Nun war es doch tatsächlich wieder an der Zeit, Abschied zu nehmen. Vorläufig. Netterweise gab man uns an diesem Morgen ein Plätzchen direkt am Fenster, so dass wir die Sonnenstrahlen, den blauen Himmel und das Meer ausgiebig beglotzen konnten. Ja, nebenbei haben wir auch noch ein bisschen gefrühstückt 🙂
Mit Sack und Pack machten wir uns also auf zum Auto (inkl. Mütze!). Das Ziel des heutigen Tages hieß Oban. Nicht Untan! Darf man ja nicht verwechseln. Ziemlich am Westzipfel von Schottland liegt es, doch wir waren ja immer noch im Norden. Die Route führte uns als erstes auf die A87, und nein, es ist immer noch keine Autobahn. Das ist die Route, die uns von Portree aus von der Insel runterbringen sollte. Immer schön an der Ostküste von Skye entlang bis wir wieder „festen“ Boden unter den Füssen hatten. Eigentlich wollten wir mit der Fähre fahren, doch leider verkehrte diese nicht wie üblich und die nächstmögliche war uns zu spät. Also beschlossen wir einen Abstecher in den nahe des Fährhafen gelegenen Garten zu machen! Armadale lag jetzt nicht unbedingt auf der geplanten Route (also wenn wir die Fähre bekommen hätten schon, so war es einfach ein blöde Umweg), doch der Garten hat sich auch gelohnt. Neben dem Garten stand dort auch noch eine Schlossruine, etwas ungewöhnlicher als wir es bis dato gesehen hatten. Vom wirklich sehr gepflegten engl. Rasen mal abgesehen! Der war wirklich fast überall bestens gepflegt. Von der Schlossruine und der Grünfläche aus, hatte man einen tollen Blick auf die Bucht. Strahlend blau, wie seit Tagen. Nach unserem Rundgang durch den Garten hopsten wir wieder ins Auto und fuhren wieder auf die A87 richtung Landesinneren.
Auf der Skye-Bridge war glücklicherweise ein kleiner Stau, also bin ich mit der Kamera aus dem Auto gehechtet und habe schnell wie ein Wiesel ein paar Fotos von der Brücke geschossen und bin flux wieder ins Auto gehüpft. An einem Parkplatz in Balmacara machten wir einen kleinen Zwischenstopp und sind zum Wasser hinuntergelaufen. Doch wir fanden noch was anderes. Unendlichviele Muscheln, aber immer nur die eine Hälfte und riesig groß. Zum Teil waren diese in große Netze verpackt, der Rest lag verteilt an der Kai-Mauer. Warum? Das wissen wir auch nicht, und konnten wir an diesem Punkt auch nicht rausbekommen. Um weiter Richtung Oban zu fahren, musste wir, da ja die Fähre nicht fuhr, nochmal an Eilean Donan Castle vorbei. Heute jedoch bei Tageslicht und mit etwas mehr Flut 🙂
Nun aber ging es einfach durch wilde Landschaft. Durch die Berge, vorbei an vielen Lochs, z.B. Loch Loyne. Und dann, auf einem eher versteckter Aussichtspunkt, ein echter Schotte!!! So richtig echt. Plötzlich krabbelte der aus seinem Auto, holte den Dudelsack hervor und fing an für uns zu spielen. Und weil ich dat echt toll fand, schmissen wir auch ein bisschen Geld in den Koffer. Und dat tollste, es gab ein Bild mit ihm. Er war wirklich sehr nett und plauderte, woher wir kommen und drückte mir den Dudelsack in die Hand und eine Mütze (!!!), traditionell, hatte er auch für mich. Cool!
Weiter auf unserem Weg nach Oban fanden wir noch eine Burgruine am Loch Oich, aber die war leider wirklich schon sehr kaputt und abgesperrt, so dass man nicht ins Innere hineinkonnte, aber das war sicher auch besser so. Glengarry Castle, so hieß die Ruine, ließen wir hinter uns, und fuhren weiter. Vorbei am höchsten Berg der Highlands, Ben Nevis, um dann wieder noch etwas zu entdecken, nämlich eine kleine Burg. Die Old Inverlochy Castle, die am Fluss Lochy lag. Immer weiter näherten wir uns Oban, doch der Weg war immer noch recht lang. Es hielt uns aber nicht davon ab, immer schön die Augen offen zu halten und nach kleinen oder großen Überraschungen ausschau zu halten. So zum Beispiel in Appin. Dort gab es eigentlich nicht viel, außer ein kleines Cafe, aber dahinter war die eigentliche Überraschung. Auf einem Mini-Eiland stand eine Burgruine. Die Lage muss vor vielen Hundert Jahren perfekt gewesen sein, um Prinzessinnen zu verstecken. Denn dafür musste der Prinz erstmal schwimmen lernen. Ätschi. Es handelte sich jedenfalls um die Burg Stalker – ich weiß nicht, ob der Name so passend ist. Im Deutschen heißt es unter anderem: Nachsteller, Pirschjäger…ob die Pirschjäger da jemals hingepirscht sind? Ich bezweifel es 🙂
Nun hatten wir es aber fast geschafft, doch uns rannte wieder die Zeit davon. Wir wollten doch den Sonnenuntergang in Oban gucken. An einer Brücke mussten wir nochmal halten, da bin ich fix aus dem Auto und hab noch ein paar Bilder gemacht. Musste mich wirklich sputen, aber geschafft. Und dann waren wir auch schon fast da…! Statt zum ursprünglichen Ausguckpunkt in Oban zu fahren, sind wir an die Hafenmauer gefahren und haben von dort aus uns den Sonnenuntergang angeschaut. Nach dem Showdown sind wir fix zu dem Punkt gefahren, den wir eigentlich sehen wollten. Dem McCaigs Tower. Das Ding lag auf einem kleinen Hügel, etwas oberhalb der Stadt und sah aus wie eine Miniaturausgabe des Collosseums in Rom. 🙂 Abends wurde es dann schön beleuchtet und man konnte von der Stadt aus, immer wieder mal einen Blick nach oben werfen.
Von dort oben konnte man schön auf die Stadt und die umliegenden Inseln spitzeln und die Reste des Tages beim verschwinden beobachten. Zurück in der Stadt checkten wir ein und wurden erstmal mit einem kleinen Whisky begrüßt. DOch dabei blieb es nicht: Im Zimmer angekommen, stand dort ebenfalls eine Pulle Whisky. JamJam 😛 Nachdem wir uns kurz ein- und hergerichtet hatten, sind wir zu Fuss in die Stadt, denn mit Bärenhunger lässt es sich immer so schlecht schlafen. Wir fanden ein schönes Restaurant am Hafen und schnabulierten genüsslich unseren Fisch. Mit einem kleinen Verdauungsspazierung ging es dann zurück ins Gästehaus.
Und damit Ihr nach sooo viel Text auch was für´s Auge bekommt, folgt nun der obligatorische Link zu der
Bildausbeute – wie immer nur ein kleiner Teil…:) Viel Spaß!
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