eishöhle hinbekommen. Wir freuen uns jedenfalls, dass das mit dem Buchen noch geklappt hat.

Jetzt werden wir dann noch die Bilder des heutigen Tages sortieren und ab und an die Nase nach draußen stecken, um eventuell noch ein paar Polarlichter zu erwischen.

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