Jaaa, die Zeit fliegt dahin und ich hänge wieder mal völlig hinterher. Aber ich möchte Euch natürlich wissen lassen, dass ich ein Wochenende in die ehemalige Hauptstadt Nanjing gefahren bin. Mit dem Zug natürlich. Knappe 2 1/2 h am Freitag Abend ging es los. Mit meinem Kollegen Nils und seiner Freundin TingTing fuhren wir also von Hongqiao los. Aber das war einfacher gesagt, als getan. Denn Nils hatte mein Ticket und die beiden waren so spät dran, dass wir den Zug nur mit Ach und Krach erreicht haben. Man darf ja nicht vergessen, dass das kein kleiner, sondern ein riiiiesiger Bahnhof ist und wir erstmal eine Weile aneinander vorbeigelaufen sind. Doch als wir es endlich geschafft hatten, saßen wir im Zug und mit einem Bierchen ging alles fluffig seinen gewohnten Weg.
In Nanjing (Nan = Südlich, Jing = Hauptstadt –> Bei = nördlich, und? Ja, Beijing ist die nördliche Hauptstadt) angekommen, stellten wir uns in die Taxischlang, die zum Glück nicht so lang war und ließen uns direkt ins Hotel fahren. Da Nils dann doch lieber ein westliches Hotel bevorzugte, landeten wir im Sofitel. Soweit so gut. Einchecken klappte und wir besorgten uns ums Eck noch ein paar Knabbereien, ein paar Kopfhörer für mich (von Samsung für 3 Euro – sind aber mittlerweile auch überm Jordan…) und einige Getränke. Im Hotel zurück gingen wir dann ins unsere Zimmer und ich ließ den Abend mit einem engl. Film (ich glaub fast, dass es ein Avengers-Film war) ausklingen.
Am nächsten Morgen stürmte ich das Frühstücksbuffet, denn die beiden schliefen noch und trudelten erst relativ spät ein. Während die zwei also frühstückten, verkrümelte ich mich in den neben dem Hotel gelegenen Starbucks und hab mir richtig schön nen Käffchen gegönnt. Als dann alle endlich fertig waren, sind wir wieder in ein Taxi gehüpft und als erstes Richtung Stadtmauer (aus der Ming-Dynastie) gefahren. Wer brauch schon die große Mauer, wenn er die kleine in Nanjing findet 🙂 Man kann halt nicht alles im Leben haben…Also ging ein paar Stufen hoch und schon standen wir auf der Mauer und hatten einen tollen Ausblick auf die Umgebung (viel Wasser, viele Hügel und viel Wald). Das ist man ja eigentlich bei dem Großstadtdschugel von Shanghai gar nicht mehr gewöhnt, so einen Anblick. Wir liefen also die Mauer entlang, immer links von uns das Wasser und rechts Busch und Stadt. Nachdem wir etwas gelaufen sind, entdeckten wir eine Pagode, zu der wir uns also aufmachten. Ein kleiner Zwischenstopp bei ein paar alten Kanönchen oder auch Kanonen inklusive. Vorbei an einem kleinen Kloster, dass wir von der Mauer aber nicht erreichten, gingen wir zu der besagten Pagode. Rein konnten wir nicht, aber das ist ja eher normal. Ein bisschen weiter, fanden wir dann noch einen Glockenturm und liefen dann unterhalb der Mauer raus zum Jinming Tempel. Ein alter buddhistischer Tempel, der glücklicherweile, für ein Wochenende, nicht übermäßig voll war. Wir guckten uns also wieder einmal Bauklötze und wanderten dann hinunter zum See, wo erstmal mein Schwesterherz mit ein paar Geburtstagsgrüßen telefonisch begrüßt wurde. Natürlich fein auf chinesisch (Shengri kuaila!). Hatte es mir vorher natürlich nochmal brav eintrichtern lassen. Also hingen wir noch eine Weile am See ab, ein paar Fischer neben uns, uns wanderten dann Richtung Stadttor und dann ging es ins Hotel zurück. Eigentlich wollten wir abends noch in eines der belebten Touriviertel, doch habe ich mich vorher ausgeklingt, weil ich, gelinde gesagt, einfach keinen Bock hatte. Aber nicht so schlimm, wie schon oben gesagt, man kann nicht alles haben, aber man muss auch nicht um´s Verrecken alles machen!
Im übrigen finde ich es interessant, wenn man von Südchina spricht, wenn es sich um Nanjing handelt. Dabei ist das doch grade nördlich von Shanghai, und das ist ja nun wirklich nicht südlich. Hongkong ist südlich, aber doch nicht Shanghai. Sei´s drum. Das Frühstück am nächsten Morgen fing ich wieder alleine an, Nils und TingTing folgen. Wir warteten zumdem auf einen weiteren Kollegen, der sich für den Sonntag angekündigt hatte.
Zu viert zogen wir als los, um uns eine ordentliche Portion Sun Yat-sen zu geben. Sun-was? Ja, also Sun-Yat-sen war ein Revoluzzer und ist als Gründer des modernen Chinas, nicht nur in China, sondern auch in Taiwan verehrt. Er ist zudem Begründer der Kuomintang (KMT), eine Partei, die sich nach Ende des Bürgerkriegs nach Taiwan zurückzog. Wie auch immer, ich werde Euch nicht mit zu vielen geschichtlichen Details langweilen…
Nun denn, nachdem das Taxi gekarpert wurde, ging es an einem herrlichen schönen Tag (Sonne, blauer Himmel, kein Schmmmoog) Richtung PurPur-Berge. Ein riesiges Areal, wo unter anderem das Mausoleum von Sun Yat-sen steht. Dafür musste man aber erstmal knappe 400 Stufen in der prallen (!!!) Mittagssonne hochkrackseln. Ein feuchter Lappen wäre mir lieber gewesen und nach einigen Überredungskünsten meiner Freunde, bin ich dann doch mit hoch. Wie pumpende Maikäfen kamen wir oben an und dann das…Das Mausoleum an sich war von außen wirklich eine Pracht, von Innen jedoch war kaum ein Schnörkel zu sehen. Also guckten wir hinein und wanderten einmal umher, um dann die 400 Stufen wieder runterzutrotten und ein Eis zu schlecken. Das war genau das richtige bei der Hitze!
Nach der kleinen Verschnaufpause ging es weiter – doch wir wußten gar nicht wohin überhaupt. Wir entschieden uns für den Lingu-Tower, eine recht hohe Pagode und einem relativ kleinen Tempel, den vorallem Stefan und ich durchforsteten. Ausnahmsweise durfte man die Pagode besteigen, doch ich entschied mich nun wehement dagegen, dort hochzuwatscheln. Die anderen drei machten sich auf und schickten mir netterweise Bilder von oben 🙂 Immerhin.
Aber im Nachhinein…der Tag war flux verflogen. Wir schnappten uns abermals ein Taxi, fuhren zurück zum Hotel und dann zum Bahnhof, vorher aßen wir noch was, was aber nicht sooo lecker war, und fuhren zurück nach Shanghai. Kurzum, ein knackig vollgepacktes Wochenende war schon wieder rum. Dafür mit schönem Wetterchen, ein paar kulturellen Eindrücken mehr und ein paar schönen Stunden mit Freunden!
Und nun viel Spaß beim durchforsten der Bilder. Im Übrigen: nicht verpassen – auf der rechten Seite findet Ihr noch einen Link zu Schottland!
Grüße aus dem nächtlichen Shanghai
Beatsche
Gefällt mir Wird geladen …
Hinterlasse einen Kommentar