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Crashtest in den Bergen

Crashtest in den Bergen

Ihr merkt, es ist Sommer..ein Jahrhundersommer, zumindest gefühlt. Die Temperaturen in Deutschland liegen seit geraumer Zeit über 30 Grad. Das ist wirklich etwas anstrengend. Da lohnt urlauben in Spanien o.ä. gar nicht. Da lag es nahe, einfach bei den Nachbarn zu schauen und so buchten wir Sonntag noch fix eine Ferienwohnung in Österreich.

Um genau zu sein, sind wir seit Dienstag Nachmittag in Damüls, Bregenzerwald, also in Westösterreich. Die Berge hier sind schön hoch, egal ob Vorarlberg oder nicht. Unsere Ferienwohnung ist recht hoch am Berg, wir liegen auf ca. 1400m üNN. Um uns rum ragen die 2000ender und zeigen sich in sattem grün der Wiesen und Nadelbäume.

Nachdem wir gestern direkt eingecheckt hatten, sind wir noch in den Ortskonsum um ein paar kleinere Sachen zu kaufen. Einen Großteil haben wir nämlich bereits importiert. Darunter auch zwei Kisten mit Spielen aller Art. Wir sind nämlich nicht zu zweit, sondern zu dritt. Denn wir haben Olli, ihr kennt Olli ja bereits aus dem Spreewald-Blog, mitgenommen. Den Weg zu uns fand er mal wieder, da wir am Sonntag noch gemeinsam ein Konzert in Ludwigsburg besucht hatten und er sowieso noch Urlaub hat. Aber ich schweife ab, wollte doch eigentlich über Damüls schreiben.

So sind wir also am Dienstag bei blauem Himmel und, wer hätte es gedacht, knapp 30 Grad angekommen und haben uns nach unserem Einkauf erstmal daran gemacht, etwas zu kochen und uns dann den Abend auf der Terasse gemütlich gemacht. Dann wurde es auch endlich dunkel und ich hatte schon ein Auge auf die Milchstraße geworfen. Ok wirklich viel gab es noch nicht zu sehen, bis auf Jupiter und Mars versteckte sich die Milchstraße noch sehr.

Gegen 22 Uhr sind wir dann nochmal ins Auto gestiegen und weiter den Berg hoch gefahren um eine bessere Aussicht zu haben und tada, da zeigte sie sich auch schon. Etwas schüchtern und nicht ganz so stark wie in Neuseeland, aber wir fanden es sowieso schon grandios sie überhaupt zu sehen. Also bauten wir unser Equipment auf und versuchten sie auf einem Bild zu manifestieren. Ich glaube, dass es uns ganz gut gelungen ist. Kurz nach 12 düsten wir den Berg wieder runter.

Am heutigen Tag war die Nacht gefühlt recht kurz, denn um 8:30 Uhr wollten wir schon fast am Frühstückstisch sitzen. Hat nicht ganz geklappt, aber hey, wir haben Urlaub. Also machten wir uns langsam fertig, setzten uns raus und frühstückten gemütlich, bevor wir uns auf den Weg zum Sessellift machten.

Der Uga-Express sollte uns auf den Berg bringen, von wo aus wir über Stock und Stein nach unten ins Tal laufen wollten. Wir hatten uns eine schöne Route über die Brandalpe rausgesucht. Irgendwie, wie wir später feststellen mussten, hatten wir keine Alm auf dem Weg die bewirtschaftet war.

So liefen wir also los und schon am Start hatten wir einen kleinen Umweg auf eine Anhöhe in Richtung Elsenkopf gemacht und krakzelten bis kurz unter die Spitze. Dort saßen wir dann ein paar Minuten und pumpten wie die Maikäfer…ihr wisst schon…Dann stiefelten wir wieder runter und gelangten direkt auf den Weg den wir angepeilt hatten. Am Wegesrand hatte ich schon eine kleine Kuhherde ausgemacht, eine derer, die immer so schön flauschige Ohren hat und ich hab mich schon volle Möhre auf das Foto gefreut, dass ich machen wollte und dann…knickte ich links weg und landete volle Schalotte auf meinem rechten Bein bzw. rechten Hand. Und nein, wir waren grade nicht auf der Wiese unterwegs sondern schön auf nem Schotterweg. Viel Spaß schon an dieser Stelle mit dem Kopfkino…

Wir sahen eigentlich schon, dass wir direkt wieder nach Hause hätten fahren sollen, doch dummerweise waren wir von der Bergstation gewiss eine halbe oder mehr Stunde entfernt und die Mittagspause war für 12:30 angedacht…Wir hatten es kurz nach 12. Also hieß es: Wunde dürftig sauber machen, hinsetzen, Adrenalinschub abwarten, Fluppe anmachen, Fluppe ausmachen (mit Wasser!), Arsch hoch und weiterlaufen. Wir beschlossen den Umweg zur Brandneralpe zu nehmen, doch bedachten nicht, dass diese eben nicht bewirtschaftet ist. Das Taschentuch neu in Wasser zu tränken war also nicht möglich. Okay, auf dem Weg zur Alpe liefen wir über einen kleinen Bach, in dem wir das Taschentuch waschen und mir einen Verband für die Hand machen konnten. Weiter ging es über Weideland, vorbei an Kühen (mit Hörnern…), an Blaubeerfeldern (dafür konnt ich mich noch bücken :P), an Kühen mit Wuschelohren bis zur Alpe. Dort angekommen sah man uns die Enttäuschung, kein Alster/Radler zu ergattern, wirklich an. Also gings zurück zum Bächlein, eine kleine Rast zwischendurch im Schatten von drei Tannen, um dann Richtung Talstation zurückzulaufen. Es ging wieder über Weideland, vorbei an Kühen hinein in den Wald.

Da sah ich dann immer wieder was rotes am Wegesrand leuchten. ALso schaute ich genauer hin und ergatterte schön süße Walderdbeeren. Jammy. Je näher wir dem Tal kamen, desto mehr Erdbeeren gabs und zum Schluss säumten zuckersüße Waldhimbeeren den Weg. Da ich die Zeit mit pflücken und naschen beschäftigt war, fiel ich immer wieder zurück und bemerkte auch den recht steilen Weg hinab ins Tal nicht mehr so. Aber nein, ein zweiter (Um)Fall kam nicht mehr zustande.

Nach knapp 3 Stunden, 7km, Versorgungspausen, super Aussicht, sengender Hitze, Sonnenbrand und einem fast abgefaultem Bein, kamen wir am Parkplatz der Talstation an. Durstig und hungrig, doch zuerst brauchten wir eine Apotheke, doch leider im Ort Fehlanzeige. Also kauften wir Verbandszeugs und Alk…(fragt nicht) und ließen die Sachen im Auto…denn wir standen wieder an der Talstation und setzten uns wieder in den Sessellift, der uns zur Elsealpe bringen sollte und auch tat.

Im Restaurant gabs dann unser wohlverdientes Radler, zwei Kaiserschmarren und einen Apfelstrudel mit Eis. Und ja, dass hatten wir uns wirklich verdient. Um den Weg nicht wieder runter ins Tal laufen zu müssen (hätte sowieso keiner durchgehalten) fuhren wir mit dem Lift wieder runter.

Mittlerweile sind meine Wunden desinfiziert, es gewittert und regnet und morgen hoffen wir auf angenehmes Wetter und saftig grüne Wiesen. Der Regen von heute sollte hoffentlich für etwas Entspannung sorgen.

Morgen steht zudem ein Abstecher nach Bludenz auf dem Plan. Schauen wir, ob das klappt.

Und nun auf zu ein paar Schnappschüssen, die irgendwie noch geklappt hatten.


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