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Des Kaisers Schmarrn

Des Kaisers Schmarrn

Nach meinem Sturzflug gleich am ersten Wandertag, wollten wir es am Folgetag etwas ruhiger angehen und eine Apotheke aufsuchen. Da die nächste ca. 40 Minuten mit dem Auto entfernt war, entschieden wir uns direkt nach Bludenz, eine etwas größere Stadt am Eingang des Brandnertals, zu fahren. Dort kannten wir uns zumindest ein bisschen aus.

Doch bevor wir los fuhren, wollten wir noch nach Faschina, der Nebenort von Damüls, um mit dem Sessellift den nächsten Wanderweg vorzuerkunden. So haben wir uns also direkt nach Faschina begeben, uns in den Sessellift gesetzt und sind bis zum Glatthorn, besser gesagt, auf halber Höhe zum Glatthorn, hochgefahren. Dort angekommen hat Stefan ein paar Meter den Berg hinauf schon einmal einen Blick auf den nächsten Wanderweg, den Blumen-Lehrpfad, geworfen. Zurück bei Olli und mir setzten wir uns wieder in die Bahn und führen über die Mittelstation hinunter ins Tal. Danach fuhren wir flux nach Bludenz und organisierten neben einem Optiker (vom ganzen Glotzen und Wandern ist Olli nämlich die Brille kaputt gegangen) auch noch Desinfektionsmittel und Verbandsmaterial. Nur mit Wodka säubern war dann vielleicht doch etwas heikel, außerdem brennt es wie die Hölle.

Hier die Bilder unserer Ausspähaktion

Zurück in Damüls verbrachten wir den Abend mit Spielen und gingen recht früh ins Bett, denn wir wollten am nächsten Tag nicht zu spät los.

Und so sollte es sein. Wir frühstückten am nächsten Morgen ausgiebig, cremten uns brav mit Sonnencreme ein und los ging es Richtung Faschina. Zuerst, klar, mit dem Auto und dann ging es mit dem Sessellift wieder an den gleichen Ort, wo wir den Tag davor schon luschern waren. Dummerweise kam ich auf die Idee, nicht den direkten Weg zu nehmen, sondern einen kleinen Umweg zu laufen. Mir hatte es eine kleine Anhöhe unterhalb des Glatthorns angetan. Also liefen wir, das Murren und Zethern von Olli im Ohr, los, um an besagten Aussichtpunkt zu kommen. Der Weg führte direkt zum Grat, doch leider konnten wir den letzten Abschnitt nicht mehr laufen, da es dort wirklich recht steil hinauf ging und man hätte wohl bessere Kletterkenntnisse haben sollen. Egal, die Bank bzw. der Aussichtspunkt war also gestrichen. Wir drehten um und gingen dann Richtung Blumenlehrpfad – immer schön auf dem Grat entlang. Recht beschwerlich und wirklich einfach war der Weg nicht, doch wir schafften es zur ersten Abzweigung, wo der Blumenlehrpfad dann auch wirklich beginnen sollte. Ein kleines Päuschen und ein bisschen Gefluche und schon ging es weiter. Neben der grandiosen Aussicht bestaunten wir die kleinen und großen Blumen, ich naschte mal wieder Heidelbeeren, die am Wegesrand wuchsen und versuchte, nicht zu oft nach unten zu schauen. Denn wirklich schwindelfrei bin ich nicht wirklich. Also hieß es Zähne zusammenbeißen und weiterlaufen. Doch auch hier gab es einige tricky Passagen, die man an gesichterten Seilen hinauf- bzw. hinabsteigen mußte. Da wir im Zimmer noch an ein schönes Naturradler gedacht hatten, machten wir an einem der wenigen schattigen Plätze kurze Rast, tranken unser Mitbringsel und schwitzen weiter vor uns hin. Denn gefühlt waren es locker 30 Grad und die Sonne schien ohne Unterlass.

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Nachdem das Bierchen verdrückt war, machten wir weiter unsere Gratwanderung um zur Mittelstation des Sesselliftes zu laufen. Völlig Banana ließen wir uns in die Sitze fallen und fuhren mit etwas Fahrtwind den Berg hinab. Olli hatte uns zwischenzeitlich schon mehr als einmal innerlich gekillt, doch er war wacker und tapfer 🙂 So wie ich auch (nachdem ich mich auch diesmal wieder auf meinen Allerwertesten gesetzt hatte, aber ohne Blessuren weiter konnte).

Unten angekommen brummelte Olli weiter, dass er heute nix mehr machen würde, außer in die Ferienwohnung zurückzugehen. Doch wir konnten ihn überzeugen, doch noch eine Bahnfahrt zu machen. Also fuhren wir mit dem Auto nach Au um die Didamsbahn auf den Didamskopf zu nehmen. Da wir schon recht spät dran waren, reichte es nur für ein fixes Radler auf der Bergstation, die eigentlich schon mehr oder minder im Feierabend war. Doch die Aussicht – boa! Ich hatte auch extra die große Kamera mitgenommen und ein paar schöne Bilder geschossen, jedoch ging es fast nur in eine Richtung, da die andere Seite des Panoramas sehr dunstig war.

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Kurz vor Ende der Bahnbetriebszeiten huschten wir also wieder in die Kabine und fuhren den Berg hinunter, an dessen Fuß uns erstmal ein dickes fettes kaltes Eis erwartete. Das schmeckte fast genauso gut wie das Radler oben auf dem Berg.

Dann ging es aber wirklich zurück zur Ferienwohnung, die übrigens echt hübsch war (1400 m üNN, ruhig am Berg und kaum Menschen:-) ). Flott hüpften alle unter die Dusche, einzeln versteht sich, da wir noch ein Date auf unserem Hausberg hatten. Der UGA-Express, ein Sessellift der hinauf Richtung Elsenkopf fuhr, hatte Spätdienst.

Von 18:30-22:30 war der Sessellift in Betrieb und ebenso die Bergstation, auf der ein kleines Konzert statt finden sollte. Der einheimische Musikverein sollte spielen, und das wollten wir nicht verpassen. Außerdem hatten wir Hunger 🙂 Oben angekommen ergatterten wir einen schönen Platz draußen und konnten weiter die Bergwelt genießen und in uns aufsaugen. Wir bestellten eine kleine Vorspeise, ganz standesgemäß waren es Flädle- und Leberknödelsuppe. Dann begann auch schön die Musik zu spielen, typisch alpenländisch. Danach gabs noch was ordentliches zu futtern, Bierchen, Radler, ne Runde Karten und zum Sonnenuntergang verdrückte ich mich, um den Sonnenuntergang bildlich einzufangen. Ich glaub ein paar gute Schüsse waren dabei.

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Zurück am Platz wollten die Jungs zum Abschluss noch nen Kaiserschmarrn, so als Belohnung für den Tag, doch die nette Kellnerin meinte, die Küche wäre schon zu. Traurig guckten wir also aus der Wäsche, als die Kellnerin mit einem großen Teller Kaiserschmarrn zurückkam. Die Gesichter erhellten sich sehr schnell und deshalb gabs neben dem Schmarrn auch noch einen traditionellen Marilleschnäppi. Eine Runde ärmer wollten wir uns schließlich auf den Rückweg machen, doch vorher wollten wir noch schauen, ob wir die Milchstraße von oben sehen konnten. Doch die Bahn war so hell beleuchtet, dass es kaum möglich war, überhaupt irgend einen Stern zu sehen.

Wir fuhren also langsam nach unten und diskutierten noch, ob wir ein anderes Plätzchen suchen sollten, um doch einen Versuch zu starten. Gesagt – getan und so fuhren wir von Damüls nach Faschina, durch den Ort durch vor einen Tunnel, an dem ein Parkplatz lag. Wir stellten das Auto ab, löschten das Licht und standen in der Finsternis. Wir ließen den Blick nach oben gleiten und da stand sie genau über uns. Die Milchstraße. Hell und mit bloßem Auge sichtbar.

Ich packte die Kamera aus und wir fotografierten wie wild und fingen sie wunderbar ein. Nur das Bimmeln der Kühe um uns rum machte mich irgendwann nervös und so schickten wir Olli auch mit der Taschenlampe vor. Doch die Kühe bewegten sich für die Langzeitbelichtung zu viel, so dass wir sie nicht mit der Milchstraße zusammen einfangen konnten. Nachdem die Kühe sich zu viel angefunzelt gefühlt hatten, trollten sie sich wieder davon, um weiter ein Schläfchen zu machen.

Das taten wir dann auch und begaben uns zurück zu unsere Unterkunft, denn Stefan wollte nicht zu spät aufstehen – er wollte nämlich die Mittagsspitze erklimmen. Dazu aber dann die kommenden Tage mehr.

Genug gesabbelt – her mit den Bildern.

 


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Eine Antwort zu „Des Kaisers Schmarrn”.

  1. Avatar von Olli
    Olli

    Ich hab nicht gemurrt! *schmoll*
    Das waren dezente, berechtigte Einwände.

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